was mir immer wieder auffällt und mich immer wieder nervt:
warum unterhalten sich menschen oft direkt vor einer tür?
und oft grad dann, wenn jemand (oder man selbst) durch eben diese tür muß?
einfach nur zufall? man trifft sich halt dummerweise genau in der tür…?
aber warum geht man dann nicht ein schrittchen zur seite? is man sooo konzentriert bei seinem gespräch, daß einem das gar nicht einfällt, selbst nachdem sich mindestens eine person durchzwängen mußte?
gibt’s da untersuchungen drüber?
oder habt ihr schlüssige ideen?
Hi
das Phänomen der ungünstigen Quatschpunkte beobachte ich auch immer Wieder:
Es treffen sich 2 Frauen mit Kinderwagen und stellen sich Quer, die Wagen nebeneinander auf den Gehweg. 100% Sperre.
3 Frauen un 2 Kinderwägen plus drei lose Kinder stehen in einer weitläufigen parkähnlichen Anlage auf der EINZIGEN engen Stell ein der Mitte wo der Wg 4m Breit ist vor und hinter einem 30cm breiten wasserführenden rinnsal und beklagen sich wenn man mit dem rad vorbei fährt das jetzt die Kinder nass wären …
Leute treffen sich beim Austeigen aus der U-bahn: was gibts besseres als erst mal ein Pläuschchen direkt vor dem Ausstieg zu beginnen während hinter her sich noch 30 Leute stauen.
ist aber genauso schlimm wie Radfahrer(innen) die prinzipiell nebeneinander durch die gegend eiern und mich zwingen auf der 2ten Spur zu überholen oder Fussgänger Gruppen die zu 4rt nebeneinander laufen müssen…
wenn in unserer schule 5-min-pause ist, dann muss man die StVO schon sehr genau kennen um zu wissen welche „spur“ wann gehen darf…regelrechter rechts vor links verkehr herrscht da an den treppenkreuzungen…nur klein yv bringts natürlich wieder fertig, hat ne doppelstunde, brauch deswegen in den fünf min nich umziehen und läuft nur so durchs haus um sich die füße zu vertreten und triff just an einer dieser kreuzungen 2 freundinnen, die alle erstma quatschen müssen…man hat sich ja sage und schreibe seit gestern nachmittag nich mehr gesehn.
is schon klasse, wenn man dann immer von allen seiten angebrüllt wird, man hat nich auf der treppe zu stehn, aber da ich ja inzwischen 11. klasse bin, flößt das wahrscheinlich bissel mehr respekt ein und ich werd nur noch angebrüllt und nich mehr geschubst. trotzdem komisch, immer auf der treppe.
Hallo, Michael,
der Grund für dieses Phänomen ist natürlich, dass die Wahrscheinlichkeit jemanden zu treffen an solchen Engstellen geringfügig höher ist als anderswo.
Ich „freue“ mich immer, wenn ich auf den Aufzug warten darf und höre, wie im Stockwerk unter mir zwei Kolegen/-innen ein im Fahrstuhl begonnenenes Gespräch bei geöffneter Fahrstuhltür breit und bräsig mit großem Detailreichtum fortsetzen. Mordgedanken kommen bei solchem Verhalten auf!
Wie Reinhard Mey schon in besagtem Lied singt: „… Habt Dank …
… dafür daß Ihr nie fragt, ob ich komm’ oder geh’
für die stehts offene Tür, IN DER ICH JETZT STEH (sic)“
Also das Phänomen gibt’s sicher, so wie letztens auf der Raststätte. Eine Reisegruppe kommt an, alle rennen aufs Klo, die einen schneller, die anderen langsamer. Der Männerpott hat eine Eingangstür, hinter der sich die Handwaschgelegenheiten befinden und durch eine weitere Tür gelangt man in den Bereich, wo’s die Näpfe gibt. Und bei beiden Türen Stau, weil sich die Hereinkommenden mit den Herausgehenden rauschend unterhalten müssen. Worüber eigentlich (sie sprachen ausländisch)??? Eigentlich eine völlig schwachsinnige Situation.
Vielleicht liegt es daran, daß eine Tür unwillkürlich eine Form von „Endlichkeit“ signalisiert, etwa nach dem Motto: „Bevor sich eine Tür schließt - bildlich oder real - dafür sorgen, daß nichts Ungesagtes übrig bleibt.“
Hm… aber aufm Klo ???
Das ist natürlich ein komplexes geometrisch-psychich-genetisches Problem.
Wie Eckhard schon schrieb, bewirkt die geometrische Komponente eine räumliche Verdichtung der Personen, was die Warscheinlichkeit für ein zusammen treffen erheblich erhöht.
Die phsycholigische Komponente liegt darin, dass zwangsläufig immer zwei gleichgesinnte Personen treffen, da ja jede diesen Engpass überwinden will und soetwas verbindet nun mal, zudem ist eine minimale Kommunikation unumgänglich umd Deadlock-Situationen zu umgehen.
Scheinbar ist der Mensch genetisch nicht in der Lage zwei Dinge gleichzeitig zu tun. Typische Beispiele finden sich z.B. in der Politik. Nicht einmal die Elite der Gesellschaft ist z.B. in der Lage Gesetze und sich auch noch über über die Auswirkungen dieser zu machen.
nicht von ungefähr gibts die Metapher „zwischen Tür und Angel“.
Eine Türe hat etwas trennendes. Wenn sich nun zwei Leute treffen, von denen einer rein und der andere raus will, ist das genau der Ort, an dem sie für ein paar Worte stehenbleiben können, ohne, daß einer von beiden sein eigentliches Ziel aus den Augen verlieren müßte.
Ein ähnlicher Effekt liegt IMHO auch vor, wenn sich auf einer Party auf einmal mehr als 50% der Gäste in der winzigen Küche drängen. Jeder kam ursprünglich her, um sich zB ein Bier zu holen und blieb dann „hängen“. Die Gruppe kann sich aber nicht einfach in einen freien Raum zurückziehen, weil ja jeder offiziell nur Bier holen ist.
Warum sich die Gespräche an solchen Engstellen anbahnen ist ja schon ausreichend beleuchtet worden.
Dass die Gespräche dort auch fortgesetzt werden hat meines Erachtens ausschließlich mit Gedankenlosigkeit bzw. schlechtem Benehmen zu tun.
Hier kann jeder an sich und Anderen Arbeiten, in dem man nachdem man selbst in ein solches Gespräch verwickelt wurde bzw. jemanden in ein Gespräch verwickelt hat, seinen Gesprächspartner bittet, ein Stück zur Seite zu treten, damit man niemanden behindert.
Auch wirken ein paar freundliche Worte vom Engpasspassanten an den Engpassdebattierclub wahre Wunder - man muss nur aufpassen dass man sich dabei nicht in eine Diskussion verstrickt…
das muss damit zu tun haben, dass die Leute eigentlich Wichtigeres zu tun und deshalb keine Zeit haben, sich einen angemessenen Platz für ihr Palaver zu suchen. Extrembeispiel: Meine Schwägerin strullt mir 40 Minuten lang die Ohren voll, dabei die Klinke in der Hand. Auf meine Bitte, hereinzukommen und sich zu setzen - wir haben Stühle - kommt prompt „Keine Zeit!“. Bis sie dann weg ist, vergeht nochmal eine halbe Stunde…
nicht von ungefähr gibts die Metapher „zwischen Tür und
Angel“.
Eine Türe hat etwas trennendes. Wenn sich nun zwei Leute
treffen, von denen einer rein und der andere raus will, ist
das genau der Ort, an dem sie für ein paar Worte stehenbleiben
können, ohne, daß einer von beiden sein eigentliches Ziel aus
den Augen verlieren müßte.
ok. aber genausogut könnten sie sich doch NEBEN der tür unterhalten. aber da greift wohl peters these, daß man nicht an zwei dinge gleichzeitig denken kann…
Ein ähnlicher Effekt liegt IMHO auch vor, wenn sich auf einer
Party auf einmal mehr als 50% der Gäste in der winzigen Küche
drängen. Jeder kam ursprünglich her, um sich zB ein Bier zu
holen und blieb dann „hängen“. Die Gruppe kann sich aber nicht
einfach in einen freien Raum zurückziehen, weil ja jeder
offiziell nur Bier holen ist.
ja. ich finde sowieso, die küche sollte groß und der zentrale raum einer wohnung sein
vielleicht sollte man vor diesem hintergrund auch extra türen installieren, die nur dazu da sind, sich reinzustellen und zu labern? *g*
Warum sich die Gespräche an solchen Engstellen anbahnen ist ja
schon ausreichend beleuchtet worden.
Dass die Gespräche dort auch fortgesetzt werden hat meines
Erachtens ausschließlich mit Gedankenlosigkeit bzw. schlechtem
Benehmen zu tun.
denk ich auch. ich meine, man kann schon wirklich sehr in ein gespräch vertieft sein, aber doch nicht so, daß man GAR NIX mehr mitkriegt, was um einen rum passiert. oder doch?
Auch wirken ein paar freundliche Worte vom Engpasspassanten an
den Engpassdebattierclub wahre Wunder - man muss nur aufpassen
dass man sich dabei nicht in eine Diskussion verstrickt…
Vielleicht liegt es daran, daß eine Tür unwillkürlich eine
Form von „Endlichkeit“ signalisiert, etwa nach dem Motto:
„Bevor sich eine Tür schließt - bildlich oder real - dafür
sorgen, daß nichts Ungesagtes übrig bleibt.“
hm. das muß wohl einer der hauptgründe sein… klingt zumindest aus psycho-logischer sicht einleutchtend