Hallo,
seit ich wieder einen Garten bewirtschafte, habe ich den Eindruck, die Phytophtora hätte immens zugenommen. Zwar kenne ich das Thema auch aus Kindheitstagen, kann mich aber nicht erinnern, jemals beim Kartoffelnsammeln in diese widerlich stinken matschigen Kartoffeln gegriffen zuhaben.
Stimmt es, dass die P. heute früher und massiver auftritt als vor etwas 20 Jahren?
Gibt es die P. auch in der Herkunftsregion der Kartoffel? Wenn ja, was tut man dagegen? Wenn nein, warum gibt es sie nicht?
Welche Sorten gelten als (weitgehend) resistent?
Welche Maßnahmen sind im Biolandbau zulässig?
Ernteverfrühung gilt als Mittel, der P. zuvorzukommen, mir liegt aber vorrangig an späten und lange lagerfähigen Kartoffeln - was tun?
Danke für sachdienliche Hinweis und Gartengrüße,
dalga
Hallo,
Stimmt es, dass die P. heute früher und massiver auftritt als
vor etwas 20 Jahren?
Das kann sein, ich glaube es aber eher nicht (wobei ich hierfür kein Fachmann bin!). Der Pilz ist allerdings hoch infektiös, wenn also eine Pflanze befallen ist und nichts unternommen wurde/wird, breitet sich die Phytophthora rasch aus. Da die Landwirtschaft eher intensiver geworden ist, könnte das zur Verbreitung beigetragen haben.
Gibt es die P. auch in der Herkunftsregion der Kartoffel? Wenn
ja, was tut man dagegen? Wenn nein, warum gibt es sie nicht?
Wie so oft hat die Natur mit der Pflanze auch einen spezifischen Schadorganismus mitgeliefert. Die Phytophthora wurde wie die Kartoffel aus Amerika „importiert“ und lebt dort genauso gut und glücklich wie in Europa. Im ursprünglichen Lebensraum, den Anden, wird allerdings wahrscheinlich kein derartig intensiver Landbau betrieben, wie in den Industriestaaten Europas oder Nordamerikas.
Welche Maßnahmen sind im Biolandbau zulässig?
Kupfersalze und (eingeschränkt wirksam) Schwefel. Allerdings gibt es auch Richtlinien, die keine Kupferverbindungen erlauben. Jedenfalls muß wiederholt und vorbeugend gegen den Pilz vorgegangen werden. Da meist zuerst die oberirdischen Teile befallen werden, kann es auch helfen, das Kraut früher abzutöten. Aber hier können Fachleute besser helfen.
Ich kann dann getrost ins Bett 
Grüsse,
Bernd
Hallo,
Zwar kenne
ich das Thema auch aus Kindheitstagen, kann mich aber nicht
erinnern, jemals beim Kartoffelnsammeln in diese widerlich
stinken matschigen Kartoffeln gegriffen zuhaben.
bist du sicher, dass du nicht die Brutkartoffel erwischt hast?
Gruß, Niels