Qurgl
Moin,
Die Anzahl der Absolventen naturwissenschaftlicher Fächer pro
100.000 Erwerbstätigen zwischen 25 bis 34 Jahren liegt hier zu
Lande bei 835, im OECD-Schnitt dagegen bei 1200."
als einer der wenigen Abschnitte, der nicht reine Meinungsäußerung, sondern Fakten enthielt, sei dieser noch vom mir kommentiert: Diese Zahl sagt nur aus, daß wir einen höheren Anteil an in der Landwirtschaft und Produktion beschäftigten Menschen haben, als andere OECD-Länder. Daß bei uns der Übergang in eine Dienstleistunggesellschaft noch nicht abgeschlossen ist, ist doch nichts neues. Dies ist aber keine Sache, die wir über die Ausbildung regeln können, sondern über einen Umbau der Wirtschaft als ganzes. Und da gehören nicht wettbewerbsfähige Industrien (Werften, Kohle) endlich mal geschlossen. Was nützt es, wenn wir mehr Menschen naturwissenschaftlich ausbilden, wenn die keinen Job finden und in die USA oder sonstwohin auswandern.
Abschluss. 15 Prozent eines Jahrganges manchen keinen
Lehrabschluss. Und die Arbeitsmarktchancen für Ungelernten
sinken rapide."
Das kann ja wohl nicht mit dem Anzahl der Abiturienten zu tun haben.
„Experten mahnen die Länder ohnehin seit langem, dass die
deutschen Schulen zu wenig Abiturienten hervorbringen. Die
Wirtschaft sorgt sich um ausreichend Akademikernachwuchs.“
Hochinteressant. Mehr Abiturienten ist also gleich besser gleich mehr Akademiker?
Kurzum: die Globalisierung der Märkte, die zunehmende
Konkurrenz zwischen den Unternehmen weltweit, die Wirtschaft
per se verlangt nach besserer Bildung und mehr Abiturienten.
Was denn jetzt? Hat sich denn eigentlich mal jemand Gedanken gemacht, warum in Bayern der Anteil der Abiturienten niedriger ist? Ist die Durchfallquote beim Abi höher oder werden weniger versetzt?
Entscheidend ist doch nicht, wieviele Menschen eines Jahrganges Abitur machen, sondern wieviele Menschen vernünftig ausgebildet sind, wenn sie die Schule verlassen und daüber sagt die Quote nichts aus.
Nochmal: Die Unis sind voll und die Unis sind nicht nur durch Spitzenleute gefüllt. Es geht also nicht darum, x% eines Jahrgangs zum Abitur zu bringen, sondern darum, x% eines Jahrgangs mit einer vernünftigen Ausbildung ins Leben zu entlassen.
Wem das reicht - bitte schön. Dann aber nicht klagen, daß die
geistige Elite ins Ausland geht, alle Innovationen jenseits
der Grenzen gemacht werden und Arbeitsabläufe zum Erliegen
kommen, weil den Leuten der Grips fehlt.
Die geistige Elite wird ja wohl, auch in Bayern, Abitur gemacht haben. Ansonsten gilt das oben gesagte. Im übrigen hat „Grips haben“ nichts mit der Ausbildung zu tun.
Wenn 100% eines Jahrgangs Abitur machen, ist damit der Wirtschaft auch nicht gedient. Entscheidend ist, daß jeder einen seiner Leistungsfähigkeit entsprechenden Abschluß macht und gerade das sehe ich in einem Land mit einer höheren Abiturientenquote - wie NRW das ist -, auch nicht gegeben.
Gruß
Christian