Physik studieren oder doch Ingenieur?

Ich habe gerade ABI gemacht und würde gerne wissen ob es besser ist, Physik zu studieren oder eben ein Ingenieurstudium zu absolvieren - wo sind die Berufsaussichten bzw. die Aufsstiegschancen besser? Lohnt es sich denn, das Physikstudium auf sich zu nehmen? Es außerdem wäre nett, wenn mir Physikstudenten mailen könnten um mir ihre Meinung über das Physikstudium allgemein mitzuteilen. Danke im Vorraus,
Sebastian

berufsaussichten kann ich nicht beurteilen, im moment denke ich, ist es bei beiden gleich gut.
Ich studiere Physik und bin sehr gluecklich damit.
Bei einem Physikstudium liegt die Betonung darauf, „warum und wieso“ zufragen, die ing. fragen lieber „wie wende ich es an, wofuer ist das denn gut?“ :wink:
Mir gefaellt an physik, das man sehr viele moeglichkeiten der spezialisierung hat und dies erst spaet im studium entscheiden muss (wenn die Fakultaet gross ist), bei ing. ist man da glaub ich festgelegter.
Schau mal in de.sci.physics, da steht eine menge ueber physikstudieren. ich bin leider grad in eile, sonst wuerd ich och weiter schreiben.

michaela

Hallo Sebastian,

ich schreibe Dir als Ingenieur (FH), habe aber auch - zum Ende meines Studiums - in England ein Jahr Physik studiert und arbeite sowohl mit Physikern als auch mit Ingenieuren zusammen. Im Bereicht Forschung und Entwicklung, nur damit Du meine Meinung irgendwo einsortieren kannst.

Meiner Erfahrung nach sieht’s bei den Berufsaussichten für Intsches eigentlich meist besser aus als bei Physikern. Denn als Intsch hast Du viel mehr Möglichkeiten in verschiedene Bereiche zu gehen, während Du als Physiker doch schon ziemlich auf den Bereich Forschung und Entwicklung festgelegt bist.

Forschung hat den Vorteil, daß es höllisch spannend ist, Du bist dem Markt immer einen Schritt voraus. Und hat den Nachteil daß es an Unis am meisten Spaß macht aber vergleichsweise schlecht bezahlt wird. Physikerstellen in der Industrie sind nicht wirklich dicht gesät, weil die meisten Firmen weniger Grundlagenuntersuchungen machen (wollen). Und als Physiker in einem Ingeniersjob macht auch keinen Spaß :wink: Vor allem weil Du im Studium nicht die Ingenieursrelevanten Sachen lernst. (Fängt bei so trivialen Sachen wie löten, drehen fräsen an geht aber bis zu Materialeigenschaften etc.)

Studierst Du nun eine Ingenieurswissenschaft lernst Du zwar viele praktische Sachen (wie eben welches Material verhält sie wie) aber nicht immer die letzte Erklärung warum das nun so ist.

Unbedingt zu einem Physikstudium würde ich Dir raten, wenn

  • Dich Schulmathe und -physik wirklich begeistert (und Dir auch einigermaßen leicht fällt, aber das unterstelle ich jetzt einfach mal)
  • Du immer bis ins letzte wissen willst, warum das nun genau so ist und nicht anders, und ob man das nicht noch eleganter lösen könnte
  • Du idealerweise ein „praktische“ Hobby (Elektronik, Computer, Modellbau oder so) hast, denn dann bekommst Du ja die Praxis über Dein Hobby.
  • Du auch Theorie gut findest.

Bist Du eher jemand, der Formeln zwar gut findet, aber sie auch ohne seitenlange Herleitung akzeptiert bist Du vielleicht in einem Ingenieursstudium besser aufgehoben.

Vielleicht zum Abschluß der langen Rede ein (blödes, mir fällt nix sinnvolleres ein) Beispiel: Ein Physiker würde sich das Prinzip eines Flaschenzugs ausdenken, während der Ingenieur anhand von den Skizzen so ein Teil baut, das richtige Material auswählt und auf den Einsatz anpaßt.

Uff, hoffentlich habe ich Dich nun nicht vollständig verwirrt, wenn Du noch mehr wissen willst, mail mir einfach.

Petzi

Hallo,
ich habe im letzten Jahr mein Physikstudium abgeschlossen und bin sehr
damit sehr zufrieden.
Ob Du Physik oder doch nur Ingenieurwesen studieren möchtest hängt sehr
von Deinen Vorstellungen ab.
Der Ingenieur ist sehr auf eine Fragestellung spezialisiert, etwa
Energietechnik oder Kommunikationstechnik.
Das Studium an sich ist sehr verschult, die Mathematik ist aber simpel
gehalten.
Das Physikstudium ist dagegen weit gefächert. Wenn Du also noch nicht
genau weist, was Du tun möchtest,
dann ist also das Physikstudium besser geeignet. Allerdings sei gewarnt,
dass die Mathematik um einiges
schwieriger ist. Wenn Du also nicht Mathe LK hattest oder zumindestens
einer der besten im GK warst, dann
lass es lieber.
Ein Physiker lernt das analytische Denken und ist deshalb auch in anderen
Gebieten begehrt.
Falls Du noch fragen hast, mail einfach.

Stimmt so nicht…
Hallo nochmal,

ich habe im letzten Jahr mein
Physikstudium abgeschlossen und bin sehr
damit sehr zufrieden.

Und ich bin den Inmgenieurwissenschaften auch sehr gut gefahren.

Ob Du Physik oder doch nur
Ingenieurwesen studieren möchtest hängt
sehr
von Deinen Vorstellungen ab.

Das stimmt allerdings.

Der Ingenieur ist sehr auf eine
Fragestellung spezialisiert, etwa
Energietechnik oder
Kommunikationstechnik.

Na ja, genauso wie der Physiker letztendlich auf Festkörperphysik oder Kernphysik oder so spezialisiert ist. Das Grundlagenstudium ist sehr weit gefächert.

Das Studium an sich ist sehr verschult,
die Mathematik ist aber simpel
gehalten.

Kann ich beides nicht bestätigen. Das Studium war sehr frei gehalten, nix verschult. Und die Mathematik war sehr weitgehend und gründlich - so sehr, daß ich mindestens 60% davon nie wieder gebraucht habe.

Das Physikstudium ist dagegen weit
gefächert.

Weiter als Ingenieurwissenschaften? Das halte ich für ein Gerücht.

Wenn Du also noch nicht

genau weist, was Du tun möchtest,
dann ist also das Physikstudium besser
geeignet.

Nein, dann solltest Du Dir darüber zuerst mal klar werden.

Allerdings sei gewarnt,

dass die Mathematik um einiges
schwieriger ist.

Stimmt nicht, siehe oben.

Wenn Du also nicht

Mathe LK hattest oder zumindestens
einer der besten im GK warst, dann
lass es lieber.

Gilt für beides!

Es gilt eher: Wenn es Dich in die Produktion oder so zieht, dann ist Ing. besser, für Grundlagenforschung oder Theorie würde ich eher an Physik denken.

Also entscheide Dich nach Deinen Vorstellungen über das, was Du machen möchtest.

Gruß, Kubi

Deins aber auch nicht

Na ja, genauso wie der Physiker
letztendlich auf Festkörperphysik oder
Kernphysik oder so spezialisiert ist. Das
Grundlagenstudium ist sehr weit
gefächert.

– Stimmst nicht, wer will kann auch im Hauptstudium vier völlig verschiedene Bereiche studieren und sich drinn prüfen lassen, etwas Biologie, Mathe , Astronomie und Physik

Und die Mathematik war sehr

weitgehend und gründlich - so sehr, daß
ich mindestens 60% davon nie wieder
gebraucht habe.

Ich habe auch nicht behauptet, dass man alles braucht, da die Physiker oft die Mathevorlesungen der Mathematiker hören müssen ist das Niveau nur höher

Das Physikstudium ist dagegen weit
gefächert.

Weiter als Ingenieurwissenschaften? Das
halte ich für ein Gerücht.

– Stimmt nicht, siehe oben

Es gilt eher: Wenn es Dich in die
Produktion oder so zieht, dann ist Ing.
besser, für Grundlagenforschung oder
Theorie würde ich eher an Physik denken.

Ich würde es noch ausdehnen auf die Gebiete, in denen Denken im allgemeinen gefordert wird

Wenn Du also nicht

Mathe LK hattest oder zumindestens
einer der besten im GK warst, dann
lass es lieber.

Das ist, mit Verlaub, Quatsch. Wenn Du es wirklich willst, dann mach es, und lass Dich nicht von solchen Aussagen davon abschrecken. Klar, es wird f"urchterlich hart. Du wirst an Dir zweifeln, jeden Tag wirst Du denken, ‚‚ich bin zu bl"od f"ur dieses Studium, ich lass es sein‘‘. Aber wenn Du hartn"ackig genug bist, und einfach nicht aufgibst, dann wird es gehen. Wer Mathe und Physik im LK hatte, dem f"allt es am Anfang sicher ein kleines bisschen leichter. Aber da die Art des mathematischen Denkens sowieso eine ganz andere ist als das, was man in der Schule lernt, verschwindet dieser Vorsprung sicher bald. Ich hatte in der Schule Deutsch und Englisch LK, da ich schon sehr fr"uh wusste, dass ich Physik studieren wollte - somit habe ich wenigstens auch noch was anderes gelernt, und kann ganz gut englisch - was einem sehr viel hilft!! Also, entscheide nur nach Deinen Interessen, nicht danach, was in der Schule war, und nicht, was nach dem Studium kommt - das kann sich sehr schnell "andern - als ich anfing zu studieren (das war 1992), gab es f"ur Physiker "uberhaupt keine Chancen, weder in der Wirtschaft noch in der Forschung. Das sieht jetzt v"ollig anders aus!
Und denk’ immer dran - nach dem Vordiplom wird alles anders.
Gruss, Gnlwth

http://www.mpia-hd.mpg.de/homes/phleps/index.html

Und weiter geht’s…

Na ja, genauso wie der Physiker
letztendlich auf Festkörperphysik oder
Kernphysik oder so spezialisiert ist. Das
Grundlagenstudium ist sehr weit
gefächert.

– Stimmst nicht, wer will kann auch im
Hauptstudium vier völlig verschiedene
Bereiche studieren und sich drinn prüfen
lassen, etwas Biologie, Mathe ,
Astronomie und Physik

Und warum gibt’s dann Mathe oder Bio als eigene Studienfächer? Könnte man dann ja streichen…
Oder ich kontere mit Anlagenbau, Biotechnologie oder Technischer Chemie (z.B.), die man bei uns alle im Hauptfach nehmen konnte…

Und die Mathematik war sehr

weitgehend und gründlich - so sehr, daß
ich mindestens 60% davon nie wieder
gebraucht habe.

Ich habe auch nicht behauptet, dass man
alles braucht, da die Physiker oft die
Mathevorlesungen der Mathematiker hören
müssen ist das Niveau nur höher

Lach! Bei uns wurden die Mathe-Vorlesungen auch von den Mathematikern gehalten - und wir saßen mit den Physikern zusammen. Also bleib mal auf dem Teppich.

Das Physikstudium ist dagegen weit
gefächert.

Weiter als Ingenieurwissenschaften? Das
halte ich für ein Gerücht.

– Stimmt nicht, siehe oben

Dito…

Es gilt eher: Wenn es Dich in die
Produktion oder so zieht, dann ist Ing.
besser, für Grundlagenforschung oder
Theorie würde ich eher an Physik denken.

Ich würde es noch ausdehnen auf die
Gebiete, in denen Denken im allgemeinen
gefordert wird

Das muß man in allen qualifizierten Jobs, und das sollte auch von allen gescheiten Studiengängen vermittelt werden. Bei uns wurde es das auf jeden Fall.

Ich bleibe dabei: Kriterium muß sein, was einem liegt und wohin man später mal möchte.

Gruß, Kubi

Das ist nun wirklich meine letzte Antwort:
Wer vielseitig interssiert ist und sich was zutraut sollte gerne Physik studieren, wer es lieber ezwas leichter hat, wird Ing.
Bis dann

Na denn Schluß…

Das ist nun wirklich meine letzte
Antwort:
Wer vielseitig interssiert ist und sich
was zutraut sollte gerne Physik
studieren, wer es lieber ezwas leichter
hat, wird Ing.

…und fällt dabei mit Sicherheit kräftig auf die Schna…

Wer eins von beiden werden will, sollte sich auf 'ne Menge Arbeit einstellen. Und nicht glauben, daß eines der beiden Studien einfacher ist als das andere.

Tschüß

Wer vielseitig interssiert ist und sich
was zutraut sollte gerne Physik
studieren, wer es lieber ezwas leichter
hat, wird Ing.
Bis dann

Es lebe die Bildung äh, Quatsch, die Einbildung

Gandalf