Pressemitteilung des PKV-Verbandes
Pflegeversicherung jetzt reformieren
Zur Ankündigung von Bundeskanzler Gerhard Schröder, die umfassende Reform
der Pflegeversicherung zu stoppen, erklärt der PKV-Verband:
Da Pflegebedürftigkeit insbesondere im höheren Lebensalter eintritt, ist die
finanzielle Stabilität der Pflegeversicherung extrem demographieanfällig. In
der Umlagefinanzierung der sozialen Pflegeversicherung bedeutet der vor uns
liegende demographische Wandel eine nachhaltige Gefährdung der
Beitragssatzstabilität. Ist die jetzt schon von Jahr zu Jahr kleiner
werdende Rücklage der sozialen Pflegeversicherung aufgezehrt, dann werden
Beitragssatzsteigerungen unvermeidlich.
Es ist deshalb allerhöchste Zeit, die soziale Pflegeversicherung auf eine
demographiefeste Grundlage zu stellen. Schrittweise müssen Elemente der
Kapitaldeckung in die Pflegeversicherung eingebaut werden.
„Den Erfolg der Kapitaldeckung in der Pflegeversicherung zeigt die private
Pflegeversicherung, in der es seit ihrer Einführung bereits drei
Beitragssenkungen gegeben hat. Dies sollte beispielgebend für die Reform der
sozialen Pflegeversicherung sein. Die PKV steht jedenfalls für eine
zukunftsfähige Weiterentwicklung der Pflegeversicherung zur Verfügung. Das
jetzt von Bundeskanzler Schröder ausgesprochene Stop-Signal ist die falsche
Botschaft zur falschen Stunde,“ so Volker Leienbach, Verbandsdirektor des
PKV-Verbandes.
Köln, den 29. Januar 2004
Verband der privaten Krankenversicherung e.V.
Woher kommt das nur, dass die Privaten mit ihrem Geld auskommen und die Kassen von einem Disaster in das nächste stolpern?
Grüße
Raimund
Hallo Raimund,
wahrscheinlich musst Du mal die Statistiken ansehen und mal sehen,
wer heue Pflegebedürftig ist und PKV versichert und wer der GKV
angehört - (Versuch einer Erklärung)
Gruss
Günter
Hallo Günter,
ich weiß nicht, ob Privatversicherte eine andere Spezies von Menschen sind, glaube aber nicht.
Ich kenne zwar die Statistiken nicht, doch könnte ich mir vorstellen, dass Privatversicherte prozentual genauso häufig pflegebedürftig werden, als Kassenpatienten.
Oder wirkt sich hier die bessere Leistung aus früheren Versicherungsjahren aus?
Das würde ja dann bedeuten, dass diejenigen Recht haben, die sagen: „Wenn Du privat versichert bist, darfst Du länger leben!“ Oder aus der anderen Richtung: „Als Kassenpatient musst Du früher sterben!“
Und diese Sätze wollen wir beide doch nicht für wahr hinstellen wollen, oder! *g*
Grüße
Raimund
Hallo Raimund,
hallo Günter,
dass die Pflegeversicherung erst jetzt anfängt zu „kränkeln“, liegt doch daran, dass unser Lieber kleiner „Nobbi“ die Pflegeversicherung mit einer Anschubfinanzierung ausgestattet hat. So durften wir doch ungefähr ein oder ein einhalb Jahre Pflegeversicherungsbeiträge zahlen, bevor die Pflegeversicherung Pflegeleistungen bezahlte. Und diese Anschubfinanzierung ist wegen der demographischen Lage unserer Bevölkerung (mehr Pflegebedürftige, da mehr alte Sieche) bald aufgezehrt. Deshalb die momente Hektick des Kanzlers, der Angst um seine Wählerstimmen hat, bzw. der Grünen, die ja auch bald in die Jahre kommen.
Ich komme auch bald in die Jahre
Bernd
Hallo Bernd,
… und warum hat die private PPV keine Existenzsorgen und wurde sogar schon im Beitrag 3 mal herabgesetzt?
Dazu kommt, dass die Beiträge zu privaten wesentlich niedriger sind, als die der sozialen PPV. So zahlt z.B. ein 40-Jähriger nur ca. 25 Euro PPV. Vergleiche mal das mit dem Höchstbetrag der Kassen-PPV: 17,5 % der BBG und das noch jedes Jahr steigend.
Grüße
Raimund
Hallo Raimund,
… und warum hat die private PPV keine Existenzsorgen und
wurde sogar schon im Beitrag 3 mal herabgesetzt?
könnte es sein, daß das Durchschnittsalter in der PKV+PPV weit niedriger ist als in der GKV?
(In Zeiten als die „55J.-Regelung“ noch nicht existierte, konnten (Angestellte) PKV-Versicherten relativ leicht zurück in die GKV kurz vor dem Rentenalter wechseln, falls es absehbar war, daß der PKV-Beitrag sehr hoch sein würde.)
…vielleicht ist das ein Grund dafür…
Gruß
Sarah
Hallo Raimund,
„Woher kommt das nur, dass die Privaten mit ihrem Geld auskommen und die Kassen von einem Disaster in das nächste stolpern?“
- In der privaten PV erhält doch nur derjenige Leistungen, der auch selbst dafür zahlt. Aber wie viele Leistungsempfänger muß ein gesetzlich zahlender mit durchfüttern? Und das werden immer mehr.
- Je höher die Bildung, desto höher das Bewußtsein zur gesunden Lebensweise und auch das Einkommen. Und wer ist nun privat in der PV?
- Und mir den medizinischen Möglichkeiten der privaten KV läßt sich bestimmt auch mancher Pflegefall verhindern.
Klar, Du hast Recht, daß da eine Änderung erfolgen muß. Und das heute und nicht morgen. Und Kapitaldeckung muß her.
Aber daß die privaten besser wirtschaften, so verallgemeinern möchte ich das nicht. Im Gegenteil. Gerade im Bereich der KV sollten die schon mehr hinschauen, ob eine Leistung oder der Abrechnungssatz tatsächlich erbracht wurden oder gerechtfertigt sind. Da ließe sich dort bestimmt auch etwas Beitragsstabilität erzielen.
Mein Pflegeversicherungsbeitrag sinkt, aber das steht in keinem Verhältnis zur Steigerung des KV-Beitrages.
Boris
Hallo Raimund,
an der Leistungsgewährung kann es ja wohl nicht liegen, denn
die PKV muss ja genau das auch leisten was die GKV leistet -
an den Verwaltungskosten auch nicht, die liegen bei der PKV
wesentlich höher als bei der GKV - ich bleibe dabei es kann nur
an der Zahl der Pflegebedürftigen liegen.
Was die von dir genannte These betrifft - die kann nicht stimmen.
Wenn zwei nebeneinander in einem Zuimmer im Pflegeheim liegen#und bei de gleich arm dran sind - merkt man an der Behandlung durch das
Heim nicht wer da PKV und wer GKV pflegeversichert ist !
Gruss
Günter