Gottschalk (mal wieder) mit Spitzeneinschaltquoten.
Woran liegt das?
Ich glaube, das hat heutzutage überwiegend auch mit dem „Phänomen Gottschalk“ zu tun.
Es ist mir kein Fall bekannt, wo Gottschalk die Beherrschung und Contenance verloren hätte, Reporter angepöbelt oder seine Mitarbeiter. Er ist DER Sunnyboy durch und durch. Und das absolut authentisch. Der meint das wirklich alles so.
Ich halte Gottschalk für einen wahren Profi. Nicht arrogant oder überheblich. Der Mann hat’s einfach drauf.
Er leistet sich keine Skandale und weiß, was „Deutschland bewegt“ (in den Medien).
Seine schrägen Klamotten sind ein Markenzeichen von ihm, und zu ihm (und wohl NUR zu ihm) paßt das auch. Das ist so, wie der Frack, der für „Johannes Heesters ansonsten hätte erfunden werden müssen“.
Daß Gottschalk Rockmusik mag und dieser Generation anhängt, ist wohl ein offenes Geheimnis. Kleinere Sendungen, die dies zum Thema haben, sind quasi eine Art Herzensbedürfnis von ihm.
Das Konzept der Sendung ist mittlerweile in die Jahre gekommen, aber dank Gottschalk ist es immer noch das Zugpferd der Samstagabendunterhaltung.
Und wer käme potentiell als Konkurrent in Frage?
Oft wird G. Jauch genannt. Wie Gottschalk hat auch er Familie.
Aber der ist vom Typ her völlig anders. Er ist nämlich scheinheilig freundlich und lieb. Ich kenne Mitarbeiter von ihm, die über ihn hinter den Kulissen und nach abgestellten Kameras berichten, er sei ein unmöglicher Choleriker, der seine Mitarbeiter terrorisiert und ziemlich arrogant behandelt. Nur für die Kamera ist er der „Schwiegersohntyp“.
In seinen Sendungen ist Jauch bemüht höflich und freundlich, es wirkt nach längerem Hinsehen aber schleimerisch und anbiedernd. Typisch daher, daß er außer „seinem“ Millionenquiz noch ein Sensationsmagazin moderiert.
Seine Sendung hat viel mit dem „Deutschen Michel“ zu tun, der im Hintergrund gern Besserwisserei betreibt (beim Raten in „Wer wird Millionär?“), wenn die Kandidaten in Aufregung zu versagen drohen. Er selbst gibt sogar zu, daß er rein spannungstechnisch gebunden ist, Kandidaten hinzuhalten, zu verunsichern, ihnen Joker abzuluchsen.
Natürlich kann man Gottschalk kritisieren hinsichtlich Steuerproblemen (wohnt ja im schönen Malibu) und Werbung (mit seinem Bruder), aber Jauch macht auch Werbung (sehr fragwürdige).
Für mich ist Jauch derjenige, den Phil Collins mit „Jesus he loves me“ besingt. 1:1.
Johannes B. Kerner würde ich nicht sehen wollen. Der kann ja nicht einmal vernünftig sprechen. Genuschel pur. Meine Oma hätte abgeschaltet. Ich persönlich werde wohl nie kapieren, wieso Nuscheltypen (männliche wie weibliche) ins TV gelassen werden.
So, nu langts aber erstmal *g*.
Snubbelfot.