Hallo Gerra,
zum einen, jeder, der gesetzlich krankenversichert ist, ist auch gesetzlich pflegeversichert. Von daher hat Ihre Mutter bereits eine Pflegeversicherung, genauso wie Sie selber.
Man muß allerdings wissen, daß die gesetzliche Pflegeversicherung keine Rundumversicherung ist sondern eher eine Art Teilkaskoversicherung. Sie bietet für den Pflegefall sowohl im ambulanten oder stationären (Pflegeheim) Zuschüsse um die Kosten abzumildern.
Ich denke mal, Ihnen geht es um die Frage, ob Ihre Mutter eine private Pflegezusatzversicherung abschließen soll. So eine Zusatzversicherung ist nicht ganz uninteressant. Das müssen Sie sich einfach mal durchrechnen. Alternativ kann man auch hergehen und monatlich einen bestimmten Betrag anlegen. Denn dann hat man, falls man kein Pflegefall wird - was ja zu wünschen ist - das angelegte Geld trotzdem zur Verfügung.
Nun zum Erbe, dem Haus. Gehen wir mal von dem ungünstigen Fall aus, daß Ihre Mutter ein Pflegefall wird, nicht zu Hause von Angehörigen gepflegt wird und daher ins Pflegeheim muß. Gehen wir mal davon aus, daß dieses Pflegeheim 2500 EUR kostet. Der Zuschuss der gesetzlichen Pflegeversicherung beträgt in der niedrigsten Pflegestufe (Stufe I) 1023 EUR.
2500 - 1023 = 1477 EUR. Diesen Betrag müßte Ihre Mutter selber aufbringen. In der Regel wird dazu die laufende Rente hergenommen. Reicht diese dafür nicht aus, geht es ans Eingemachte, ans Gesparte. Und da kommt dann das Haus ins Spiel, sofern es nicht anderweitig (z.B. vom Vater, von anderen Angehörigen) bewohnt wird.
Ist kein eigenes Vermögen mehr vorhanden, kann man zwar einen Antrag beim Sozialamt stellen, dieses greift aber dann auch wieder aufs Haus zurück.
Hier wäre zu überlegen, ob man das Haus nicht frühzeitig überschreibt. Denn ist dieses Überschreiben länger wie 20 Jahre her, kann es staatlicherseits nichte mehr rückgängig gemacht werden.
Diese Überlegung ist jedoch nur für den Fall der stationären Pflege. Kann ihre Mutter - wie gesagt im schlimmsten Fall - zuhause von Ihnen oder anderen Angehörigen, auch in Zusammenarbeit mit einem Pflegedienst gepflegt werden, ist das Ganze wesentlich einfacher, weil die Kosten niedriger und damit leichter zu tragen sind.
Ich hoffe, ich habe Ihnen etwas weiterhelfen können. Sie können sich darüber hinaus auch bei Ihrer Krankenkase genauer erkundigen, seit Januar 2009 sollte in jeder bei der Krankenkasse angegliederten Pflegekasse auch eine Pflegeberatung vorhanden sein.