Hei!
Nach meinen Informationsstand gehen in einen IP-Frame brutto 1500
Byte. Für die Bestimmung der MTU gehen jetzt noch 28 Byte für den
Header wech, bleiben 1772.
Nein.
1.) es sind 1500 Netto.
2.) IP-Frame kann beliebige Größe haben (siehe z.B. DNS-Abfragen oder ACK-Pakete, das sind nur eine handvoll Bytes).
3.) Die 1500 kommen aus dem Ethernet
4.) Es gibt auch noch andere Netzwerk-Arten. Insbesondere die Anbindung an’s Web (sprich: die Leitung vom Access-Concentrator zur Zentrale deines Providers und besonders die dicken Transatlantik-Leitungen) haben mit Ethernet nicht das geringste zu tun. Ethernet ist aufgrund der Längen-Beschränkungen (max. 100 m zwischen zwei Geräten, max. 300 m zwischen zwei Endgeräten) prinzipiell nur innerhalb eines Gebäudes bzw. eines kleineren Komplexes geeignet. Sobald eine längere Strecke dazwischen liegt, muss man auf ein anderes Netz wechseln, ATM oder was es da alles gibt (da hab ich jetzt auch nur ein nebulöses halbwissen).
Und andere Netze können durchaus andere Framegrößen haben.
Speziell deshalb gibt es die ja Möglichkeit, Pakte zu fragmentieren.
Und es ist immer sinnvoll, seine Geräte an diese Technik anzupassen:
Hast du eine zu große MTU, dann werden deine Pakte an der dünnsten Stelle auf zwei Pakete (oder mehr) verteilt. Das kostet a) Zeit und b) zusätzlichen Protokoll-Overhaed, also Bandbreite.
Hast du eine zu kleine MTU, dann ist das Verhältnis Gesamtdaten zu Nutzlast nicht mehr optimal, du verschenkst also auch ein bischen (nur wenig) Bandbreite.
Vor allem gibt es aber einige Seiten (besonders Banken!), die keine fragmentierten Frames akzeptieren! Ich hab in meinem Bekanntenkreis einige Leute, die nur mit einer richtig eingestellten MTU Online-Banking machen können (ist wohl eine Sicherheitsmaßnahme der Banken), auch eBay ist bei falscher MTU machmal störrisch.
Welcher Scherzkeks verbraucht mir dann die noch verbleibenden 436 Byte? - Wenn das so ist, wie Du beschreibst, kann das für mich nur ein Konfig-Fehler auf Seiten des Providers sein, da doch eigentlich jeder der solche Gerätschaften professionell betreibt ein Interess daran hat die mögliche Framegröße möglichst gut auszunutzen um den Overhead durch die Header möglichst klein zu halten. Oder sehe ich das so falsch?
Das siehst du in der Tat falsch. Die Bytes werden nicht verbraucht. Es gibt zwischendurch nur eine technische Einheit (Netzwerk, Gerät), die mit solchen großen Frames nicht zurechtkommt - aus welchen Gründen auch immer - und deshalb dein großes Frame auf zwei kleinere verteilt.
Das ist absolut gängige Technik, auch wenn die reine Größe deiner MTU von 1024 eher ungewöhnlich ist. Also, ungewöhnlich im Sinne dessen, was es bei anderen Providern gibt.
Sie ist außerordentlich logisch, wenn es verarbeitende Geräte in der Leitung gibt (transparente Proxys, Filter oder sowas), weil Speicher in solchen Geräten natürlich meist volle KiloBytes sein werden.
Sollte ich da nicht nochmal mit meinem Provider drüber
philosophieren bevor sich mir angesichts einer 1024er-MTU
sämtliche Nackenhaare aufstellen?
Ich bezweifle ernsthaft, das du da jemanden finden wirst, der das Problem nachvollziehen kann. Die kaufen einfach Geräte von der Stange (Okay, Stange im Fachhandel) und stöpseln die mit minimalem Konfigurationsaufwand zusammen. Selbst wenn man die Frame-Größe einstellen kann (was je nach Art des Engpasses nicht unbedingt möglich sien muss), dann werden die das kaum aus dem Ärmel können, sondern sich erstmal einlesen müssen - und ob die in Anbetracht ihres Geräteparkes da überhaupt Lust zu haben (es dürfte ja nicht nur ein Übergabepunkt, sondern Dutzende bis Tausende sein) - also, ich hab da so meine Zweifel . . .
Besorg dir den TCP-Optimizer (http://sg-tcp-optimizer.softonic.de/, Freeware), der analysiert deine Verbindung und passt MTU (und ein paar andere Einstellungen) optimal an. Dauert nur eine Minute, dannach läuft deine Leitung auf max.
lg, mabuse