PKV abschließen noch vor Gesundheitsreform 2005?

Hallo,

ich spiele mit dem Gedanke, mich Anfang nächsten Jahres privat zu versichern. Gründe für und wider sind klar. Jedoch bestehen nun bei mir Zweifel, ob es der richtige Schritt ist vor dem Hintergrund der bevorstehenden Gesundheitsreform. Es gibt da ja die unterschiedlichsten Konzepte (Bürgerversicherung, Kopfpauschale, …)

Konkret: Soll man die Gesundheitsreform abwarten und schauen, was sich ergibt oder sollte man gerade jetzt noch die Chance nutzen sich vorher privat zu versichern??? Bin ratlos und bitte um Tips.

Danke

Hallo Zorro,

meiner Meinung nach jetzt versichern!

  1. Wenn die Reform beschlossen ist, dann kommst Du unter Umstädnen nicht mehr rein.

  2. Ist die PKV langfristig das bessere Modell. Beispiel Pflege, die gesetzliche ist 10 jahre nach dem Start fast Pleit, die Privaten haben für die Deckung Ihrer Kunden Milliardenrückstellungen aufgebaut!
    Die Private ist dabei noch günstiger als die gesetzliche Pflegeversicherung. Und sie musste von Anfang an auch für laufende Fälle leisten. Die Leistungen sind übrigens identisch.

  3. Wenn die „Bürgerversicherung“ wirklich kommt, dann kannst Du sogar zurück wechsel. Für den Fall der Fälle hast Du nach allen Konzepten eine Wahlmöglichkeit bei der Einführung. Das bedeutet im Falle einer Bürgerversicherung - Wahlfreiheit und bis dahin PKV auf Probe!

  4. Was willst Du eigentlich überhaupt? Geld sparen? Mehr Leistung? Dauerhafte leistungsversprechen? Beitragsstabilität? Es kommt natürlich darauf an, was Du willst und wie Du Dein Leben planst.

Alles weitere erzählt Dir gerne Dein Versicherungsmakler um die Ecke, die Experten hier im Forum oder der Versicherungsmakler Deines Vertrauens.

Viele Grüße
Thorulf Müller
Versicherungsmakler
[email protected]

Hallo,
im Gegensatz zu Thorulf sage ich :„abwarten“
denn es ist nicht sicher wann was überhaupt und in welcher Form kommen wird.
Sicher ist nach der heutigen Rechtslage, dass der Weg zurück in die
GKV evtl. nicht mehr möglich ist.
Was die Pflegeversicherung betrifft nur ein Gedanke.
Wie hat dendie PKV eine Milliarden-Rücklage bilden können, wenn doch die Beiträge günstiger (???) sind aber die Leistungen gleich ?

Gruss

Günter Czauderna

Hallo Günter,

weil das eine eine Sozialkasse ist, das bedeutet, dass einige auch keine oder kaum Beiträge zahlen - insbesondere die Älteren und die ohne Einkommen.

Für den der das soziale System verlassen darf, weil der Gesetzgeber es ihm freistellt, ist es aber günstiger.

Jetzt werden einige aufstöhnen: „Das ist aber unsozial!“

Ich nenne das Neid: Es ist nämlich so, dass dieser Personenkreis Höchstbeiträge in die Arbeitslosen-, Renten-, Kranken- und Pflegekasse einzahl, dazu noch höhere Einkommenssteuern und in der Regel auch höhere Verbrauchssteuern. Irgendwo muss ich auch mal aus der Sozialsteuer aussteigen dürfen!

Meines erachtens radikal umbauen auf Kapitaldeckung - hätte bereits ab 1984 erfolgen müssen. Jetzt ist es wahrscheinlich zu spät!

Viele Grüße
Thorulf Müller

Hallo Zorro,
wie Thorulf schon schreibt: welches Risiko gehst Du ein, wenn Du dich privat versicherst und es kommt tatsächlich eine Bürgerversicherung?
Keines!
Doch Du hast einen Vorteil, wenn du jetzt schon wechselst: sollte die Bürgerversicherung wie zu erwarten ist, eine Totgeburt sein (vor der Wahl wird sowieso nichts entschieden), dann bist Du mit dem frühest möglichen Eintrittsalter rein. Das spart Beitrag!!!
Wartest Du aber 2 oder gar 3 Jahre, dann musst Du mit einem höheren Beitrag rein (Eintrittsalter!). Nächster Nachteil: was ist, wenn Du inzwischen eine Krankheit oder Unfall zugelegt hast? Entweder musst Du dann einen saftigen Risikozuschlag zahlen, oder einen Leistungsausschluss akzeptieren, oder wirst gar nicht angenommen!
Klar, Günter muss sagen: warten.
Doch bedenke, dass die GKV der heutigen Form ein Auslaufmodell ist. Würden die z.B. Altersrückstellungen machen müssen, dann würden die Beiträge sinken. Warum?
Nun, die meisten Kosten verursachen die Alten. Die zahlen aber meist weniger in die Kasse, als sie kosten. Die „arbeitende Bevölkerung“ ist einigermaßen kostendeckend. Wäre aber eine Altersrückstellung auch bei den Kassen vorgesehen, wäre das Leistungsaufkommen im alter wesentlich geringer. Bedingt dadurch wäre auch der Beitrag geringer (Mischkalkulation).
Dazu kommt als Kostentreiber die immensen Schulden, die die Kassen vor sich herschieben (8,xx Milliarden Euro). Die müssen bis zum 7.2007 abgebaut sein (Vorschrift). Soll heißen, eine Beitragsenkung wird es nicht geben - eher eine Steigerung. Bei der AOK Süd wurde jahrelang Schindluder mit den Beiträgen getrieben. Die hätten eigentlich 15,4 bis 15,7 % verlangen müssen. Da sie aber extreme Angst vor der Abwanderung hatten (besonders Mercedes wäre verloren gewesen) hat man den aufsichtsführenden Ämtern immer was vorgelogen. Jetzt müssen sie 1,2 Milliarden Euro Schulden abbauen. (Stuttgarter Zeitung, 15.09.2004)
Und ähnlich sieht es bei allen anderen Kassen aus.
Wenn Du mit dem Wechsel liebäugelst (ob wegen dem Beitrag oder wegen der Leistung oder beides ist gleichgültig), dann mache das so schnell wie möglich. Du hast keinerlei nachteile, dafür aber massig vorteile.
Grüße
Raimund

ich spiele mit dem Gedanke, mich Anfang nächsten Jahres privat
zu versichern. Gründe für und wider sind klar. Jedoch bestehen
nun bei mir Zweifel, ob es der richtige Schritt ist vor dem
Hintergrund der bevorstehenden Gesundheitsreform. Es gibt da
ja die unterschiedlichsten Konzepte (Bürgerversicherung,
Kopfpauschale, …)

Konkret: Soll man die Gesundheitsreform abwarten und schauen,
was sich ergibt oder sollte man gerade jetzt noch die Chance
nutzen sich vorher privat zu versichern??? Bin ratlos und
bitte um Tips.

Danke