Pflegedienst übersieht Dehydrierung

Meine Oma hatte Corona. In der Zeit hatten wir einen Pflegedienst da, der 3 mal am Tag kam. Waschen, windeln, Bett machen und so.

Nun hat meine Oma eine starke Dehydrierung und musste ins Krankenhaus. Hätten die Pflegekräfte das erkennen müssen?

Wir haben meine Oma mit gepflegt und sind aber absoluten Laien, um das zu erkennen. Es waren auch 3 Ärzte da, alle meinten, lassen sie sie daheim, alles ist besser als Krankenhaus.

Kann man den Pflegedienst verantwortlich machen?

Servus,

entlastet den Pflegedienst vollständig - obwohl das Pflegepersonal die Dehydrierung natürlich hätte erkennen können, wenn es sich um halbwegs fachkundige Leute handelte. Wenn die übrigen Symptome vorher nicht eindeutig sind oder nicht erkannt werden, ist spätestens der Hautspannungstest am Handrücken ein eindeutiges Zeichen.

Meine Einweisung zum damals existierenden „Rettungsassistenten“ im Zivildienst dauerte vier Wochen. So viel Zeit muss sein.

Schöne Grüße

MM

160 Stunden - Rettungshelfer
520 Stunden - Rettungssanitäter
2 Jahre - Rettungsassistent
3 Jahre - Notfallsanitäter

Die jeweiligen Landesrettungsdienstgesetze bestimmen die Personalausstattung der Rettungsmittel.

Dehydrierung ist einfach zu erkennen - wenn man prüft. Ohne den Test (keine 10 Sekunden) ist das leicht zu übersehen. Im Unterlassen des Tests sehe ich allerdings ein pflichtwidriges Unterlassen durch Personen mit Garantenstellung.

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Ist hier von Rettungsdienst oder Pflegedienst die Rede? Gibt es einen Unterschied in der Qualifikation?

-richtig: Der Rettungshelfer war das damals, mit dem Assistenten hab ich mich unzulässig geschmückt. Und die zwei Wochen waren in Wirklichkeit vier, aber sonst stimmt alles, Rettungssanitäter stand 1982 in Niedersachsen eben erst am Horizont.

Allerdings: Der Hautspannungstest am Handrücken ist insofern problematisch, als er noch eine ganze Weile „falsch negativ“ anzeigt, wenn der Pat bereits einigermaßen dehydriert ist. Eine Pflegekraft mit regelmäßigem Umgang sollte bereits früher drauf kommen, dass da etwas nicht läuft wie es soll.

Schöne Grüße

MM

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Im Pflegedienst werden (teils - durchaus nicht immer) miserabel qualifizierte Leute eingesetzt, so wie hier offenbar. Andererseits gab es etwas, was die beteiligten Ärzte (seltsam, dass es mehrere waren) zu ihrer Einschätzung brachte. Es wäre wohl interessant, die ganze Geschichte zu hören.

Schöne Grüße

MM

Hallo,
zuerst hier, damit auch die Mitleser/innen wissen, um was es eigentlich geht, eine Erläuterung -
https://www.aok.de/pk/magazin/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/dehydration-symptome-erkennen-und-behandeln/.
Erfahrungsgemäß tritt die Dehydrierung nicht von einem auf den anderen Tag auf, d.h. es dauert schon etwas bis so auffällig ist, dass es dem Pflegepersonal oder auch einem Arzt auffällt.
Im Pflegealltag gehört es zwingend dazu, dass darauf geachtet wird, dass die zu Pflegenden und dabei meist um ältere Menschen, genug trinken. Um das zu gewährleisten, gibt es die Möglichkeit diese „Überwachung“ im Pflegevertrag zu verankern, damit der Pflegedienst auch weiß, dass er darauf achten muss (gerade dann, wenn schon dreimal am Tag direkten Kontakt zum zu Pflegenden hat). Auch anderen Pflegeperson/en sollten darauf ein Auge haben und natürlich sollte auch ein Arzt/Ärztin direkt erkennen können bei einem persönlichen Kontakt, dass eine solche Dehydrierung vorliegt.
Ob jetzt in diesem Fall man ausschließlich den Pflegedienst dafür verantwortlich machen kann, dass die Oma offenbar nicht genug getrunken hat, ist schwierig zu beurteilen - man müsste mehr wissen.
Gruss
Czauderna

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Es tut mir leid, ich kann zu Deinen Fragen nichts beitragen:

Aber ich habe Fragen:
Wenn der Pflegedienst „nur“ dreimal am Tag kam (also nicht „rund um die Uhr“ bei Deiner Oma war), was hätten sie denn tun sollen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass - falls eine Medikamentengabe erfolgte - sie die Oma auch immer erinnert haben, dass sie das Gläslein mit Wasser doch bitte austrinken soll. Aber erstens sind solche Omas auch manchmal unwillig und zweitens reicht das halt nicht, um sie „über den Tag“ zu bringen, was das Trinken angeht. Sprich: das einzige was der Pflegedienst hätte tun können, wäre Euch Angehörige zu erinnern, dass Ihr der Oma tagsüber immer wieder mal das Trinkglas reicht. Haben sie das wirklich nicht getan? Oder war Euch (und der Oma g) das lästig?

Und dann? Was möchtet Ihr? Wollt Ihr alle Pflegekräfte (vermutlich haben die ja immer wieder gewechselt) verklagen? Auf was? Schadensersatz?

Und unter uns Betschwestern: so ne Dehydrierung lässt sich ganz gut behandeln, da kriegt die Oma ein paar Pullen Kochsalzlösung und vielleicht noch ein paar Vitamine und Mineralstoffe (so nötig) und kommt heim wie ne junge :wink: Und für die Zukunft habt Ihr alle was gelernt und könnt der Oma sagen „hier trink, sonst wieder Krankenhaus“.

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