Hallo!
Ich möchte mehrere BUZ11 direkt mit einen PIC ansteuern. Eigentlich sollte das ja problemlos funktionieren, in das Gate fließt ja eigentlich kein Strom. Aber ein Kollege hat mich gewarnt, er selbst hat schon einen PIC verheizt.
Angeblich sei die Gatekapazität so groß, das da beim Umladen des Gates Spitzenströme auftreten.
Hat jemand Erfahrung mit dem Problem?
Sorry, was ist grade ein PIC ? *aufdemschlauchsteh*
Ich nehme an, das ganze soll eine Schaltnetzteilanwendung werden.
Der BUTT11 ist ein bipolarer Transistor - die Basis-Emitterstrecke muss bei Eintritt in die Sperrphase durch Anlegen einer negativen Spannung von überzähliger Ladung befreit werden ( „Ausräumung“ ), sonst geht das ganze per Schalterbetrieb nicht schnell genug in die Sperrphase, der Arbeitspunkt verweilt zulange im kritischen Spannung&Strom-Bereich, und das hat einen Defekt mindestens des Schalttransistors zur Folge. Gilt analog auch für unipolare Schalttransistoren.
Gruß
HM
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Ich möchte mehrere BUZ11 direkt mit einen PIC ansteuern.
Eigentlich sollte das ja problemlos funktionieren, in das Gate
fließt ja eigentlich kein Strom.
Eigentlich funktioniert das garnicht, weil die 5-V-Ausgangsspannung des PIC nicht reicht, um einen BUZ11 richtig durchzuschalten. Für solche Zwecke wurden extra Logik-Level-MOSFETs entwickelt. Diese können bereits mit 5 V Gatespannung voll durchschalten. Ein mit dem BUZ11 vergleichbarer Logik-Level-Standardtyp wäre z.B. der IRLZ34N
Aber ein Kollege hat mich
gewarnt, er selbst hat schon einen PIC verheizt.
Wer weiss, was der da gemacht hat…
Angeblich sei die Gatekapazität so groß, das da beim Umladen
des Gates Spitzenströme auftreten.
Hat jemand Erfahrung mit dem Problem?
Deswegen ist der PIC ganz sicher nicht kaputtgegangen. Möglicherweise hat Dein Kollege den Gate-Dämpfungswiderstand weggelassen oder falsch dimensioniert und das Ding fing an zu schwingen. Dann kann natürlich alles mögliche passieren.
Hallo.
Das geht nicht !!
Der Grund ist nicht unbedingt die Gate-Kapazität. Denn ich meine, die PIC Ausgänge sind recht robust.
Das Problem ist die Miller-Kapazität (Drain-Gate).
Wenn Du am Gate zb 12V schaltest, und das Gate nicht niederohmig ansteuerst, dann hast Du den ganzen 12V Spannungssprung am PIC-Ausgang.
So gehts:
Puffer den PIC-Ausgang einfach mit einer PushPull-Endstufe aus einem PNP und einem NPN-Transistor in Emitterschaltung.
Logic-Level sollte es schon sein. Ist es kein Logic-Level, dann wird wahrscheinlich der Einschaltwiderstand bei 5V etwas höher sein. gehen tuts aber wahrscheinlich auch.
Nur für ein Serienprodukt darfst das nicht tun.
Das geht nicht !!
Der Grund ist nicht unbedingt die Gate-Kapazität. Denn ich
meine, die PIC Ausgänge sind recht robust.
Und deshalb ist es auch kein Problem, MOSFETs direkt damit anzusteuern.
Das Problem ist die Miller-Kapazität (Drain-Gate).
Das ist nicht das Problem. Die Miller-Kapazität verlangsamt nur die Schaltgeschwindigkeit bzw. erhöht die benötigte Gate-Ladung.
Wenn Du am Gate zb 12V schaltest, und das Gate nicht
niederohmig ansteuerst, dann hast Du den ganzen 12V
Spannungssprung am PIC-Ausgang.
Nein, das kann nicht passieren. Erstens ist die Miller-Kapazität im Vergleich zur Gate-Source-Kapazität zu gering und zweitens wirkt die von der Miller-Kapazität verursachte Spannungsänderung am Gate dem Schaltvorgang entgegen, sodaß sich nur der Schaltvorgang verlangsamt, während sich die Gatespannung immer nur im Bereich 0…5V bewegt.
Es kann allerdings durch zu hohe Leitungsinduktivitäten passieren.
So gehts:
Puffer den PIC-Ausgang einfach mit einer PushPull-Endstufe
aus einem PNP und einem NPN-Transistor in Emitterschaltung.
Üblicherweise werden Gatetreiber-Transistoren in Kollektorschaltung betrieben. Sie werden aber nur benötigt, um den Gatestrom und damit die Schaltgeschwindigkeit zu erhöhen. Bei niederfrequenten Anwendungen sind sie überflüssig.
Logic-Level sollte es schon sein. Ist es kein Logic-Level,
dann wird wahrscheinlich der Einschaltwiderstand bei 5V etwas
höher sein. gehen tuts aber wahrscheinlich auch.
es könnte vielleicht funktionieren. Der Einschaltwiderstand erhöht sich zwar ein bischen aber das ist zweitrangig. In erster Linie verringert sich aber der Sättigungsstrom. Falls der Laststrom größer als der Sättigungsstrom ist, wird sich der Transistor in Rauch auflösen.