PISA intern

Liebe Bildungsbürger,

mit dem folgenden werde ich einige nerven wegen Verquickung mit Parteipolitik, aber die Frage liegt auf der Hand: machen B-Länder eine bessere Bildung als A-Länder? Besonders auffällig ist für mich die Verbesserung von Sachsen-Anhalt. Ist es überhaupt möglich, dass die neue Regierung schon Konsequenzen zeitigte?

Ach ja: B-Länder nennt man die CDU-geführten, A-Länder die SPD-geführten. Noch etwas: Mir liegt nichts daran, dieses Forum auf das Niveau des Brettes Innenpolitik zu drücken. Aber es interessiert mich schon, wie Ihr die Zusammenhänge seht.

Andreas

Hi!

Naja, Bayern (B-regiertes Land) hat auf jeden Fall einen viel besseren Ruf als zB NRW (jahrelang A-regiertes Land). Auch das Abi soll schwerer sein usw. Also ich würde sagen, ja, CDU-regierte Länder haben eine bessere Bildungspolitik!

Steffie

Hi,

siehe auch den Link von Markus Lahr:
http://de.news.yahoo.com/050714/286/4m4dt.html

Steffie

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Hallo.

siehe auch den Link von Markus Lahr:
http://de.news.yahoo.com/050714/286/4m4dt.html

Danke :heart::heart::heart:
Hier sind noch ein paar: http://www.sueddeutsche.de/,tt2m3/jobkarriere/berufs…
http://www.sueddeutsche.de/,tt2l1/jobkarriere/berufs…
http://www.sueddeutsche.de/,tt2l2/jobkarriere/berufs…
…von sueddeutsche.de eben :wink:

mfg M.L.™ :smile:)

Hallo Andreas,

leider ist ja Berlin z.B. gar nicht im Ranking gewesen (zumindest im alten, weiß nicht, ob es da neue Ergebnisse gibt). Hier hat ja A und B ab und an gewechselt. Ich vermute aber, dass Berlin eher bei den letzten Plätzen zu finden sein wird.

Sicher ist Bildungspolitik das eine - aber mich würde auch mal interessieren, wie das Zahlen-Verhältnis z.B. von Einwanderern in den jeweiligen Ländern ist. Von Berlin weiß ich, dass überproportional viele türkische Kinder (bsw.) kaum oder kein Deutsch können, wenn sie auf die Schule kommen. Je höher dieser Anteil in der Klasse ist, desto schwieriger wird es, den „normalen“ Lehrplan überhaupt durchzuziehen. (weshalb ich Vorschulen als Pflicht sehr befürworte, aber das ist ein anderes Thema:smile:) Ähnliche Probleme dürfte es mit russischen Einwandererkindern geben, die ähnlich schlecht integriert sind (sprachlich und überhaupt). NRW, aber auch Berlin hat einen sehr hohen Anteil an Einwanderern, BaWü und Bayern deutlich niedriger…Auch ein Faktor könnte die Bildung der Eltern bzw. deren Schichtzugehörigkeit sein. Wie sieht das in Bremen und bsw. Thüringen aus? Es ist ja statistisch erwiesen, dass Bildung „vererbt“ wird, natürlich nicht genetisch - aber die Chancen von Arbeiterkindern mal zu studieren sind deutlich geringer als die von Akademikern. Und: Sind Städte grundsätzlich anders zu bewerten, wie sieht das in München, Düsseldorf, Köln, Mannheim etc. aus? Solche Vergleiche wären dann auch mal interessant.

Nur mal so als Ideen und Fragen, die Antworten weiß ich auch nicht, ich habe nur Vermutungen, dass solche Faktoren - neben der Bildungspolitik - eine wichtige Rolle spielen.

Beste Grüße,

barbara

Lieber Bildungsbürger,

Aber es interessiert mich schon, wie Ihr die Zusammenhänge seht.

Hallo, Andreas,
wenn man das Ranking der Bundesländer betrachtet, ohne einmal die augenblickliche politische Richtung der jeweiligen Regierung in Ansatz zu bringen, fällt vor allem die Abhängigkeit des Pisa-Ranking vom Migrantenanteil auf. Da sind die Stadtstaaten oder auch NRW ganz klar am stärksten betroffen. Länder mit eher restriktiver Zuwanderungspolitik sind eindeutig im Vorteil.

Nachdem wir nun dies herausgefunden haben, können wir feststellen, dass Länder mit hohem Migrantenanteil vornehmlich diejenigen sind, in denen die Regierung eher dem linken Lager zuzurechnen ist oder bis vor Kurzem war. Länder, die seit langem mit konservativen Mehrheiten gesegnet sind, neigen eher zu einer restriktiven Migrationspolitik.

Das aber heißt gleichzeitig auch, dass eine Integration von Migranten bei größeren Zuwandererzahlen bisher nicht erfolgreich genug war.

Mit dürren Worten: Konservativ geführte Bundesländer scheinen die Integration von Migranten besser bewältigt zu haben, waren aber diesem Problem mit geringerer Intensität ausgesetzt als der Rest. Bei gleichen Anstrengungen in dieser Richtung tun sich eben besonders die schwer, die die größere Last zu tragen haben.

Dies der politischen Ausrichtung der gegenwärtigen oder vor kurzem herrschenden Regierung anhängen zu wollen, ist m.E. nicht gerechtfertigt. Eine restriktivere Migrationspolitik ist nicht die Lösung (angesichts der Überalterung der Gesellschaft sogar gefährlich). Die einzig mögliche Lösung ist eine verstärkte Integrationsanstrengung dort, wo die Probleme der Integration am größten sind. Pisa ist lediglich einer der Indikatoren für drängende Probleme in unserer Gesellschaft.

Gruß
Eckard