Hi,
Es scheint auch so zu sein, dass bei Auswahlgesprächen an Unis
Akademikerkinder gegenüber Kindern aus bildungsfernen Familien
(bei gleicher Qualifikation) bevorzugt werden.
das habe ich auch mal irgendwo gelesen, es ist mir allerdings nicht als ein empirisch untersuchter Fakt in Erinnerung geblieben, sondern als ein (nicht wissenschaftlich untermauertes?) Argument der NC-Befürworter. Die Begründung war, dass Akademikerkinder angeblich die bessere Rhetorik beherrschen und sich besser präsentieren können.
An der Stelle scheint also sogar eine personelle
Diskriminierung vorliegen zu müssen.
Na ja, ich weiß nicht, wie es bei dir war, aber mich hat niemand nach dem Bildungsgrad meiner Eltern gefragt…
Grüße,
Anja
Andere Frage: Woher weiß der entsprechende Lehrer, was die
Eltern von Beruf sind?
Na, weißt Du - nach vier Klassen Grundschule nebst
Elternabenden etc. wird der Geheimhaltungsgrad schon eher
gering sein, meinst Du nicht?
Aber nur, wenn die Eltern es ausplaudern.
Und selbst, wenn sich die Eltern
bis dahin komplett verstecken : Kinder pflegen sich
untereinander auszutauschen, was einem Klassenlehrer nicht
verborgen bleibt;
Ein Kind sagt also seinem Klassenkamerad, „Du, mein Vater ist Diplom-Ingenieur.“
Hallo!
das habe ich auch mal irgendwo gelesen, es ist mir allerdings
nicht als ein empirisch untersuchter Fakt in Erinnerung
geblieben, sondern als ein (nicht wissenschaftlich
untermauertes?) Argument der NC-Befürworter. Die Begründung
war, dass Akademikerkinder angeblich die bessere Rhetorik
beherrschen und sich besser präsentieren können.
Ja, ich habe es auch mehr als Argument gelesen. Ich bin mir über die wissenschaftliche Grundlage unsicher…
An der Stelle scheint also sogar eine personelle
Diskriminierung vorliegen zu müssen.
Na ja, ich weiß nicht, wie es bei dir war, aber mich hat
niemand nach dem Bildungsgrad meiner Eltern gefragt…
Hier in Bonn glaube ich auch nicht, aber an der TU München (Molbiotech) wurde der Beruf der Eltern gefragt, glaube ich. Vielleicht sogar auf dem Bewerbungsbogen, bin mir aber nicht sicher und bin jetzt nicht gewillt, den Kram zu durchsuchen 
Hätte sich aber wohl eh nicht schlecht ausgewirkt, weil meine Eltern auch Naturwissenschaften studiert haben…
VG,
Stefan
Hallo Ralfi,
Ein Arbeiterkind oder Ausländerkind mit einen
Schnitt von z.B. 2,2 bekommt keine Empfehlung für das
Gymnasium ein Akademikerkind/ Deutscher mit mit der gleichen
Note schon? Da kann doch was nicht stimmen!
Und in besonders in Bayern ist dieses Gefälle groß - so groß
wie in keinem anderen Bundesland
Ich hätte eigentlich gedacht, dass das bayerische Übertrittsystem die Benachteiligung von Schülern, die nicht aus privilegierten Schichten stammen, eher verhindern müsste, denn im Gegensatz zu anderen Bundesländern zählen für den Übertritt ans Gymnasium zunächst einmal die Noten, nicht der Elternwunsch. Zwar kann man ein Kind mit Gymnasialempfehlung auch auf die Haupt- oder Realschule schicken - und es wäre für die Diskussion hier sehr wichtig zu wissen, wieviele Eltern das tun-, aber umgekehrt geht das nicht. Wenn ein Kind den Schnitt nicht erreicht und den Probeunterricht nicht besteht, die Eltern es aber unbedingt am Gymnasium haben möchten, bleibt eigentlich nur eine Privatschule. Andererseits: Hat ein Kind den Schnitt, steht ihm grundsätzlich jedes Gymnasium offen (das ist z.B. in Hessen ganz anders).
Zur möglichen Voreingenommenheit der Lehrer/innen: Ich habe mit zwei Kindern Erfahrungen mit bayerischen Grundschulen gemacht, d.h., das jüngere ist jetzt in der 4. Nach meiner Einschätzung sind die Noten, von denen der Übertritt abhängt, kaum das Resultat irgendwelcher subjektiven Einschätzungen der Lehrer/innen, sondern fast hundertprozentig objektivierbar. Da geht es um Punkte in Matheproben, Diktaten und Heimat-und-Sachkundeproben, die man nachzählen kann (und die Eltern tuen das ggf. auch gewissenhaft). Höchstens beim Aufsatz und bei den mündlichen Beiträgen bleibt ein gewisser Spielraum bei der Beurteilung, der aber nur in Grenzfällen zu Buche schlagen könnte.
Klar ist natürlich, dass ein Mittelschichtskind, dessen Mutter den ganzen Nachmittag mit ihm an den Hausaufgaben sitzt und für jede Probe lernt, erheblich größere Chancen hat, den Schnitt zu erreichen, als ein Kind, dessen Eltern nicht helfen können oder wollen. Andererseits finde ich die Anforderungen in der Grundschule nun wieder nicht so heftig, als dass ein begabtes Kind sie nicht auch ohne ständige Nachhilfe schaffen könnte.
A propos Begabung: Weiß jemand, auf was für Daten diese veröffentlichten Zahlen - also dass die Wahrscheinlichkeit für Akademikerkinder, ein Gymnasium zu besuchen, x mal höher ist als für andere - beruhen? Ich meine, wie hat man die „gleiche Begabung“ ermittelt? IQ-Tests wurden ja wohl nicht gemacht, oder?
Gruß Barbara
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