bald mietet vielleicht eine alte dame ein zimmer in meiner wohnung. wir gründen quasi eine wg. bis jetzt scheint sie sehr rüstig, aber meine familie hat bedenken, dass sich das vielleicht bald ändern könnte. wer wäre dann für die pflege zuständig? die dame hat keine verwandte. würde der staat für ein pflegeheim aufkommen? denn ich hätte für längere zeit nicht die möglichkeit mich um sie zu kümmern.
danke im voraus!
Liebe Inge Katharina,
zunächst finde ich es einen phantastischen Gedanken von Dir. Du wirst sehen, dass es auch in Deinem Leben eine Bereicherung geben wird - trotz Deiner Angehörigen (die Du ja erfreulicher Weise noch hast). Darf ich Dich fragen wie alt Du bist?
Du schreibst auch nichts über die Dame. Ist im ersten Brieb auch normal, denn ich bin Dir ja unbekannt. So geht es mir mit Dir ja auch.
In welchem Raum (örtlich) bist Du - seid Ihr? Ich bin nördlich von Nürnberg. Es ist oft einfacher wir könnten uns an einen Tisch setzen …
Falls die Dame genügend Rente bekommt, ist es kein Problem. Dann gibt es die Pflegekasse, die einen Teil übernimmt, auch ambulant. Dann springt das Sozialamt ein, sollte das nicht ausreichen.
Ihr solltet ganz offen mit einander reden und umgehen. Ihr geht ja dann eine doch enge Lebens- oder Wohngemeinschaft ein. Ihr lebt in den gleichen Räumen, kocht gemeinsam, kauft für Euch ein usw. Das solltet Ihr planen und vor allem besprechen. Viel reden, denn dadurch lernt Ihr Euch kennen. Sie hat ja niemanden mehr. Nur Dich. Kannst Du und willst Du das leisten?
Wenn ja - es ist eine wurderbare Aufgabe für einander da zu sein.
Vielleicht gibt sie Dir etwas, was Deine Angehörigen Dir nicht geben können oder wollen vor allem emotional.
Wenn Ihr nicht zu weit weg seid, würde ich Euch gerne treffen und mit Euch reden - und Deinen Angehörigen.
Oft ist Amgst im Spiel. Das ist normal. Es ist ja auch etwas Neues, Anderes.
Aber Bedenken ist gut und der Schutz der „Verwandschaft“ ist ebenfalls wertvoll für Dich.
Es ist gut, wenn Ihr alle gemeinsam Eure Bedenken auf den Tisch packt (evt. mit einem Zettel-Block wo ihr jeden Gedanken seperat aufschreibt).
Aufschreibt, sortiert und am anderen Tag artikuliert, darüber redet.
Vielleicht ist sie fit bis 100 … und versorgt Dich.
Laß Dich mit Bedenken nicht abschrecken zu leben. Das (Dein) tägliche Leben kann Dir weder die Dame, noch Deine Angehörigen abnehmen. Das musst Du selbst machen und es ist doch schön es mit der Dame (wie heißt sie denn?) zu erleben …
Liebe Grüße und bis bald
Fritz Halmburger 91301 Forchheim