Pflege-Appartements als Rendite-Immobilie

Hallo,

auf der Suche nach einer Geldanlagemöglichkeit wurde mir unter anderem eine Anlageform in Pflege-Appartements angeboten. Also der Kauf eines Einzimmer-Appartements in einem Pflegeheim.

Das Gespräch und die Unterlagen sind sehr schlüssig und hören sich super an. Da ich aber nicht so viel Erfahrungswerte mit sowas besitze, brauche ich Hinweise, auf was ich unbedingt achten sollte. Gibt es Risiken? Welche Fragen muss ich stellen, um heraus zu finden, ob das alles wirklich stimmig und seriös ist?

Ich suche noch den „Argumenten-Vergleich“ zu einer „normalen“ Immobilie. Können Sie mir helfen?

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Hilfe!

Lieben Gruß
Daniela

Hallo Daniela,

da haben Sie mich leider auf dem falschen Fuß erwischt! ich bin kein Experte, was Immobilien betrifft.

Ich kann aber gerne versuchen, Ihnen ein paar Tipps zu geben, wie Sie das für sich näher untersuchen können.

Vorab wäre meine erste Frage: Ist Ihr Vermögen soweit diversifiziert (gestreut über verschiedene Anlagearten), dass eine Investition in eine Immobilie Sinn macht? Denn bei dieser Art Anlage muss einem immer klar sein, dass das Geld im wahrsten Sinne nicht mobil angelegt ist. Schnelle Verfügungen sind nicht möglich. Zudem ist eine Investition in eine „Rendite“-Immobilie grundsätzlich als risikoreich zu betrachten. Warum ist das so? Das liegt daran, dass meine zu erzielende Rendite in großem Maß davon abhängt, wieviel ich irgendwann einmal bei einem Verkauf wieder erlösen kann.

Ist die Entscheidung, einen Teil Ihres Vermögens in eine Immobilie zu investieren bereits gefallen, stellt sich die Frage, durch welche Zahlungsströme Sie eine Rendite erzielen. Hier ist eine (bzw. mehrere) eher komplexe Investitionsrechnung fällig, die ich hier im Detail nicht darstellen kann. Im Grundsatz geht es darum, aufzustellen, Was Sie investieren und wieviel Kosten dabei anfallen. Das wäre dann der Gesamtinvestitionsbetrag. Anschließend haben Sie über mehrere Jahre Zahlungsströme, die Ihre Rendite beeinflussen (Mieteinnahmen, laufende Kosten, steuerliche Erträge, …). Zu einem heute gedachten Zeitpunkt erzielen Sie dann einen heute geschätzten Verkaufserlös. Unter diesen Annahmen können Sie dann über einen gedachten Zeitraum eine Rendite für sich berechnen.

Sie sehen an dieser Stelle, dass es sich um viele Variablen handelt, von denen Sie heute unmöglich wissen können, wie sie tatsächlich eintreten.

Als Vorteil eines 1-Zimmer Appartements in einem Pflegeheim könnte man anführen, dass die Miete zukünftig sicher fleißt (Pflegenotstand). Was aber, wenn das Heim pleitegeht? Ist dann überhaupt noch ein Verkauf des Objektes durchführbar? Oder wie entwickelt sich der Wert, wenn ein Konkurrent nebenan ein schöneres, neueres, moderneres Pflegeheim hinstellt?

Also kurzum: Ich fühle mich in dem Bereich fachlich nicht wirklcih sicher, habe aber mit dieser Art Renditeobjekte schon immer ein Problem gehabt. Ich weiß aber auch, das mancher immer wieder den richtigen Riecher hat, was das angeht und mit Immobilien ein Vermögen gemacht hat.

Was für Unterlagen haben Sie eigentlich vorliegen? Handelt es sich hierbei um eine geschlossene Beteiligung in Immobilien? Dann wären auch die gesamten Kosten die an den Anbieter gehen auf den Prüfstand zu stellen.

Na ja, besonders hilfreich liest sich das nicht… Aber vielleicht hilft es Ihnen ja in ZUsammenhang mit den anderen Antworten, die Sie hoffentlich erhalten.

Auf jeden Fall viel Erfolg, welche Anlage Sie auch immer auswählen.

hallo,was ist,wenn das pflegeheim schlecht wirtschaften, involviert geht oder aus den appartments wohnungen werden müssen? Du gehst zusätzlich zum Risiko Rendite das risiko wirtschaftliche Führung des Objektes ein…dann liebe ne Wohnung in optimaler Lage und selber bzw. Über ne Bauverwaltung vermieten. Gruß und toitoi

Hallo Daiela,

gerne versuche ich etwas zu Deiner Anfrage zu sagen. Ist allerdings ohne Prospekt und nähere Angaben schwierig. Falls Du in Schleswig-Holstein wohnen solltest,könnte ich versuchen mir das alles mal in Ruhe anzuschauen.

So hier nur einige allgemeine Hinweise:

  • Nicht alles auf eine Karte setzten: Soll heißen wenn Du Dein Vermögen aufbaust, könnte eine Immobilie ein Baustein sein. Vorsichtig wäre ich allerdings, wenn Du einen größen Anteil (über 70% des Kaufpreises) finanzieren mußt. Dann hast Du nähmlich ggf. auch noch Risiken aus der Finanzierung.

  • Qualität der Immobilie
    Du solltest Dir genau überlegen, wo die Immobilie liegt. Ist dies auch noch in 30 Jahren eine gute Lage? Wohnst Du nicht allzuweit weg von der Immobilie? Ist immer einfacher,wenn Du selbst mal vorbei schauen mußt.

  • Qualität und Erfahrungen des Betreibers
    Wie gut kennst Du die Firma. Ist das ein seriöses Unternehmen? Was für Kosten werden berechnet. Wer sucht z.B. den Mieter aus und trägt des Mietaufallrisiko?

  • Rendite und Veräußerbarkeit
    Was hast Du „unter Strich“ raus. Was kommt ggf. noch an weiteren Kosten auf Dich zu.

  • Rechtsform
    Wirst Du direkt eigner einer Wohnung oder läuft das über einen (geschlossenen) Fonds? Fonds sind meist mit höhren Kosten belastet. Hier würde ich sehr genau die Risiken im Verkaufspropekt nachlegen.

Hoffe, dass ich Dir einige Ansatzpunkte geben konnte.
Dies waren nur einige Punkte, auf die Du achten solltst.

Schöne Grüße aus Jagel

Christian