Liebe/-r Experte/-in,
Mich interessiert die Frage, ob alle Herzmedikamente blutdrucksenkend sind?
Im konkreten Fall geht es um eine 91jährige Patientin, die früher unter Bluthochdruck litt. Nun leidet sie eher unter zu niedrigem Blutdruck bei zusätzlicher Myelodysplasie, ist also Transfusionspflichtig.
Wenn das blutdrucksenkende Herzmittel abgesetzt wird, geht es ihr zwar besser, allerding bekommt sie dann Beinödeme. Natürlich kann man sich als Ergotherapeutin nicht „einmischen“, aber manchmal ist eine Frage erlaubt und kann einen Denkanstoß geben?
Vielen Dank für die Hilfe
Ullila
Liebe Ullila,
ich bin kein Spezialist für Blutdrucksenker, Information über Blutdrucksenker findet sich aber u.a. bei Wikipedia unter dem Stichwort „Arterielle Hypertonie“, Medikamentöse Therapie. Die ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten und Diuretika haben eine erhöhte Flüssigkeitsausscheidung über die Nieren zur Folge, und können so Beinödemen vorbeugen.
Es stellt sich also die Frage, um welche Blutdrucksenker es sich handelt, daraus leitet sich ab, ob die Therapie beibehalten werden sollte. Sicherlich sollte hier in jedem Falle der behandelnde Arzt Ansprechpartner sein.
Mit freundlichen Grüßen,
Olaf Kelber
Hallo,
Herzmedikament ist jetzt sehr allgemein. Um welches handelt es sich denn bei der Patientin?
Herzglykoside wie Digitoxin z.B. werden bei Herzinsuffizienz eingesetzt und nicht bei Bluthochdruck. Es steigert die Kontraktionskraft des Herzmuskels und senkt die Schlagfrequenz. Der venöse Blutdruck sinkt und Ödeme werden ausgeschwemmt. Bei einer 90jährigen würde man aber mit so einer Therapie nicht neu anfangen, da die Spanne zwischen therapeutischer und giftiger Dosis sehr gering ist. Das ist unbedingt Arzt-Sache. Ich als Apothekerin kann da nicht wirklich einen Rat geben. Mit 90 Jahren kommt man auch leider an einen Punkt, wo viele Körperfunktionen eingeschränkt sind, z. B. die Nierenleistung. Da stößt man auch mit den vielen Arneimitteln, die es so gibt, an Grenzen. Wie Sie schon geschrieben haben, würde ich Ihnen empfehlen, dem Arzt einen „Denkanstoss“ zu geben, indem Sie ihm von dem niedrigen Blutdruck erzählen und ihne fragen, ob man nicht irgendwas machen kann, damit sich die Patientin wenigstens besser fühlt.
Viele Grüße, Kristin