Phänomen?

Hallo an Euch,

vielleicht mal wieder eine etwas ungewöhnliche Frage an die,
die schon in etwa wissen worum es geht…:smile:

Hatte mich ja zusammen mit meiner Tochter in psychol. Betreuung begeben, was im ersten Ansatz sowohl mir als auch dem Kind
gut geholfen hat. Mittlerweile hab ich meine „Gesprächstherapie“
beendet, es steht nur noch das Abschlußgespräch (am Montag) aus.
Die Psychol. ist damit nicht glücklich, ich aber, weil ich
grundsätzlich für mich keinen Handlungsbedarf in dieser Form mehr sehe. Die Kleine wird weiter von ihr therapiert.
Nun zu meiner Frage:
jedesmal wenn der Termin bevorsteht, verändere ich mich, klingt im ersten Moment sicher dumm, aber es ist so, ich bekomm Pickel
über Pickel im Gesicht (sowas hatte ich nicht mal in der Pubertät), steife Beine oder Rückenschmerzen. Mir
wird regelrecht übel auf dem (nun wirkl. nicht weiten) Weg in
die Betreuungsstelle.
Auf eine Nachfrage meinte die Psychologin: ich müsse mir vorstellen, daß damit „alles“ rauskommt, so wie Entgiften über die Haut…???
Nun ist Montag mein letzter Termin und ich seh wieder so aus.
Rein gefühlsmäßig wird es jedesmal sogar etwas schlimmer. Es juckt, ich kratze und Make up bringts auch nicht mehr.
Kann mir das jemand mal professionell erklären?
Ich meine Psyche und Körper arbeiten wohl schon zusammen, aber derart heftig? Bilde ich mir dies nur ein und es ist die
Erwartungshaltung, die so etwas auslöst. Ich mag einfach nicht
glauben, daß es jetzt, wo eigentlich alles gut läuft, dennoch
wieder so ist (vor allem im Hinblick darauf, daß so schnell wie das kommt, es auch wieder abheilt).

Für jede erklärende Antwort dankbar
Dilarah

Hai, Dilarah,

Das:

Die Psychol. ist damit nicht glücklich, ich aber, weil ich
grundsätzlich für mich keinen Handlungsbedarf in dieser Form
mehr sehe.

und das:

jedesmal wenn der Termin bevorsteht, verändere ich mich,
klingt im ersten Moment sicher dumm, aber es ist so, ich
bekomm Pickel
über Pickel im Gesicht (sowas hatte ich nicht mal in der
Pubertät), steife Beine oder Rückenschmerzen. Mir
wird regelrecht übel auf dem (nun wirkl. nicht weiten) Weg in
die Betreuungsstelle.

könnten zusammenhängen. Es könnte sein, daß das, was Dein Problem ist, ganz einfach noch nicht gelöst ist. Unsere Psyche funktioniert manchmal ziemlich verdreht, was dazu führen kann, daß sie ein Problem nicht wieder hergeben will. Dann kann Dein Unterbewußtsein Deinen Körper gegen Dich benutzen (Schmerzen, Unwohlsein, Pickel vor dem Termin). Deine Psychologin könnte wissen, das das eigentliche Problem nicht gelöst ist und daher mit Deinem „Ich habe fertig“ nicht besonders glücklich sein…
Das wiederum führt mich zu der Vermutung, daß auch Deine Meinung, jetzt genug therapiert zu sein, auch aus Deinem Unterbewußtsein kommt, das sich eben „auf die Schliche gekommen“ fühlt und sozusagen an Dir rumschraubt, um zu verhindern, daß ihm sein Lieblings-Problem weggenommen wird. So nach dem Motto: Lieber sicher Unglücklich als unsicher…
Ich behaupte damit nicht, daß Du Probleme haben willst - manchmal macht unser Unterbewußtsein einfach sein eigenes Ding…
Noch was: ich bin kein Psycho-Profi! Es sind Vermutungen meinerseits - also zerreisst mich nicht, wenn es nicht profesionell ausgedrückt ist.
Trotzdem halte ich es für sinnvoll, wenn Du mal darüber nachdenkst, ob wirklich Du die Entscheidung getroffen hast, oder ob es sich nicht um einen Dir untergejubelte Fluchtversuch handelt…

Gruß
Sibylle

liebe Sibylle,

ich weiß um die Probleme M E I N E R Psyche und (d.h. ja)
will sie nicht „be- ver- um- arbeiten“. Das macht die Psychol.
nicht so glücklich.

Ich weiß um Dinge, die ich nicht näher wissen W I L L.
Das muß und wird akzeptiert.
Eben deshalb wundere ich mich über die körperlichen Reaktionen,
schließl. hab ich eine (meine) Entscheidung getroffen.

So nach dem Motto: Lieber sicher Unglücklich als unsicher…

*lach* nein, so ist es nicht. Aber Du redest wie eine Psychologin, die tragen wir wohl in uns…:smile:))

Ja und ganz entschieden NEIN, ich flüchte mich vor nichts.
Ich hab die Entscheidung getroffen (nur für mich) nicht mehr und nicht weniger wissen zu w o l l e n, als das, was ich für mich
brauch. Alles andere soll da bleiben, wo es ist, wenn da was ist überhaupt.
Ich danke Dir sehr, weil ich glaube, Du hast verstanden, was
ich sagen will. Man verkompliziert die Dinge viel zu oft. Na gut, die Pickel sind da, vielleicht sollte ich denen weniger
Aufmerksamkeit entgegenbringen, als mich selber darauf aufmerksam zu machen.
Wie auch immer, Dankeschön und

herzl. Grüße
d.

Hallo Dilarah,

seit geraumer Zeit verfolge ich Deine Geschichte.
Die psychosomatischen Reaktionen, die Du beschreibst, kenne ich bestens.
Bei mir ist es die Haut und der Rücken.
Ich habe nun schon mehrfach Artikel geschrieben, die eine Erklärung in dieser Hinsicht liefern sollten, deshalb nimm es mir nicht übel, wenn ich noch mal loslege, weil ich es einfach für sehr wichtig halte und vermute, dass Du es nicht gelesen hast.
Alle Menschen die einer psychischen Belastung unterliegen, zeigen körperliche Reaktionen:
Haut, Rücken, Magen, Kopf. Es ist natürlich und gut so, um so mehr erstaunt es mich, dass es die Menschen erstaunt. Und genau das ist der Punkt.

Mir fällt auf, dass sehr viele Menschen, so gut wie gar keinen Draht mehr zu ihren Körperempfindungen haben. Sie haben auch kaum einen Zugang zu Ihren Gefühlen.
Es erschreckt mich außerordentlich, auf die Frage „Wie geht es Dir“, die grundsätzliche Antwort: „Gut“ zu bekommen. Wir kennen nur noch: mir geht es gut, oder schlecht. Mit gut meinen viele, sie leben halt „den Umständen entsprechend, ohne eine große Krankheit“ Mit schlecht, meinen einige: Krankheit, finanzielle Belastung, Verlust.

Ein Gefühl näher zu definieren, ist den meisten Menschen nahezu unmöglich. In meiner Arbeit erlebe ich es sehr, sehr selten, dass mir jemand sagt: Ich bin aufgeregt, nervös, habe ein Kribbeln im Bauch“ Du hörst in der Regel: Mir geht es gut, oder mir geht es schlecht.

Wenn wir Schmerzen haben, fragen wir gewöhnlich nicht „warum habe ich Schmerzen? Was hat meinen Körper verletzt, in welche Lage habe ich meinen Körper gebracht, dass er jetzt mit Schmerzen reagiert?“, sondern wir fragen, „wo liegt das Schmerzmittel?“

Wir haben keine Zeit mehr uns ernsthaft mit unseren Empfindungen und mit unseren körperlichen und seelischen Schmerzen auseinanderzusetzen. Es ist traurig. Wichtiger ist arbeiten, Geld verdienen, möglichst „gut dastehen“ Ich sehe einen Großteil Köpfe durch die Gegend laufen, völlig losgelöst vom Rest des Körpers. Kopfgesteuerte Maschinen, die nur denken und nicht registrieren was im Rest des Körpers vor sich geht.
Nicht nur Zeit ist die Ursache des Übels, sondern auch, dass wir von Kind auf sämtlichen Körperempfindungen entfremdet werden. Kinder werden ständig unter Druck gesetzt und abgelenkt, nur um den Spaß und die Lust an Körperlicher Erfahrung nicht zu erleben und um sie von Wohlgefühl und Schmerzen fernzuhalten.

Viele Menschen haben gar keinen Draht mehr zu ihren Körperempfindungen, der Körper ist vom Innersten der Persönlichkeit abgeschnitten, ihr physisches Selbst ist ihnen entglitten: sie sind lustlos.

Warum sollte es mir anders ergangen sein? Ich musste lernen, meine Gefühle kennen zu lernen. Wenn mein Körper ein Signal schickt, wie z.B. Rückenschmerzen, dann weiß ich, dass auch irgendwo ein seelisches Problemchen vorhanden ist. Ich schaue näher hin und siehe da, es gab Stress mit der Freundin, oder Ärger am Arbeitsplatz. Ich frage mich: „Was ist da genau passiert“, komme dahinter und kann es „bearbeiten“ oder angehen. Die Signale, in Deinem Fall die Pickel, haben eine tieferliegende Ursache. Davon bin ich felsenfest überzeugt. Du musst nur hinschauen. Das wird Dir aus den oben genannten Gründen nicht gelingen, also wäre es wünschenswert, es zu lernen. Das wiederum könntest Du mit Unterstützung eines Psychologen tun. Insofern verwundert es mich nicht, dass Deine Psychologin nicht erfreut ist.

Es geht nicht darum, ob Du eine Entscheidung für Dich triffst, sondern es geht darum, dass Du eine BEFRIEDIGENDE Entscheidung für Dich triffst. Dein Körper sendet Signale, die Du ernst nehmen solltest.
Du bist glücklich, über das Ende Deiner Gesprächstherapie. Das glaube ich Dir gerne, weil Du scheinbar das unangenehme „ich-muss-mich-mit-mir-und-meinen-Gefühlen-beschäftigen“ los bist. Glaub` mir, dass machen wir alle nicht gerne, weil es für uns ja so fremd ist. Weil wir diese Form der Auseinandersetzung nie kennen gelernt haben.
Es läuft scheinbar gut, aber Dein Körper sagt Dir, dass es nicht gut ist. Du willst es nicht glauben. Du wehrst Dich. Du willst nicht wahrhaben, dass noch etwas im Argen liegt.
Bei mir war es so: Als ich aufgegeben habe, mich dagegen zu wehren, gingen die körperl. Symptome langsam zurück.

Wir haben doch eine Expertin, die Dir rät, die Therapie weiter zu führen, warum tust Du es nicht einfach? Solange Dein Körper noch reagiert, ist noch nicht alles bearbeitet. So war es bei mir. Deine Pickel betreffend, sollst Du Dir vorstellen: „Das damit alles raus kommt“
Ja, so sehe ich es auch, aber erst wenn sie verheilt sind und die Haut wieder rein ist, dann ist die Akte zu schließen. Punkt.

Liebe Dilarah, ich wünsche Dir die Kraft und den Mut weiter zu machen.

Ein schönes Wochenende

Frank

Hallo Frank,

es beschämt mich, daß ich so viel wahres von Dir zu hören bekomme. Vieles stimmt, vieles nicht. Also nicht direkt für mich. Ich versuche Dir mal adäquat zu antworten, hoffe es gelingt:

seit geraumer Zeit verfolge ich Deine Geschichte.
Die psychosomatischen Reaktionen, die Du beschreibst, kenne
ich bestens.
Bei mir ist es die Haut und der Rücken.
Ich habe nun schon mehrfach Artikel geschrieben, die eine
Erklärung in dieser Hinsicht liefern sollten, deshalb nimm es
mir nicht übel, wenn ich noch mal loslege, weil ich es einfach
für sehr wichtig halte und vermute, dass Du es nicht gelesen
hast.

Richtig, hab ich nicht, denn sonst hätte ich niemals gefragt.

Alle Menschen die einer psychischen Belastung unterliegen,
zeigen körperliche Reaktionen:
Haut, Rücken, Magen, Kopf. Es ist natürlich und gut so, um so
mehr erstaunt es mich, dass es die Menschen erstaunt. Und
genau das ist der Punkt.

Ja, weil ich ehrlicherweise zugeben muß, daß ich an solche Dinge
nie glauben konnte (22 Jahre Krankenhaus stumpfen ab, man hat keine Zeit mehr an sich zu denken).

Mir fällt auf, dass sehr viele Menschen, so gut wie gar keinen
Draht mehr zu ihren Körperempfindungen haben.

Doch, aber ich finde es sehr sehr belastend für mich, weil es nach dem Jahr „Ruhe“ , welches ich mir erlaubt hab, so geballt kam, hatte mir Ruhe anders vorgestellt. Ganz anders. Ich war nie unglücklicher, als zeitweise in dem mir selbst verordnetem Jahr.

Sie haben auch

kaum einen Zugang zu Ihren Gefühlen.

Ich wünschte, ich hätte keinen Zugang, wirklich! Sobald ich denke, wird alles bedrohlich, ich hasse es, aber ich steuere dem erfolgreich entgegegen. Nie wieder möchte ich so nachdenken müssen. Nicht weil ich mich micht mag, sondern weil die Assoziationen unberechenbar geworden sind. Ich hab alle Hände und Gedanken voll zu tun, aus meinem Kind keine gestörte
Person zu machen und mußte feststellen, was mit mir passiert ist. Und es ist ja niemand mehr da, den ich fragen könnte, also
lohnt es sich bestimmt nicht, weiter und weiter zu denken.
Ich hoffe, Du verstehst, wie ich dies meine.

Es erschreckt mich außerordentlich, auf die Frage „Wie geht es
Dir“, die grundsätzliche Antwort: „Gut“ zu bekommen.

*lächelt* Ja, denn sonst müßte man ja tiefer gehen, aber wen,
interessiert das schon?

Ein Gefühl näher zu definieren, ist den meisten Menschen
nahezu unmöglich. In meiner Arbeit erlebe ich es sehr, sehr
selten, dass mir jemand sagt: Ich bin aufgeregt, nervös, habe
ein Kribbeln im Bauch“ Du hörst in der Regel: Mir geht es gut,
oder mir geht es schlecht.

Der einfachste Weg… ich weiß es ja und hab mich immer eingesetzt dafür, dass die Menschen, deren Leben oft bedroht war, mir erzählten, es hat allen gut getan. Auch mir, vielleicht mehr, als ich zugeben würde.

Wenn wir Schmerzen haben, fragen wir gewöhnlich nicht „warum
habe ich Schmerzen? Was hat meinen Körper verletzt, in welche
Lage habe ich meinen Körper gebracht, dass er jetzt mit
Schmerzen reagiert?“, sondern wir fragen, „wo liegt das
Schmerzmittel?“

Ja, Schmerz ist schwer erträglich, und manchmal durch beruhigende Gespräche konnte ich Schmerzen wegnehmen, vergessen machen. Das war wunderbar.

Wir haben keine Zeit mehr uns ernsthaft mit unseren
Empfindungen und mit unseren körperlichen und seelischen
Schmerzen auseinanderzusetzen. Es ist traurig. Wichtiger ist
arbeiten, Geld verdienen, möglichst „gut dastehen“

Ha, eben nicht, ich hab aufgehört, weil ich dachte, nichts kann ich mehr ertragen, das Maß war voll! Wie übervoll es wirklich war/ist, hab ich erst in der Ruhephase erfahren.

Ich sehe

einen Großteil Köpfe durch die Gegend laufen, völlig losgelöst
vom Rest des Körpers. Kopfgesteuerte Maschinen, die nur
denken und nicht registrieren was im Rest des Körpers vor sich
geht.

Aber ich beneide sie, mein Freund und meine große Liebe ist so
jemand. Er diszipliniert sich, er kann unterscheiden, was mir zu Zeiten unglaublich schwer fiel.

Nicht nur Zeit ist die Ursache des Übels, sondern auch, dass
wir von Kind auf sämtlichen Körperempfindungen entfremdet
werden. Kinder werden ständig unter Druck gesetzt und
abgelenkt, nur um den Spaß und die Lust an Körperlicher
Erfahrung nicht zu erleben und um sie von Wohlgefühl und
Schmerzen fernzuhalten.

Oh ja, das hab ich genauso gemacht und bin dabei, es zu ändern.
Es gelingt mir auch ab und an, leider ist es nicht nur mein
Zutun, welches wieder und wieder Einbrüche bringt.

Viele Menschen haben gar keinen Draht mehr zu ihren
Körperempfindungen, der Körper ist vom Innersten der
Persönlichkeit abgeschnitten, ihr physisches Selbst ist ihnen
entglitten: sie sind lustlos.

NEIN!! Ich weigere mich, daß zu glauben.

Die Signale, in Deinem Fall die Pickel, haben eine

tieferliegende Ursache. Davon bin ich felsenfest überzeugt. Du
musst nur hinschauen.

Bitte, versteh mich nicht zu falsch. Es ist ein Unterschied zu wissen und nicht wissen zu wollen, oder auch nur drüber reden zu wollen. DAS ist meine Entscheidung. Ich möchte einfach, daß diese akzeptiert wird, denn wie schon mal gesagt, ich weiss ja,
das was ganz und gar nicht stimmt, aber - und nicht aus Trägheit - ich w i l l es nicht genau wissen. Das ist doch i.O.???

Das wird Dir aus den oben genannten

Gründen nicht gelingen, also wäre es wünschenswert, es zu
lernen. Das wiederum könntest Du mit Unterstützung eines
Psychologen tun. Insofern verwundert es mich nicht, dass Deine
Psychologin nicht erfreut ist.

Sie hat mir nicht gut getan, es ging zu schnell über in Kindheitserinnerungen und Auseinandersetzungen mit meinen Eltern, warum ich meine Tochte nicht lieben kann, bla bla bla.
Dabei fehlen mir meine Eltern so sehr, das allerdings hat sie nicht begriffen, auch nicht, daß ich meine Tochter sehr wohl liebe, es vielleicht nur nicht so ausdrücken kann, wie man es erwartet.

Es geht nicht darum, ob Du eine Entscheidung für Dich triffst,
sondern es geht darum, dass Du eine BEFRIEDIGENDE Entscheidung
für Dich triffst. Dein Körper sendet Signale, die Du ernst
nehmen solltest.

Ja, aber was, wenn ich es einfach nicht will. Ich will, daß mein Körper so funktioniert, wie ich es will. Kindisch? Nein, logisch.

Du bist glücklich, über das Ende Deiner Gesprächstherapie. Das
glaube ich Dir gerne, weil Du scheinbar das unangenehme
„ich-muss-mich-mit-mir-und-meinen-Gefühlen-beschäftigen“ los
bist.

Oh ja, und wie! Schau mal, was für Dich richtig ist, muß doch nicht für mich richtig sein. Verstehst Du, was ich meine.
Es ist kein feiges Wegrennen, eher ein Weitermachen, bis ich
in Ruhe über Dinge nachdenken darf (Kinder weg vom Haushalt).

Es läuft scheinbar gut, aber Dein Körper sagt Dir, dass es
nicht gut ist. Du willst es nicht glauben. Du wehrst Dich. Du
willst nicht wahrhaben, dass noch etwas im Argen liegt.

Ja ich wehre mich. Ist das denn niemanden verständlich?
Und alles Arge hat Zeit, bis ich Zeit hab.

Bei mir war es so: Als ich aufgegeben habe, mich dagegen zu
wehren, gingen die körperl. Symptome langsam zurück.

Das ist schön.

Liebe Dilarah, ich wünsche Dir die Kraft und den Mut weiter zu
machen.

Ach Frank, ich hab allen Mut der Welt, nur bin ich sehr oft zu allein und fühl mich nicht wohl mit mir, obwohl ich nie wirklich allein bin, ich werde nicht mehr zu dieser Therapie gehen, alles was Du hier geschrieben hast, hat mehr in mir ausgelöst, als diese Kindheitsrückerinnerungsgespräche über ein halbes Jahr lang.

Es tut weh und gleichzeitig gut, jetzt fang ich mich wieder auf und sehe zu, daß es weitergeht. Ich finde es ja eigentlich als
den größten Besch***, und das ist mein Problem, daß ich nie mehr wieder meine Eltern fragen kann, warum so viele Dinge so passiert sind, aber das ist Vergangenheit und irgendwann muß man sie ruhen lassen.

Hab vielen Dank, ich kann Dir gar nicht genug danken für Deine Worte, Du verstehst mich aber - glaub ich - auch so.

Dir auch ein schönes Wochenende

Dilarah

Hallo Dilarah,

es ist nicht meine Art, jeden geschriebenen Satz auseinander zu nehmen, deshalb antworte ich auch jetzt nicht auf jede Aussage.

Es trifft natürlich nicht alles auf Dich zu. Es sollte nur zum Nachdenken anregen.
Es ist auch nicht meine Absicht und auch nicht meine Aufgabe, Dich zu einer Therapie zu „überreden“
Ich respektiere und akzeptiere Deine Entscheidung. Es fällt mir allerdings sehr schwer. Das hat einen Grund und den kennst Du vielleicht schon, wenn Du einige meiner Artikel im Brett „Sucht“ gelesen hast.

Ich habe erfolgreich eine Gesprächs- und Verhaltenstherapie gemacht, dabei ging es weniger um mein Sucht- und Angstproblem. Es ging um die URSACHE für Sucht und eine Angststörung. Es ging um meine ELTERN. Es ging um meine ERZIEHUNG. Mein Bedürfnis, Dir zu antworten resultiert daraus. Meine Eltern, speziell meine Mutter, konnte nicht loslassen. Sie hat mich sozusagen erdrückt. Ein Drama. Ich möchte nicht weiter darauf eingehen, um nicht diejenigen zu langweilen, die die Geschichte kennen.
Meine Botschaft an Dich, soll nur heißen: Ich kann Dich verstehen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen, selbst erfahrenen Erziehung und das Verhältnis zu den Eltern- Es tut sehr weh-. Ich verstehe es, weil ich es selbst erlebt habe. Ich verstehe auch, wie Du Dich wehrst und nicht möchtest.

Die eigene Erziehung macht Dich zu dem Menschen, der Du heute bist. Dein Lebensplan resultiert aus den Erlebnissen und Erfahrungen in Deiner Kindheit- UND hat natürlich AUSWIRKUNGEN auf die heutige Erziehung Deiner Tochter.
Das alles kann ich gut nachvollziehen.

In vielen Deiner Postings, habe ich Dich als einen sehr GEFÜHLVOLLEN Menschen erlebt. Immer dann, wenn es um sehr schwierige Situationen ANDERER ging, warst Du zur Stelle, mit Trost, mit Verständnis und mit Mut und Aufmunterung für ANDERE.
Ich bezweifle manchmal, ob Du das, was Du anderen gibst, auch selbst bekommst?
Gemeint ist, ob Du auch in der Lage bist, es Dir zu HOLEN?
Ich wollte Dir nicht unterstellen, das Du keinen Draht zu Deinen Gefühlen und zu Deinem Inneren hast. Es scheint viel mehr so zu sein, dass Du es gar nicht wünschst, weil es so weh tut.

Meine ursprüngliche Botschaft sollte genauer formuliert lauten:
Wir können von Schmerzen gequält werden, ohne wirklich an ihnen „dran zu sein“
Wir können sehr empfindsam, sensibel, gefühlvoll sein, ohne uns der Bedeutung der Gefühle „bewusst zu sein“

Eines möchte ich noch anmerken und das fällt immer wieder auf, wenn wir uns die Zeit nehmen, die wir für uns selbst brauchen- in Deinem Fall ein Jahr Auszeit- erst dann erleben wir, wie schwer es ist, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Wir haben Zeit, um nachzudenken, auch über all die unangenehmen Dinge, die wir in der Regel mit Arbeit „wegdrücken.“ Die meisten Menschen können das nicht ertragen. Die Ruhephase ist deshalb unerträglich, weil sie unser ganzes Elend bewusst macht. Sie ist imho notwendig, um die Bereitschaft für eine Veränderung zu erlangen.
Heute kann ich diese Ruhephasen so genießen, weil ich mit mir selbst zufrieden bin. Ich genüge mir selbst. Ich mag mich.

Weil ich es selbst erlebt habe, wie mein Leben vor der Therapie verlief- und wie es heute aussieht- Darum fällt es mir so schwer, zu akzeptieren, dass Du nicht weitermachen willst.
Es gibt ANDERE Lösungsmöglichkeiten, als Deine Psychologin. Ich frage mich sowieso warum Du das, was Du selbst für Dich nicht möchtest- Deiner Tochter weiterhin „zumutest“
Wenn Du es Dir doch noch anders überlegen solltest- irgendwann- melde Dich doch mal bei mir.

Liebe Grüße

Frank

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Hi,

ich versuch mal eine Antwort

Ich verstehe deine Ablehnung gegen dieses Stochern in Kindheitserlebnissen. Das wäre mir auch zutiefst unangenehm.
Eine Familientherapie hat mir vor Jahren sehr geholfen und wohl meine Ehe gerettet…Aber da ging es um das aktuelle Miteinander und um meine unkontrollierbare Verzweiflung.

In 1997 wurde ich von der Diagnose MS wachgerüttelt und habe seitdem mich intensiv mit meinem Denken beschäftigt. Bücher sind mir zu Freunden geworden, die mir Anregungen geben und auch unangenehme Wahrheiten mir näher bringen. Sie lassen mich auch autonom. Schließlich kann ich sie einfach weglegen…Nach Monaten lese ich dann aber weiter. Manchmal versteht man eine Botschaft erst in einem anderen Zusammenhang.
Wenn du meine Lieblingsbücher wissen möchtest, sag mir Bescheid.

Den Aufführungen von Frank kann ich in vielem zustimmen. Trotzdem gibt es immer verschiedene Möglichkeiten.

Vielleicht ist dein Thema auch Loslassen. Ich habe viel darüber gelesen und meditiert. Man kann die Vergangenheit ruhen lassen. Wichtig ist nur das Hier und Jetzt. Nur das kann ich gestalten.
Übrigens redet mein Körper sehr deutlich mit mir. Ich bin überzeugt, dass wenn ich die kleinen Aufforderungen, mehr für mich zu sorgen nicht beachte, er mit immer stärkeren „Krankheiten“ mich malträtiert, bis er mich Schach matt hat.

Warum ich geschrieben habe? Es ist wichtig, über sich nachzudenken, aber in einer konstruktiven Weise, so dass es einem besser geht, mit Therapeut oder ohne. Es gibt auch verschiedene Vorgehensweisen der Therapeuten, deshalb kann ein Wechsel besser sein, wenn du Unterstützung brauchst und es nicht alleine auf die Reihe bekommst.

Und was deine Pickel betrifft, ist es eindeutig deine Angst. Was denn sonst, wenn das zeitlich so übereinstimmt. Da es ein „einfaches“ Symtom ist, würde ich es nicht überbewerten. Viele bekommen bei Stress Herpes oder Kopfweh.

Viele Grüße
Cirwalda

Hi,

Artikel nach.

LG und denk nicht, ich würde dies nicht sehr sehr aufmerksam behandeln.
Für Dich alle guten Wünsche

d.

wie geht´s? (off topic)
Hallo Frank,

zu folgendem möchte ich etwas anmerken:

Es erschreckt mich außerordentlich, auf die Frage „Wie geht es
Dir“, die grundsätzliche Antwort: „Gut“ zu bekommen. Wir
kennen nur noch: mir geht es gut, oder schlecht. Mit gut
meinen viele, sie leben halt „den Umständen entsprechend, ohne
eine große Krankheit“ Mit schlecht, meinen einige: Krankheit,
finanzielle Belastung, Verlust.

Auf die Frage „wie geht es Dir?“ habe ich es mir abgewöhnt, etwas anderes zu antworten als „gut“. Denn nach meiner Erfahrung erwartet der Frager selten eine ehrliche Antwort. Das kann man wohl unter den üblichen Riten bei Kontaktaufnahme einordnen, so wie man jemanden selbst dann die Hand gibt, auch wenn man diesen nicht mag.

Ich stelle bei Interesse nach dem Ergehen gezieltere Fragen. Zum Beispiel „wie ist es Dir im Urlaub ergangen, was hast Du erlebt, Du siehst gut aus!“ Letzens, meine Kollegin machte so traurige Augen: „hast Du Kummer?“

Damit meine ich, dass man sehr wohl etwas über seine Mitmenschen erfahren kann, wenn man will.
Diese „wie geht es“-Floskel ist bestimmt schon lange nicht mehr die geeignete Pforte zu einem tiefer gehenden Gespräch.

viele Grüße
Claudia

ps. ein * für Dein posting kam auch von mir :smile:

Hi Claudia,

natürlich, so geht es. So mache ich es auch. Es gibt sie auch noch, die Menschen, die ein wirkliches Interresse am Befinden ihrer Mitmenschen haben:smile: und die tatsächlich auch Auskunft über ihr Befinden geben.
Wollte ja auch nur sagen, dass es ne ganze Menge gibt, die große Schwierigkeiten haben, ihre eigenen Gefühle zu deuten, zu verstehen, zu begreifen, geschweige denn in Worte zu fassen…
Schön, wenn Dir mein Artikel gefallen hat.

Liebe Grüße

Frank