Hallo,
Ich wollte eigentlich schon immer wissen wieso meine Haare manchmal elektrisch (nennt man das so?) geladen sind wenn ich mir die haare kämme? womit hat das zu tun? und wie kann man das vermeiden?
Sorry wenn das garnicht zu Physik gehört 
Christina
Hi,
das passiert, wenn „geeignete“ Matieralien aufeinander reiben und dadurch auf dem einen Material eine positive, auf dem anderen eine negative elektrische Ladung sammelt. In deinem Fall ist der eine Partner das Haar, der andere der Kamm. Ein Wechsel des Kammes (z.B. Büste mit Metallborsten) oder ganz leichtes Anfeuchten der Haare dürfe das Problem beheben. Trockne Luft isoliert besonders gut, feuchte Luft weniger = auch wetterabhängig.Beim Kämmen nach dem Duschen dürfte es also nicht „funken“.
Ausserdem die Haare nicht „knacketrocken“ föhnen, ist ja auch nicht gut für dieselben.
Gruss
Andreas
tip:
im Haustierladen einen Metallkamm kaufen.
Hallo Christina,
wenn zwei Materialien aneinanderreiben sind sie in sehr engem Kontakt. Der Kontakt ist so eng, dass Oberflächen-Moleküle beider Materialen Elektronen austauschen können, es ist, als wenn sich die Materialen chemisch verbinden, aber nur an der Kontaktfläche. Je nach Materialkombination springen sie in die eine oder andere Richtung, d.h. Material 1 wird negativ und Material 2 wird positiv geladen, oder sie springen gar nicht (die genauen Regeln kennne ich nicht genau, hat mit dem Molekülaufbau zu tun, würde mich aber auch interessieren).
Das heißt, es hängt mit der Materialkombination zusammen Haare-Bürste. Eine Bürste aus anderem Material kann schon helfen. Oder du erdest die Bürste, aber das dürfte zu kompliziert und zu aufwendig sein.
Es handelt sich übrigens um Materialen, die Strom nicht leiten, die Elektronen werden nur an den Oberflächenmolekülen ausgetauscht.
Wenn die Materialien wieder getrennt werden, bleiben diese Ladungen erhaltnen, da, glaub ich, nicht genug Zeit ist, dass sie sich wieder in Originalposition begeben können.
Jedes Material ist nun an der Oberfläche geladen, das heißt, das eine hat zu viele, das andere zu wenige Elektronen auf der Oberfläche. Im Material selbst ist der Ladezustand neutral. Mit der Entfernung der beiden Materialen wächst die Spannung, d.h. wenn sie noch zusammen sind ist sie null, wenn sie weiter entfernt sind wächst die Spannung schon mal auf einige tausend Volt. Aber die Stromstärke, d.h. die Elektronanzahl die pro Sekunde und Querfläche bei Wiederberührung fließen könnte, ist unwahrscheinlich gering. Deshalb passiert auch nichts ernstes.
Wenn du selbst geladen bist und an einen ungeladenen Gegenstand langst (oder umgekehrt), gleicht sich die Spannung aus, das merkst du auch als elektrischen Minischlag, oder es sprühen Funken, aber die fließenden Elektronen sind erstens minimalst und zweiten nur auf deiner Hautoberfläche. Es ist was völlig anderes, wenn du etwa in die Steckdose langst. Dann fließen genug Elektronen, bei entsprechender Spannung durch dich durch, um dich umlegen zu können.
Also das war ausführlich. Ich hoffe, es ist nicht zu langweilig geworden beim Lesen.
Gruß
Andrea
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helfen. Oder du erdest die Bürste, aber das dürfte zu
kompliziert und zu aufwendig sein.
Es handelt sich übrigens um Materialen, die Strom nicht
leiten, die Elektronen werden nur an den Oberflächenmolekülen
ausgetauscht.
Eine Ungenauigkeit ist mir unterlaufen: Natürlich wäre das Erden, (d.h. die leitende Kabel-Verbindung zur Erde, z.B. über den Wasserhahn, Heizung u.Ä.) einer Kunststoffbürste vollig sinnlos, da dieses Material ein Nichtleiter ist. Es handelt sich bei diesem Phänomen ja um Elektrostatik, und wie der Name „Statik“ schon sagt, um nahezu unbewegliche bzw. ortsgebundene Elektronen.
Ansonsten alles wie oben.