Pfandsystem - Geldströme

Hallo,
wer kann mir (uns) bitte erläutern, wie die Geldströme beim derzeitigen Pfandsystem für Kunststoffflaschen fließen!

Ich kaufe pro Woche ca. 50 Flaschen Mineralwasser in 0,5l-Flaschen bei Aldi. Da die Rücknahmeautomaten bei Lidl deutlich schneller und auch zwei vorhanden sind, gebe ich die leeren Flaschen immer bei Lidl zurück.
Aldi hat also 12,50 EUR Pfand von mir bekommen, die Lidl mir wieder auszahlen muss.
Wenn nun noch mehr Leute bemerken, dass die Rücknahme bei Lidl schneller geht, könnte das für Lidl teuer werden.

Es muss meiner Meinung nach also ein System geben, über das die Flaschenherkunft registiert wird.
Denkbar wäre auch ein Fondmodell, in die alle einzahlen, die Flaschen mit dem neuen Mehrwegzeichen verkaufen, einzahlen…

Wer ist Experte und weiß genau, wie die Geldströme fließen und abgerechnet werden?

Vielen Dank!

Hallo Fragewurm,

Bei deinem Aldi um die Ecke funktioniert das genau wie bei dir.
Für jede volle Flasche welche er einkauft, wird ihm das Pfand berechnet und für jede die er zurückliefert, wird es ihm wieder gutgeschrieben.
Das Selbe spielt sich auch zwischen Aldi Zentrale und dem Hersteller, bzw. Lieferanten von Aldi ab.
Und wie du vermutet hast gibt es einen zentralen Fonds in welchem das dann alles aufgerechnet wird.

Insofern bekommt dein Lidl, über den Hersteller, dein Geld vom Aldi wieder zurück.

Dieser zentrale Fonds war ja Anfangs das Problem. Weil der fehlte konnte man die Flaschen nur gerade dort zurückgeben, wo man sie gekauft hatte.

MfG Peter(TOO)

Hallo Peter,

aber wenn die die Flaschen nicht täglich abgerechnet werden, entgehen dem Lidl-Mark aus dem Beispiels die Tageszinsen, welche Aldi stattdessen gutgeschrieben bekommt.

Zudem muss Beispiel-Lidl mehr Arbeitskraft investieren, ohne Umsatz dabei gemacht zu haben.

Die Konsequenzen für Handelsketten ist eindeutig: Die Pfandrückgabe so unattraktiv zu machen, damit die Flaschen bloß woanders zurück gegeben werden. Dann zahlt der Konkurrent die Zeche.

Und am Markt setzen sich Unternehmen mit weniger Kundenservice besser durch als solche, wo alles gut geht.

Ist doch toll, was Gesetzgebung so alles vermag!

Lieben Gruß
Patrick

Die Konsequenzen für Handelsketten ist eindeutig: Die
Pfandrückgabe so unattraktiv zu machen, damit die Flaschen
bloß woanders zurück gegeben werden. Dann zahlt der Konkurrent
die Zeche.

Und am Markt setzen sich Unternehmen mit weniger Kundenservice
besser durch als solche, wo alles gut geht.

Moin moin,

umgekehrt wird ein Schuh daraus: Ich kaufe dort meine Getränke, wo ich meine verschiedensten Pfanddinge alle los werde, sowohl Einweg als auch Mehrweg. Oder fährst Du, nachdem Du bei Lidl die Flaschen abgegeben hast, noch zum Aldi, um dort Getränke zu kaufen?

Was sich letztendlich mehr rechnet (bessere Kundenbindung durch schnellere Automaten vs. langsame Automaten durch Pfandersparnisse), das kann man so von aussen wahrscheinlich nicht beurteilen.

Gruß

ALex

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