Hallo,
weiß nicht recht, ob ich besser unter „Sport“ posten sollte, versuch’s aber mal hier. Wie viele Stunden kann man ein Pferd eigentlich ununterbrochen reiten und zwar zügig, also Galopp und Trab, schneller Schritt, ohne dass es ernsthafte Schäden davonträgt? Übersetze grade einen mittelalterlich angehauchten Roman und ärgere mich, dass die Leute stundenlang auf ihren Gäulen unterwegs sind und keiner (auch die Reiter nicht Druckstellen kriegt oder ein Hufeisen sich löst, das alles in meist unwegsamem Gelände. Hab mich schon mal im Netz umgeschaut und auf einer Seite „Wegstrecken im Mittelalter“ gefunden: Reiter, die es eilig haben 50-70 km am Tag. In einem Artikel über Wanderreiten stand: Tagesleistung eines Pferdes (stetig, aber nicht hart geritten): ca. 45 km. Aber wie viele Pausen muss man einlegen, wie oft tränken, um es nicht zuschanden zu reiten?
Also ich will mir ja jetzt nicht anmaßen das zu verallgemeinern da es sehr abhängig von der Kondition und Rasse des Pferdes ist, Gewichtslast, Strecke, Wetter etc.
Aber 50 - 70 km pro Tag für ein stinknormales Pferd kann hinkommen.
In früheren Dizantanzrennen war eine Tagesstrecke von über 100 km häufig, weiß nicht ob es heutzutage immernoch so ist.
Distanzrennen im Jahre 1936, 550 km in viereinhalb Tagen, Tagesleistung 150 km!!!
Im Jahr 1946 wurde auf der Moskauer Rennbahn ein Distanzrennen über 250 km durchgeführt. Hier siegte der Hengst Ali-Kadym, der diese Distanz in 25 Stunden zurücklegte.
etc.
Quelle: http://www.russlands-pferde.de/Rassen/Kabardiner/bod…
Wie viele Stunden kann man ein Pferd
eigentlich ununterbrochen reiten und zwar zügig, also Galopp
und Trab, schneller Schritt, ohne dass es ernsthafte Schäden
davonträgt?
das hängt vom Trainingszustand ab - aber 8-10 Stunden gemütlich - bzw. 4 Stunden ordentlich flott gehen gut, wenn sie im Training sind
Ist aber besser mit Pausen dazwischen - Pferde erholen sich sehr schnell und je regelmässiger man die Pausen macht um so schneller erholen sie sich - abgesattelt oder aufgegurtet wird zwischendrin aber nicht eben um Satteldruck zu vermeiden
Auf unseren „kleineren“ Wanderritten haben wir es immer so gemacht 90 Minuten reiten - 15 Minuten Pause , grasen lassen wenn möglich Wasser anbieten - jede dritte Pause dann 30 Minuten … die Pferde waren gut auftrainiert und sind abends noch sehr fit eingelaufen (nach jeweils 45 - 65 km (9 Stunden im Sattel , 12 Stunden unterwegs) Tagesstrecke) Asphaltstrecken sind wir prinzipiell zu Fuss gegangen - galoppiert wurde garnicht - nur Schritt und Trab - wir sind aber auch keine Leistungssportler , das waren normale Wanderritte
Distanzler reiten da schon ganz anders *g* da sind 150 km mit jeweiligen Zwangsstopps und Vetgates durchaus mal drin (gib mal in eine suchmaschine Hundertmeiler ein )
Übersetze grade einen mittelalterlich angehauchten
Roman und ärgere mich, dass die Leute stundenlang auf ihren
Gäulen unterwegs sind und keiner (auch die Reiter nicht
Druckstellen kriegt oder ein Hufeisen sich löst, das alles in
meist unwegsamem Gelände. Hab mich schon mal im Netz
umgeschaut und auf einer Seite „Wegstrecken im Mittelalter“
gefunden: Reiter, die es eilig haben 50-70 km am Tag. In einem
Artikel über Wanderreiten stand: Tagesleistung eines Pferdes
(stetig, aber nicht hart geritten): ca. 45 km. Aber wie viele
Pausen muss man einlegen, wie oft tränken, um es nicht
zuschanden zu reiten?
was man auch nicht vergessen darf - damals waren Pferde nichts wert (im Vergleich zu heute) - da war der Sattel meist mehr wert als das Pferd an sich … so gesehen wars egal
was man auch nicht vergessen darf - damals waren Pferde nichts
wert (im Vergleich zu heute) - da war der Sattel meist mehr
wert als das Pferd an sich … so gesehen wars egal
Hallo Hexerl
Danke für die Infos - das war sehr lehrreich. In dem Roman sind sie halt dauernd auf den Hufen, von wegen Pausen oder Futter. Der Chef vom Ganzen putzt sie nicht mal nach dem Absatteln oder vor dem Aufsatteln, geschweige denn, dass er die Hufe ausräumt. Naja, ist eben Fiktion und liest sich auch spannend, und davon abgesehen, wer hat in einem Westernfilm schon mal einen einzigen Pferdeapfel rumliegen gesehen?
Aber das Pferde damals nix wert waren, aknn ich nicht recht glauben. Um noch mal auf das Buch zurückzukommen: Die Leute reiten da durchs große Nirgendwo, wenn ein Pferd nicht mehr weiterkann, sieht man alt aus, schon deshalb rentiert es sich, vorsichtig zu reiten und den Gaul zu schonen. Und in Ländern, wo keine Mustangs rumliefen und man Pferde züchten, kaufen und ernähren musste (einigermaßen gut; Pferde sind schlechte Futterverwerter), von der Leistung des Pferdes abhängig war in der Landwirtschaft und zum Reisen - ich weiß nicht, ob die Leute nicht doch aufgepasst haben, dass das Tier lange „hält“.
Naja, ist eben Fiktion und liest sich auch
spannend, und davon abgesehen, wer hat in einem Westernfilm
schon mal einen einzigen Pferdeapfel rumliegen gesehen?
eben und vor alle Pferde wiehern dort laufend wenn sie schnell durch die gegend galoppieren *grins* „sehr realistisch“ eben ))
Aber das Pferde damals nix wert waren, aknn ich nicht recht
glauben.
ich sag ja im Verhältnis zu heute damals hat man für ein einfaches „Reisepferd“ bestimmt keine 5 Monatsgehälter hingelegt
Sicher wurden sie auch gut (meistens sogar besser als heute) aufgezogen - aber man muss auch unterscheiden obs um Amerika oder Europa geht … Pferdezucht in Europpa war schon immer eine teure / aufwendige Angelegenheit - in amerika flitzten die Mustangs früher oder später zur freien Verfügung herum … da war dann ein guter Sattel wirklich mehr wert als das pferd
Um noch mal auf das Buch zurückzukommen: Die Leute
reiten da durchs große Nirgendwo, wenn ein Pferd nicht mehr
weiterkann, sieht man alt aus, schon deshalb rentiert es sich,
vorsichtig zu reiten und den Gaul zu schonen.
stimmt - aber wenn sie gut trainiert sind ist es auch kein sooooooo grosses Risiko - und das nötigste um das Pferd herum (Eisen nachziehen, wunden versorgen ) konnten die Menschen damals sehr gut, weil sie ja irgendwie immer mit Pferden aufwuchsen (unterhalte dich heute mal mit älteren leuten was die noch alles wissen !!!) - so wie heute (fast) jeder weiss wo das Öl und wo das Benzin ins Auto gehört, wusste damals jeder was Pferde fressen (dürfen/müssen) und was sie zu leisten in der Lage sind
*grins* ausserdem würde sich ein verlorenes Hufeisen oder eine Kolik in einem Roman für „normalsterbliche“ einfach etwas langweilig ausmachen es sei denn der Reiter verfolgt gerade jemanden oder wird verfolgt