Piercing

Hi Experten!
Ich interessiere mich seit neuesten für ein Piercing unter der Lippe!
Nun wollte ich fragen wie gefährlich das sein kann! Da ja bei dem stechen einige Nervenbahnen getrennt werden wollte ich fragen was für Folgen das hat und ob die sich eigentlich regenerieren wenn das Piercing längere Zeit nicht eingesetzt wird?
Welche weiteren Gefahren könnte das Piercing haben?
mfg Danke Daniel

Hallo Daniel,
Ich glaube nicht, dass das hier der richtige Ort ist, um sich Ratschläge bezüglich absichtlicher Selbstverstümmelung zu holen.
Wenn du dir unbedingt einen Ring durch die Nase oder Lippe ziehen lassen willst, dann mach es.
Wenn sich dann alles schön entzündet und evtl.
Nerven beschädigt werden, dann zahle bitte auch eine notwendige ärztliche Behandlung selber und belaste damit bitte nicht deine Krankenkasse.

Man muss schon ziemlich bescheuert sein, sich absichtlich selbst zu verletzen

KH

naja… (etwas off topic)
Hallo KH,

generell bin ich auch eher Gegner von Piercings. Die gefallen mir nicht und aufgrund meiner Angst vor Nadeln in Form von Spritzen oder ähnlichem würde ich mich auch nie piercen oder tätowieren lassen.

Aber deine Antwort finde ich schon etwas krass…

Da will jemand nen Rat, um möglichen Komplikationen vorzubeugen, damit er eben nicht die Krankenkasse beansprucht, und du forderst, er solle für eventuelle Folgeschäden bloß nicht seine Krankenkasse und somit die Allgemeinheit belasten?

Dann dürfte sich möglichst bitte auch niemand mehr nen Ohring stechen lassen - ist auch freiwilliges Selbstverletzen und könnte schief gehen… Sogar ne Nickelallergie bei „normalem“ Schmuck wie Ringen kann sehr unangenehm werden, so dass man vom Arzt ne Salbe will. Oder Drogenabhängigkeit - da kann ein Arzt auch helfen, u.U. auf Kosten der Krankenkasse. Darf dann die halbe Menschheit nicht mehr solche Leistungen von der Krankenkasse zahlen lassen?

Viele Grüße
Merlinchen

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Hi! :smile:

@K.H.:

Ich find das den Gipfel der Unverschämtheit.
Wer bist Du, dass Du Dir diese Antwort rausnimmst???

Es hat Dich wohl niemand nach Deiner persönlichem Meinung gefragt, oder??? Danke…

@Daniel:
Geh zu einem Piercer, der wird Dich über evtl Nachteile aufklären. Mir sind, und MIR GEFÄLLTS :wink:, bei meinen Piercings nie Komplikationen aufgetreten.
Sagt Dir halt der erste Piercer ne zu, gehste zum nächsten… Viel Spass!

See ya

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Die Hitze dran schuld?
Vielleicht ein bißchen im Ton vergriffen!

Julia

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Bewusst eingegangene Gesundheitsrisiken

Aber deine Antwort finde ich schon etwas krass…

Hallo, Merlinchen,

man kann, wie Julia, K.H. vorwerfen, er habe sich im Ton vergriffen - allerdings nur für seinen letzten Satz, und das wars dann auch. Die Frage, ob es sich bei einem Piercing um Körperschmuck oder Selbstverstümmelung handelt, liegt allein im Auge des Betrachters. Die unterschiedlichen Ansichten dazu können diskussionswürdig sein, ernsthafte Kritik an der jeweilig anderen Meinung ist jedoch unsinnig, dass es sich lediglich um eine persönliche Geschmacksfrage handelt. In diesem Zusammenhang verbietet sich natürlich auch der geschwind verpasste Maulkorb durch BKleene.

Da will jemand nen Rat, um möglichen Komplikationen
vorzubeugen, damit er eben nicht die Krankenkasse beansprucht,
und du forderst, er solle für eventuelle Folgeschäden bloß
nicht seine Krankenkasse und somit die Allgemeinheit belasten?

Dann dürfte sich möglichst bitte auch niemand mehr nen Ohring
stechen lassen - ist auch freiwilliges Selbstverletzen und
könnte schief gehen… Sogar ne Nickelallergie bei „normalem“
Schmuck wie Ringen kann sehr unangenehm werden, so dass man
vom Arzt ne Salbe will. Oder Drogenabhängigkeit - da kann ein
Arzt auch helfen, u.U. auf Kosten der Krankenkasse. Darf dann
die halbe Menschheit nicht mehr solche Leistungen von der
Krankenkasse zahlen lassen?

Daniels Frage ist ok, zeigt er damit doch, dass er sich vorher Gedanken macht. Eine Gewähr, dass es nach dem Eingriff nicht doch zu Komplikationen kommt, hat er damit noch lange nicht, da können ihm noch 20 Leute bekunden, wie problemlos die Sache bei ihnen abgelaufen ist und ihn munter von Piercer zu Piercer schicken.

Ich teile K.H.s Meinung in der Frage möglicher Folgebehandlungskosten uneingeschränkt und würde sie ohne weiteres auf die von Dir beschriebenen „Gegenbeispiele“ ausdehnen, ausgenommen das in diesem Zusammenhang völlig deplazierte Beispiel mit der Drogenabhängigkeit. - Auch mögliche Entzündungen durch Ohrlochstechen oder durch das Tragen von Schmuck hervorgerufene Allergien sind letztlich Gesundheitsrisiken, die sich nicht aus medizinischer Notwendigkeit, sondern einzig aus persönlichem Modebewusstsein, gelegentlich auch aus Eitelkeit ergeben. - Ich mag Körperschmuck übrigens auch. Weshalb jedoch dadurch verursachte Erkrankungen von der Allgemeinheit bezahlt werden sollen, geht mir nicht in den Kopf.

Gruss,
Andreas

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Hai, Daniel,

Ich interessiere mich seit neuesten für ein Piercing unter der
Lippe!
Nun wollte ich fragen wie gefährlich das sein kann! Da ja bei
dem stechen einige Nervenbahnen getrennt werden wollte ich
fragen was für Folgen das hat und ob die sich eigentlich
regenerieren wenn das Piercing längere Zeit nicht eingesetzt
wird?

Also, wenn Nerven verletzt werden, kannst Du üblicherweise davon ausgehen, daß die sich nicht wieder regenerieren - wenn ich Dich richtig verstehe, meinst Du so ein Piercing zwischen Unterlippe und Kinn?
Da laufen, soweit ich weiß, keine wichtigen Steuernerven für die Gesichtsmuskulatur lang.
Aber ob Du nun ein solches Piercing meinst, oder eines, daß unter der Oberlippe im Lippenbändchen sitzt (wenn Du Deine Zunge an den oberen Schneidezähnen außen lang nach oben schiebst, ist da ein Häutchen…) - Du mußt Dir darüber bewußt sein, daß Du Dir ein Ding in den Mund praktizierst. Dinge im Mund erhöhen aber den Speichelfluß und die Teile rappeln über die Zähne, was für letztere nicht unbedingt das Beste ist. Ebenso verändert sich die Aussprache…
Läßt Du Dir das Ding unter der Unterlippe setzen und nimmst es irgendwann später wieder heraus, bleibt ein kleines Loch, daß aussieht, wie von einem Pickel übriggeblieben.

Welche weiteren Gefahren könnte das Piercing haben?

Da wäre natürlich die Gefahr der Entzündung zu nennen. Den Mundraum kriegt man nicht keimfrei…
Eine solche Entzündung muß sofort behandelt werden. Sie kann auf umgebende Nerven übergreifen, diese schädigen und damit zu teilweiser Gesichtslähmung führen (muß nicht, ist aber schon vorgekommen), sie kann auch zu 'ner Blutvergiftung führen…
Zusätzlich wäre auch noch die Möglichkeit zu nennen, daß Du Dir mit Deinem schönen neuen Piercing 'ne leckere Allergie einfängst (frische Wunde plus schlecht verträgliches Material, z.B. Nickel, kann schon reichen), in dem Fall kannst Du nicht nur Dein Piercing wieder rausmachen, sondern kannst davon ausgehen, daß Du auch mit anderem Schmuck oder Uhren Probleme bekommst.

Ich persönlich würde mir keine Löcher ins Gesicht stechen lassen, weil mir die Gefahr für einen kosmetischen Effekt zu hoch wäre - aber das ist Geschmackssache.

Gruß
Sibylle

etwas off topic

Weshalb jedoch dadurch
verursachte Erkrankungen von der Allgemeinheit bezahlt werden
sollen, geht mir nicht in den Kopf.

Weshalb sollte ich den Beinbruch bezahlen, den sich jemand zugezogen hat, der sich Holzbretter an die Fuesse gebunden hat und damit die Alpen ruiniert? Wie komme ich dazu, die Behandlung der Schuerfwunden zu bezahlen, weil jemand glaubt, er muesse sich auf ein Metallgestell mit zwei Raedern dran setzen und damit im (fast) freien Fall den Berg runterfahren? Oder die Zahnbehandlung von Leuten, die sich von braunem Zuckerwasser ernaehren? Es gibt unendlich viele Beispiele dafuer, dass man selber die Behandlung von Dingen bezahlt, die man selber nicht unterstuetzt. Das nennt man Sozialstaat. Ich selber habe einmal in meinem Leben auf Skiern gestanden (im Alter von sieben Jahren), ich besitze kein Fahrrad, ich esse keine Suessigkeiten - aber weil ich keinen Sport mache und jeden Tag 12 Stunden vor dem Computer sitze, habe ich einen Bandscheibenschaden. Also - ich bezahle die kaputten Beine der Ski- und Fahrradfahrer, und die bezahlen dafuer meinen kaputten Ruecken. Ist doch gerecht, oder?

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Von mir aus auch off topic
Guten Tag!

Nur eine Stunde und zwanzig Minuten - ich hatte schneller mit dieser Gegenargumentation gerechnet.

Ganz bewusst habe ich das Thema nicht ausgedehnt, aber jetzt, da mal wieder im Rundumschlag das ganze Fass aufgemacht wurde, ist es völlig belanglos, in welchem Punkt ich mich Dir anschliesse und in welchem nicht. Sollte ich im nachfolgenden Zitat eventuell die versteckte Ironie überlesen haben, dann hast Du allen Respekt, ansonstens steckt der grundsätzliche Denkfehler genau hier:

Also - ich bezahle die kaputten Beine der Ski- und Fahrradfahrer,
und die bezahlen dafuer meinen kaputten Ruecken. Ist doch
gerecht, oder?

Solange es Leute gibt, die glauben, durch wechselseitiges „Aufrechnen“ ihrer eigenen „Verfehlungen“/Risiken mit denen der anderen den viel beschworenen „Sozialstaat“ weiterhin ungeschmälert zur Ader lassen zu können, werden die Kosten ungebremst steigen. Über kurz wird das keiner mehr bezahlen können, dann haben sich alle Diskussionen von allein erledigt.

Diese Auffassung ist nicht neu, sondern wurde schon vielfach im Forum geäussert. Man kann sich ihr voll oder bedingt anschliessen oder man lässt es. Die Argumente zum Thema sind ausgetauscht, jetzt braucht es nach meiner Meinung rigorose Gesundheitspolitiker, die sich über das Heulen einzelner Gruppen hinwegsetzen und Reformen ausnahmsweise mal umsetzen, statt sie immer nur zu planen. Zur Kostendämpfung und Erziehung der Krankenversicherten zur Selbstverantwortung eignen sich dabei idealerweise die Bereiche, in denen es eine unmittelbare Ursächlichkeit zwischen selbst verantwortetem Risiko und nachfolgender „Krankheit“ gibt. Piercings gehören allemal dazu. Ich weiss, sehr unsozial, diese Einstellung.

Gruss,
Andreas

Hallo Daniel,

Du meinst sicher ein Piercing, das außen unter der Unterlippe sichtbar ist und innen in der Umschlagfalte zwischen Kieferkamm und Lippen-Innenseite liegt.

Zum Risiko des Stechens selbst kann ich nichts sagen - das wird davon abhängen, inwieweit es von einem Sachkundigen durchgeführt wird, der weiß, wo und wie er stecken muss, und ob dies unter keimfreien Umständen geschieht. Sicher muss man sich jedoch darüber im Klaren sein, dass der Mundraum nie steril sein kann - eine erhöhte Infektionsgefahr ist insofern sicher gegeben.

Ich kenne jedoch eine Reihe von wissenschaftlichen Veröffentlichungen, die Träger solcher Piercings nach einiger Zeit untersucht haben. Leider scheint das für die Zähne nicht ganz unproblematisch zu sein, in zweierlei Hinsicht:

  • Das im Mund liegende Teil des Piercings (meistens eine kleine Platte) scheuert praktisch dauernd an der Schleimhaut unterhalb der Unterkiefer-Frontzähne. Die Folge ist nach relativ kurzer Zeit oft ein Zurückweichen des Zahnfleisches dort und ein Freilegen der Zahnhälse; dies führt zu entsprechenden Empfindlichkeiten am Zahnhals und zum Zurückweichen des haltenden Knochens, schlimmstensfalls fangen die UK-Zähne zu wackeln an.
  • Sitzt das Piercing nicht ganz so tief, so dass die Platte auch mit der Krone der Zähne in Kontakt kommt, kann es Schmelzsprünge und Abplatzungen geben.

Gruß
Dantis