Phobien, was Tun Angehörige?

Guten Tag allerseits!

Ich habe x.Infos über phobien ect. gelesen, wie man sich helfen kann
ect., doch wie können Angehörige damit umgehen… nichts gefunden.
Was tun Angehörige, Parterinnen von Menschen/ Mann, die unter Phobien
, Platzangst, soziale Phobien leiden?
Mein Freund nimmt Medikamente, Moclo-A, Xanax-ziemlich sicher schon
eine Abhängikeit. ist in Psychiatrischer Behandlung.
Wir kennen uns erst seit 5 monaten. kommunzieren in Französisch. Ich
liebe ihn, er verweigert, sagt immer wieder, ich habe etwas besseres
verdient, es lohne sich nicht mit ihm, kontrolliere Deine Gefühle.
Hab ihm ziemlich im klartext gesagt, dass ich das halt nicht könne.
Aber ein nein zu dieser Beziehung kann er auch nicht sagen. Er ist
eigentlich sehr liebevoll, manchmal auch verletzend. Seit über 1
Monat haben wir kein körperlichen austausch, ich spühre er will
nicht. dagt es habe nichts mit mir zu tun. Er sei ein wenig verloren,
und wisse nicht was er wolle. Ich habe enorm viel verständnis für
alles. Habe aber kein Helfersyndrom, das würde nicht helfen :wink:.Und
doch möchte ich gerne wissen wo ich wirklich stehe, wenn ich ihn
frage ; bist du verliebt? weiss er es nicht… ich weiss, solche
fragen sind heiss, aber ich hab doch das recht zu wissen wo ich
stehe? auch bei jemandem, der halt nicht immerso genau weiss wo
durch. Abgesehen davon, weiss ich es auch nicht. Ich suche immer
wieder das gespräch. Aber alles nicht so einfach, auch sprachlicher
Natur. Zu schnell habe ich das gefühl es könnte doch etwas mit mir zu
tun haben.
Eigentlich will ich nur wissen, ob jemand Erfahrung hat, oder mir
einen Rat geben kann…bin ratlos
Vielen Dank in Voraus!!
Mit liebem Gruss
Syren

Hallo Syren
Phobien (die ja mit zu den am besten zu „heilenden“ neurotischen Störungen gehören)haben in der Tat oftmal sehr viel mit der Beziehung, also mit dem -oftmals unbewusst sehr ambivalenten Verhältnis zum- Partner zu tun.
Ich hatte im Laufe der Jahre öfters PatientInnen, die sich unbewusst trennen wollten, diesen „verbotenen“ Wunsch aber bewusst nicht zulassen konnten. Gerade dieses „Wegwollen“ vom Partner ließ sie dann unbewusst nichtmal mehr den Bezirk verlassen, manche kommen nicht einmal mehr auf die Straße (können nicht mehr abhauen).
Man darf natürlich nicht mit vorgefertigten Vorstellungen an so eine therapeutische Arbeit herangehen; manchmal stellt sich aber nach einiger Zeit heraus, dass da der Hund begraben liegt.
Gruß,
Branden

Hallo Syren,

versuche zu akzeptieren, daß Dein Freund aufgrund seiner Erkrankung zur Zeit nicht in der Lage ist, Dir Deine Fragen endgültig zu beantworten. Ich weiß, daß es sehr schwer ist und Dich die Situation enorm belastet. Versuch es trotzdem. Es macht die Sache weder für Deinen Freund noch für Dich leichter, daß Du ihn mit Deinen Fragen bedrängst.

Beste Grüße,

Oliver Walter

Hallo Branden,

Danke für Dein Feedback. Ganz ehrlich bin ich mir nicht sicher, ob
ich es richtig verstanden habe. Du hast von einer Clientin
geschrieben, wessen Mann solche symptome hatte und deshalb nicht mehr
weg ging? Und die vorgefertigten Vorstellungen einer Therapie?Meinst
Du meine „unbewusste“ Vorstellung?
Mehr und Mehr muss ich zugeben, dass ich ja manchmal sehr änliche
erlebnisse habe. Ich mich plötzlich, selbst unter Freunden nicht mehr
wohl fühle. Bin Sängerin und habe theater gespielt. Mein Lampenfieber
nahm überhand. Ich kann nicht mehr mal alleine vor einer Freundin
spielen. Aber ich sah das nicht so eng… Bis jetzt.ich flippe
manchmal einfach aus, weil es mir an vertrauen mangelt.Aber nur wenn
ich alleine bin.Und dann fang ich mich wieder.
Kann es sein dass das ganze ein spiegelbild ist?
ich weiss nicht, bin müde, Merci bien encore…
grüsse
Syren

Hallo Syren
Phobien (die ja mit zu den am besten zu „heilenden“
neurotischen Störungen gehören)haben in der Tat oftmal sehr
viel mit der Beziehung, also mit dem -oftmals unbewusst sehr
ambivalenten Verhältnis zum- Partner zu tun.
Ich hatte im Laufe der Jahre öfters PatientInnen, die sich
unbewusst trennen wollten, diesen „verbotenen“ Wunsch aber
bewusst nicht zulassen konnten. Gerade dieses „Wegwollen“ vom
Partner ließ sie dann unbewusst nichtmal mehr den Bezirk
verlassen, manche kommen nicht einmal mehr auf die Straße
(können nicht mehr abhauen).
Man darf natürlich nicht mit vorgefertigten Vorstellungen an
so eine therapeutische Arbeit herangehen; manchmal stellt sich
aber nach einiger Zeit heraus, dass da der Hund begraben
liegt

Guten Abend Dr. Oliver Walter

es ist wie Du sagst.akzeptieren. Es gibt diese Momente. Und mein Kopf
weisst das. Es mag in meinem anfrage so getönt haben, dass ich ihn
bedränge mit meinen Fragen. Ich empfinde das eigentlich nicht so.
seit wir uns kennen
(5mt.)haben wir vielleicht 3 mal geredet… Ich weiss schon. Langer
atem braucht es… Und das Messer steckt am schluss in meinem Herz.

bin müde und aufgelöst. aber vielen tausend dank trotzdem, es hat mir
weitergeholfen. Lieben Gruss, Syren

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Hallo Syren

Und die vorgefertigten Vorstellungen einer
Therapie?Meinst
Du meine „unbewusste“ Vorstellung?

Nein, keineswegs. Ich meinte vorgefertigte Vorstellungen auf Therapeutenseite. Diese wären fatal.

Bin Sängerin und habe theater gespielt. Mein
Lampenfieber
nahm überhand. Ich kann nicht mehr mal alleine vor einer
Freundin
spielen.

Nein, das Lampenfieber und das schwankende Selbstvertrauen haben kit den Phobien Deines Partners nichts oder wenig zu tun. Das ist eine andere Geschichte. Im Übrigen ist jeder darstellende Künstler mehr oder weniger von Lampenfieber ergriffen, wie Du ja wahrscheinlich weißt.

Kann es sein dass das ganze ein spiegelbild ist?

Nein, das würde ich so nicht sagen. Das solltest Du trennen. Das sind „zwei Paar Schuhe“.
Gruß,
Branden

guten morgen Branden,

ich verstehe, Danke,dann hab ich es doch richtig verstanden. Wollte
sicher gehen. Ich sehe es auch als 2 paar Schuhe.
noch eine frage, was denkst Du über „missbrauch“ eines
Krankheitsbild? Bzw. psychischer Krankheit
Manchmal hab ich das gefühl, dass er die Lage ausnutzt, seine
symptome schon fast wie ein und abstellen kann. Vielleicht nicht mal
bewusst.
gruss Syren

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Syren
Schon der gute alte Alfred Adler hat sich darüber ausgelassen, dass die Neurosen großenteils „unbewusste Arrangemants“ seien, die dem Neurotiker irgendwie gut in seine jeweilige Situation passen würden.
Der ebenfalls gute alte Sigmund Freud hat Ähnliches (nicht Gleiches) über den „sekundären Krankheitsgewinn“ des Neurotikers geschrieben.
Aber -wiegesagt- es ist großenteils nicht bewusst und nicht willentlich vom Neurotiker als Symptom eingesetzt.
Gruß,
Branden

Hallo Syren,

ich kann gut nachvollziehen, was Du schreibst. Mir geht es seit Monaten in gewisser Weise ähnlich wie Dir.

Beste Grüße,

Oliver Walter

Bonsoir Branden,

tout à fait. kommt mir irgendwie bekannt vor. Die kleinen spielchen,
als kind oder später, wenn man absolut kein bock hat auf schulreisen,
ausflüge mit der familie, weil nur streitereien entstehen…ausrede
da und dort. krank machen ist am einfachsten. entstehen da solche
muster? die eigenverantwortung abgeben?
Meinem bruder wurde mit 18 eine jugendschizophrenie diagnostiziert.
alles begann aber schon viel viel früher.
kann eine neurose sich in eine phsychose, depression, und dann eben
eine schizophrenie entwickeln? ich wurde nicht wirklich integriert
damals, bei diesen psychiatrischen besuchen.
nichts desto trotz, es kam mir zu nah. Aber das wäre ein anderes
thema.

Merci nochmals, ich denke ich weiss was zu tun ist…
gruss Syren

hallo

ja dann kann ich nur eins sagen, langer atem, lass dich aber nicht
von einer lungenentzündung belehren :smile:

für mich gibts nur eins, ich bin der wichtigste mensch in meinem
leben. und wenn jemand, der sich seit langer langer zeit „krank“
nennt, und nicht die einsicht hat, sich ernsthaft dafür zu bemühen,
etwas im geist oder im körper, und seele, zu ändern . tja, dann…
kann ich nur versuchen bei mir etwas zu ändern. point.
merci bien, et courage! syren

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Bonsoir Syren

Meinem bruder wurde mit 18 eine jugendschizophrenie
diagnostiziert.

Das ist durchaus ein „normales“ Alter für den Ausbrauch einer Schizophrenie.

kann eine neurose sich in eine phsychose, depression, und dann
eben
eine schizophrenie entwickeln?

Nein. Die schizophrenen Psychosen entstehen eben in diesem Alter, wo die Kindheit in das Erwachsensein übergeht: 18-22 etwa. Meiner Erfahrung nach jedenfalls sind da die häufigsten Erkrankungsbeginne (komisches Wort, zugegeben).
Gruß et bonne nuit!
Branden

ich wurde nicht wirklich

integriert
damals, bei diesen psychiatrischen besuchen.
nichts desto trotz, es kam mir zu nah. Aber das wäre ein
anderes
thema.

Nicht unbedingt ein anderes Thema.

Dein Umgang mit dem Thema allgemein zeigt doch aber, dass Du die entscheidenden Lektionen schon gelernt hast. Die der Eigenverantwortung.
Du sagst, wenn ich ihn nicht ändern kann, bleibt nicht viel anderes, als bei mir anzusetzen.
Diesen Schritt schaffen nicht wenige andere ein Leben lang nicht.
Wenn Du dann also bei Dir ansetzt, dann könntest Du offen dafür werden, zu erkennen, warum Dich dieser Mann mit dieser Thematik, der Unzugänglichkeit, der seelischen Krankheit so sehr berührt.
Wo gibt es diese Thematik in Deinem Inneren, in Deiner Geschichte.
Nichts, was sich gut in einem Forum klären liesse. Eher mit einer guten therapeutischen Begleitung oder aber mit Geduld vielleicht auch durch das bewusste (Er-)Leben.

Ich wünsche Dir eine stabile Mitte, ein starkes warmes Herz und eine gute Begleitung von „oben“.
Anja

Hi Branden,

Nein. Die schizophrenen Psychosen entstehen eben in diesem
Alter, wo die Kindheit in das Erwachsensein übergeht: 18-22
etwa.

Es gibt aber Ausnahmen, oder? Meine Mutter (Lehrerin) hatte mal ein Mädel in der Schule, bei der „präpubertäre Schizophrenie“ diagnostiziert wurde.

LMeiner Erfahrung nach jedenfalls sind da die häufigsten

Erkrankungsbeginne (komisches Wort, zugegeben).

Finde ich nicht weiter erstaunlichsten. Das ist doch die Zeit, in der wir Menschen am psychisch instabilsten sind.

Liebe Grüße,
Nike

Hallo Nike,

Es gibt aber Ausnahmen, oder? Meine Mutter (Lehrerin) hatte
mal ein Mädel in der Schule, bei der „präpubertäre
Schizophrenie“ diagnostiziert wurde.

die Existenz von Schizophrenien bei Kindern ist umstritten.

LMeiner Erfahrung nach jedenfalls sind da die häufigsten

Erkrankungsbeginne (komisches Wort, zugegeben).

Finde ich nicht weiter erstaunlichsten. Das ist doch die Zeit,
in der wir Menschen am psychisch instabilsten sind.

Die große Häufigkeit der Ersterkrankung an Schizophrenie in diesem Alter erklärt sich nicht nur damit. In einer der heute stark favorisierten Theorien zur Entstehung von Schizophrenie wird davon ausgegangen, daß ein bestimmtes Neurotransmittersystem (NMDA-Rezeptor-System) im Gehirn seit der Geburt geschädigt ist, aber sich diese Schädigungen vor der Pubertät nicht im Verhalten und Erleben der Personen zeigen, weil ein anderes Neurotransmittersystem (Dopamin-System) noch nicht vollkommen ausgereift ist. Durch die hormonellen Veränderungen in der Pubertät reift das Dopamin-System aus. Da das NMDA-Rezeptor-System die Kontrolle des Dopamin-Systems zur Aufgabe hat, es dies aufgrund seiner Schädigungen nicht in ausreichendem Maße tun kann, übererregt das Dopamin-System den Neocortex (-> Plussymptomatik der Schizophrenie) und führt zu einer weiteren Schädigung des NMDA-Rezeptor-Systems (-> Minussymptomatik der Schizophrenie).

Du kannst es auch hier noch einmal anhand eines Schaubildes nachvollziehen:

http://www.verhaltenswissenschaft.de/Psychologie/Psy…

Grüße,

Oliver Walter

Hallo Nike

Es gibt aber Ausnahmen, oder? Meine Mutter (Lehrerin) hatte
mal ein Mädel in der Schule, bei der „präpubertäre
Schizophrenie“ diagnostiziert wurde.

Klar, auf jeden Fall gibt das. Zum Bleistift die sogenannten Hebephrenien.

Finde ich nicht weiter erstaunlichsten. Das ist doch die Zeit,
in der wir Menschen am psychisch instabilsten sind.

Sehe ich ganz genauso.
Es grüßt Dich
Branden

Klar, auf jeden Fall gibt das. Zum Bleistift die sogenannten
Hebephrenien.

Die Hebephrenien brechen meistens zwischen dem 15. und dem 25. Lebensjahr aus. Das ist nicht präpubertär, Branden.

Grüße,

Oliver Walter

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hallo Anja

Merci :smile: es wärmt mein herz… oui, kann gar nicht mehr dazu sagen.Es
denkt nach…so viel weiter hab ich gar nie in mich hineingefragt. Und
schon beginnen die bilder zu fliessen…
danke für Deine Worte! bin endlich bereit :smile:
lg Syren