Pille und antibiotikum

ich habe eine frage und zwar nehme ich die pille valette schon 2 jahre durch muss ich vom artz aus und dadurch geht es mir besser.jetzt nehme ich seit letzten donnerstag antibiotikum für 3 wochen.habe heute leichte schmierblutungen bekommen.habe ja schon öfters antibiotikum genommen aber sowas nicht bekommen?hat das auch schon jemand gehabt…?

Aber dadurch das ich die pille schon seit 2 jahren ohne pause nehme kann ich ja nicht gleich schwanger werden?oder?

Kommt darauf an, wenn in der Packungsbeilage der Valette steht, daß die Wirkung bei gleichzeitiger Einnahme von Antibiotika nicht mehr gegeben ist, könnte man auch bei zweijähriger Einnahme und ohne zusätzliche Verhütung schwanger werden.

doch, du kannst schwanger werden (lies dir noch mal die Packungsbeilage beider Medikamente durch), aber diverse Antibiotika können die Wirkung der Pille herabsetzen, sodass die Pille quasi unwirksam wird.

Wenn die Wirkung der Pille herabgesetzt wird, greift natürlich auch wieder der natürliche Zyklus ein. Der Körper glaubt also nicht mehr schwanger zu sein, daher gibt es Schmierblutungen bis hin zu einer normal anmutenden Regelblutung.

Wenn dich das Ganze allzu sehr beunruhigt, kannst du natürlich auch noch mal einen Arzt konsultieren, aber um sicher zu gehen, dass du nicht schwanger wirst, solltest du in jedem Fall für die nächste Zeit noch mechanisch, also mit Kondom verhüten.

Gruß
Liete

Hallo,

ein sehr sehr interessantes Thema. Ich habe nur bisher keine einzige Studie gefunden, die beschreibt warum man bei den üblichen Antibiotikas eine herabgesetze Wirkung der Pille haben soll. Ich will ja nicht sagen, dass ich es bezweifel, aber ich hätte gerne ein nachvollziehbare Ursache. Meist ist es doch die Erkrankung an sich, die eine verminderte Resorption der Pille nach sich zieht. Aber die Pille ist ein Hormon. Wie soll die Pille wirkungsvoll dauerhaft mit einem Anbiotikum interagieren?!

Ich denke eine bedeutsame Abschwächung der Pillenwirkung ist bei den gängigen Antibiotika äusserst unwahrscheinlich (ausser es kommt zu Durchfall oder Erbrechen).
Die aktuelle Fachliteratur beschreibt folgendes:

„Frauen, die Antibiotika einnahmen haben zwar statistisch bedeutsam, nicht aber klinisch [bezüglich der Wirkung] bedeutsamt verminderte Blutwerte für Östrogene und Gestagene.“

Man kann also Abweichungen der Blutwerte beobachten, die Verhütung ist aber normalerweise trotzdem gegeben. Dementsprechend sehen einige Literaturquellen sogar keinen Bedarf für einen zusätzlichen Schutz: „Breitspektrum Antibiotika…reduzieren nicht die Effektivität oraler Kontrazeptiva…backup Methoden [Kondome] sind nicht nötig, ausser der Gesundheitszustand des Patienten verhindert die Einnahme bzw. Absorption [Aufnahme im Darm, z.B. bei Durchfall oder Erbrechen].“
Quelle:frowning:s. „Contraceptive Technology“, Hatcher et al., Ardent Media, S.436, 18. Auflage, 2004).

Hier noch ein paar Meinungen aus alten Diskussionen

Um ganz sicher zu gehen, wird empfohlen (z.B. „Update on oral contraceptive pills.“, Cerel-Suhl SL, Yeager BF., Am Fam Physician. 1999 Nov 1;60(7):2073-84.) während der Antibiotikatherapie mit Kondomen zu verhüten und diese auch nach Beendigung der Antibiotikagabe noch eine Woche lang zu benutzen, d.h. bis nach Absetzen der Antibiotika wieder 7 Antibabypillen nacheinander ohne Einnahmefehler (an sieben aufeinander folgenden Tagen) eingenommen wurden.

Theoretisch könnte es also zu einer Wirkungsabschwächung der Pille kommen. Die praktische Gefahr einer Abschwächung der Pille durch Antibiotika ist aber vermutlich extrem gering, die Studie „Oral contraceptive failure rates and oral antibiotics.“ (J Am Acad Dermatol. 1997 May;36(5 Pt 1):705-10.) konnte bei Pilleanwenderinnen nach Einnahme von gängigen Mitteln ( Tetracyclin, Penicillin und Cephalosporin) KEINE signifikante Zunahme von Schwangerschaften beobachten, zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommt auch die Studie „Oral contraceptive efficacy and antibiotic interaction: a myth debunked.“ (J Am Acad Dermatol. 2002 Jun;46(6):917-23.).

Diese Studien legen nahe, dass übertriebene Sorgen fehl am Platze sind, es gilt aber stets, den Einzelfall mit dem Frauenarzt zu besprechen, und den jeweiligen Wirkstoff zu kennen, denn zumindest für den Wirkstoff für Rifampicin (er wird selten eingesetzt, z.B. bei Tuberkulose oder Hirnhautentzündung) besteht nachweislich die Gefahr einer Wirkungsabschwächung der Antibabypille. Bei ungeschütztem Verkehr im Problemzyklus (d.h. bevor nach Ende der Antibiotikatherapie wieder sieben Pillen genommen wurden) ist für eine maximale Sicherheit kurz mit dem Frauenarzt zu sprechen.

Liebe Grüsse

Anja

Hi,

aber im Zweifel würde ich mich nicht darauf verlassen. Wenn ich den Link

http://www.valette.de/faq/antwort9.php

lese, scheint es unter Antibiotikaeinnahme bereits zu der einen oder anderen ungewollten Schwangerschaft gekommen zu sein. Bei Einnahme von Penicillin scheint die herabsetzende Wirkung auch bestätigt zu sein.

Von daher würde ich jedem raten, bei der Einnahme von Antibiotika zusätzlich zu verhüten. Es gibt ja auch eine Vielzahl von Krankheiten bei denen man weder erbrechen muß, noch Durchfall hat und trotzdem Antibiotika einnehmen muß.

Lieber zu sorgfältig, als zu nachlässig verhütet.

Gruß
Tina

Hi,

aber im Zweifel würde ich mich nicht darauf verlassen. Wenn
ich den Link

http://www.valette.de/faq/antwort9.php

lese, scheint es unter Antibiotikaeinnahme bereits zu der
einen oder anderen ungewollten Schwangerschaft gekommen zu
sein. Bei Einnahme von Penicillin scheint die herabsetzende
Wirkung auch bestätigt zu sein.

Hi, also dort steht ja folgendes:

…Sicher ist, dass Penicillin und Penicillin-Derivate (z.B. Ampicillin, Amoxicillin u.a.) und Tetracycline (z.B. auch Minocyclin, Doxycyclin, Oxytetracyclin) zu einer möglichen Wirkungsabschwächung von Pillen-Präparaten führen…

Sicher ist was dabei jetzt nun?

Sicher ist, dass man sich nicht sicher ist?!

Ich kenne derartige Hinweise der Hersteller. Ich denke jedoch, dass verhält sich genauso wie so viele andere Hinweise in der Packungsbeilage. Der Hersteller weisst sicherheitshalber, schon aus Haftungstechnischen Gründen, darauf hin, weil es im Zweifelsfalle sehr schwierig ist, einen Nachweise zu führen, egal in welche Richtung. Dadurch entstehen weniger Regressansprüche.

Es spricht ja nichts gegen, eine zusätzliche Verhütung, da man sich ja nicht sicher ist. Da stimme ich dir ja voll zu. Aber ich bin noch nicht überzeugt, dass es eine klinisch relevante Wechselwirkung gibt.

Anja

Also ich kann dir nur das Raten was meinen Kunden rate: Verhüte bitte mithilfe eines Kondoms bis zum nächsten Zyklus. Es hat alles seinen Grund und ist auch logisch nachvollziehbar. ICh kann es dir erklären. Bestimmte Antibiotika können die Aufnahme der Pillenwirkstoffe aus dem Magen-Darm-Trakt stören und/oder deren Abbau beschleunigen. Im Falle einer gleichzeitigen Behandlung mit Antibiotika wird deshalb allgemein empfohlen, für die Zeit der Behandlung sowie weitere 7 Tage danach (bei einigen Präparaten auch bis 28 Tage danach) zusätzlich zur Pille eine Barriere-Methode, z.B. ein Kondom, anzuwenden. Wenn diese 7 Tage in die übliche Pillenpause fallen, kann die Einnahme auch ohne Pause fortgesetzt werden, um die Zuverlässigkeit der Pille zu erhöhen.Sicher ist, dass Penicillin und Penicillin-Derivate (z.B. Ampicillin, Amoxicillin u.a.) und Tetracycline (z.B. auch Minocyclin, Doxycyclin, Oxytetracyclin) zu einer möglichen Wirkungsabschwächung von Pillen-Präparaten führen. Bei Griseofulvin und Rifampicin kommt ein beschleunigter Abbau der Hormone in der Leber als zusätzlicher, die Wirkung vermindernder Effekt hinzu.Bei vielen anderen Antibiotika, z.B. Metronidazol, Chloramphenicol oder Cephalosporinen, kann man die Wirkungsminderung nicht sicher nachweisen. Für einige andere Wirkstoffe, z.B. Makrolid-Antibiotika (Clarithromycin), wurden angeblich Arzneimittelinteraktionen in Studien ausgeschlossen, doch ist man sich auch hier nicht mehr ganz sicher.
In Anbetracht der unbefriedigenden Datenlage und der teils widersprüchlichen Empfehlungen ist es ratsam, allen Pillen-Anwenderinnen bei gleichzeitiger Antibiotika-Einnahme nahezu ausnahmslos die zusätzliche Anwendung nichthormoneller Methoden für die Zeit der Anwendung und für mindestens bis zu 7 Tage danach zu empfehlen. Jeder der was anderes behauptet riskiert, das junge Frauen ungewollt schwanger werden. Und in meinen Begründungen kommt noch nicht mal die hohe Nebenwirkungsrate von Durchfällen bei Antibiotika mit vor, die eine weitere Wirkstoffabschwächung bedeuten würde. Hoffe ich konnte dir helfen. Bye schoenes Wochenende