Hallo nochmal,
das hört sich ja kompliziert an.
Ist es auch, und daher wirklich ein Spiel für Profis. Entweder man ist selber einer, oder man lässt sich von einem vertreten.
Wenn man das Haus kauft muss
man mit den restlichen Gläubigern verhandeln?? Ich dachte die
Schulden sind personenbezogen.
Oh nein, wie kommst Du darauf. Der Sinn der Grundpfandrechte ist doch gerade der, dass man seine Forderungen unabhängig von der Tagesform eines Schuldners macht und statt dessen die Absicherung durch wertbeständige Immobilien wählt. Bei der Zwangsversteigerung ist klar, dass das Objekt durch den Zuschlag befreit wird und das Gericht die Gläubiger dann entsprechend bedient. Bei freihändigem Kauf muss man selbst zusehen, wie man mit den Gläubigern eine Lösung findet. Dies ist nicht einfach, aber machbar. Und z.B. Banken als Gläubiger kann man durchaus motivieren eine bestehende Eintragung gleich für die eigene Finanzierung weiter zu nutzen.
Wenn das Haus den Eigentümer wechselt müssen die doch aus dem
Grunbuch raus und der Verkäufer/jetzige Eigentümer hat die
Steuerschulden weiterhin.
Nein, nicht der Eigentümer hat die Schulden, sondern das Grundstück haftet für die Schulden. Dies ist ein kleiner aber feiner Unterschied.
Wie gesagt, bei den Zahlen, die uns ungefähr bekannt sind,
würde ein Verkauf zum marktüblichen Preis nicht alles decken.
Aber vielleicht will ja gerade deshalb das Finanzamt noch
keinen Verkauf. Die hoffen evtl. auf einen höheren späteren
Verkaufserlös.
Die Frage wurde ja schon beantwortet. Und ich komme auf meinen Hinweis zurück, dass man eben mit allen eingetragenen Gläubigern im Gespräch bleiben muss, und dafür viel Zeit mitbringen darf.
Also kann ja eigentlich keiner Interesse an einer
Zwangsversteigerung haben.
Ja, aber das hält die Profis auf der anderen Seite nicht davon ab, dies immer wieder gern als Bedrohungsszenario zu nutzen.
Leider hören wir garnichts mehr von den Verkäufern.Wir möchten
da wirklich gerne einziehen und könnten das auch sehr schnell.
Erstmal zur Miete und dann Kaufen zum Preis X, natürlich
notariell abgesichert.
Aber nun macht das Finanzamt das Haus ja sozusagen
unverkäuflich. Oder kann der Verkäufer die Sache so
ausbremsen?
Ich denke, ihr habt nicht den nötigen Abstand zu der Sache. Wer so an so ein Thema ran geht, wird scheitern oder über den Tisch gezogen. Solche Objekte sind nur etwas für Käufer die Zeit und Gelassenheit mitbringen. Niemals der anderen Seite den Eindruck vermitteln, ihr hättet keine Alternativen und es würde die Zeit drängen. Dies wird man schamlos ausnutzen. In einem der Fälle, in denen ich Käufer in so einer Sache vertreten habe, sind diese mehrfach an mir vorbei auf die Gläubiger zugegangen, weil sie meinten, ich „täte nicht genug in der Sache“, würde die Geschichte verzögern und gefährden, weil ich nicht innerhalb einer Woche zu Ergebnissen gekommen sei, … Diese Hast hat die Käufer unter dem Strich ca. € 50.000,-- gekostet. Denn natürlich sind wir zu einer (leider schnellen) Einigung gekommen. Vier oder acht Wochen mehr Zeit und ich hätte die Gläubiger noch ganz anders eingekocht.
Gruß vom Wiz