PKV - Leserbrief

Hallo,

was meint ihr zu diesem Leserbrief (Focus 7/2004)?

Als Freiberufler (52 Jahre) bin ich seit mehr als 20 Jahren beim Münchner Verein privat versichert. Seit 1996 stieg mein Beitrag um satte 105 Prozent, allein in den letzten drei Jahren um über 60 Prozent. Hätte ich nicht auf Leistungen verzichtet, wäre der Beitrag schon heute nicht mehr bezahlbar. Geht die Kosten-explosion so weiter, werde ich einen Großteil meiner privaten Vorsorge bei Renteneintritt für die Krankenversicherung verwenden müssen. Wann begreift der Gesetzgeber, dass dies Kostenfallen auf Lebenszeit sind, und schafft Abhilfe?
(k.s. aus Nürnberg)

Gruß
Sarah

Tja, in der GKV ist halt doch nicht alles schlecht.

Selbst schuld sag ich, das sind dann die Leute, die ums verrecken wieder in die gesetzliche zurück wollen um dann plötzlich Geld zu sparen.

Gruß Jörg
*Auf Raimund, hau rein:smile:*

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Dir hau´ ich gleich… *g*
hallo Ihr beiden,
ich kann es mir nicht vorstellen! Es ist richtig, dass in den letzten 2 Jahren 2 mal die Sterbetafeln geändert wurden und dadurch die Beiträge bei einigen Tarifen empfindlich angehoben wurden (z.B. bei mir). Doch eine Anpassung von über 100 % in 7 Jahren? nein, das ist fast unmöglich. Da wäre der MV konkurs. Denn wer würde denn noch in so eine teure Gesellschaft reingehen?
Aber um so etwas beantworten zu können, sollte man die Unterlagen einsehen. Ich habe schon von Artikeln gelesen, die behauptet haben, sie hätten gehört dass jemand gehört hat…
Oder Leserbriefe, die getürkt wurden.
IOch möchte nicht behaupten, dass der Leserbriefschreiber hier lügt. Doch wie gesagt: erst müsste ich das alles sehen. Wenn ich die VS-Nummer hätte, könnte ich das ganze nachprüfen, kein problem. So aber…?
grüße
raimund
Der immer noch trotz wesentlich besserer Absicherung weniger Beitrag zahlt, als wenn er in der GKV wäre… (Retourkutsche!)

Aua
Grüß Dich,

also ich hab irgendwann vor kurzen mal was gesehen oder gelesen (wenn ich es nur noch wüsste wo das war *scheiß Alzheimer*), dass es tatsächlich PKV´n gibt die in den letzten Jahren ihre Beiträge um teilweise über 100% erhöht haben. Aber ob das tatsächlich so ist, kann ich nicht beurteilen. Im Gegenzug haben die GKV´n ja nur vergleichweise minimal erhöht (die Leistungseinschränkungen mal völlig außen vor gelassen).
Grundsätzlich hinkt der Vergleich aber, wenn man anfängt die Leistungen und Beiträge zu vergleichen.

Vermutlich ist auch diser Leserbrief mal wieder ein Einzelfall, der auf ganz speziellen Vorgaben beruht hat.

Gruß Jörg

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Hallo,

Vermutlich ist auch diser Leserbrief mal wieder ein
Einzelfall, der auf ganz speziellen Vorgaben beruht hat.

aber trotzdem…nehmen wir mal an, daß der Beitrag des 52-jährigen etwas über den Höchstbeitrag der GKV liegen würde. Wäre das doch nicht ein bißchen viel zu früh? Mit 52 J. und nach 20 Jahren bei der PKV??
Dann hätte die Versicherungsgesellschaft die Beiträge jahrelang unseriös berechnet. Wenn man in relativen jungen Jahren in die PKV geht, erwartet man, daß man den Höchstbeitrag der GKV erst mit 60/65 J. erreicht und nicht schon mit Ende 40/Anfang 50.

Ich denke, wenn man die Sicherheit hätte, daß man z.B. bis zum Rentenalter höchstens den Höchstbeitrag der GKV (ca. 450-500 EUR) für „normale“ PKV-Leistungen für eine Person zahlen müßte, wären viele gutverdienenden bereit in eine PKV zu wechseln… ansonsten ist das Risiko einfach viel zu hoch, daß die Versicherungsgesellschaften die Beiträge unseriös kalkulieren.

Gruß
Sarah

Hallo Jörg,
ich habe gerade heute mit einem Kollegen darüber gesprochen. Er meint das könnte bei der NV tatsächlich sein. Er hat mir noch eine gesagt (bitte keine Namen, auch bei mir setzt Alzheimer ein… oder BSE)die haben um 160 % in 2 Jahren erhöht!!!
Hier zeigt es sich wieder, dass man eine renommierte Versicherung nehmen und darauf achten soll, dass die möglichst nur einen Tarif haben. Dann müssen die ganz extrem darauf achten, dass der ihnen nicht aus dem Ruder läuft.
Wenn das bei der HUK so weiter geht, dann sieht es da auch recht böse aus: das zweite Jahr schon über 20 % Beitragsanpassung. Aber das haben wir ja erwartet. Laut durfte man das nie sagen, weil die einem dann sofort einen Prozess angehängt haben. So wie bei Impuls: die haben nur noch Adressen für Ausschließlichkeitsvertreter. Grund: die HUK hatte gegen die Impuls prozessiert, dass bei deren Vergleich die HUK gefehlt hat. Da aber die HUK nichts oder fast nichts an Prov. bezahlt, haben die jetzt nur noch die obige Regel.
Na, mir können die nicht an den Latz: ich habe alle Gesellschaften im Vergleich drin, auch HUK und DeBeKa.

Grüße
Raimund

Hallo Jörg,

Hallo an Dich und Sarah,

gibt es bzw. gab es nicht mal sowas wie ne Beitragsgarantie bei den privaten? Bzw. ne Zusage, dass die Beiträge nicht über einen bestimmten Betrag hinausgehen?

Ansonsten stimme ich Sarah völlig zu. Wenn man das kalkulieren könnte und die Gewissheit hätte, wäre die Abwanderung gewiss höher.
Aber ich bin ja(ganz ehrlich) froh, dass es nicht so ist, sonst müsste ich am Ende auch noch Versicherungen „verkaufen“ *graus*

Grüße an euch beide Jörg

ich habe gerade heute mit einem Kollegen darüber gesprochen.
Er meint das könnte bei der NV tatsächlich sein. Er hat mir
noch eine gesagt (bitte keine Namen, auch bei mir setzt
Alzheimer ein… oder BSE)die haben um 160 % in 2 Jahren
erhöht!!!
Hier zeigt es sich wieder, dass man eine renommierte
Versicherung nehmen und darauf achten soll, dass die möglichst
nur einen Tarif haben. Dann müssen die ganz extrem darauf
achten, dass der ihnen nicht aus dem Ruder läuft.
Wenn das bei der HUK so weiter geht, dann sieht es da auch
recht böse aus: das zweite Jahr schon über 20 %
Beitragsanpassung. Aber das haben wir ja erwartet. Laut
durfte man das nie sagen, weil die einem dann sofort einen
Prozess angehängt haben. So wie bei Impuls: die haben nur noch
Adressen für Ausschließlichkeitsvertreter. Grund: die HUK
hatte gegen die Impuls prozessiert, dass bei deren Vergleich
die HUK gefehlt hat. Da aber die HUK nichts oder fast nichts
an Prov. bezahlt, haben die jetzt nur noch die obige Regel.
Na, mir können die nicht an den Latz: ich habe alle
Gesellschaften im Vergleich drin, auch HUK und DeBeKa.

Grüße
Raimund

Hallo Sarah,

Wenn man in relativen jungen
Jahren in die PKV geht, erwartet man, dass man den
Höchstbeitrag der GKV erst mit 60/65 J. erreicht und nicht
schon mit Ende 40/Anfang 50.

Da gebe ich Dir vollkommen Recht.
Ich habe aber auch kein 100 % iges Rezept, um solche Auswüchse zu vermeiden.
Zu den Beitragsanpassungen: sie werden immer im 3 Jahresrhytmus kalkuliert. Da werden Stornohäufigkeit, Sterbetafeln, gestiegene allgemeine Kosten usw. berücksichtigt. Die Berechnung muss ganz genau sein, keine Schätzung. Denn der Treuhänder in Berlin prüft nach! Und wenn eine Versicherung nun meint: „jetzt sahnen wir ab!“, dann würden die schnell auf den Boden der Tatsachen kommen: es würde verboten. Außerdem wäre diese Versicherung bald Konkurs. Denn welcher Makler würde so etwas noch verkaufen? Er macht sich ja strafbar! Und die Makler sind schließlich die Hauptverkäufer für Krankenversicherungen. Es gibt Versicherungen, die haben gar keinen Außendienst. Sie vertreiben nur über Makler. Die ARAG ist m.W. so eine. Die haben sich auch nicht an dem Rennen um die Zusatzversicherungen bei den Kassen beteiligt. Aussage meines Maklerbetreuers: „wir wollen uns doch nicht unsere Makler verärgern!“ Es wird sich auszahlen! Denn Versicherungen, die über die Kassen den Maklern Konkurrenz machen, werden von denen möglichst links liegen gelassen. Verständlich, oder? Ich glaube auch, dass diese ganze Zahnzusatzgeschichte ein Schuss in den Ofen wird. Denn die Kassen haben extrem brutale Konditionen ausgehandelt. Auch sind diese „provisionsfreien“ Tarife nicht provisionsfrei: die verschiednen Kassen kassieren davon etwas. Und eine eingehende, neutrale Beratung? Da wird man lange suchen müssen. Bei Jörg und Günter wird das vermutlich sein. Doch die Madchen in den Zweigstellen? Na, ich habe das so meine Zweifel! außerdem gibt es keine Auswahl. Entweder die oder gar keine. Und beim nächsten Kassenwechsel: raus aus dem Gruppentarif, rein in den Gruppentarif. Mit vermutlich höheren, weil älter geworden, Tarif.
Das kann sich eine Versicherung auf die Dauer nicht erlauben.
Grüße
Raimund

Hallo Jörg,

gibt es bzw. gab es nicht mal so was wie ne Beitragsgarantie
bei den privaten? Bzw. ne Zusage, dass die Beiträge nicht über
einen bestimmten Betrag hinausgehen?

Eine Beitragsgarantie nicht. Aber ich kann mich da schwach an etwas erinnern, das ein bisschen in diese Richtung geht. Muss mal nachfragen.

Ansonsten stimme ich Sarah völlig zu. Wenn man das kalkulieren
könnte und die Gewissheit hätte, wäre die Abwanderung gewiss
höher.

Nein, dass die Kassen noch so viel Freiwillige haben, liegt nicht an der Beitragspolitik der Privaten. Das liegt in der jahrelangen Märchenstunde der Kassen. Dadurch wurde eine gefühlsmäßige Unsicherheit geschaffen, die nicht so schnell abbaubar ist. Diese Negativpolitk war genauso erfolgreich, wie früher (und teilweise heute noch die Politik der Banken. Jahrelang galten sie als einzige ehrliche Instanz, ja sogar selbstloses Amt für soziale Geldberatung.
Das haben sie sich allerdings in nur 10 Jahren selbst zerstört.
Diese Zusammenarbeit mit den Privaten wird den Kassen noch sehr sauer aufstoßen! Den Privaten auch.
Um noch einmal auf die Negativpropaganda zurück zu kommen. Gibt es ein besseres Geschoß als wenn der bei der Kasse zum wechselwilligen sagt: " Sie sind aber mutig…!" und schon fängt der arme Kerl an innerlich zu zittern.:

Aber ich bin ja(ganz ehrlich) froh, dass es nicht so ist,
sonst müsste ich am Ende auch noch Versicherungen „verkaufen“
*graus*

Oh, das kann recht interessant sein und viel Spaß machen. Ich könnte mir z.B. nicht vorstellen, dass ich den ganzen Tag in so einem Großraumbüro sitze und den Mief der anderen einatmen muss. Genau aufs Glockenläuten beginne und genau aufs Glockenläuten Mittag mache, immer die gleiche Gesichter sehen muss, usw.
Ich mache jeden Tag bei interessanten Menschen Besuche. Es macht Spaß, immer wieder neue Menschen kenne zu lernen, jeden Tag raus zu kommen, immer wieder neue Landschaften zu sehen. Zu sagen: „was für ein schöner Tag: es regnet! Die Leute sind jetzt zu hause!“ oder: „was für ein schöner Tag: die Sonne scheint. Da sind die Leute gut aufgelegt.“
Und die Gewissheit haben, dass ich Menschen geholfen habe: tagtäglich!
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

dies macht nicht der Sachverständige in Berlin, sondern ein Treuhänder. Das kann aber irgendwer sein, wenn er die Qualifikation dazu hat. :smile:

Z.b. mein alter Berufsschullehrer :smile:

Gruß
MArco

Hallo Marco,:

dies macht nicht der Sachverständige in Berlin, sondern ein
Treuhänder.

Sagte ich doch. bitte nachlesen! *g*

Das kann aber irgendwer sein, wenn er die
Qualifikation dazu hat. :smile:

Z.b. mein alter Berufsschullehrer :smile:

Wenn er die Vorrausetzungen mitbringt?! Und als Teuhänder zugelassen ist? Dazu muss er auch noch m.W. eine Haftpflichtversicherung in millionenhöhe haben.
da wird´s bei Deinem Berufsschullehrer hapern. *g*
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

Treuhand, allgemein die Verwaltung fremder Vermögenswerte durch eine Person (Treuhänder) im eigenen Namen, aber im Interesse desjenigen, dem die Rechte eigentlich zustehen (Treugeber).

Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2002. © 1993-2001 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

Und daher muss er rechnen können und mathematisch, kalkulatorische Rechnungsgrundsätze anwenden… aber mehr nicht :smile:

Gruß
Marco

PS: Ich weiß, dass er Treuhänder bei 2 Gesellschaften war :smile:

Hallo Jörg,

gibt es bzw. gab es nicht mal so was wie ne Beitragsgarantie
bei den privaten? Bzw. ne Zusage, dass die Beiträge nicht über
einen bestimmten Betrag hinausgehen?

Eine Beitragsgarantie nicht. Aber ich kann mich da schwach an
etwas erinnern, das ein bisschen in diese Richtung geht. Muss
mal nachfragen.

Das wäre nett, würde mich echt mal interessieren

Ansonsten stimme ich Sarah völlig zu. Wenn man das kalkulieren
könnte und die Gewissheit hätte, wäre die Abwanderung gewiss
höher.

Nein, dass die Kassen noch so viel Freiwillige haben, liegt
nicht an der Beitragspolitik der Privaten. Das liegt in der
jahrelangen Märchenstunde der Kassen. Dadurch wurde eine
gefühlsmäßige Unsicherheit geschaffen, die nicht so schnell
abbaubar ist. Diese Negativpolitk war genauso erfolgreich, wie
früher (und teilweise heute noch die Politik der Banken.
Jahrelang galten sie als einzige ehrliche Instanz, ja sogar
selbstloses Amt für soziale Geldberatung.
Das haben sie sich allerdings in nur 10 Jahren selbst
zerstört.

Recht hast Du

Diese Zusammenarbeit mit den Privaten wird den Kassen noch
sehr sauer aufstoßen! Den Privaten auch.

Damit wohl auch

Um noch einmal auf die Negativpropaganda zurück zu kommen.
Gibt es ein besseres Geschoß als wenn der bei der Kasse zum
wechselwilligen sagt: " Sie sind aber mutig…!" und schon
fängt der arme Kerl an innerlich zu zittern.:

…und mit recht :wink:

Aber ich bin ja(ganz ehrlich) froh, dass es nicht so ist,
sonst müsste ich am Ende auch noch Versicherungen „verkaufen“
*graus*

Oh, das kann recht interessant sein und viel Spaß machen. Ich
könnte mir z.B. nicht vorstellen, dass ich den ganzen Tag in
so einem Großraumbüro sitze und den Mief der anderen einatmen
muss. Genau aufs Glockenläuten beginne und genau aufs
Glockenläuten Mittag mache, immer die gleiche Gesichter sehen
muss, usw.
Ich mache jeden Tag bei interessanten Menschen Besuche. Es
macht Spaß, immer wieder neue Menschen kenne zu lernen, jeden
Tag raus zu kommen, immer wieder neue Landschaften zu sehen.
Zu sagen: „was für ein schöner Tag: es regnet! Die Leute sind
jetzt zu hause!“ oder: „was für ein schöner Tag: die Sonne
scheint. Da sind die Leute gut aufgelegt.“
Und die Gewissheit haben, dass ich Menschen geholfen habe:
tagtäglich!

Ich hab ein Einzelbüro (zumindest meistens)
bin ab und zu mal in der Republik unterwegs und lerne auch jeden Tag neue und interessante Menschen kennen, zugegebenermaßen meistens am Telefon, aber auf Grund meines Aufgabenbereiches sind das sehr individuelle Sachverhalte, die mir (zum Glück) auch oft das Gefühl geben, den Leuten geholfen zu haben.
Und zu direkten verkaufen muss man geboren sein, denke ich. Für mich wärs halt nix, aber ich behaupte mal, daß wir beide einen sehr individuellen, abwechselungsreichen und interessanten Job haben.

Gute Nacht nun
Jörg

Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

Nein, dass die Kassen noch so viel Freiwillige haben, liegt
nicht an der Beitragspolitik der Privaten. Das liegt in der
jahrelangen Märchenstunde der Kassen. Dadurch wurde eine
gefühlsmäßige Unsicherheit geschaffen, die nicht so schnell
abbaubar ist. Diese Negativpolitk war genauso erfolgreich, wie
früher …
Um noch einmal auf die Negativpropaganda zurück zu kommen.
Gibt es ein besseres Geschoß als wenn der bei der Kasse zum
wechselwilligen sagt: " Sie sind aber mutig…!" und schon
fängt der arme Kerl an innerlich zu zittern.:

das sehe ich doch ein bißchen kritischer…
da die „Beitragspolitik der Privaten“ doch nicht so überschaubar und vorhersehbar ist, wie viele Versicherungsvertreter das behaupten, gibt es etliche Gefahren für privat Versicherten ab den 55. Lebensjahr wenn diese Personen bis dahin fürs Rentenalter mehr oder weniger *nicht* ausgesorgt haben und z.b. ab 55. Lebensjahr das Pech haben, arbeitslos oder ernsthaft krank (und dadurch berufs- bzw. erwerbsunfähig – überleg mal wie hoch die BUZ sein muß, um einen gewissen ‚Lebensstandard‘ - im Alter halten zu können … und hohe PKV-Beiträge bezahlen zu können) zu werden. Die PKV – außer natürlich für die (meiner Meinung nach, privilegierten) Beihilfe-Berechtigten (70-100%(?) im Pensions-Alter) – kann für diejenigen mit einem unerwarteten geringen Einkommen im Alter Existenz-bedrohend sein. Bei der GKV hat man das Problem nicht, weil man immer nur nach dem eigenen Einkommen zahlen muß.

Die PKV rechnet sich vielleicht für diejenigen, die im Alter mit relativ großer Sicherheit damit rechnen, den Höchstbeitrag in der GKV sowieso zahlen zu müssen.

Wenn die PKVs diese „gefühlsmäßige Unsicherheit“ beseitigen könnten und z.B. die Beiträge seriös kalkulieren würden, damit die Beiträge im Alter ‚garantiert‘ nicht aus dem Ruder laufen (z.B. nicht weit über den Höchstbeitrag der GKV liegen würden), dann hätten die PKVs deutlich mehr Kunden. Man hat aber das Gefühl, daß die PKVs mit der Regelung vor 2000/2001 höchst zufrieden waren, da sie die teuere ältere Kundschaft „rechtzeitig“ durch z.B. Altersteilzeit oder Pause vom Job für 2-3 Monate um über GKV-Ehepartner wieder in die GKV zu kommen los werden konnten. Und jetzt haben sie das Problem, daß sie die ältere Kundschaft (=schlechte Risiken) nicht mehr so leicht los werden…ich nehme an, das hilft, die Beiträge für die jungen privat Versicherten in die Höhe zu treiben.

Meine Eltern in den USA - beide Ende 50 - sind mit meinem 18-jährigen Bruder für insgesamt 600 USD privat krankenversichert (mit Zuzahlungen von 5-10 USD für jeden Arztbesuch und Medikamente - finde ich in Ordnung)… warum ist das in Deutschland bei den Privaten für den Preis nicht möglich?

Gruß
Sarah

Hallo Sarah,

das sehe ich doch ein bisschen kritischer…
da die „Beitragspolitik der Privaten“ doch nicht so
überschaubar und vorhersehbar ist, wie viele
Versicherungsvertreter das behaupten, gibt es etliche Gefahren
für privat Versicherten ab den 55. Lebensjahr wenn diese
Personen bis dahin fürs Rentenalter mehr oder weniger *nicht*
ausgesorgt haben und z.b. ab 55. Lebensjahr das Pech haben,
arbeitslos oder ernsthaft krank (und dadurch berufs- bzw.
erwerbsunfähig – überleg mal wie hoch die BUZ sein muss,
um einen gewissen ‚Lebensstandard‘ - im Alter
halten zu können … und hohe PKV-Beiträge bezahlen zu
können) zu werden. Die PKV – außer natürlich für die
(meiner Meinung nach, privilegierten) Beihilfe-Berechtigten
(70-100%(?) im Pensions-Alter) – kann für diejenigen mit
einem unerwarteten geringen Einkommen im Alter
Existenz-bedrohend sein. Bei der GKV hat man das Problem
nicht, weil man immer nur nach dem eigenen Einkommen zahlen
muß.

Nun, Sarah, was geschieht mit einem Kranken der länger als 18 Monate arbeitsunfähig ist und der in der Kasse versichert ist? Er wird ein Sozialfall! Entweder er hat vorgesorgt (mit BU wie der Privatversicherte) oder hat genügend Geld auf der hohen Kante. Kurz er ist in der gleichen Situation. Was ist mit dem arbeitslosen? Gleiche Situation, wie beim Privatversicherten: das Arbeitsamt zahlt ihm einen Betrag, den es für die Kasse zahlen würde.
Klar, wenn er 1-Bettzimmer versichert hat und 200 Euro KHT, dann wird der Beitrag höher sein, als der Zuschuss.
Zum Tagegeld selber: bei den Kassen gibt es 1,5 Jahre Geld (ca. 80% des netto). Dann ist Schluss. neuen Sponsor suchen! Bei den Privaten wird so lange 100 % bezahlt, bis er BU geschrieben wird.
was ist jetzt besser?
Also, bisher sehe ich alle Punkte für die Private.

Die PKV rechnet sich vielleicht für diejenigen, die im Alter
mit relativ großer Sicherheit damit rechnen, den Höchstbeitrag
in der GKV sowieso zahlen zu müssen.

Auch hier irrst Du Dich: erstens sind freiwillig Versicherte gut bis sehr gut verdienende und haben extra fürs Alter gespart (nicht nur die staatliche Rente), müssen also sowieso mehr bezahlen, als der Pflichtversicherte (vorerst noch). Zum andern kostet für einen privat Versicherten die KV nicht so viel, wenn er eine gute Beratung hat (das ist aber in jedem Geschäft so). also einen guten Makler, der ihm hier hilft. Dazu kommt noch, dass seit 2000 der Versicherte 2 Altersrückstellungen tätigt. Diese reichen aus, um seinen Beitrag drastisch zu sponsern. Auch hier bin ich ein gutes Beispiel. Inklusive SB zahle ich 350 Euro und das für eine Topp-Absicherung. Welcher Freiwillig Versicherte bei den Kassen zahlt so wenig (incl. PPV)? Es zahlen alle über 500 Euro monatlich.
Wo also liegt der Vorteil der Kassen?
Schlechte Leistung für viel Geld (auch im Alter)
Um es noch einmal zu sagen: ich habe nichts gegen die Kassen. Sie haben eine wichtige soziale Aufgabe.
So wie nicht jeder einen Rolls fährt, sondern ein Smart es auch tun muss, so ist es auch bei den KVs.

Wenn die PKVs diese „gefühlsmäßige Unsicherheit“
beseitigen könnten und z.B. die Beiträge seriös kalkulieren
würden, damit die Beiträge im Alter ‚garantiert‘
nicht aus dem Ruder laufen (z.B. nicht weit über den
Höchstbeitrag der GKV liegen würden), dann hätten die PKVs
deutlich mehr Kunden.

Aber das tut sie doch! Denk an den Standarttarif. Es ist garantiert, dass keiner mehr als für die Kassen zahlen muss. Außerdem ist es nicht möglich, dass die privaten nehmen können, was ihnen beliebt. Da gibt es genaue Regeln. Doch auch wen es diese nicht gäbe, wäre das nicht möglich: der Markt würde dafür sorgen. Denn stell´ Dir mal vor, Du möchtest einen Smart kaufen. Der Händler A verlangt dafür 12.000 Euro der Händler B dagegen 20.000 Euro. Beim wem kaufst Du?

Man hat aber das Gefühl, dass die PKVs
mit der Regelung vor 2000/2001 höchst zufrieden waren, da sie
die teuere ältere Kundschaft „rechtzeitig“ durch
z.B. Altersteilzeit oder Pause vom Job für 2-3 Monate um über
GKV-Ehepartner wieder in die GKV zu kommen los werden
konnten.

hier muss ich Dir Recht geben: es war ein Riesen Geschäft! Denn die bis dahin abgesparten Altersrückstellungen blieben beim Versicherer. Storno und Tod sind für den Privatversicherer ein gutes Geschäft.
Ich vermute allerdings nicht mehr ganz so lange: ich bin fest der Überzeugung, dass die Rückstellungen bald bei Wechsel in eine andere Private mitgegeben werden müssen. Ergebnis wäre: die Privaten, die schlecht haushalten und zu teuer werden, die werden immer mehr Kunden an die Konkurrenz verlieren. Also werden sie entweder Pleite gehen oder rechnen lernen.

Und jetzt haben sie das Problem, daß sie die ältere
Kundschaft (=schlechte Risiken) nicht mehr so leicht los
werden…ich nehme an, das hilft, die Beiträge für die jungen
privat Versicherten in die Höhe zu treiben.

Nein, denn es gibt 2 Altersrückstellungen. Es ist zwar richtig, dass jeder Beitrag eine Mischkalkulation ist. Doch wirkt sich hier die Altersrückstellungen kräftig aus. Diese Altersrückstellungen haben die Kassen nicht.

Meine Eltern in den USA - beide Ende 50 - sind mit meinem
18-jährigen Bruder für insgesamt 600 USD privat
krankenversichert (mit Zuzahlungen von 5-10 USD für jeden
Arztbesuch und Medikamente - finde ich in Ordnung)… warum
ist das in Deutschland bei den Privaten für den Preis nicht
möglich?

Die US-Versicherungen sind gänzlich anders als die deutschen. Ein US-Bürger hat ganz andere Vorstellungen von Krankenversicherung, als ein Deutscher. Dementsprechend sind die Leistungen der US-KV-Versicherungen auch anders. Müssen es auch sein, da die US-Ärzte teilweise illusorische Honorare verlangen.
Z.B. sind sehr viele US-Bürger nur KH versichert. Ambulant und dental wird aus eigener Tasche bezahlt. Eine für Deutschland undenkbare Versicherungsart.

Grüße
Raimund

Hallo Sarah,

ich finde eure Diskussion hoch interessant. Doch es findet ein
Vergleich von Bananen mit Kirschen statt.

Die gesetzliche Krankenversicherung ist durch 2 Faktoren bestimmt:

  1. Sie ist ein Teil der Lohnnebenkosten
  2. Der Gesetzgeber bestimmt die Leistungen.

D.h eine private Krankenversicherung MUSS teurer als die gesetzliche
Versicherung. Der Beitrag kann nich konstant bleiben, da die Inflation
und der medizinische Fortschritt von Privaten gezahlt werden muss.

In der gesetzlichen Versicherung kann der Gesetzgeber bestimmen ab
nächste Woche bezahlen wir keine Herz-OPs.
Die gesetzliche Krankenversicherung kann garnicht soviel leisten wie
die Private den die Lohnnebenkosten müssen unten bleiben.
Ergo: Beitrag steigt und Leistung sinkt( siehe Alibireform)

Im Alter wird es interessant, wer sagt dir wie die Leistungen der GKV im Alter sind vorallem aufgrund der Demographie. das trifft die
Privaten jetzt stärker. Eine Rückstellungen in der GKV ist politisch
nicht durchsetzbar. Das bedeutet doch die gesetzliche Krankenversicherung wird auf jedem Fall teurer:

  1. Leistungen entfallen und die dürfen dann im Alter selbst gezahlt
    werden.
  2. Die Beträge müssen steigen, damit die finanzierbarkeit gewährleistet
    wird. Z.B Familienversicherung enfällt oder bei allen Versicherten
    die Einkünfte,Renten,Mieteinnahmen beitragspflichtig machen

Die private Versicherung ist nominell nicht die billige Variante,
sondern die günstige.

Zum Thema BU:
Egal ob du in der PKV oder GKV bist, du darfst die vollen Beiträge
zahlen. Außerdem zahlt die Bu meistens nur bis 65.

USA:
Die großen Versicherer in den USA ( Aetna,etc) haben die Möglichkeit
wie bei uns die GKV einfach leisten aus Ihrem Katalog per Veröffentlichung auf Ihrer Homepage aus dem Leistungskatalog zu streichen.
Dann bleibt noch das Coverage-> danach bemessen sich die Beiträge:

  1. Nur bei Vertragsärzten/Krankenhäuser gibt es eine Leistung
  2. Wenn nnicht der Vertragsarzt/Krankenhaus gewählt wird, dann gibt
    es einen bestimmten Prozentsatz
  3. Freie Arztwahl -> dann bewegen wir uns in den bereich um die 1200
    Dollar pro Person ( minus Unterstützung vom Arbeitgeber)

Frage wie sieht eine seriöse Kalkulation aus ?

grüße

Björn B

Hallo ihr beiden,

die Beitragsgarantie ist gewissermaßen im Standardtarif vorhanden.
Klar, vor Sozialhilfe schützt der auch nicht… allerdings bin ich der Meinung, dass man über 45 eigentlich nicht mehr in die PKV wechseln sollte… und dann hat man im Normalfall ziemlich viele Alterungsrückstellungen angehäuft, die das explodieren der BEiträge im Alter verhindert. Und ich kann Kunden nur empfehlen, sich mal Umstellungen in neue Tarife berechnen zu lassen, wenn die Kosten zu stark aus dem Ruder laufen…

wobei bei der HUk nicht das Alter das Problem ist. :smile:

Gruß
Marco