Hallo Experten,
ich muss hier mal ernsthaft fragen, wieso wird seit ein paar Tagen so viel über das Pferdefleisch geredet? Ich war erst im letzten Jahr in Thüringen im Urlaub und bin dort auf einen Pferdefleischer gestossen.
Habe mir aus Neugier auch eine Rostbratwusrt geholt. Naja, der Geschmack war etwas anders, aber ich lebe heute noch.
Was soll das ganze Gestöhne eigentlich?
Wäre es nicht sinnvoller mal nachzudenken, wie eigentlich die anderen Lebensmittel verpackt sind? PP und PE-Folie ist doch heute schon Standard. Und dass da die Weichmacher wandern (können).
So wie früher, man gehts zum Fleischer und der schneidet vor meinen Augen meine Schnitzel ab. Und dann eingepackt in Pergamentpapier.
Gibts heute nicht mehr! Nur noch Supermärkte mit Plastik!
Ich begrifs nicht mehr!
cu, jo-enn
Hi,
vor allem die Berichterstattung der Medien. Gerade bei uns im lokalen Rundfunk: „Der Pferdefleischskandal weitet sich nun auch auf die Region xy aus. In Produkten der Firma abc wurden Spuren von Pferde-DNA nachgewiesen“.
„Spuren von Pferde-DAN nachgewiesen“ Ich habe noch nie aus dem örtlichen Schwimmbad gehört dass es geschlossen wird weil dort Urin nachgewiesen wurde oder Geldscheine aus dem Verkehr gezogen wurden weil darauf Kokain nachgewiesen wurde*. Mit den nötigen Instrumenten kann ich auch einen Tropfen Öl in einem See nachweisen.
Nach dem „Sexismus-Skandal“ wird halt wieder ein „Skandal“ durchs Dorf getrieben und die Medien haben wieder volle Titelseiten und die Redakteure ein Thema für die elenden Talkshows zum Thema. Wie sagte mal jemand: „Fernsehen macht die Doofen dümmer und die Schlauen schlauer“. Nur gut dass ICH differenzieren kann.
* http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/drogengeld…
Gruss
K
Hallo,
natürlich hast Du Recht, aber aktuell wird eben die Pferdefleisch-„Skandal“-Sau durchs Dorf getrieben.
Die anderen Aspekte Deiner Kritik sind offenbar aktuell nicht medientausglich . . .
Wenn den Junden allerdings unbemerkt Pferdefleisch (gegen dessen Verzehr m. E. nicht mehr spricht als gegen den Verzehr anderen/üblichen Fleisches - vermutlich ganz im Gegenteil) untergejubelt wird/werden kann, wer weiss, was die sonst noch alles in unser Futter mischen - wobei ich nicht sicher bin, ob alle das wirklich wissen wollen (ggf. wäre rauchen dagegen vergleichsweise harmlos?) . . .
Hallo ersst mal und Danke für Deine Antwort!
Wer eigentlich bezahlt diesen „Forscher“? Hat der sonst nichts zu tun?
Nachdenkliche Grüße, jo-enn
Mahlzeit,
Ich begrifs nicht mehr!
das Problem sind mehrere Probleme
Also Pferdefleisch an sich ist völlig ungefährlich oder nciht gefährlicher als Rind- oder Schweinefleisch. ich esse es zwar selten, aber gerne.
Was die Probleme sind:
Die ersten Fälle tauchten in GB auf und da ist Pferdefleisch so üblich und geschätzt wie hier Hunde- oder Katzenfleisch. Ein absolutes Tabu.
Es war schlichter Betrug, weil Falschdeklaration
Es gibt Hinweise, daß die Pferde, von denen das Fleisch stammt zu Lebzeiten so behandelt wurden, daß ihr Fleisch nicht mehr verzehrfähig ist. Also mit Hormonen und anderen Substanzen belastet war.
Gandalf
Da ist ein Pferd in der Wurst . . .
Ahoi!
ich muss hier mal ernsthaft fragen, wieso wird seit ein paar Tagen so viel über das Pferdefleisch geredet?
1.) Es gibt gerade keine aufregenderen Themen für die Presse. Lebensmittel"Skandale" sind für Presse und Politik immer ein gefundenes Fressen, weil maximale Aufmerksamkeit, da potentiell alle betroffen sind.
2.) Ethische Gründe. Weil viele Menschen Pferde mögen (evtl. selber reiter sind), kann man sich da schön drüber ereifern. Wen kratzt es dagegen schon, wieviele Rindviecher oder Schweine im Jahr auf welche Art verwurstet werden?
3.) Analytik:
Das Problem mit den ganzen genetischen Verfahren ist, das sie ungeheuer empfindlich sind. Wenn die Schneidemaschine, auf der vorher die Pferde gewürfelt wurden, nicht supersauber gemacht wurden, kann ich die Pferde-DNA auch im anschließend auf der gleichen Maschine geschnittenen Rindfleisch nachweisen. 1 g pro Tonne ist mit moderner PCR keine große Sache.
4.) Medikamente:
Ab Geburt ist jedes Pferd erst mal „für den menschlichen Verzehr geeignet“ (das ist die Fachfomulierung), so stehts im „Pferdeausweis“. Man kann ein Pferd aus dieser Gruppe jederzeit herausnehmen (z.B. Sportpferde), aber dann darf es nie wieder zurück. Der Sinn ist ganz einfach, das man Sport- und andere Nutzpferde bei Bedarf mit Medikamenten behandeln darf, die für Schlachtpferde nicht zulässig sind.
Und wenn schon gepfuscht wird, liegt natürlich der Verdacht nahe, das darauf dann auch kleine Rücksicht genommen wird. Wobei bisher alle Untersuchungen speziell auf Phenylbutazon negativ waren.
Ich war erst im letzten Jahr in Thüringen im Urlaub und bin dort auf einen Pferdefleischer gestossen. Habe mir aus Neugier auch eine Rostbratwusrt geholt. Naja, der Geschmack war etwas anders, aber ich lebe heute noch.
Ich hab Pferdefleisch früher, als es bei uns noch einen Pferdemetzger gab, auch ganz gerne gegessen. Ich kann auch nicht sehen, warum ein Pferd „edler“ oder schützenswerter als so eine arme Kuh sein soll.
Was soll das ganze Gestöhne eigentlich?
Wäre es nicht sinnvoller mal nachzudenken, wie eigentlich die anderen Lebensmittel verpackt sind?
Es wäre sinnvoller, die Lebensmittelproduktion mal grundsätzlich emotionslos zu betrachtet.
Die Leute, die dort arbeiten, sind nicht besser oder schlechter als die Leute aus anderen Branchen. Die arbeiten dort, um Geld zu verdienen, mit dem sie ihre Familien ernähren können.
Und natürlich gibt es dort - wie in jeder anderen Branche auch - ein paar Ferkelsköpfe, die das Geld auf krummen Wegen leichter verdienen wollen. Aber während es bei Waschmaschinenreparaturen oder gebrauchten Autos nur für einen 5 Minuten-Aufreger im Dritten Programm reicht, kommen Lebensmittel sofort in die Hauptnachrichten, werden zum Skandal aufgebauscht und alle Produzenten als „Mafia“ in die Sippenhaft genommen.
Denn die Leidtragenden sind ja in diesem Fall noch nicht mal die eigentlichen Verbrecher, sondern die, die Rindfleisch gekauft haben und daraus guten Gewissens Gulascheintopf gemacht haben - denn deren Name taucht in den Nachrichten auf.
PP und PE-Folie ist doch heute schon Standard. Und dass da die Weichmacher wandern (können).
Nicht in nennenswerten Mengen.
Folie muss geprüft werden (nennt sich Migrationstest), bevor sie für Lebensmittel verwendet werden darf. Das ist auch nur ein Thema, das regelmäßig von Öko-Test und anderen beratungsresistenten Panikmachern aufgekocht wird.
Natürlich ist die Möglichkeit des Übergangs des Weichmachers aus einer Folie auf das Fleisch keine erfreuliche. Aber die Folie ist die einzige gangbare Methode, Fleisch absolut luftdicht zu versiegeln. Wenn man das nicht macht, besteht die Gefahr, das Krankheiten erregende Mikroorganismen in die Packung eindringen und sich auf dem Fleisch wie verrückt vermehren - denn Fleisch ist ein super Nährboden.
Und wenn ich die Wahl zwischen Pest und Grippe hab - nun, ich nehm die Grippe.
So wie früher, man gehts zum Fleischer und der schneidet vor meinen Augen meine Schnitzel ab. Und dann eingepackt in Pergamentpapier.
Pergamentpapier ist aus den Augen eines Mikrobiologen die reinste Seuchenschleuder.
Gibts heute nicht mehr! Nur noch Supermärkte mit Plastik!
Weils hygienischer ist und länger haltbar.
lg, mabuse
P.S.: zu meinem Titel:
den müsst ihr singen. Melodie wie „Da steht ein Pferd auf dem Flur…“.
Ich hab hier immer noch Karneval.
P.S.S.: Wer etwas Verbitterung herausgehört hat, der liegt richtig. Ich arbeite in der Lebensmittelbranche und darf so’n Mist regelmäßig ausbaden. EHEC, Pestizide, Pferde, ich bin’s so leid…
Versteht mich nicht falsch, die Typen, die da gepanscht haben, sind Verbrecher und gehören bestraft. Aber die Presse posaunt ja nur die Namen der Weiterverarbeiter heraus, die eigentlich nichts dafür können, und die jetzt jahrelang unter den Folgen leiden müssen.
Grundsätzlich
Hi!
Grundsätzlich möchte ich schon, dass im Produkt drin ist, was außen deklariert ist.
Alles andere verstößt auch gegen geltendes Recht und ist schlichtweg Betrug.
Jeder darf sich ja in unserem Land frei aussuchen, was er essen möchte und was nicht. Die Anbieter haben genaue Vorschriften, was auf der Packung deklariert sein muss und was nicht. Und da möchte ich mich auch drauf verlassen können.
Für mich liegt das Problem in den Handelswegen unserer Lebensmittel, momentan wird ja nur das Fleisch beleuchtet, aber in der Lasagne sind ja zig Zutaten drin. Die haben wahrscheinlich schon einen Großteil der Länder dieser Erde gesehen, bevor sie auf dem Teller landen.
Fleisch von rumänischen Pferden wird über einen Großhändler in einem Drittland (hab vergessen, welches, war nicht gerade räumlich naheliegend) in eine französische Fabrik transportiert, dort zu Lasagne verarbeitet und an 15 Großhandelsketten verkauft, die das Zeug wiederum in viele viele Supermärkte verteilen, unter verschiedenen Handelsmarken…
Achso, hier auf Fokus habe ich das nochmal genauer gefunden:
"
Das Fleisch kommt aus einem Schlachthof in Rumänien.
Der Schlachthof verkauft an Zwischenhändler Draap aus Zypern, der das Fleisch an sein Lager in den Niederlanden schickt.
Der Zwischenhändler liefert es an den Fleischverarbeiter Spanghero in Frankreich.
Spanghero liefert sein Produkt an Lasagnehersteller Tavola in Luxemburg.
Tavola produziert im Auftrag des Lebensmittelherstellers Comigel in Frankreich.
Comigel liefert die Produkte an die britische Tiefkühlkost-Firma Findus und an deutsche Supermarktketten, die die Produkte unter Eigennamen verkaufen.
Findus beliefert seinerseits Supermärkte."
Ähnliche Lieferketten gelten vermutlich auch für den Weizen im Lasagne-Nudelteig, für die Kräuter und Gewürze, für die Tomaten etc.
Hoch lebe die globalisierte Handelswelt. Mahlzeit.
Grüße
kernig
Hallo,
ergänzend zu Mabuses Ausführungen liegt das eigentliche Ärgernis darin, dass man etwas bekommt, was man nicht wollte. Ein glasklarer Betrug.
Man sollte sich bewusst machen, dass als Verbraucher nicht nachvollziehbar und nicht kontrollierbar ist, was alles in (hoch)verarbeiteten Lebensmitteln drinsteckt. Man muss also ein gewisses Vertrauen in die Hersteller/Anbieter haben.
Solange man aber am liebsten möglichst billig kauft und andererseits die Firmen Gewinnmaximierung als Hauptzweck haben, wird es immer wieder solche Skandale geben.
Beatrix
hallo,
zunächst Danke für Deine Antwort.
Aber ich habe vor nicht allzulanger Zeit irgendwo (nicht hier) mal gelesen, dass Zutaten unter 5 %-Anteil nicht deklariert sein müssen.
Also kann man auch Pferdefleisch mit 4,9 % druntermischen.
Sehe ich da jetzt falsch?
cu, jo-enn
Ahoi!
Aber ich habe vor nicht allzulanger Zeit irgendwo (nicht hier) mal gelesen, dass Zutaten unter 5 %-Anteil nicht deklariert sein müssen.
Also kann man auch Pferdefleisch mit 4,9 % druntermischen.
Sehe ich da jetzt falsch?
Ja.
Richtig ist:
1.) man muss Zutaten, die nur zur Geschmacksgebung in geringen Mengen (bis 2%) beigegeben werden, nicht mengenmäßig (also mit den 2%) angeben. Kräuter, Gewürze, Salz etc.
2.) Man muss zusammengesetzte Zutaten mit weniger als 2% am Enderzeugnis nicht komplett aufdröseln, also keine Unter-Zutatenliste angeben. Genannt werden muss es aber trozdem (und es müsen auch alle potentiellen Allergene genannt werden).
3.) Grundsätzlich muss eine Zutatenliste man Gewicht sortiert werden, was am meisten drin ist, muus vorne stehen. Ausnahem sind alle Kleinmengen (
Weichmacher und Angstmacher
PP und PE-Folie ist doch
heute schon Standard. Und dass da die Weichmacher wandern
(können).
Weder PP- noch PE-Frischhaltefolie enthalten Weichmacher. Zulässig sind jedoch auch Folien aus Polyvinylidenchlorid (PVdC), und die können tatsächlich Weichmacher enthalten, Man sollte sich doch ein bisschen um die Fakten kümmern!
Das Fleisch kommt aus einem Schlachthof in Rumänien.
Der Schlachthof verkauft an Zwischenhändler Draap aus Zypern,
der das Fleisch an sein Lager in den Niederlanden schickt.
Der Zwischenhändler liefert es an den Fleischverarbeiter
Spanghero in Frankreich.
Spanghero liefert sein Produkt an Lasagnehersteller Tavola in
Luxemburg.
Tavola produziert im Auftrag des Lebensmittelherstellers
Comigel in Frankreich.
Comigel liefert die Produkte an die britische
Tiefkühlkost-Firma Findus und an deutsche Supermarktketten,
die die Produkte unter Eigennamen verkaufen.
Findus beliefert seinerseits Supermärkte."Ähnliche Lieferketten gelten vermutlich auch für den Weizen im
Lasagne-Nudelteig, für die Kräuter und Gewürze, für die
Tomaten etc.
Und da fordert man jetzt, dass für sämtliche Inhaltsstoffe sämtliche Herkunfts- und Verarbeitungswege möglichst in 25 Sprachen aufgedruckt werden.Und wenn einer mogelt, ist das ganze System für die Katz.
Udo Becker
Und da fordert man jetzt, dass für sämtliche Inhaltsstoffe sämtliche Herkunfts- und Verarbeitungswege möglichst in 25 Sprachen aufgedruckt werden.Und wenn einer mogelt, ist das ganze System für die Katz.
Da muss man noch nicht (absichtlich) mal für mogeln.
Bereits eine fehlerhafte Übersetzung kann alles auf den Kopf stellen. Und diese Möglichkeit ist nicht hypothetisch, sondern unterläuft selbst den offiziellen Stellen. Ich hab bisher zwei fehlerhafte Übersetzungen europäischer Richtlinien gefunden, die per Umsetzung in deutsche Verordnungen quasi Gesetz wurden und mich - und meinen Kunden - schon mehrfach erheblich Nerven und Arbeit gekostet haben.
lg, mabuse
Hallo,
Und da fordert man jetzt, dass für sämtliche Inhaltsstoffe
sämtliche Herkunfts- und Verarbeitungswege möglichst in 25
Sprachen aufgedruckt werden.Und wenn einer mogelt, ist das
ganze System für die Katz.
Wir haben hier schon geunkt, da steht dann drauf: Kann Spuren von Katze, Hund und Pferd enthalten…
Leider beugt der ganze Deklarationswahn keinem Betrug vor…
LG Beatrix
Wir haben hier schon geunkt, da steht dann drauf: Kann Spuren
von Katze, Hund und Pferd enthalten…
Reicht dafür schon ein Huf- oder Pfotenabdruck?
SCNR mabuse
‚Einmal Lasagne, bitte!‘ - ‚Mit wieviel PS?‘
„Mami, bekomme ich ein Pferd?“ - „Ja, ist schon in der Mikrowelle.“
Das Leben ist wie eine Schachtel Tiefkühl-Lasagne - man weiß nie, was man kriegt.
Echte Männer schneiden ihre Lasagne mit Sporen.
Alle Kinder essen Rindfleisch. Außer Gerd, der isst Pferd.
Alle Kinder essen Lasagne. Außer Ronny, der mag kein Pony.
Lasagne im Einkaufswagen: Die Angst pferd mit!
Herr Ober, meine Lasagne schmeckt verSchimmelt."
„Herr Ober, ich hätte gerne Lasagne!“ - „Mit wie viel PS?“
„Herr Ober, eben hat meine Lasagne gewiehert!“
- „Seien Sie froh, dass sie nicht miaut oder bellt!“
Der Verzehr des Fertigproduktes ist nicht gesundheitsgePFERDend.
Der Pferdefleisch-Skandal breitet sich weiter aus. Nun auch Seepferdchen in Fischstäbchen vermutet.
Geiz isst Gaul!
Roses are red,
Apples are fruity.
Watch your Lasagne,
It might be Black Beauty!
Achtung, in dieser Lasagne könnten Spuren von Nüstern enthalten sein.
Was haben die Leute eigentlich gegen die Lasagne? Die ist pferdammt lecker.
Das Leben ist kein Ponyhof, die Tiefkühltruhe aber schon!
„Unsere Lasagne ist preisgekrönt! Sie hat bei Olympia 2008 Silber in der Dressur geholt.“
In Ascot lief er hinterher, -jetzt bei REWE im Verzehr!
Wenn er auch hat den Start verpennt, als Doppel-Whopper - voll im Trend!
„Wieso sprichst du mit deiner Lasagne?“ „Ich bin der Pferdeflüsterer!“
Und zu guter letzt:
Ich finde, dass auf diesem Thema nun lange genug herumgeritten wurde.
nur der Vollständigkeit halber ;D
mabuse