Warum der Einwand?
Mir hatte ein Anwalt mal vorgerechnet, dass man mit einer
4-köpfigen Familie schon weit über €4000 netto verdienen
müßte, damit man überhaupt zur Kasse gebeten wird.
Puh, da sind aber wieder „Rechner“ am Werk.
Verstehe den Einwand nicht.
Falls es interessiert: Freibeträge sind
Alleinstehende 1.400 Euro
Verheiratete 2.450 Euro
Dazu noch 2 Kinder, für die auch >€1000 pro Kind stehen, sind wir schwuppdich bei €4450.
Außerdem gibt es eindeutige Urteile, dass die Unterhaltsverpflichtung der mittleren Generation primär gegenüber den Kindern und erst sekundär gegenüber den Eltern besteht.
Jegliche Form von Pflichtaufwänden für die Kinder erhöhen also den Selbstbehalt noch weiter.
Kommen dann also noch Kosten für Kindergarten, Schule, Ausbildung oder Studium hinzu, geht es schnell jenseits der €5000.
Allerdings werden bestimmte Vermögenswerte mit eingerechnet.
Ja, ein Vermögen ab €100.000 pro Person kann auch angerechnet werden.
Allerdings gehen natürlich „negative Vermögen“ (z.B. Hypothek für’s Haus) auch entsprechend negativ ein.
Ansonsten ist es ganz einfach: Bei normalem Einkommen sind die
Kinder außen vor - und fertig.
Das Durchschnittseinkommen netto in Deutschland beträgt laut
RWI je Haushalt rund 2.700€.
Und die Pro-Kopf-Zahl pro Haushalt? Laut bpb 2,07 Personen.
Sprich, die Grenze liegt nur insignifikant oberhalb des Durchschnittseinkommens.
Das Blöde ist nur, dass das arithmetische Mittel nicht gleich dem geometrischen Mittel ist: Es ist unwahrscheinlich, dass dem Durchschnitts-Deutschen €1300 netto zur Verfügung stehen.
Wenn dem so wäre, wäre ein Ehepaar mit 2 Kindern und einem Bruttomonatseinkommen von €10000 pro Monat noch „unter Schnitt“.
Aber selbst wenn der Durschschnitts-Deutsche €1300 pro Monat hat: das sind weniger als die €1400 Selbstbehalt.
Und daher meine Aussage: Wer normal verdient, den kratzt das Thema Pflegekosten wenig.
Gruß,
Michael