PKV / GKV - Beitragsentwicklung

Hallo,

was meint ihr zu diesem Beitrag aus einem anderen Forum?

Gruß
Sarah


„…ich versuche mich gerade zu entscheiden, ob ich in der GKV bleibe oder in die PKV wechsle. Ich finde es sehr schwer einzuschätzen, wie stark sich die GKV und die PKV Beiträg im Alter unterscheiden werden.
Der aktuelle Beitrag ist in der PKV günstiger als in der GKV.
Da ich im Alter sicherlich unter der Beitragsbemessungsgrenze liegen
werde, habe ich errechnet daß die GKV im Alter für mich 400 Euro /
Montat billiger wäre . Der Fakt, daß sich der Unterschied in der
Beitragsentwicklung zwischen PKV und GKV auch stark an den
Einkommensverhältnissen im Alter orientiert, wird in keinem Testbericht berücksichtigt. Was ist Eure Meinung dazu?“

hier eine Antwort…
Hallo Sarah,

"…ich versuche mich gerade zu entscheiden, ob ich in der
GKV bleibe oder in die PKV wechsle. Ich finde es sehr schwer
einzuschätzen, wie stark sich die GKV und die PKV Beiträge im
Alter unterscheiden werden.

das kann keiner vorhersagen. Und hängt von vielen Faktoren ab.

  1. kommt der VN in frühen Jahren zur PKV, hat er bis zur Rente viel Beitragsrückerstattung angespart. er wird einen geringen Alterbeitrag haben. Ist er schon 50, wird diese Rückstellung nicht ganz reichen.
    Dazu kommt, dass immer Äpfel mit Birnen verglichen werden: in der GKV hat der VN eine Grundabsicherung, in der Privaten einen Topp-Schutz. Schließt er nur einen Grundschutz ab, dann ist er mit Sicherheit im alter weit unter dem Beitrag, den die Kasse verlangt.

Der aktuelle Beitrag ist in der PKV günstiger als in der GKV.
Da ich im Alter sicherlich unter der Beitragsbemessungsgrenze
liegen

wenn er in seiner Arbeitszeit freiwillig versichert war, ist er es im alter genauso. Außerdem wird er nicht nur seine Staatrente haben, sondern noch so einige andere Einnahmen. Diese muss er alle angeben. Daraus errechnet sich sein Kassenbeitrag. Der Privaten ist sein Einkommen im Alter gleichgültig.

werde, habe ich errechnet dass die GKV im Alter für mich 400
Euro /

Hat er hier auch die Pflegepflichtversicherung von 1,7 % mitberechnet? Ich glaube nicht.

Monat billiger wäre . Der Fakt, dass sich der Unterschied in
der
Beitragsentwicklung zwischen PKV und GKV auch stark an den
Einkommensverhältnissen im Alter orientiert, wird in keinem
Testbericht berücksichtigt. Was ist Eure Meinung dazu?"

Die private bietet verschiedene Möglichkeiten, den Beitrag zu beeinflussen.
Außerdem muss jede Private einen Standardtarif bereithalten, in den der VN wechseln kann (ab 55). Dieser Tarif darf nicht mehr kosten als die Kasse. leistet auch nicht mehr, klar! (na, gut, etwas schon).
Wo also liegt das Risiko im Alter?
aktuelles Beispiel: ein heute 63-jähriger, der mit 41 in die Private gewechselt ist, hat den Tarif (ohne SB) gewechselt in 1.000 € SB. Hört sich unerschwinglich an, oder? Ist aber nicht so: denn er zahlt nur noch 270 € Beitrag monatlich. Rechnet er jetzt die 1.000 € SB dazu (also 1/12) so hat er jetzt (incl. 1-Bettzimmer, Pflegepflichtversicherung usw.) einen Maximalbeitrag von 360 €. Aber welche Absicherung!!!
Mit etwas Mitdenken ist auch im Alter der Beitrag günstiger, als der der Kasse.
So, das war Altersbeiträge im Schnellgang.
Grüße
Raimund

Hallo,
aus der Sicht der GKV nur folgendes -
Unser Beitrag orientiert sich immer (noch) an den Einkommens-
verhältnissen, nich am Alter, am Geschlecht oder am Gesundheitszustand.
Ob die Leistungen mit der PKV Schritt halten können, darüber
kann man streiten uns auch geteilter Meinung sein.
Nur, was nützt mich die beste Leistung wenn ich die Prämie nicht
mehr bezahlen kann !

Gruss

Günter Czauderna

hallo Günter,
wer mit den Leistungen der GKV einverstanden ist, der braucht auch nicht mehr bei der Privaten zahlen.
Seit 1995 müssen die Privaten einen Standardtarif zur Verfügung stellen, der allen über 55 Jahre alten die Möglichkeit gibt, von ihrem evtl. zu teuer gewordenen Tarif dorthin zu wechseln.
Wo also liegt das Risiko?
M.M. liegt das Risiko bei der GKV!
Gründe: nicht der Beitrag ist das schlimme, sondern die permanenten Leistungseinschränkungen, die nichts anderes sind, als heimlich aus der Verantwortung stehlen. Ich weiss, dass Ihr dafür nichts könnt, dass es die Politik ist, die so etwas verbricht. Doch dann auch noch zwangsweise sich privat für die gestrichenen Leistungen versichern müssen, ist ein starkes Stück. Das gleiche Verbrechen, wie die Riesterrente. Hier hat sich der Staat aus der Verantwortung gestohlen und diese Riesterrente eingeführt. Was aber ist das alles? Nichts anderes als eine Beitragsanpassung, die man nicht als solche bezeichnet.So kann die Kasse sagen: wir verlangen nur 13,9 % Beitrag. Aber in Wirklichkeit sind es dann 14,2 %.
So etwas kann amn auch Betrug nennen.
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

wer mit den Leistungen der GKV einverstanden ist, der braucht
auch nicht mehr bei der Privaten zahlen.
Seit 1995 müssen die Privaten einen Standardtarif zur
Verfügung stellen, der allen über 55 Jahre alten die
Möglichkeit gibt, von ihrem evtl. zu teuer gewordenen Tarif
dorthin zu wechseln.
Wo also liegt das Risiko?

Ich sehe das Risiko (ab 55 J.) beim Standardtarif (liegt knapp unter dem Höchstbeitrag der gesetzl. KK, glaube ich - ca. 450-500 EUR) darin, daß wenn man w/ Arbeitslosigkeit, usw ein weitaus niedrigeres Einkommen hat, muß man statt nur x-% des Einkommens zahlen… einen Festbetrag von ca. 500 EUR für Leistungen auf GKV-Niveau - mit Zuzahlungen und allem, nehme ich an.

Mit einer PKV muß man bereit sein, das Risiko einzugehen. Und vernünftig wäre es, bis zu einem gewissen Alter (z.B. 55 J.) auch vermögend genug zu sein, die PKV-Prämien einfach so bezahlen zu können. Dann kann man sich über die viel besseren Leistungen freuen.

Gruß
Sarah

hallo Sarah,

Ich sehe das Risiko (ab 55 J.) beim Standardtarif (liegt knapp
unter dem Höchstbeitrag der gesetzl. KK, glaube ich - ca.
450-500 EUR) darin, daß wenn man w/ Arbeitslosigkeit, usw ein
weitaus niedrigeres Einkommen hat, muß man statt nur x-% des
Einkommens zahlen… einen Festbetrag von ca. 500 EUR für
Leistungen auf GKV-Niveau - mit Zuzahlungen und allem, nehme
ich an.

Bei Arbeitslosigkeit hat der AL freie Wahl: privat oder GKV. Doch hier ging es um Altersbeiträge. Und einen arbeitslosen Rantner habe ich noch nicht kennengelernt. *g*

Mit einer PKV muß man bereit sein, das Risiko einzugehen. Und
vernünftig wäre es, bis zu einem gewissen Alter (z.B. 55 J.)
auch vermögend genug zu sein, die PKV-Prämien einfach so
bezahlen zu können. Dann kann man sich über die viel besseren
Leistungen freuen.

Welches Risiko?
OK, es soll vorgekommen sein, dass der Beitrag kräftig gestiegen ist. Hier ist ein absolutes Negativbeispiel der Münchner Verein, der seine älteren Taife um über 50 % erhöht hat. Doch zur gleichen Zeit hat der VN die Möglichkeit, in einen anderen Tarif zu wechseln (§ 178ff). Der MV hat 2 preiswerte Tarife.
Welche Risiken meinst Du?
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

Ich sehe das Risiko (ab 55 J.) beim Standardtarif…

Bei Arbeitslosigkeit hat der AL freie Wahl: privat oder GKV.
Doch hier ging es um Altersbeiträge. Und einen arbeitslosen
Rentner habe ich noch nicht kennengelernt. *g*

…ab 55 J. hat der AL keine freie Wahl mehr. Zur Zeit gibt es genügend 50+J. Arbeitslose (bzw. berufs- / erwerbsunfähige), die keine neue Stelle finden. Die Krankenversicherung ist - zur Zeit - nur kritisch bei PKV-Versicherten, die älter als 55 J. sind. Wehe man wird zwischen den 55 und 63+ Lebensjahr arbeitslos oder erwerbsunfähig - und nicht genug vorgesorgt hat… In der GKV wird man in dem Fall aufgefangen in dem man nur x% des Einkommens zahlen muss - in der PKV muß man immer einen Festbetrag zahlen (ob Standardtarif oder einen normalen Beitrag). …ob das Einkommen 800 EUR oder 8000 EUR im Monat beträgt.

Mit einer PKV muß man bereit sein, das Risiko einzugehen. Und
vernünftig wäre es, bis zu einem gewissen Alter (z.B. 55 J.)
auch vermögend genug zu sein, die PKV-Prämien einfach so
bezahlen zu können. Dann kann man sich über die viel besseren
Leistungen freuen.

Welche Risiken meinst Du?

Das Risiko ab 55 J. w/ einkommensunabhängigen Prämien sowie, wie von Dir erwähnt, die astronomischen Beitragssteigerungen bei vielen PKVs.
Wenn das Einkommen mit 55 J. aus irgendeinem Grund (Krankheit, Arbeitslosigkeit, usw) plötzlich sinkt, dann fehlen ca. 10-12 Jahre Altersvorsorge bis zur Rente. Jemand, der jahrelang nur knapp über der BBG verdiente und in der PKV ist, wird das nicht so leicht verkraften können…

Gruß
Sarah

Hallo Sarah,

da hast Du etwas Recht!
Etwas desswegen, weil auch hier Möglichkeiten bestehen:
>in einen Tarif wechseln, der sehr sparsam ist
>dazu eine Anwartschaftsversicherung für den alten Tarif (nur interessant, wenn man irgend wann mal wieder in diesen Tarif will)
>oder in einen Tarif mit sehr hoher SB (kann sich sehr gut rechnen!)

aber Du hast natürlich Recht: man sollte vom Erspartem (GKV - PKV) zumindest einen Teil zur Seite legen für solche Situationen. Treten sie nicht ein (hoffentlich) so ist´s natürlich noch besser: man hat eine zusätzliche Rente. Die kann man immer brauchen.
Grüße
Raimund

Hallo,

zur Altersrückstellung auch nochmal ein Wort: Das ist die Geisel der PKV. Derzeit ist es immer noch so, dass man in der PKV einen gewissen Anteil seines Beitrages in die Altersrückstellung einzahlt. Aber damit bindet man sich automatisch an das eine private Krankenversicherungsunternehmen. Je länger die Mitgleidschaft dort andauert, desto unwahrscheinlicher ist die Möglichkeit eines Wechsels zu einer anderen privaten Gesellschaft, weil nämlich in diesem Fall die Altersrückstellung, die man bisher eingezahlt hat, weg wäre. Die kann bei einem Wechsel der privaten Gesellschaft nämlich nicht mitgenommen werden. Das ist eines der größten Hindernisse für eine PKV.

Aber schauen wir doch mal in die Zukunft? Sollte es tatsächlich mal zu einer Bürgerversicherung kommen, bei der quasi die PKV auf Eis gelegt würde, hätten alle PKV-Versichertem Bestandsschutz. Allerdings zu einem hohen Preis. Kommen nämlich keine neuen (jungen) Versicherten mehr in die PKV rein, würde das für die bestehenen Tarife in einer unglaublichen Kostenexplosion enden…doch wer weiss schon, was kommt.

Liebe Grüße

Tibie

Hallo,

Aber schauen wir doch mal in die Zukunft? Sollte es
tatsächlich mal zu einer Bürgerversicherung kommen, bei der
quasi die PKV auf Eis gelegt würde, hätten alle
PKV-Versichertem Bestandsschutz. Allerdings zu einem hohen
Preis. Kommen nämlich keine neuen (jungen) Versicherten mehr
in die PKV rein, würde das für die bestehenen Tarife in einer
unglaublichen Kostenexplosion enden…doch wer weiss schon,
was kommt.

Das sehe ich genauso…das wäre wirlich ein finanzielles Todesurteil für die meisten PKV-Versicherten. Millionen der unter 55-jährigen PKV-Versicherten müßten teilzeit arbeiten (bzw. Selbständige eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen), um in die GKV zurückzukommen. Die KK-Kosten würden dann auch für die Beamten bzw. den Staat explodieren. Dann wäre vielleicht eine Bürgerversicherung/Kopfpauschale für ausnahmslos alle gerechfertigt…

Gruß
Sarah

Hallo andreas,
ich bin froh, dass es die beiden altersrückstellungen gibt. Nur so ist gewährleistet, dass die Alterbeiträge moderat bleiben.
Dass alles gute auch etas negatives hat, ist eine Binsenwahrheit. Doch so wie es aussieht, wird über kurz oder lang eine Änderung kommen: die Altersrückstellungen werden bei einem Wechsel mitgegeben. Das ist aber noch Zukunftmusik.
Zur Bürgerversicherung:
sie wird nicht kommen. Es würde gegen unsere Gesetze verstoßen. Das ist schon geklärt und wird nur noch von den Radikaliskis der beiden Regierungsparteien noch weiter diskutiert.
Nehmen wir aber an, diese Radikalinskies würden sich durchsetzen: die nächste Wahl wäre mit absoluter Sicherheit verloren. Und die alte Ordnung wieder eingeführt.
Bürgerversicherung ist die Ausgeburt eines kranken Hirns.
Grüße
Raimund

…und das Todesurteil für…
hallo Sarah,
…alle Krankenversicherung und für den Staat BRD gesprochen!
grüße
Raimund

Hallo Raimund,

…alle Krankenversicherung und für den Staat BRD gesprochen!

…so dramatisch ist es ja auch nicht… Staatsmedizin wie in GB oder Schweden oder Kopfpauschalen in der Schweiz kann auch für die Bevölkerung ausreichend sein.

Ich persönlich möchte nicht zu den letzten der Privatversicherten gehören (mit sehr hohen KK-Beiträgen), wenn keine Neukunden mehr nachkommen.

Gruß
Sarah

hallo Sarah

  1. wird es keine Bürgerversicherung geben, das ist rechtlich ausgeschlossen.
  2. würden die Kasse finanziell auf die Knie gehen, wenn sie die ganzen Privatrentner übernehmen müsste. Den eines ist absolut sicher: wenn eine Regierung das machen würde (wäre Selbstmord), dann würde jeder bisherige Privatpatient zwangsweise in die Kasse müssen. Dies aber würde zum Zusammenbruch der kassen führen. Denn einen Beitrag von 18 % würde zur Katastrophe führen.
    Ein Aussenvor lassen der private, nach dem Motto: „ätschibätsch, wärste damls nicht in die Private gegangen“, ist nicht machbar.
    Die Gerichte würden ausserdem so überhäuft, dass sie zusammenbrechen würden.
    Kurz: es ist nicht machbar. Der Zug ist abgefahren. Das hätte man damals regeln müssen, als die privaten als Alternative zur GKV zugelassen wurden. Jetzt ist es zu spät und würde zum Tod der Parteien führen, die dies verbrochen haben.
    Grüße
    Raimund

Hallo Raimund,

  1. wird es keine Bürgerversicherung geben, das ist rechtlich
    ausgeschlossen.

Ich glaube, man könnte die deutsche Verfassung ändern.

  1. würden die Kasse finanziell auf die Knie gehen, wenn sie
    die ganzen Privatrentner übernehmen müsste.

Wären die Beiträge in der GKV nach Einkommen (und Vermögen) bemessen, würden viele der zur Zeit PKV-Versicherten-Rentner (und Beamten) sowieso den Höchstbeitrag (ca. 500 EUR) in der GKV zahlen müssen - das wäre ein Plus für die GKVs. Du als 63-jähriger PKV-Vers. zahlst doch momentan weniger als das, oder?

Den eines ist absolut sicher: wenn eine Regierung das machen würde
(wäre Selbstmord), dann würde jeder bisherige Privatpatient
zwangsweise in die Kasse müssen. Dies aber würde zum
Zusammenbruch der kassen führen. Denn einen Beitrag von 18 %
würde zur Katastrophe führen.

Daß die Ärzte bei den PKV-Versicherten mit hohen GOÄ-Sätzen abrechnen können, führt auch zu den viel höheren Beiträgen für die PKV-Versicherten.
Ich glaube, viele Menschen wären bereit bis zu 20% des Einkommens für die eigene Gesundheit auszugeben.

Ein Aussenvor lassen der private, nach dem Motto:
„ätschibätsch, wärste damls nicht in die Private gegangen“,
ist nicht machbar.

Das hoffe ich auch für die PKV-Versicherten.

Die Gerichte würden ausserdem so überhäuft, dass sie
zusammenbrechen würden.

Das könnte ich mir vorstellen.

Kurz: es ist nicht machbar. Der Zug ist abgefahren. Das hätte
man damals regeln müssen, als die privaten als Alternative zur
GKV zugelassen wurden. Jetzt ist es zu spät und würde zum Tod
der Parteien führen, die dies verbrochen haben.

Ich finde, es ist nie zu spät (siehe die Abschaffung der Beamten in der Schweiz vor 4 Jahren). Oder z.B. die jetztige Diskussion über die Wehrpflicht in Deutschland…

Die deutsche Gesellschaft u.a. wird sich in den nächsten 30-40 Jahren *radikal* verändern (ob durch Globalisierung, Krieg, usw) - das ist 100% sicher. Hat sich etwa Dein Leben seit Deiner Kindheit bzw. die deutsche Gesellschaft in den letzten 63 Jahren nicht radikal verändert?

Gruß
Sarah