Pigeldi - Teil 2

Hallo,
wer neugierig ist wie’s weitergeht - die Presse ist eingeschaltet. Und wir haben eine unglaubliche Lawine losgetreten.

Damit fings an: (Leider nur noch Textversion)
http://www.berlinonline.de/wissen/berliner_kurier/ar…

dann kam Teil 2:
http://www.berlinonline.de/wissen/berliner_kurier/ar…

und heute Teil 3, war aber bestimmt nicht der Letzte:
http://www.berlinonline.de/aktuelles/berliner_kurier…

Falls jemand ähnliche Probleme hat und sich beteiligen möchte, einfach mail an mich, leite ich dann weiter. Kommentare aus anderen Städten sind herzlich willkommen.

Bis demnächst

Kalle

Hallo Kalle
danke für die Info.

Bei aller Sorge um unsere Kinder hoffe ich aber, dass jetzt nicht alle Lehrer verteufelt werden. Ziel muss es sein, Lösungen für die Probleme der Kinder und für die der Lehrer zu finden.

Bitte halte uns weiter auf dem Laufenden.

Gruß Andreas

Journalismus???
ich habe Deinen ersten Artikel schon vor Tagen gelesen und ich hoffe SEHR, daß Deinem Sohn geholfen werden kann.

ich freue mich auch, daß Du die Presse erreicht hast und hoffentlich dadurch die Öffentlichkeit auch ein bißchen sensibilisert werden kann.

ABER: ich habe die Artikel im Kurier gelesen (durch Deine angegebenen Links) und bin ein bißchen entsetzt. das ist ja purer reißerischer Journalismus der schlimmsten Sorte!!! gezeigt wird nur eine Seite: die der Schüler. es wird regelrecht gehetzt.
versteh mich bitte nicht falsch, Deinem Sohn - und wahrscheinlich auch vielen anderen Schülern - geschieht schlimmes, und das muß geändert werden!
aber ob das auf diese Art passiert??? in diesen Artikeln werden weder Lösungsmöglichkeiten angeboten noch wurden Argumente von Lehrern gebracht. ich habe den Eindruck, daß dort nur geschrieben wird, um die Sensationslust der Leser zu befriedigen. so nach dem Motto: an wievielen Leidenden können wir uns denn noch ergötzen?

ich kann mir nicht vorstellen, daß Deinem Sohn dadurch geholfen wird! was denkst Du denn, was passiert, wenn die Lehrer dieser Schule das lesen? das verhärtet doch die Fronten nur!
ich würde Dir empfehlen, den seriösen Ombudsmann der Berliner Zeitung (nicht BZ!) einzuschalten! der versucht, wirklich etwas zu erreichen und wird auch mit dem Direktor sprechen. Er möchte wirklich HELFEN, und nicht nur die AUflage seiner Zeitung erhöhen!

ich wünsche Dir und Deinem Sohn viel Glück!
Queedin

Hallo Kalle,

ich melde mich nochmals zu Wort. Vielleicht erinnerst du dich, ich hatte einige Vorschriften zitiert, um dir Hilfestellung in deinem Fall zu geben. Das Suchen und Nachschlagen hat etliche Zeit in Anspruch genommen, aber ich finde, jeder sollte seine Rechte kennen.
Was mich jetzt betroffen macht, ist der Stil dieser „Zeitungsartikel“, die du uns vorstellst. Das ist kein Journalismus, das ist ein Zitieren deiner Emotionen, wie du sie auch im Forum hier geschrieben hast. Ich schließe mich meinem Vorredner an, dass du mit solcher Polemik, Einseitigkeit wenig vorankommen wirst. Warum regelst du das nicht über Elterngremien deiner Schule, meinetwegen auch über die Schulaufsicht? Es wirft kein gutes Bild auf dich, dass du Argumente, die man dir sogar an die Hand gibt, nicht nutzt.
Was ich mich auch frage, ist, warum all diese Leute, die sich zu Wort melden, nicht mit vollem Namen genannt werden möchten. Wenn sie ihre Probleme in der Schule angesprochen hätten, so könnten sie sich auch hier benennen lassen. Schlimmer kann die Situation doch gar nicht mehr werden, oder? Zumindest erhält der uninformierte Leser diesen Eindruck.
Eine Mutter schreibt, „dass manche Lehrer lieber Kinder haben möchten, die nicht aufmucken.“ Was möchten Eltern denn lieber?
Ich finde es unfair, dass gute Lehrer keinen Dank erwarten können, vielleicht macht sie das irgendwann zu erbitterten, zynischen Lehrern.
Ich glaube, es ist eine besondere Leistung, Großstadtlehrer zu sein. Ich wollte nicht in Berlin unterrichten. Die Kinder und Jugendlichen sind heute ein gutes Stück selbstbewusster, da muss man sich auch als Lehrer einiges anhören. Ich finde es aber erstrebenswert, mit der Klasse eine solche Vertrauensatmosphäre entwickeln zu können, dass von beiden Seiten nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden muss.
Ich streite nicht ab, dass Lehrer oft überfordert sind. Das liegt daran, dass sich die Rahmenbedingungen ihres Berufes in den fünfzig Jahren ihres Tätigseins unvorhersehbar, meist zum Schlechteren, wandeln. Zumindest sollten aber Lehrer und Eltern zum Wohle der Kinder an einem Strang ziehen und gemeinsam für eine bessere Schulsituation kämpfen. Guerilla-/ Einzelbekriegung sorgt auch hier weiter für „Mobbing, Demotivation, Verzweiflung“ (ich zitiere aus Artikel 2).
Ich fühle mich als Lehrerin persönlich in den Schmutz gezogen.

Traurig, Allie.

Hallo Allie!

Hallo Kalle,

ich melde mich nochmals zu Wort. Vielleicht erinnerst du dich,
ich hatte einige Vorschriften zitiert, um dir Hilfestellung in
deinem Fall zu geben. Das Suchen und Nachschlagen hat etliche
Zeit in Anspruch genommen, aber ich finde, jeder sollte seine
Rechte kennen.

Ich danke Dir auch dafür, allein wäre ich da sicher nicht oder mindestens nicht so schnell und so präzise drauf gekommen. Die Inhalte sind ja auch recht interessant.

Was mich jetzt betroffen macht, ist der Stil dieser
„Zeitungsartikel“, die du uns vorstellst. Das ist kein
Journalismus, das ist ein Zitieren deiner Emotionen, wie du
sie auch im Forum hier geschrieben hast.

Sorry, darauf habe ich echt keinen Einfluss.

Ich schließe mich
meinem Vorredner an, dass du mit solcher Polemik,
Einseitigkeit wenig vorankommen wirst. Warum regelst du das
nicht über Elterngremien deiner Schule, meinetwegen auch über
die Schulaufsicht? Es wirft kein gutes Bild auf dich, dass du
Argumente, die man dir sogar an die Hand gibt, nicht nutzt.

Sei mir bitte nicht böse, ich habe anfangs den soften Weg gewählt, ohne Erfolg. Im Gegenteil - diese (und hier liegt die Betonung!) Lehrerin hat den Ball wieder an unseren Sohn zurückgespielt. Nachdem sie beim Direktor war, wäre doch die Welt fast wieder in Ordnung gewesen.
Es gibt da ein Sprichwort: Kaum ist Gras über eine Sache gewachsen, kommt ein Kamel und frisst es wieder ab.
In diesem Fall ja wohl DIESE Lehrerin. Sie hat einen Fehler gemacht, war beim Direktor. Hätte doch gereicht, oder? Wieso zieht sie unseren Sohn (Zitate kennst Du ja) da wieder rein?
Getroffene Hunde bellen!

Was ich mich auch frage, ist, warum all diese Leute, die sich
zu Wort melden, nicht mit vollem Namen genannt werden möchten.
Wenn sie ihre Probleme in der Schule angesprochen hätten, so
könnten sie sich auch hier benennen lassen. Schlimmer kann die
Situation doch gar nicht mehr werden, oder? Zumindest erhält
der uninformierte Leser diesen Eindruck.

Diese Frage hat sich mir auch aufgetan und ich habe sie heute an Herrn Reichelt gestellt.

Eine Mutter schreibt, „dass manche Lehrer lieber Kinder haben
möchten, die nicht aufmucken.“ Was möchten Eltern denn lieber?
Ich finde es unfair, dass gute Lehrer keinen Dank erwarten
können, vielleicht macht sie das irgendwann zu erbitterten,
zynischen Lehrern.
Ich glaube, es ist eine besondere Leistung, Großstadtlehrer zu
sein. Ich wollte nicht in Berlin unterrichten. Die Kinder und
Jugendlichen sind heute ein gutes Stück selbstbewusster, da
muss man sich auch als Lehrer einiges anhören. Ich finde es
aber erstrebenswert, mit der Klasse eine solche
Vertrauensatmosphäre entwickeln zu können, dass von beiden
Seiten nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden muss.
Ich streite nicht ab, dass Lehrer oft überfordert sind. Das
liegt daran, dass sich die Rahmenbedingungen ihres Berufes in
den fünfzig Jahren ihres Tätigseins unvorhersehbar, meist zum
Schlechteren, wandeln. Zumindest sollten aber Lehrer und
Eltern zum Wohle der Kinder an einem Strang ziehen und
gemeinsam für eine bessere Schulsituation kämpfen. Guerilla-/
Einzelbekriegung sorgt auch hier weiter für „Mobbing,
Demotivation, Verzweiflung“ (ich zitiere aus Artikel 2).
Ich fühle mich als Lehrerin persönlich in den Schmutz gezogen.

Nochmals, Du musst und sollst Dich nicht in den Schmutz gezogen fühlen. Nicht Du und nicht alle Deine Kolleginnen und Kollegen, die sich korrekt verhalten.
Es geht hier um eine Einzelperson.

Ich gebe Dir jetzt fünf Wörter:
Franzose, Autoklau, Rotwein, Japaner, Pole
Und jetzt assoziiere bitte mal. Komisch, einer bleibt über!
Es ist nämlich unsere Gesellschaft die das alles so sieht.

Und so ist es auch hier, das ist kein Angriff gegen ALLE Lehrer.
Und falls Du den Artikel von heute mal genauer angesehn hast, da wird der Spieß nämlich auch umgedreht, gegen die Kids, denn die sind auch nicht immer schuldlos!

Traurig, Allie.

Sei bitte nicht sauer - jedenfalls nicht auf mich

Bis zum nächsten Mal

Kalle

Hallo Kalle,

danke für deine Differenzierung an dieser Stelle.

Das Problem bleibt jedoch bestehen. Was hast du erwartest, als du dich an ein solches Blättchen gewandt hast? Natürlich stellt das Blatt nicht den Einzelfall dar, schon gar nicht wird genau nachrecherchiert, indem man beispielsweise den Direktor um eine Stellungnahme ersucht. Statt dessen werden eben doch DIE LEHRER allgemein angegriffen, indem man um Zuschriften bettelt, die man dann zusammenhangslos aneinanderreiht, ohne die Einzelumstände zu nennen. Die Sprache der Artikel bezeichne ich als niveaulos und hetzend.

Du berufst dich darauf, dass auch die Kinder als schwierig dargestellt werden (so dass Schuld nicht einseitig zugewiesen würde). Direkt danach wird jedoch darauf gepocht, dass Kinder nur aus dem Grund schwer umgänglich seien, weil sie auf das Verhalten der Lehrer reagierten! Das macht mich sprachlos.

Leider wird deine Stellungnahme hier, dass viele Lehrer ihre Arbeit korrekt tun, von vielleicht 100 Menschen gelesen.
Diese „Zeitung“ jedoch wird eine Auflage um das Vielfache haben und ist im Internet zugänglich. Das wirkt sich sehr rufschädigend auf unseren gesamten Berufsstand aus.

Nun frage ich dich, wirst du auch den Mut haben, den Verfasser dieser Artikel zur Rede zu stellen und darauf bestehen, dass er von Einzelfällen spricht?
Wie wäre es mit einer Entschuldigung gegenüber den Lehrkräften, die sich sehr für ihre Klassen engagieren?
Warum kann es nicht auch mal eine Gegenaktion geben, dass Eltern öffentlich bekannt machen, dass in vielen Schulen und Klassen gut miteinander gearbeitet wird?

Ich wünsche deinem Sohn, dass er seine Ruhe wiederfindet. Ihn zu schützen, die Normalität wiederherzustellen dürfte dir mit dieser Aktion nur schwerlich gelungen sein.

Allie.

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Hallo,
wer neugierig ist wie’s weitergeht - die Presse ist
eingeschaltet. Und wir haben eine unglaubliche Lawine
losgetreten.

Ich fürchte das dies kein Grund ist, stolz zu sein! Ich frage mich wirklich wofür Elternvertretungen da sind. Wir hatten mal massive Probleme mit der Hortnerin einer Grundschulklasse, die die Schüler auch, nun sagen wir, sehr unpädagogisch behandelt hat. Wir machten uns als Eltern stark und erreichten eine Aussprache mit mehreren Eltern und dieser Hortnerin. Ein entsprechendes Protokoll haben wir dem Jugendamt geschickt (bei uns steht der Hort unter städtischer Verwaltung). Am Ende hat man sich irgendwie mit der ERzieherin arrangiert, sie ging freiwillig. Obwohl ich eine sehr gute Freundin bei der lokalen Bildzeitung habe wäre ich um nichts in der Welt auf die Idee gekommen, diese einzuschalten. Was sollen wir denn unseren Kindern für das Leben mitgeben, wenn wir Ihnen zeigen, daß man auf Mißerfolge nicht mehr mit Ausdauer und Beharrlichkeit reagiert, sondern mit dem Weg in die Sensationspresse. Man muß sich so nicht wundern, wenn manche Leute dann auch ihre Beziehungen im Fernsehen klären wollen.

Im übrigen habe ich erst jetzt mitbekommen, daß Dein Sohn bereits 12 ist, ich gebe zu, bei der Art wie Du das Problem zunächst geschildert hast, glaubte ich an ein 6 oder 7jähriges Kind. Kann es sein, Du bist auch etwas übersensibel, wenn Deinem Kind Unrecht geschieht? Ab der fünften Klasse sollten Kinder auch schon mal bißchen was aushalten können. Ich sage meinen immer, daß die Welt nicht gerecht ist und man manche Dinge mit Gelassenheit sehen muß, nicht daß man alles hinnehmen muß, aber man muß schon in einer gewissen Angemessenheit reagieren.
Ich halte es auch für unnormal, wenn ein 12-jähriger tatsächlich so heftig reagiert, das kann aus meiner Sicht kaum von dem Spitznamen Pigeldi kommen. (zur Erläuterung, meine eignen Kinder sind 11 und 13, die meiner Schwester auch, so daß ich mir da ein gewisses Urteil erlauben kann.
Entweder war der Prozeß schleichend und Du hast vorher nicht gemerkt was läuft oder aber Dein Kind ist übersensibel und man sollte vielleicht lieber da ansetzen.
Ich will Dir hier keine Vorhaltungen machen, aber wenn ich mich recht erinnere, sollte doch dem Kind geholfen werden, da müssen Ursachen erkannt werden. Ein Rachefeldzug gegen Auslöser ist aus meiner Sicht eben kein Weg. Das gibt dem Kind ein denkbar schlechtes Rüstzeug auch in der Zukunft mit Konflikten umzugehen.

Gruß Heike

zu massive Maßnahme
Hallo Kalle,

in einer massiven Maßnahme, die als Reaktion auf ein massives Fehlverhalten ergriffen wird, birgt immer die Gefahr, dass die Aufmerksamkeit mehr auf die besagte Maßnahme als auf das eigentliche Problem gerichtet wird. Denn dann wird aus dem Täter ein Opfer, wobei erfahrungsgemäß meistens die Erwachsenen eher gewinnen als die Kinder.

viele Grüße
Claudia

kannich jedem einzelnen deiner Worte zustimmen owT
Danke.
Elke

Hallo Ihr Alle,

ich möchte mich hier auf die Seite von Kalle stellen (nicht auf die Seite der Presse).
Kalle hat versucht, mit dem Rektor und der Lehrerin zu reden und hat eine Abfuhr erhalten. Mich wundert das nicht, denn das ist an vielen deutschen Schulen leider trauriger Alltag. Deshalb finde ich es wichtig, dass man solche problematischen Angelegenheiten nicht unter den Tisch fallen lässt.
Wenn die Leitung der Schule nicht bereit ist, bei Verfehlungen der Lehrer einzuschreiten, dann müssen sie mit den Konsequenzen leben. Hätte Kalle angedeutet, dass er es öffentlich macht, dann hätte er sehr schnell ein Ergebnis gehabt, ohne den Schritt wirklich machen zu müssen.
Wer hier laut sagt, dass Kalle mit anderen Mitteln besser bedient gewesen wäre, der irrt!
Mein Sohn wurde vor Jahren übel von Mitschülern gequält (schlimmstes Mobbing!). Man hat ihn geschlagen, gequält, ihm Kleidung ruiniert und gestohlen, man hat ihn erpresst, hat Telefonterror betrieben, hat ihm anonyme Briefe zukommen lassen und zu guter letzt hat man versucht, ihn zu ertränken.
Über ein Jahr habe ich beinahe täglich mit Eltern und dem Klassenlehrer geredet, alles ohne Erfolg. Die Eltern wollten sich nicht in „Kinderstreitereien“ einmischen und der Lehrer wollte sich nicht größer mit den Eltern auseinander setzen. Ich rannte gegen Wände und mehr als einmal mußte ich mich ins Auto setzen, weil mein Sohn nach der Schule nicht nach Hause kam. Beim letzten Mal habe ich ihn zusammen gekauert unter einer kleinen Brücke gefunden, wo man versucht hatte ihn zu ertränken.
Da ist mir der Geduldsfaden gerissen und ich habe einen langen Leserbrief (ohne Namen zu nennen) in der Tageszeitung veröffentlicht.
Danach war der Teufel los.
Ich möchte hier nicht alle Einzelheiten schildern, aber dass ich die Schule nicht geteert habe, hat diese Schule nur einer einzigen Lehrerin zu verdanken. Diese Lehrerin hat sich für meinen Sohn eingesetzt und gemeinsam haben wir Ruhe geschaffen. Der Lehrer bestritt, dass er über alles informiert war, die Elternsprecher (deren Kinder ebenfalls beteiligt waren) haben mich der gemeinen Lüge bezichtigt und man verlangte, dass ich eine, von ihnen vorher gelesenen, andere Darstellung in der Tageszeitung abdrucken lassen solle.
Nein, ich habe es nicht getan, denn jedes Wort war wahr. Das Telefon stand auch Wochen später nicht still. Immer wieder riefen Eltern an und klagten ihr Leid. Aber den Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen hatte nur eine einzige andere Mutter und auch sie kam erst da zu ihrem Recht! Ich kann es den vielen anonymen Eltern nichteinmal verdenken, dass sie lieber im stillen leiden, denn was dann kommt, fordert einem sehr viel ab.
Die Schulleitung und ich haben heute nicht gerade das beste Verhältnis, allerdings muß ich sagen, dass mein Erscheinen oder mein Anrufen in der Schule auch heute noch zu Schweissausbrüchen bei den Betroffenen führt und meinem Kind nichts Ungerechtes mehr widerfährt.
Es hätte nie und nimmer soweit kommen müssen, aber egal was ich auch versuchte, keiner wollte helfen. Ich damals nur noch diesen Weg und erst dieser Schritt brachte Ruhe.
Ich habe nichts gegen Lehrer, ganz im Gegenteil. Ich bewundere sie, denn sie haben wirklich keine leichte Aufgabe und ich möchte nicht mit ihnen tauschen müssen. Lehrer sind auch nur Menschen und Menschen sind nicht unfehlbar. Es würde mir nicht im Traum einfallen, einen Lehrer zu teeren, nur weil mal was schief lief. Wenn mein Sohn sich nicht benimmt, dann muss er ebenso wie jeder andere mit den Konsequenzen leben.
Aber ich würde nie, nie wegschauen, wenn ich bemerken würde, dass was gewaltig schief läuft und das gilt nicht nur für die Schule, das gilt für alle Wege die ich gehe.

Liebe Grüße

Userine

Hallo,

Ich fürchte das dies kein Grund ist, stolz zu sein!

Ich glaube nicht, dass Kalles Posting was mit Stolz zu tun hat.

Ich frage
mich wirklich wofür Elternvertretungen da sind.

Diese Frage solltest Du Dir dann stellen, wenn Du als einzige mal ein wirkliches Problem hast.
Die meisten wurden gewählt, damit die Wahl über die Runden gebracht wurde.

Wir hatten mal
massive Probleme mit der Hortnerin einer Grundschulklasse, die
die Schüler auch, nun sagen wir, sehr unpädagogisch behandelt
hat. Wir machten uns als Eltern stark und erreichten eine
Aussprache mit mehreren Eltern und dieser Hortnerin.

Und was tust Du, wenn Du alleine da stehst oder all die anderen nichts sagen, weil sie zu denen gehören, die sich nicht trauen?

Ein
entsprechendes Protokoll haben wir dem Jugendamt geschickt
(bei uns steht der Hort unter städtischer Verwaltung). Am Ende
hat man sich irgendwie mit der ERzieherin arrangiert, sie ging
freiwillig.

Das ist schön für Euch.

Obwohl ich eine sehr gute Freundin bei der lokalen
Bildzeitung habe wäre ich um nichts in der Welt auf die Idee
gekommen, diese einzuschalten. Was sollen wir denn unseren
Kindern für das Leben mitgeben, wenn wir Ihnen zeigen, daß man
auf Mißerfolge nicht mehr mit Ausdauer und Beharrlichkeit
reagiert, sondern mit dem Weg in die Sensationspresse. Man muß
sich so nicht wundern, wenn manche Leute dann auch ihre
Beziehungen im Fernsehen klären wollen.

Promis sind mit Ottonormalbürger nicht zu vergleichen.
Wenn Du deinen Kindern Ausdauer und Beharrlichkeit mit auf den Weg geben möchtest, dann hätte die Hortnerin ja auch bleiben können. Aber das wäre ja auch nicht in Deinem Interesse gewesen! Du hattest das Glück, dass Du andere Eltern an Deiner Seite hattest, die so dachten wir Du. Aber das ist nicht die Regel, wenn es auch wünschenswert wäre.

Im übrigen habe ich erst jetzt mitbekommen, daß Dein Sohn
bereits 12 ist, ich gebe zu, bei der Art wie Du das Problem
zunächst geschildert hast, glaubte ich an ein 6 oder 7jähriges
Kind. Kann es sein, Du bist auch etwas übersensibel, wenn
Deinem Kind Unrecht geschieht?

Was soll denn nun das? Es gibt nun mal sehr sensible Kinder und das, was so ein Kind erlebt und fühlt, ist für Aussenstehende kaum nachvollziehbar.

Ab der fünften Klasse sollten
Kinder auch schon mal bißchen was aushalten können. Ich sage
meinen immer, daß die Welt nicht gerecht ist und man manche
Dinge mit Gelassenheit sehen muß, nicht daß man alles
hinnehmen muß, aber man muß schon in einer gewissen
Angemessenheit reagieren.

Angemessen? Ich halte es für alles andere als angemessen, wenn eine Lehrerin einen Schüler mit Pigeldi anspricht!

Ich halte es auch für unnormal, wenn ein 12-jähriger
tatsächlich so heftig reagiert, das kann aus meiner Sicht kaum
von dem Spitznamen Pigeldi kommen.

Unnormal? Wieviele sensible Kinder hast Du schon kennen gelernt? Du solltest mit solchen Urteilen vorsichtig sein.

(zur Erläuterung, meine
eignen Kinder sind 11 und 13, die meiner Schwester auch, so
daß ich mir da ein gewisses Urteil erlauben kann.

Zur Erläuterung: das sagt rein garnichts aus!!!
Ich habe 4 Kinder, wovon eines bereits Erwachsen ist. Ich habe für das Jugendamt gearbeitet und kann Dir guten Gewissens sagen, dass Du Dir kein Urteil darüber erlauben kannst, auch kein „gewisses“!

Entweder war der Prozeß schleichend und Du hast vorher nicht
gemerkt was läuft oder aber Dein Kind ist übersensibel und man
sollte vielleicht lieber da ansetzen.

Dass der Prozess schleichend war, das könnte man sagen. Aber man kann bei einem sensiblen Kind nicht einfach denken, dass man es „abhärten“ sollte. DAS funktioniert nämlich nicht.
Zerstört ein Kind plötzlich sein Spielzeug, kapselt sich immer mehr ab, dann ist das immer ein Hilfeschrei (unabhängig vom Alter)!

Ich will Dir hier keine Vorhaltungen machen, aber wenn ich
mich recht erinnere, sollte doch dem Kind geholfen werden, da
müssen Ursachen erkannt werden. Ein Rachefeldzug gegen
Auslöser ist aus meiner Sicht eben kein Weg. Das gibt dem Kind
ein denkbar schlechtes Rüstzeug auch in der Zukunft mit
Konflikten umzugehen.

Wo bitte siehst Du einen Rachefeldzug? Für das „WIE“ die Presse schreibt, kann Kalle nichts, dafür kann keiner was.
Er tut nichts anderes, wie auch Du zusammen mit anderen Eltern getan hast. Er kämpft um das Wohl seines Kindes! Über das wie kann man vielleicht streiten, aber mehr auch nicht.

Gruß

Userine

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Hallo Claudia,

ich habe das Thema soweit möglich mitverfolgt.

Meine Tochter ist jetzt 3, kenne mich also noch nicht
mit Lehrerstreitigkeiten aus und Kika kommt erst noch,
aber unabhängig davon gibt es nichts was ich als
„zu massive Maßnahme“ sehe wenn es um das Wohl meiner Tochter geht.

Unverhältnismäßig, vielleicht.

Miteinander Reden ist gut, aber wenn eine Seite nicht zuhören
will funktionierts nicht.
Hinterher kommen Sprüche wie:
„Hätten Sie doch nur mit uns gesprochen…“
aber da ist das Kind meißtens schon in den Brunnen gefallen.

Auch denke ich, ist das Problem bekannt besteht hier schnellster
Handlungsbedarf bevor schlimmeres passiert.
Thema Suizid, wäre nicht das erstemal wegen solcher „Peanuts“.

Man kann, denke ich, froh sein wenn einem die eigenen Kinder
überhaupt erzählen das was im Busch ist.

In diesem Fall hätte ein Satz langen sollen:
Ich bitte Sie in Zukunft darauf zu verzichten den Namen meines
Sohnes zu verspotten.

Und damit hätte Ruhe sein sollen, wobei ich der Ansicht bin das
ein verantwortungsbewußter Pädagoge sowas erst garnicht gemacht hätte.

Mag sein das meine Ansichten etwas krass sind, da noch keine Erfahrung, aber sowas darf/sollte nicht passieren und wenn doch schnellstmöglich aus der Welt geschafft werden.

Salve

Robert

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Hallo Robert,

sich als Elternteil bei einem Lehrer über seine Lehrmethode kritisch zu äußern ist meistens eine kitzlige Sache. Als „Elter“ will man natürlich ein unbeschadetes, unbelastetes Kind haben (heute mehr, als vor 30 Jahren). Als Lehrer muß der Spagat zwischen anspruchsvollem Lehrplan und Bemühung um Aufmerksamkeit einer lebhaften Meute von 30 Kindern bewältigt werden (auch anders als vor 30 Jahren).
Da kann ich mir sehr gut vorstellen, dass bei einem Gespräch die Nerven schneller blank liegen, als den Beteiligten lieb ist.
Doch nach meiner Erfahrung in unserer Grundschule ist nach einer Weile dann doch ein vernünftiges Gespräch möglich.
Und darum gebe ich mit meinem Posting zu bedenken, dass Probleme innerhalb der Schule lieber dreimal mehr intern geklärt werden sollten, als wenn eine breite Masse von Unbeteiligten darauf aufmerksam gemacht wird, die sich meistens dann zu Pauschalurteilen hinreissen läßt. Ab dann gilt es den Ruf der Schule wieder herzustellen, und den Rektor wieder ins rechte Licht zu rücken. Was wird aus der Lehrerin? Wird sie mit dieser Erfahrung künftig auf Beleidigungen verzichten, weil sie ihren Fehler bei diesem Öffentlichkeitsdruck einsieht? Was wird aus dem Jungen? Stammt der nicht von Eltern ab, die Kontakte zur Presse haben - wie soll da ein nachfolgender Lehrer ein unverkrampftes Verhältnis zu ihm aufbauen? Welche Erfahrungen zieht das Kind da raus?

Es wird keiner von uns von hier aus beurteilen können, ob man nicht doch auf irgendeine Art und Weise eine Gesprächsbereitschaft hätte schaffen können. Ich empfinde nur bei diesem „Fall“ sehr viel Skepsis.

Nichtsdestoweniger gebe ich Dir absolut recht, dass es wichtig ist sein Kind in der Schule wohlbehalten zu wissen, wo es nicht durch Beleidigungen an Würde und Selbstwert verliert. Das muss selbstverständlich sein.

viele Grüße
Claudia

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Hallo Claudia,

Ab dann gilt es den Ruf der Schule wieder herzustellen, und den
Rektor wieder ins rechte Licht zu rücken.

Wenn ich den Thread (v.a. Teil 1) richtig gelesen habe, hat sich der Rektor geweigert sich in die Sache einzumischen, d.h. irgendetwas zu unternehmen. Was gibt es da zurechtzurücken.

Was wird aus der Lehrerin?

Der Poster schrieb (wahrscheinlich im 1. Teil), dass die Lehrerin gesat, hätte, dass sie eh nix fürchtet, weil sie in 6 Monaten aus der Schule eh raus ist (auslaufender Vertrag). Der schöne,offizielle Weg wirkt hier einfach nicht: Eh eine Elternversammlung einberufen ist, der Schulelternrat gestartet wurde, eine allseitig anerkannte, jurist. saubere Problembeschreibung vorliegt, der Schulelternrat beim Direx war, nach Ablehnung, dann einen Text für das Schulamt fertiggestellt hat, ihn abgeschickt hat, der Brief dort am richtigen Mann landet, läuft der Vertrag mit der Lehrerin noch 4 Wochen. Welcher Beamte will dann der armen Frau dann für den weiteren Berufsweg noch Steine in den Weg legen.
Aus diesem Grund finde ich den Weg in Richtung Presse angemessen.

Tschuess Marco.

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Ich frage
mich wirklich wofür Elternvertretungen da sind.

Diese Frage solltest Du Dir dann stellen, wenn Du als einzige
mal ein wirkliches Problem hast.
Die meisten wurden gewählt, damit die Wahl über die Runden
gebracht wurde.

Dann sollte man sich mal grundsätzlich über den Sinn solcher Vertretungen Gedanken machen, vielleicht wählen wir dann zukünftig besser einen Pressesprecher?

Wir hatten mal
massive Probleme mit der Hortnerin einer Grundschulklasse, die
die Schüler auch, nun sagen wir, sehr unpädagogisch behandelt
hat. Wir machten uns als Eltern stark und erreichten eine
Aussprache mit mehreren Eltern und dieser Hortnerin.

Und was tust Du, wenn Du alleine da stehst oder all die
anderen nichts sagen, weil sie zu denen gehören, die sich
nicht trauen?

Ich wollte mein Beispiel nicht ausweiten, bei uns war es so, daß sich einige der Eltern nicht trauten, deren Kindern betroffen waren, wir haben es trotzdem hingekriegt, mag sein es war Zufall, mag sein wir hatten die richtigen ‚Verbündeten‘, jeder Fall ist anders, ich wollte nur darstellen, daß mir nie in den Sinn gekommen wäre , die Presse einzuschalten.

Ein
entsprechendes Protokoll haben wir dem Jugendamt geschickt
(bei uns steht der Hort unter städtischer Verwaltung). Am Ende
hat man sich irgendwie mit der ERzieherin arrangiert, sie ging
freiwillig.

Das ist schön für Euch.

Danke daß Du Dich mit uns freust.

. Man muß

sich so nicht wundern, wenn manche Leute dann auch ihre
Beziehungen im Fernsehen klären wollen.

Promis sind mit Ottonormalbürger nicht zu vergleichen.

Ich rede keinesfalls von Promis, bei denen gilt für mich eher: ‚die Geister die ich rief‘.
Mir geht es um Menschen die im Fernsehen Rache nehmen möchten oder Genugtuung suchen. Aus meiner Sicht ist es ein schmaler Grat den man geht, wenn man sich der Presse ausliefert.

Wenn Du deinen Kindern Ausdauer und Beharrlichkeit mit auf den
Weg geben möchtest, dann hätte die Hortnerin ja auch bleiben
können.

Beharrlichkeit und Ausdauer bei der Lösung von Problemen, nicht unbedingt bei der Duldung von Mißständen…ich dachte das wäre so rausgekommen.

Aber das wäre ja auch nicht in Deinem Interesse
gewesen! Du hattest das Glück, dass Du andere Eltern an Deiner
Seite hattest, die so dachten wir Du. Aber das ist nicht die
Regel, wenn es auch wünschenswert wäre.

Sicher, aber ich glaube eben auch immer daran, daß man mit Konfrontation nicht wirklich weit kommt. Es ist manchmal schwer, sich nur auf sachliche Aspekte zu konzentrieren, aber ich man muß es versuchen.

Im übrigen habe ich erst jetzt mitbekommen, daß Dein Sohn
bereits 12 ist, ich gebe zu, bei der Art wie Du das Problem
zunächst geschildert hast, glaubte ich an ein 6 oder 7jähriges
Kind. Kann es sein, Du bist auch etwas übersensibel, wenn
Deinem Kind Unrecht geschieht?

Was soll denn nun das? Es gibt nun mal sehr sensible Kinder
und das, was so ein Kind erlebt und fühlt, ist für
Aussenstehende kaum nachvollziehbar.

Nein sicher nicht, dann können wir Diskussion hierüber aber auch lassen, denn JEDES der hier dikutierten Probleme muß ein Stück weit abstrahiert werden, jeder der hier ein Problem postet, sollte sich dessen bewußt sein. Ich hatte auch nicht den Eindruck, daß Kalle das nicht selbst weiß und durchaus selbst unterscheiden kann, wer sein Problem getroffen hat und wer nicht.

Ab der fünften Klasse sollten
Kinder auch schon mal bißchen was aushalten können. Ich sage
meinen immer, daß die Welt nicht gerecht ist und man manche
Dinge mit Gelassenheit sehen muß, nicht daß man alles
hinnehmen muß, aber man muß schon in einer gewissen
Angemessenheit reagieren.

Angemessen? Ich halte es für alles andere als angemessen, wenn
eine Lehrerin einen Schüler mit Pigeldi anspricht!

Ich halte es für unangemessen, wie letztlich darauf reagiert wurde, von Parteinahme für die Lehrerin dürftest Du nichts herausgelesen haben. Das einzige womit ich relativieren würde, ist, was wir weiter unten schon bemerkten, daß Piggeldy eine anerkannt positiv belegte Figur ist.
Das gibt der Lehrerin ganz sicher nicht das Recht, das Kind damit lächerlich zu machen, macht es mir aber doch schwer, die Bedeutung so hoch anzusetzen. Ich würde mich nicht unbedingt aufregen, wenn jemand mein Kind Struwwelpeter oder wegen mir Karlsson vom Dach nennt.

Ich halte es auch für unnormal, wenn ein 12-jähriger
tatsächlich so heftig reagiert, das kann aus meiner Sicht kaum
von dem Spitznamen Pigeldi kommen.

Unnormal? Wieviele sensible Kinder hast Du schon kennen
gelernt? Du solltest mit solchen Urteilen vorsichtig sein.

Klaor…ich kenne natürlich nur unsensble Kinder :wink:)!

(zur Erläuterung, meine
eignen Kinder sind 11 und 13, die meiner Schwester auch, so
daß ich mir da ein gewisses Urteil erlauben kann.

Zur Erläuterung: das sagt rein garnichts aus!!!
Ich habe 4 Kinder, wovon eines bereits Erwachsen ist. Ich habe
für das Jugendamt gearbeitet und kann Dir guten Gewissens
sagen, dass Du Dir kein Urteil darüber erlauben kannst, auch
kein „gewisses“!

O.k., ich nehme das zurück, die Bemerkung zeigt lediglich, daß ich vier Kinder dieser Altersgruppe aus näherer Beobachtung kenne, und das ist natürlich keineswegs repräsentativ! Aber bei meiner Meinung bleibe ich trotzdem.

Entweder war der Prozeß schleichend und Du hast vorher nicht
gemerkt was läuft oder aber Dein Kind ist übersensibel und man
sollte vielleicht lieber da ansetzen.

Dass der Prozess schleichend war, das könnte man sagen. Aber
man kann bei einem sensiblen Kind nicht einfach denken, dass
man es „abhärten“ sollte. DAS funktioniert nämlich nicht.
Zerstört ein Kind plötzlich sein Spielzeug, kapselt sich immer
mehr ab, dann ist das immer ein Hilfeschrei (unabhängig vom
Alter)!

Das ist mir klar…aber ich gab zu bedenken, daß die Sache mit Piggeldy vielleicht nur der Auslöser und keinesfalls die Ursache war, diese Möglichkeit wirst Du doch wohl nicht abstreiten wollen? Und die ganze Schlacht, die jetzt tobt, lenkt vielleicht von den eigentlichen Ursachen ab? Man sollte sowas nicht einfach vom Tisch wischen!

Ich will Dir hier keine Vorhaltungen machen, aber wenn ich
mich recht erinnere, sollte doch dem Kind geholfen werden, da
müssen Ursachen erkannt werden. Ein Rachefeldzug gegen
Auslöser ist aus meiner Sicht eben kein Weg. Das gibt dem Kind
ein denkbar schlechtes Rüstzeug auch in der Zukunft mit
Konflikten umzugehen.

Wo bitte siehst Du einen Rachefeldzug? Für das „WIE“ die
Presse schreibt, kann Kalle nichts, dafür kann keiner was.

Na bitteschön, wer ist heute so blauäugig zu glauben, daß man in der Presse mit solchem Thema sensibles Vorgehen erwarten kann? Das öffentlichmachen eines solchen Themas hat natürlich auch etwas mit dem Gedanken ‚na jetzt zeige ich Euch, daß ich mich wehre‘. Das ist auch nachvollziehbar, aber ich hatte nicht den Eindruck, daß in diesem konkreten Fall, alle anderen, (und ich schreibe es wieder) angemessenen Mittel ausgeschöpft wurden.

Du hast weiter oben sehr emotional Deine Erfahrung geschildert.
Da bin ich ohne Abstriche der Meinung, da es richtig war, die Presse einzuschalten. An der Stelle wäre ich vielleicht bereits bei der Polizei gewesen. Das kannst Du aber auch nicht eins zu eins auf den hier geschilderten Fall übertragen.

Er tut nichts anderes, wie auch Du zusammen mit anderen Eltern
getan hast. Er kämpft um das Wohl seines Kindes! Über das wie
kann man vielleicht streiten, aber mehr auch nicht.

So? Und genau über das WIE habe ich eben eine andere Meinung als Du!

Gruß Heike

sehr viel Zivilcourage
Hallo Userine,

Dein Bericht hat mich sehr beeindruckt. Das muß wirklich schrecklich für Dich und Deine Familie gewesen sein - von Deinem Sohn gar nicht zu sprechen. Und somit möchte ich auch sagen, dass Deine Entschlossenheit und Zivilcourage mit Sicherheit in der Situation das einzig Wahre war, aber auch nachahmenswert.
Es gibt bestimmt Situation (so wie Eure), die keine andere Möglichkeit mehr offen läßt, als noch mehr Menschen auf einen Mißstand aufmerksam zu machen als bisher, weil ein Unrecht und ein unhaltbarer und scheinbar unabänderlicher Zustand auf keinen Fall bleiben darf.

Solche Entscheidungen können immer nur die jeweiligen Betroffenen fällen. Und die Entscheidung an die Presse zu gehen sollte mit allen Wenns und Abers bedacht werden. Manchmal kann daraus noch mehr Scherben entstehen, als dass Fehlverhalten von Lehrer und Schulleitung korrigiert werden.
Ich glaube, diese Bedenken wollte so mancher Kritiker dieser Entwicklung zum Ausdruck bringen.

Wahrscheinlich hat Kalle in seiner Angelegenheit das Richtige getan. Ich weiss es aber nicht.

viele Grüße
Claudia

Hallo Claudia,

Dein Bericht hat mich sehr beeindruckt. Das muß wirklich
schrecklich für Dich und Deine Familie gewesen sein - von
Deinem Sohn gar nicht zu sprechen.

Ja, die Zeit war eine ausgesprochene „Grausamkeit“ für uns alle.
Es mag vielleicht seltsam klingen, aber ich habe in dieser langen Zeit große Hochachtung vor dem Mut meines Sohnes bekommen. Es gab nicht einen einzigen Tag, an dem er sich weigerte, zur Schule zu gehen. Obwohl er jeden Tag wußte, was wieder auf ihn wartete, ist er jeden Morgen alleine losgezogen. Ich hatte ihn ettliche Male gefragt, wie er das ertragen kann und seine Antwort darauf tut mir heute noch weh: „Mum, ich kann denen eh nicht entkommen, also bringe ich es hinter mich. Ich bin nicht stark und deshalb treten sie mich wie einen Hund. Aber solange ich weiss, dass Du alles versuchen wirst, damit ich wieder richtig leben darf, solange werde ich das ertragen müssen!“

Und somit möchte ich auch
sagen, dass Deine Entschlossenheit und Zivilcourage mit
Sicherheit in der Situation das einzig Wahre war, aber auch
nachahmenswert.

Ob ich es zur Nachahmung empfehlen würde, da bin ich mir nicht so sicher. Ich bekomme nur das Bild nicht mehr aus dem Kopf, als ich meinen Sohn unter dieser kleinen Brücke gefunden habe. Er lag da auf Knien und Ellbogen, die Hände über dem Kopf und wimmerte immer: „…ich kann doch nicht schwimmen…ich kann doch nicht schwimmen…!“
Wäre Ihm nicht ein - bis heute leider unbekannter - Mann zur Hilfe gekommen, wäre ich wahrscheinlich zu spät gekommen.
Ich habe in diesem Augenblick wirklich rot gesehen und ich muß auch gestehen, dass wenn mir eines dieser Bürschen in diesem Augenblick in die Finger gekommen wäre, er hätte von mir die Prügel seines Lebens bekommen (und das trotz aller Kenntnis über Jugendliche und dem Wissen was man besser nicht tun sollte).

Es gibt bestimmt Situation (so wie Eure), die keine andere
Möglichkeit mehr offen läßt, als noch mehr Menschen auf einen
Mißstand aufmerksam zu machen als bisher, weil ein Unrecht und
ein unhaltbarer und scheinbar unabänderlicher Zustand auf
keinen Fall bleiben darf.
Solche Entscheidungen können immer nur die jeweiligen
Betroffenen fällen. Und die Entscheidung an die Presse zu
gehen sollte mit allen Wenns und Abers bedacht werden.

Heute muß ich gestehen, dass ich froh bin, dortmals die Wenns und Abers und die Lawine, die damit auf einen zukommt, nicht gekannt zu haben.
Ich habe damals absichtlich alle Emotionen aus dem Leserbrief heraus gelassen, er wurde auch Wortgetreu abgedruckt - aber die Reaktionen darauf waren unglaublich!

Manchmal kann daraus noch mehr Scherben entstehen, als dass
Fehlverhalten von Lehrer und Schulleitung korrigiert werden.
Ich glaube, diese Bedenken wollte so mancher Kritiker dieser
Entwicklung zum Ausdruck bringen.

Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Aus meinen eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass man diesen Schritt nur dann und wirklich nur dann gehen sollte, wenn man keinen anderen Weg mehr sieht. Wie gesagt, wenn der Stein erst einmal ins Rollen gebracht wurde, dann braucht man mehr als ein dickes Fell und ich habe Kalle auch darauf hingewiesen.

Wahrscheinlich hat Kalle in seiner Angelegenheit das Richtige
getan. Ich weiss es aber nicht.

Das weiss ich auch nicht. Ich denke, das muß jeder für sich selber entscheiden. Wenn mich heute jemand um Rat fragt, tendiere ich immer zu der Aussage: "Es wäre vielleicht sinnvoller, sich aufrecht vor die betreffenden Personen zu stellen und klar und deutlich sagen, dass man nicht als Bittsteller kommt, sondern dass man erwartet, dass der Mißstand umgehend behoben wird. Tut man dieses noch mit Sachlichkeit und überlegter Ruhe, hat man meist schon gewonnen. Man muß dabei auch keinen Diskussionsspielraum einräumen, ein Mißstand ist nicht haltbar, also muß man darüber auch keine langen Debatten führen.

Liebe Grüße

Userine

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Hallo Heike,

Dann sollte man sich mal grundsätzlich über den Sinn solcher
Vertretungen Gedanken machen, vielleicht wählen wir dann
zukünftig besser einen Pressesprecher?

Das ist so eine typische Reaktion, für deren Ironie ich kein Verständnis aufbringen kann und möchte.
Die Wahl eines Elternvertreters am ersten Elternabend - vor allem dann, wenn eine Klasse neu zusammengestellt wurde und sich die Eltern eigentlich nicht kennen - ist absoluter Quatsch.

Ich wollte mein Beispiel nicht ausweiten, bei uns war es so,
daß sich einige der Eltern nicht trauten, deren Kindern
betroffen waren, wir haben es trotzdem hingekriegt, mag sein
es war Zufall, mag sein wir hatten die richtigen
‚Verbündeten‘, jeder Fall ist anders, ich wollte nur
darstellen, daß mir nie in den Sinn gekommen wäre , die Presse
einzuschalten.

Ich denke, dass das jeder für sich entscheiden muß.

Mir geht es um Menschen die im Fernsehen Rache nehmen möchten
oder Genugtuung suchen. Aus meiner Sicht ist es ein schmaler
Grat den man geht, wenn man sich der Presse ausliefert.

Bei vielen Wegen die wir beschreiten balancieren wir auf einen schmalen Grat, es kommt letztendlich nur darauf an, was wir daraus machen und wieviel Verantwortung wir in die Waagschale legen.

Sicher, aber ich glaube eben auch immer daran, daß man mit
Konfrontation nicht wirklich weit kommt. Es ist manchmal
schwer, sich nur auf sachliche Aspekte zu konzentrieren, aber
ich man muß es versuchen.

Dass man mit Konfrontation nicht wirklich weiter kommt?
Wer Konfrontationen aus dem Weg geht, läuft in die falsche Richtung. Wir stehen in unserem Leben so mancher Konfrontation gegenüber und man hat dabei nur zwei wirkliche Möglichkeiten: entwerder man stellt sich ihr sachlich und meistert sie oder man legt den Rückwärtsgang ein und kommt im Leben nicht von der Stelle.
Wobei letzteres ein Weglaufen ist.

Nein sicher nicht, dann können wir Diskussion hierüber aber
auch lassen, denn JEDES der hier dikutierten Probleme muß ein
Stück weit abstrahiert werden, jeder der hier ein Problem
postet, sollte sich dessen bewußt sein. Ich hatte auch nicht
den Eindruck, daß Kalle das nicht selbst weiß und durchaus
selbst unterscheiden kann, wer sein Problem getroffen hat und
wer nicht.

Und ich hatte nicht den Eindruck, dass Kalle psychologisches sezieren und beurteilen über die eventuelle Ursache dieser Problematik hören wollte.
Ich erlaube mir selten ein Urteil über andere, schon garnicht,wenn ich die betreffende Person nicht persönlich kenne.

Ich halte es für unangemessen, wie letztlich darauf reagiert
wurde, von Parteinahme für die Lehrerin dürftest Du nichts
herausgelesen haben. Das einzige womit ich relativieren würde,
ist, was wir weiter unten schon bemerkten, daß Piggeldy eine
anerkannt positiv belegte Figur ist.
Das gibt der Lehrerin ganz sicher nicht das Recht, das Kind
damit lächerlich zu machen, macht es mir aber doch schwer, die
Bedeutung so hoch anzusetzen. Ich würde mich nicht unbedingt
aufregen, wenn jemand mein Kind Struwwelpeter oder wegen mir
Karlsson vom Dach nennt.

Ich habe nichts von einer Parteinahme für die Lehrerin geschrieben.
Unangemessen ist das Verhalten der Lehrerin, denn der Schüler hat einen Vor- und Nachnamen.
Pigeldi soll eine anerkannt positiv belegte Figur sein? Ich würde das mal gerne nachlesen, würdest Du mir bitte sagen, wo das steht?
Für den Schüler bedeutet die Anrede nichts anderes, als dass ihn seine Lehrerin mit einen Schwein vergleicht. Und für seine Mitschüler ist das besonders lustig, schließlich darf man hier mit Erlaubnis einen anderen Schüler auslachen, eben weil er mit einem Schwein verglichen wird.
Karlson und Struwelpeter sind mit Pigeldi nicht vergleichbar!

Das ist mir klar…aber ich gab zu bedenken, daß die Sache mit
Piggeldy vielleicht nur der Auslöser und keinesfalls die
Ursache war, diese Möglichkeit wirst Du doch wohl nicht
abstreiten wollen? Und die ganze Schlacht, die jetzt tobt,
lenkt vielleicht von den eigentlichen Ursachen ab? Man sollte
sowas nicht einfach vom Tisch wischen!

Stellen wir mal in den Raum, dass das mit Pigeldi schon längere Zeit geht. Was zu Beginn vielleicht noch ein Scherz war, hat sich über einen gewissen Zeitraum für den Schüler zu einem ziemlichen Problem entwickelt.
Und es gibt für bestimmte Kinder nichts schlimmeres, als täglich dem Gelächter seiner Klassenkameraden ausgesetzt zu sein und das unter Mithilfe der Klassenlehrerin.

Na bitteschön, wer ist heute so blauäugig zu glauben, daß man
in der Presse mit solchem Thema sensibles Vorgehen erwarten
kann? Das öffentlichmachen eines solchen Themas hat natürlich
auch etwas mit dem Gedanken ‚na jetzt zeige ich Euch, daß ich
mich wehre‘. Das ist auch nachvollziehbar, aber ich hatte
nicht den Eindruck, daß in diesem konkreten Fall, alle
anderen, (und ich schreibe es wieder) angemessenen Mittel
ausgeschöpft wurden.

Es gibt durchaus seriöse Zeitungen und Reporter, die damit sehr vorsichtig umgehen und mit Blauäugikkeit hat das nichts zu tun.
„Na jetzt zeige ich Euch…“ das ist genau die Art von Reaktionen (wenn auch eine der harmlosesten), die man mir vorgeworfen hat und dafür habe ich kein Verständnis! Aber es zeigt doch deutlich, dass Du Dich bisher nicht mit solchen Problemen beschäftigen mußtest.

Was bitte sind „angemessene Mittel“? Könntest Du die vielleicht genauer beschreiben?

Du hast weiter oben sehr emotional Deine Erfahrung
geschildert.
Da bin ich ohne Abstriche der Meinung, da es richtig war, die
Presse einzuschalten. An der Stelle wäre ich vielleicht
bereits bei der Polizei gewesen. Das kannst Du aber auch nicht
eins zu eins auf den hier geschilderten Fall übertragen.

Ich übertrage nichts von mir auf andere. Aber es geht hier auch nicht um einen Fall, sondern um ein Kind.
Aber ich kann Dir sagen, dass Vorkommnisse wie die, die mein Sohn erdulden mußte, keine Seltenheit sind und auch das fing mit Kleinigkeiten, die einem nicht weiter auffallen, an.

So? Und genau über das WIE habe ich eben eine andere Meinung
als Du!

Auch eine Art der Konfrontation :smile:.

Gruß

Userine

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Hallo Userine!

Das ist so eine typische Reaktion, für deren Ironie ich kein
Verständnis aufbringen kann und möchte.

Typisch? So so und wofür wenn ich fragen darf? Solche Wortwahl hat doch immer was mit Schubladendenken zu tun…in welcher Schublade befinde ich mich denn?
(Die Frage ist rhetorisch, Du brauchst sie nicht beantworten)

Die Wahl eines Elternvertreters am ersten Elternabend - vor
allem dann, wenn eine Klasse neu zusammengestellt wurde und
sich die Eltern eigentlich nicht kennen - ist absoluter
Quatsch.

Stimmt, aber wie kommst Du darauf, daß es im konkreten Beispiel so ist? Immerhin kennen sich die Eltern spätestens nach der zweiten Elternratswahl. In der Klasse meines Sohnes kenne ich einen Großteil der Eltern bereits seit der Grundschule. Ich denke hier sollten auch keine Verallgemeinerungen getroffenen werden.

Und die Elternvertretung der Schule darf ruhig auch in Anspruch genommen werden! Wen man nicht in die Verantwortung nimmt, dem darf man nicht Untätigkeit vorwerfen.

Ich wollte mein Beispiel nicht ausweiten, bei uns war es so,
daß sich einige der Eltern nicht trauten, deren Kindern
betroffen waren, wir haben es trotzdem hingekriegt, mag sein
es war Zufall, mag sein wir hatten die richtigen
‚Verbündeten‘, jeder Fall ist anders, ich wollte nur
darstellen, daß mir nie in den Sinn gekommen wäre , die Presse
einzuschalten.

Ich denke, dass das jeder für sich entscheiden muß.

Auch das ist richtig. Aber man darf doch wohl Argumente Für und Wider geben? Wie der Betroffene diese dann bewertet liegt eh außerhalb unseres Einflusses.

Mir geht es um Menschen die im Fernsehen Rache nehmen möchten
oder Genugtuung suchen. Aus meiner Sicht ist es ein schmaler
Grat den man geht, wenn man sich der Presse ausliefert.

Bei vielen Wegen die wir beschreiten balancieren wir auf einen
schmalen Grat, es kommt letztendlich nur darauf an, was wir
daraus machen und wieviel Verantwortung wir in die Waagschale
legen.

Eben…wir sind uns einig.

Sicher, aber ich glaube eben auch immer daran, daß man mit
Konfrontation nicht wirklich weit kommt. Es ist manchmal
schwer, sich nur auf sachliche Aspekte zu konzentrieren, aber
ich man muß es versuchen.

Dass man mit Konfrontation nicht wirklich weiter kommt?

Im Sinne von Krieg und echter Frontenbildung schon! Einer wird formaler Sieger bleiben, aber immer verlieren beide!

Wer Konfrontationen aus dem Weg geht, läuft in die falsche
Richtung. Wir stehen in unserem Leben so mancher Konfrontation
gegenüber und man hat dabei nur zwei wirkliche Möglichkeiten:
entwerder man stellt sich ihr sachlich und meistert sie oder
man legt den Rückwärtsgang ein und kommt im Leben nicht von
der Stelle.
Wobei letzteres ein Weglaufen ist.

Die Wahl der Mittel macht’s.

Meine Großmutter schrieb mir folgende Worte ins Poesiealbum:

Freundlich und ernst, das merke wohl,
wenn Dir’s mit Menschen glücken soll,
der Ernst zuweilen wehe tut,
die Freundlichkeit machts wieder gut.

Ich versuche eben immer zuerst ohne unnötige Polarisierung zu Lösungen zu finden. Meine Erfahrungen damit sind gut, auch wenn ich manchmal meine Wut erst mal runterschlucken mußte. Die Ergebnisse befriedigen hinterher umso mehr.
Wenn man an die Presse geht, schneidet man der Gegenseite die Möglichkeit ab, mit einer gewissen Würde einen Fehler einzusehen…etwas wogegen sich jeder Mensch instinktiv wehrt, jemand schrieb das hier schon treffend, man läuft Gefahr, Täter- und Opferrolle zu wechseln. Und das Kind lernt nun, daß seine Lehrerin vielleicht von der Öffentlichkeit gescholten wird, vielleicht sogar, daß sie sich unter dem Druck bei ihm entschuldigen muß, aber daß man sich ausspricht und Einsicht zeigt, dieser Weg dürfte versperrt sein. Das finde ich schade, weil ich eben glaube, solche Erfahrungen würden das Kind mehr stärken.

Nein sicher nicht, dann können wir Diskussion hierüber aber
auch lassen, denn JEDES der hier dikutierten Probleme muß ein
Stück weit abstrahiert werden, jeder der hier ein Problem
postet, sollte sich dessen bewußt sein. Ich hatte auch nicht
den Eindruck, daß Kalle das nicht selbst weiß und durchaus
selbst unterscheiden kann, wer sein Problem getroffen hat und
wer nicht.

Und ich hatte nicht den Eindruck, dass Kalle psychologisches
sezieren und beurteilen über die eventuelle Ursache dieser
Problematik hören wollte.

Ich interpretiere ganz gern selbst, was ich lese :wink:)! Oder wollen wir zukünftig hier im Board erst darüber diskutieren, welche Meinungen ein Autor wohl zu wissen wünscht?

Ich erlaube mir selten ein Urteil über andere, schon
garnicht,wenn ich die betreffende Person nicht persönlich
kenne.

LOL, natürlich nicht! Kennen wir uns?

Unangemessen ist das Verhalten der Lehrerin, denn der Schüler
hat einen Vor- und Nachnamen.

Das haben wir alle hier wohl mehrfach bejaht!

Pigeldi soll eine anerkannt positiv belegte Figur sein? Ich
würde das mal gerne nachlesen, würdest Du mir bitte sagen, wo
das steht?

Ich weiß nicht, ob irgendeine Institution, die Du anerkennen würdest dieses irgendwo schriftlich niedergelegt hat :wink:), aber lies einfach weiter unten im ersten Thread nach, nicht nur ich habe den kleinen Kerl als liebenswert eingestuft. Es gibt dort sogar einen Link und ein Beispiel.

Für den Schüler bedeutet die Anrede nichts anderes, als dass
ihn seine Lehrerin mit einen Schwein vergleicht.

Wenn ich mich recht erinnere, lag bereits die Vermutung nahe, daß der Lehrerin die Assoziation zu dem Namen Frederik gebildet hat, aber ich fürchte, genau das ist nun alles nicht mehr klärbar.

Stellen wir mal in den Raum, dass das mit Pigeldi schon
längere Zeit geht. Was zu Beginn vielleicht noch ein Scherz
war, hat sich über einen gewissen Zeitraum für den Schüler zu
einem ziemlichen Problem entwickelt.
Und es gibt für bestimmte Kinder nichts schlimmeres, als
täglich dem Gelächter seiner Klassenkameraden ausgesetzt zu
sein und das unter Mithilfe der Klassenlehrerin.

Das ist sicher für ALLE Kinder schlimm. Ich habe auch nie bestritten, daß es für das Kind schlimm ist…schlimm ist, wenn die wirkliche Ursache nicht aufgedeckt wird! Wer sagt Dir denn, daß diese Geschichte nicht nur der Auslöser war? Der Tropfen, der ein Faß zum Überlaufen brachte, das vielleicht gar nicht die Lehrerin füllte?

Es gibt durchaus seriöse Zeitungen und Reporter, die damit
sehr vorsichtig umgehen und mit Blauäugikkeit hat das nichts
zu tun.

Mag sein, aber an eine solche wurde sich offenbar nicht gewandt.

Was bitte sind „angemessene Mittel“? Könntest Du die
vielleicht genauer beschreiben?

Habe ich mehrfach getan, nur scheinen zumindest wir beide sehr unterschiedliche Maße anzulegen.

Ich übertrage nichts von mir auf andere. Aber es geht hier
auch nicht um einen Fall, sondern um ein Kind.
Aber ich kann Dir sagen, dass Vorkommnisse wie die, die mein
Sohn erdulden mußte, keine Seltenheit sind und auch das fing
mit Kleinigkeiten, die einem nicht weiter auffallen, an.

Und wenn nun jeder, dem solche Kleinigkeiten auffallen das über die Öffentlichkeit regeln möchte, welche Mittel wären dann in solchen Fällen ‚übrig‘, die Du in Deinem persönlichen Fall geschildert hast?

So? Und genau über das WIE habe ich eben eine andere Meinung
als Du!

Auch eine Art der Konfrontation :smile:.

Wenn bei Dir schon eine andere Meinung wirklich Konfrontation bedeutet, dann ist dies ein möglicher Grund für unsere Verständnisprobleme.

Gruß Heike

Hallo Heike,

die meisten Kommentare müssen nicht noch einmal diskutiert werden, weil sie allesamt bereits beantwortet worden sind.

Seltsame Art und Weise, was Konfrontation für Dich bedeutet. „Im Sinne Krieg und echte Frontenbildung, einer wird formeller Sieger bleiben, aber verlieren werden beide.“
Wer Konfrontation bei diesem Thema mit Krieg vergleicht, dem traue ich die Beurteilung über die Wahl der richtigen Mittel nicht zu.

Man bemerke, dass Kalle das Gespräch gesucht hat und somit der Gegenseite alle Möglichkeiten gelassen hat, einen Fehler zu berichtigen. Die Gegenseite hatte daran kein Interesse, es hat einfach Keinen interessiert. Ich wiederhole mich nur sehr ungerne, aber Du solltest diese Tatsache nicht vergessen.

Die Interpretation dessen, was jemand sagt oder schreibt und was ein anderer meint darunter verstehen zu müssen, sind zwei paar Schuhe.
Manches Mal wäre es der bessere Weg, sich auf das Wesentliche - den eigentlichen Inhalt - zu konzentrieren und nicht selber zu interpretieren.
Man braucht nicht darüber diskutieren, welche Antwort der Poster gerne haben möchte. Und auch hier die Wiederholung: Kalle hat sich hier nicht nach den eventuellen Ursachen der Probleme seines Sohnes erkundigt. Diese Problematik hast Du in die Diskussion eingebracht, gleich mit dem Hinweis, dass das Verhalten seines Sohnes unnormal ist!

Frederik ist ebenso wie Pigeldi ein Schwein. Der einzige Unterschied zwischen den beiden besteht darin, dass Frederik ein erwachsenes Schwein ist.

Ehe man sich auf die „eventuelle“ Ursachensuche begibt, muß man erst einmal den Druck von dem Jungen nehmen. Das ist nur möglich, wenn die Lehrerin ihr untragbares Verhalten umgehend unterbindet (leider mußte statt dessen der Junge am nächsten Tag beim Rektor antanzen und sich rund machen lassen).
Ganz so einfach, wie Du Dir das vorstellst, ist es nämlich nicht
Es wäre für den Jungen fatal, zuerst die „vielleicht“ anderen Ursachen zu suchen und schon so manch falsches Vorgehen oder Angehen hatte verherende Folgen.

Was die Täter/Opferrolle anbelangt: Richtig, der Junge ist Opfer, aber sein Vater wird zum Täter gemacht und hier sollte man sich Fragen, an welcher Kreuzung man falsch abgebogen ist.

Wenn bei Dir schon eine andere Meinung wirklich
Konfrontation bedeutet, dann ist dies ein möglicher Grund
für unsere Verständnisprobleme.

Ich habe kein Verständnisproblem, auch nicht mit Dir. Zudem sollte der, der lesen kann, das lesen, was geschrieben wurde: „Auch eine Art der Konfrontation!“ Deine Eigeninterpretationslust in Ehren, aber ab hier kann ich nur noch den Kopf schütteln.

Gruß

Userine

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