Physikstudium oder ET? Welche Uni?

Hallo,

ich möchte zum Wintersemester mit dem Studium anfangen. Meine Wahl fiel erstmal auf Physik.
Dieses Fach ist interessant, da Physiker „Allrounder“ sind (universell einsetzbar) und es in der Regel nicht schwer sein sollte nach dem Studium einen Job zu finden.

Dann habe ich auch Elektrotechnik in Erwegung gezogen, da es mich, wie auch Physik, interessiert (klar, sonst würde ich es nicht studieren wollen *gg*). Nach einem ET Studium sind die Berufsaussichten aber günstiger. Und ET hat mehr Praxisbezug zur heutigen, technischen Umwelt, bzw. es ist nicht so, ich sag mal breitgefächert wie Physik. Ich hoffe ihr versteht was ich meine *g*

Ich habe mit meinem ehemaligen Tutor geredet und er hat eigentlich meine Überlegungen bestätigt.
Hier ein Zitat von ihm:
/*
Wichtig ist, dass man sich in einer Stadt und UNI wohlfühlt. Dennoch sollte man sich überlegen
wie wichtig der Erfolg neben dem Spaß ist. Die UNIS und FHs im wilden Osten sind stärker
verschult und somit kommen einem nicht soviele ablenkende Ideen (kurzes Studium).

Physik: viel Mathe, z.T. theoretisch, schwieriges Studium, spätere Anstellung im Physikberuf
unwahrscheinlich, Physiker aber universell einsetzbar.

Etechnik: UNI, TH oder TU: Ansprüche wie Physik, Berufsaussichten günstiger im Berufsfeld

FH: kürzeres und etwas einfacheres Studium mit mehr Praxisbezug!

Bedenke, ein FH-Abschluß ist immer besser als ein UNI-Abbruch!!!
*/ Zitat Ende

Vielleicht könnt ihr von euren Erfahrungen berichten, wie ihr zum Physik bzw. ET Studium
gekommen seid und ob ihr es bereut habt und wie bei euch die Jobsuche verlaufen ist.

Vielleicht könnt ihr noch was zu folgenden Unis sagen, bzw. ne gute FH für ET empfehlen.
Ich weiß ich verlange vielleicht etwas viel :-/ aber ich wäre euch dankbar für jeden Hinweis
und jede Info.

ET:
RWTH Aachen
TU Darmstadt
Uni Karlsruhe
TU Braunschweig
Uni Erlangen

Physik:
RWTH Aachen
TU Darmstadt
Uni Karlsruhe
TU Braunschweig
Uni Erlangen
Uni Würzburg (mein bisheriger Favorit)
Uni Heidelberg (auch in der engeren Auswahl)

Danke im Voraus für eure Hilfe, Vader.

Hallo,

Die Wahl des Studienfachs solltest Du mit Dir selbst ausmachen. Lass Dich nicht von „Wo gibts später Arbeit“ verrückt machen.

Bei der Wahl des Studienorts bist Du ja ganz auf Deutschland fixiert. Ich würde unbedingt auch zumindest das europäische Ausland in Betracht ziehen. Im Gegensatz zu deutschen Unis werden dort Studenten schon ab dem ersten Semester ernst genommen und nicht nur gefordert sondern auch gefördert. Hierzulande interessieren sich Professoren allenfalls für ein paar „Erstreiher“ als potentiellen Doktorandennachwuchs, der Rest sollte eigentlich am besten gleich zu Hause bleiben.

Universitäten, die Du Dir mal ansehen solltest:

http://www.kuleuven.ac.be/english/
http://www.tudelft.nl/index.cfm/site/TU%20Delft%20Po…
http://www.kth.se/eng/
http://www.lth.se/english/

Weder Niederländisch (für Leuven oder Delft), noch Schwedisch (für Lund oder Stockholm) stellen sprachlich unüberwindliche Hürden. Teilweise werden die Kurse auch auf Englisch abgehalten. Die Fachliteratur ist sowieso überall in jedem Fall Englisch, auch hier in Deutschland.

Wenn’s unbedingt in Deutschland sein muss, dann mach das Grundstudium an einer möglichst kleinen Uni und wechsel dann für das Hauptstudium dorthin, wo Dein Fachgebiet am besten angeboten wird.

http://www.tu-clausthal.de/

Betreuung und Motivation ist viel wichtiger, als ein „guter Ruf“ der Hochschule. Insbesondere im Grundstudium!

Gruß

Fritze

www.ethz.ch (owt)

Hallo Vader,

ich möchte zum Wintersemester mit dem Studium anfangen. Meine
Wahl fiel erstmal auf Physik.

gute Idee! :wink:

Dieses Fach ist interessant, da Physiker „Allrounder“ sind
(universell einsetzbar) und es in der Regel nicht schwer sein
sollte nach dem Studium einen Job zu finden.

…wirklich nur deswegen? nicht auch ein bisschen, weil, vielleicht… wie soll ich es audrücken? die Physik selber ziemlich universell ist

…Warum fällt man bei Fahrradfahren nicht um, warum ist der Himmel blau, warum ist es dramatisch wenn die Gletscher schmelzen, warum funktioniert eine Leuchtdiode besser als eine Glühlampe, was passiert eigentlich beim Röntgen, wo liegt das Problem beim AKW, wie kann Supraleitung überhaupt funktionieren und warum ist eine Wärmepumpe so toll? — könnte endlos weiter machen… tschuldigung :wink:

Dann habe ich auch Elektrotechnik in Erwegung gezogen, da es
mich, wie auch Physik, interessiert (klar, sonst würde ich es
nicht studieren wollen *gg*). Nach einem ET Studium sind die
Berufsaussichten aber günstiger. Und ET hat mehr Praxisbezug
zur heutigen, technischen Umwelt, bzw. es ist nicht so, ich
sag mal breitgefächert wie Physik. Ich hoffe ihr versteht was
ich meine *g*

Hm. Nichts gegen ET, aber was ist schlecht an breitgefächert?

Ich habe mit meinem ehemaligen Tutor geredet und er hat
eigentlich meine Überlegungen bestätigt.
Hier ein Zitat von ihm:
/*
Wichtig ist, dass man sich in einer Stadt und UNI wohlfühlt.
Dennoch sollte man sich überlegen
wie wichtig der Erfolg neben dem Spaß ist. Die UNIS und FHs
im wilden Osten sind stärker
verschult und somit kommen einem nicht soviele ablenkende
Ideen (kurzes Studium).

Wohlfühlen ist nie verkehrt! Wobei für mich persönlich z.B. das schöne Münchner Umland die vollgepackten Hörsääle nicht wirklich wettmachen konnten… hmm… ideal wäre natürlich eine hübsche Stadt und eine schöne Uni und nette Mitstudenten und eine schöne Wohnung und ein kurzer Radlweg zur Uni und eine leckere Mensa… äh… du verstehst schon, gell.

Physik: viel Mathe, z.T. theoretisch, schwieriges Studium,
spätere Anstellung im Physikberuf
unwahrscheinlich, Physiker aber universell einsetzbar.

Hm. Kann ich so nicht unterschreiben, was ist denn überhaupt ein „Physikberuf“? … übertrieben gesagt: mal vom Verwaltungsfachangestellten im Standesamt abgesehen ist doch fast jeder (also technische) Beruf ein Physikberuf

Etechnik: UNI, TH oder TU: Ansprüche wie Physik,
Berufsaussichten günstiger im Berufsfeld

kann sein

FH: kürzeres und etwas einfacheres Studium mit mehr
Praxisbezug!

Bedenke, ein FH-Abschluß ist immer besser als ein
UNI-Abbruch!!!

stimmt. aber auch der wird dir nicht hinterhergeschmissen.

Vielleicht könnt ihr von euren Erfahrungen berichten, wie ihr
zum Physik bzw. ET Studium
gekommen seid und ob ihr es bereut habt und wie bei euch die
Jobsuche verlaufen ist.

Hm, bin grad am Diplomarbeit schreiben, also Jobsuche ist so im Hinterkopf… wird wohl nicht unbedingt leicht, aber sollte auch kein Ding der Unmöglichkeit sein… mal sehen.
Dazu gekommen bin ich eigentlich recht zufällig - netter Lehrer, gute Noten, und dann halt auch der Reiz der Herausforderung (alle haben gesagt: Ui, Physik, das wird aber schwer! - war’s dann auch! aber eben nicht unmöglich) – und die theoretische Alternative Romanistik mit Französisch-Italienisch erschien mir dann ehrlichgesagt ZU brotlos (sodenn du nicht den Lehrerberuf anstrebst). Im Rückblick war’s sicher die richtige Entscheidung.

ET:
RWTH Aachen

Uni Heidelberg (auch in der engeren Auswahl)

Zu den Unis kann ich nicht viel sagen… wenn’s geht vielleicht mal hinlaufen und einfach ein paar Studenten anquatschen? (oder konkret im Netz nach Studenten suchen spart wunde Füße)

Danke im Voraus für eure Hilfe, Vader.

Hoffe ich konnte ein bisschen helfen.
Grüße,
evanovka

PS: zu dem Posting zwecks „Was willst du eigentlich an einer deutschen Uni“ - Mal davon abgesehen dass ich es nicht prinzipiell abwegig finde im Inland unser Bildungssystem zu nutzen, gibt es durchaus „unsentimentale“ Gründe; finanzielle, familiäre, sprachliche … nicht jeder versteht Lineare Algebra oder Quantenmechanik auf Holländisch, Englisch, Schwedisch und Deutsch gleichgut.

Hallo,

PS: zu dem Posting zwecks „Was willst du eigentlich an einer
deutschen Uni“ - Mal davon abgesehen dass ich es nicht
prinzipiell abwegig finde im Inland unser Bildungssystem zu
nutzen, gibt es durchaus „unsentimentale“ Gründe; finanzielle,
familiäre, sprachliche … nicht jeder versteht Lineare
Algebra oder Quantenmechanik auf Holländisch, Englisch,
Schwedisch und Deutsch gleichgut.

Was die finanziellen Gründe betrifft, so ist der Unterschied extrem gering bis gar nicht vorhanden, je nach Lebenshaltungskosten der Gastländer. Außerdem werden hier über kurz oder lang ebenfalls Studiengebühren ab dem 1. Semester kommen. Ich finde es abwegig, die Vorteile der europäischen Union nicht „gnadenlos“ auszunutzen.

Was die Sprachprobleme betrifft so ist gerade Mathematik am einfachsten in Fremdsprachen zu verstehen. Zur Not kann man sogar ein russisches Mathebuch ohne Russischkenntnisse lesen … die Mathematik hat ihre eigene, streng reglementierte Sprache und Symbolik.

Und wie gesagt, die beste Fachliteratur ist ohnehin nur auf Englisch erhältlich. Egal, in welchem Land man studiert.

Wer als Student allerdings unbedingt noch das „rundum sorglos bei Muttern“ Paket als Kriterium No. 1 für die Studienplatzwahl anführen will, der ist natürlich in der Heimatstadt besser bedient. Der tritt dann aber früher oder später dem RCDS und der jungen Union oder einem ähnlich uncoolen Verein bei und kommt mit Ärmelschonern als Stuntman in Bausparkassenwerbespots unter …

Gruß

Fritze

Hallo Fritze,

Was die finanziellen Gründe betrifft, so ist der Unterschied
extrem gering bis gar nicht vorhanden, je nach
Lebenshaltungskosten der Gastländer.

Der Unterschied ist spätestens dann immens, wenn ich daheim keine Miete zahlen muss und evt. sogar noch einen halbwegs reell bezahlten Studentenjob ergattern kann (sowas geht ja oft über Beziehungen, die wohl selten bis nach Skandinavien reichen)

Außerdem werden hier über
kurz oder lang ebenfalls Studiengebühren ab dem 1. Semester
kommen. Ich finde es abwegig, die Vorteile der europäischen
Union nicht „gnadenlos“ auszunutzen.

„gnadenlos ausnutzen“ hört sich jetzt aber schon ein bisschen egoistisch an :wink:

Was die Sprachprobleme betrifft so ist gerade Mathematik am
einfachsten in Fremdsprachen zu verstehen. Zur Not kann man
sogar ein russisches Mathebuch ohne Russischkenntnisse lesen
… die Mathematik hat ihre eigene, streng reglementierte
Sprache und Symbolik.

ähem… sag mal von wem gehst du denn hier aus? das mag ja für ein Allround-Genie zutreffen - imho fühlen sich „die meisten“ technisch orientierten Studenten der Lektüre russicher Mathebücher nicht unbedingt gewachsen (was nicht heissen will, dass sie’s im Notfall nicht kapieren würden) … das hört sich ein bisschen nach Extremfall an … so ein Student kriegt doch sicher auch ein Super-Elite-Stipendium und ganz andere Probleme.

Und wie gesagt, die beste Fachliteratur ist ohnehin nur auf
Englisch erhältlich. Egal, in welchem Land man studiert.

also auch hier bei uns :wink:

(und es gibt durchaus auch gute deutsche Mathematiker, Elektrotechniker und Physiker die noch auf deutsch publizieren (oder haben - Mathematik ist ja ziemlich zeitlos)

Wer als Student allerdings unbedingt noch das „rundum sorglos
bei Muttern“ Paket als Kriterium No. 1 für die
Studienplatzwahl anführen will, der ist natürlich in der
Heimatstadt besser bedient. Der tritt dann aber früher oder
später dem RCDS und der jungen Union oder einem ähnlich
uncoolen Verein bei und kommt mit Ärmelschonern als Stuntman
in Bausparkassenwerbespots unter …

? das hier nehm ich nicht wirklich wörtlich, weil zu absurd, gell.

Es gibt durchaus noch Leute zwischen deinem skizzierten kosmopilitischem Universalgenie und dem leicht angestaubtem Burschenschaftler mit starker „Heimatverbundenheit“ oder so ähnlich. Und die stellen meiner Erfahrung nach immer noch die allergrößte Mehrheit.

Grüße,
evanovka

Zur Klärung
Hallo,

Was die Sprachprobleme betrifft so ist gerade Mathematik am
einfachsten in Fremdsprachen zu verstehen. Zur Not kann man
sogar ein russisches Mathebuch ohne Russischkenntnisse lesen
… die Mathematik hat ihre eigene, streng reglementierte
Sprache und Symbolik.

ähem… sag mal von wem gehst du denn hier aus? das mag ja für
ein Allround-Genie zutreffen - imho fühlen sich „die meisten“
technisch orientierten Studenten der Lektüre russicher
Mathebücher nicht unbedingt gewachsen (was nicht heissen will,
dass sie’s im Notfall nicht kapieren würden)

Das genau meine ich: Im Notfall versteht man ein russisches Mathebuch, wenn man schonmal eine Mathevorlesung besucht hat. Von russischen Romanen kann man das nicht sagen. Das meinte ich mit „in Fremdsprachen am einfachsten“. Nicht das Mathematik auf Russisch generell einfacher wäre :smile:

Und wie gesagt, die beste Fachliteratur ist ohnehin nur auf
Englisch erhältlich. Egal, in welchem Land man studiert.

also auch hier bei uns :wink:

Ja. Was viele Studenten in den höheren Semestern dann „nervt“, weil ihr Englisch mangels Training über Schulniveau nicht hinausgekommen ist, sondern seitdem eher noch schlechter geworden ist.

(und es gibt durchaus auch gute deutsche Mathematiker,
Elektrotechniker und Physiker die noch auf deutsch publizieren
(oder haben - Mathematik ist ja ziemlich zeitlos)

Gute deutsche Mathematiker, Ingenieure, etc. gibt es sicher noch etliche. Leider können die allesamt nicht schreiben. Zumindest keine verständlichen Lehrbücher. Unter deutschen Professoren ist es anrüchig, wenn man von „einfachen Menschen“ verstanden wird, im Ausland – insbesondere im englischsprachigen – ist es umgekehrt.

[…]

Es gibt durchaus noch Leute zwischen deinem skizzierten
kosmopilitischem Universalgenie und dem leicht angestaubtem
Burschenschaftler mit starker „Heimatverbundenheit“ oder so
ähnlich.

Burschenschaftler wohnen wenigstens nicht mehr bei Muttern :smile: Ich bin der Meinung, dass es der persönlichen Entwicklung nicht förderlich ist, wenn man zu lange im Elternhaus verbleibt. Die Schreie nach mehr Studiengebühren, mehr Elite etc. verstummen schneller, wenn man seinen eigenen Haushalt schmeissen und auch sein Geld selbst verdienen muss.

Gruß

Fritze

(kein kosmopolitisches Genie, trotzdem länger in verschiedenen Ausländern gewesen :smile: