Physik 11LK Dynamik, verstehe Aufgabe nicht

Hallo,
Ich habe ein kleines Problem mit einer Aufgabe, die wir in der 11.Klasse (Physik LK) machen…
sie heißt:
Ein Auto (m=1000kg) fährt bergauf auf einer Straße mit dem Steigungswinkel Alpha=20°… Berechnen Sie die Kraft, die der Motor erzeugt, wenn das Auto bergauf fährt
a) mit konstanter geschwindigkeit,
b) mit einer (konstanten) Beschleunigung von 0,2m/s²
c) Mit welcher Kraft frückt das Auto in beiden Fällen auf die Straße?
d) Wie lautet die Antwort, wenn das Auto unter den Bedingungen a) und b) bergab fährt?

Ich habe versucht die Fragen zu lösen, jedoch macht mich der Steigungswinkel verrückt und weiß nicht wie ich das umrechnen soll…vielleicht kann einer mir helfen…
Ich bedanke mich schonmal im vorraus!

Stichwort Hangabtriebskraft würde mir da Spontan einfallen.

Die Kraftaufspaltung an der geneigten Ebene kann man sich so veranschaulichen:

Stell Dir zunächst das Auto auf einer Straße vor, die nicht geneigt ist. Aufgrund seiner Masse und der Erdanziehungskraft übt das Auto eine bestimmte Gewichtskraft auf die Straße aus. Die Gewichtskraft kann man sich als Ergebnis eines (durch die Straße und der unter ihr liegenden Erdkruste) verhinderten freien Falles vorstellen.

Nun wird die Straße langsam etwas geneigt. Nach wie vor zieht an dem Auto eine Gewichtskraft genau nach unten in Richtung Erdmittelpunkt. Aber die geneigte Straße zerlegt diese Kraft in zwei Komponenten: Die eine Komponente zeigt in Richtung der Straße. Diese Komponente bewirkt, daß das Auto die Straße nach unten zu rollen beginnt, es sei denn, eine Motorkraft wirkt dem entgegen. Die andere Kraftkomponente zeigt senkrecht zur Straßenrichtung direkt auf die Straße. Diese Kraft ist nun gegenüber der urprünglichen Gewichtskraft etwas verringert.

Versuche, die drei Kräfte wie folgt in ein Kräfteparallelogramm einzuzeichnen:

Zuerst zeichnest Du eine waagerechte Linie. Das ist die Erdoberfläche. Dann zeichnest mit dem Neigungswinkel alpha die geneigte Straße hinzu. Dann markierst Du auf der geneigten Straße einen Punkt, wo sich das Auto befindet. Von diesem Punkt aus fällst Du ein Lot zur Erdoberfläche. Entlang dieser Linie wirkt die Gewichtskraft des Autos. Außerdem zeichnest Du von diesem Punkt eine Senkrechte Linie, ebenfalls bis zur Erdoberfläche. Entlang dieser Linie wirkt die durch die Neigung verminderte Kraft des Autos auf die Straße.

Nun zeichnest Du von dem Punkt aus, wo das Lot die Erdoberfläche trifft, eine Linie, die zur Straße parallel ist, und zwar so weit, bis sie die Kraftlinie schneidet, welche senkrecht zur Straße verläuft. Nun hast Du ein rechtwinkliges Dreieck (*) erhalten, in dem die Aufspaltung der Gewichtskraft in die beiden entstehenden Kraftkomponenten parallel und senkrecht zur Straße quantitativ richtig erfaßt ist.

Aufgrund des Satzes von Pythagoras muß gelten:

Gewichtskraft des Autos zum Quadrat = Kraftkomponente parallel zur Straße zum Quadrat + Gewichtskraft des Autos senkrecht zur Straße zum Quadrat.

Nun wird noch ein wenig Geometrie benötigt, um den gegebenen Steigungswinkel verarbeiten zu können.

Dazu betrachten wir den Winkel zwischen der entstandenen Kraftkomponente senkrecht zur Straße und der Gewichtskraft des Autos. Dieser Winkel ist so groß wie der Steigungswinkel der Straße, denn die Schenkel dieser beiden Winkel stehen paarweise senkrecht aufeinander. Ein geometrischer Satz besagt, daß solche Winkel gleich groß sind.

Der Sinus des Steigungswinkels alpha steht in einer definierten Beziehung zu den Seiten des rechtwinkligen Dreieckes (*), und zwar ist er gleich dem Verhätnis von Gegenkathete zur Hypothenuse. Die Gegenkathete entspricht der Kraftkomponente parallel zur Straße und die Hypothenuse entspricht der Gewichtskraft.

Dies bedeutet, daß die Kraftkomponente parallel zur Straße immer gleich dem Gewicht des Autos multipliziert mit dem Sinus des Anstiegswinkels der Straße ist.

Nun läßt sich alles ziemlich schnell ausrechnen.

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danke für die antworten…
also wenn ich es richtig verstanden hab dann ist in diesem Fall F= m * sin alpha , stimmts?

dann zeige ich mal was ich als ergebnis hab:
bei
a) 912,95 N (einfach in die Formel eingesetzt)
b) 1112,95 N (ich hab erstmal die kraft der beschleunigung ausgerechnet und dann zu den 912,95 addiert)
c) würde ich sagen 9810N (masse mal der Erdanziehung 9,81m/s2)
d) müsste es logisch gesehen der negative wert sein, da der motor abgebremst werden muss

ich hoffe das stimmt und wenn nicht, dann bitte ich euch mich zu verbessern.
nochmals danke

Die Masse M und die Gewichtskraft G des Autos stehen zwar in einem sehr engen Zusammenhang (G = m * g , wobei g die Erdbeschleunigung ist), sind aber nicht dasselbe.

a) Die Hangabtriebskraft muß kompensiert werden.

F = G * sin alpha = m * g * sin alpha

b) zusätzlich zur Kompensierung der Hangabtriebskraft muß eine Beschleunigungskraft FB erzeugt werden. FB = m * a (a=0,2 m/s*s)

c) FS sei die auf die Straße drückende Kraft.
Diese ist laut der angestellten geometrischen Betrachtung

Wurzel aus (G*G + F*F)

oder auch G * cos alpha

d) Für Fahrt bergab mit gleichbleibender Geschwindigkeit muß der Motor die negative Hangabtriebskraft erzeugen.

Für beschleunigte Fahrt bergab ist die Aufgabe ungenau formuliert. Soll die Fahrt bergab aus der Ruhe beginnen und das Fahrzeug immer schneller rollen oder soll die Fahrt bergab mit einer Anfangsgeschwindigkeit beginnen und immer langsamer werden ?

Im ersten Fall muß der Motor die negative Hangabtriebskraft plus Beschleunigungskraft erzeugen, im zweiten Fall die negative Hangabtriebskraft plus negative Beschleunigungskraft.

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achsooo…jetzt habe ich es kapiert…
bei der d) kann ich es dir leider nicht sagen, da wir die fragen so bekommen haben… ich werde morgen meinen lehrer fragen…
ich werde in kürze nochmal alles durchrechnen und reinschreiben,
nochmals danke für deine mühe, bin jetzt viiiiiel schlauer
aber noch eine frage habe ich zur c… ist die drückende kraft auf der straße die Linie senkrecht zu der straße oder von dem punkt runter zu der erdoberfläche`? oder sind es die beiden zusammen? verstehe ehrlich gesagt nicht, wie du auf dieser komischen formel kommst…

Auf die Straße drückt nur die Kraftkomponente senkrecht zur Straße, wenn man die Auflagefläche der Räder auf einen Punkt idealisiert.

Praktisch liegen die Reifen natürlich mit einer Fläche auf, und dann gibt es Kraftkomponenten in alle möglichen Richtungen. Aber das führt hier wahrscheinlich zu weit.

Bei c) ist mir ein Vorzeichenfehler unterlaufen:

FS sei die auf die Straße drückende Kraft.
Diese ist laut der angestellten geometrischen Betrachtung

Wurzel aus (G*G - F*F) (nicht plus !)

oder auch G * cos alpha

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Hallo Nawid,

das Grundprinzip, daß bei solchen Aufgaben verstanden werden muss, ist die vektorielle Verteilung der Kräfte.
Wenn der Wagen auf der Straße steht, wirkt die Schwerkraft senkrecht nach unten.
Diese kann man unterteilen in eine Komponente Parralel zur Straße und in eine Senkrecht zur Straße. Hierbei spielt der Winkel eine Rolle.
Wenn sich das Auto nun bewegt, ob beschleunigt oder nicht, erzeugt der Motor eine Kraft, die imer parallel zur Straße wirkt.
Dann muss man überlegen, welche Kraft parallel zur Straße, welche Senkrecht zur Straße, wirken muss, damit die gewünschte Bewegung stattfindet.

Liebe Grüße,

Max

sehr sehr gut erklärt!

ich habe das aufgezeichnet und komme zu dem ergebnis, daß

Fg * sin alpha = Fh ist

Fg (die gewichtskraft m*g) und Fh die Hangabtriebskraft, die der Leistung des Motors entsprechen muss, um das Auto zu bewegen.

dirk