PKV nur als Katastrophenschutz

Guten Morgen!

In diversen Internetseiten mit PKV-Vergleichen habe ich nicht das Gewünschte gefunden. Ich suche eine private Krankenversicherung ohne jedes Schickimicki, kein Ersatz von Hühneraugenpflaster, keine Kuren, kein Tagegeld, keine Erstattung von Schamanen-, Heilpraktiker- und Psychotherapiekosten, keine Chefarztbehandlung, kein Zimmer mit Sauna und Dachgarten, Selbstbeteiligung 10.000 DM.
Unterhalb der Selbstbeteiligung soll die Versicherung rein nichts, oberhalb der Selbstbeteiligung soll sie restlos alles begleichen.

Gibt es solchen reinen Katastrophenschutz für einen Mann, 51 Jahre alt, gesund, kein Übergewicht, keine besonderen Risiken und auch gerade nicht schwanger?

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

die Quelle-Versicherung, http://www.quelle-versicherung.de , bietet Tarife, die vielleicht Deinen Vorstellungen entsprechen. Ob das Preis-/Leistungs-Verhältnis angemessen ist oder es ggf. noch vergleichbare Angebote anderer Versicherer gibt, vermag ich nicht zu beurteilen.

Solche Tarife werden häufig auch Großschadentarife genannt; der Begriff hilft Dir unter Umständen, wenn Du noch weiter recherchieren willst.

Von Versicherungsvertretern/-maklern wirst Du hier eher mit deutlich tendenzieller Unterstützung rechnen können, da ihre Provision beim Abschluß von Verträgen mit solchen Großschadentarifen wesentlich „dünner“ ausfallen wird.

Viel Erfolg bei Deiner Recherche wünscht Dir

Ulrich

Hallo Ulrich,

danke für den Tipp, werde gleich nachsehen.

Mich wundert, daß mein Wunsch nicht zur gewöhnlichen Tagesordnung der Krankenversicherungen gehört. Sofern man das Glück hat, frei von Dauererkrankungen zu sein, kommt man mit einfacher Rechnung zu meinem Wunsch: Innerhalb der letzten 18 Jahre lagen meine durchschnittlichen Krankeitskosten einschließlich eines Krankenhausaufenthaltes und einer ambulanten Operation unter 1000 DM p.a… Das ist leicht zu realisieren, wenn man den Arzt nicht einfach machen läßt, sondern hinterfragt, wozu genau noch eine Röntgenaufnahme, noch eine Laboruntersuchung dienen soll, wenn man nicht herumdoktern, sondern diagnostizieren läßt und wenn man nicht wegen jedem Schnupfen im Wartezimmer herumlungert.

Eine gewöhnliche KV kostet leicht 10 TDM im Jahr. Zahlt man dieses Geld an sich selbst (Konto oder Sparstrumpf) und nimmt nur für die wirklich großen Sachen eine Versicherung in Anspruch, kann man eigentlich nur gewinnen.
Ist natürlich nichts für Leute, die von der Autoantenne bis zur Bodenvase alles versichern. Ich bin aber einfach nicht reich genug, um mir jeden Kleinkram ersetzen zu lassen.

Gruß
Wolfgang

hallo, Wolfgang,
auch die von Ulrich vorgeschlagene Quelleversicherung ist viel zu viel Schnischnack. schreib mir mal mit e-mail Deinen Geburtstag, ich suche Dir mit meinem Programm was passendes aus.
Ich verwende dann die Einstellung:
ambulant: Sb von 0.- DM bis 10.000,- DM, nur bis zur Regelleistung (2,3fach GOÄ), kein Schamane, usw.
stationär: Mehrbettzimmer
Zahn: Ersatz 50%, Kieferorthopädie: 0%, Behandlung: 80%
das war´s dann.
Grüße
Raimund

Danke, Mail ist unterwegs (o. T.)

Hallo Wolfgang,

Deine Einstellung habe ich auch.

Allerdings stellen sich die Umstände für einen nichtselbstständiger Arbeitnehmer anders dar, da der Arbeitgeber die Prämie für die Krankenversicherung (inklusiv Krankentagegeld und Pfegeversicherung) bis maximal zur Hälfte des durchschnittlichen GKV-Satz bezuschußt. Als Angestellter habe ich mich deshalb ein wenig „komfortabler“ versichert als ich es unter anderen Umständen getan hätte.
Ich habe Deine Postings allerdings so verstanden, dass Du einen Arbeitgeberzuschuß nicht beanspruchen kannst?!

Den Selbstbehalt kannst Du so hoch kalkulieren, wie Du Rücklagen hast oder bilden willst.
Auf ein paar Tarifbedingungen würde ich allerdings doch achten: Vor allem würde ich eine Erstattung nicht auf den 2,3fachen Satz der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) begrenzen, wie es Raimund vorschlägt. Dieser Satz ist heute das, was jeder Arzt von einem Privatpatienten standardmäßig verlangt, weil er es nicht weiter begründen muss. Bis zum 3,5fachen Satz kann ein Arzt (und tut es auch!) aber auch problemlos abrechnen, wenn er es begründet (z.B. wegen besonderer Schwierigkeiten etc.). Darüberhinaus sind auch noch sog. Honorarvereinbarungen über die Sätze der GOÄ hinaus möglich, wenn Du z.B. eine OP bei Herrn Professor Dr. IchBinDerGrößte willst, weil kein anderer seine Supermethode in Deutschland beherrscht, der aber dafür auch „großes Geld“ sehen will. Das kann dann richtig teuer werden und Deine Rücklagen für den Selbstbehalt deutlich um ein Vielfaches übertreffen.

Eine Möglichkeit ist z.B. einen Tarif zu wählen, der generell bis zum Höchstsatz (3,5fach) der GOÄ erstattet, aber im stationären Bereich ggf. auch über die Sätze der GOÄ hinaus bezahlt. Oft sind bei solchen Tarifen auch kostspielige Behandlungen im Ausland (z.B. USA) kein Problem.

Das solltest Du beachten, wenn Du nach Ausschöpfen Deines Selbsbehaltes/ Deiner Rücklage sicher gehen willst, dass keine weiteren, überproportional hohen, finanziellen Belastungen auf Dich zukommen können.

Gruß

Ulrich

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Zurück! Grüße, Raimund

hallo Wolfgang,
bei der Quelle würde der eff. Beitrag bei Dir bei 1102,- DM liegen! Trotz der fast 10.000,- DM Selbstbeteiligung.
Es wäre im Endeffekt besser gewesen, Du hättest Dich vor 18 Jahren mit einer Grundversorgung abgesichert. Aber nicht nur wegen dem Eintittsalter, sondern auch wegen den Altersrückstellungen. Denn in den verbleibenden ca. 15 Jahren kann nicht mehr so viel angespart werden, dass Deine zukünftige Versicherung optimal nivelliert wird, also der Beitrag im Alter (so ab 65) nur noch geringe Anpassungen hat. Leider hat man versäumt, Dir diesen Umstand damals zu erklären! Deine Rechnung funktioniert nur dann, wenn Du den eingesparten Beitrag gewinnbringend angelegt hättest. Nur, ehrlich, wer macht das?
Genauso wäre es optimal, wenn jeder, der von der GKV in die Private wechselt und sagen wir mal 400,- DM monatlich einspart, 50% davon als Altervorsorge verwendet. Eigentlich eine „kostenlose“ Altersvorsorge. Doch ich rede mir da beim Kunden immer den Mund fusselig… die wenigsten machen es.
Grüße
Raimund

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Hallo Raimund,

was hältst Du denn von den sog. Beitragsenentlastungstarifen?

Garantierte Rendite (Ist es nach VAG?) 3,5% , de facto im Durchschnitt aller PKV’en >7,0% (Quelle: PKV-Verband), das bedeutet eine effektive Rendite für einen Arbeitnehmer wegen des Arbeitgeberzuschusses mehr als 14%, realistisch auf die Dauer wohl > 10%.
Habe richtig gerechnet?

Die Nachteile sind klar: Man bindet sich sehr stark an seine PKV, das ist man wegen der nicht übertragbaren Alterrückstellungen aber sowieso schon. Die Ein-/Erträge sind natürlich auch nicht vererbar. Das ist aber auch nicht für jeden ein Problem.
Ein Risiko bleibt natürlich bei einer veränderten Gesetzeslage, die z.B. der Arbeitgeberzuschuß in Zukunft einfrieren könnte o.a.

Gruß

Ulrich

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo Ulrich,
diese Beitragsentlastungstarife (oder wie die einzelne Versicherung ihren Tarif nennt) ist meist eine rentable Sache. Hat nur 2 Haken:

  1. nicht jede bietet so etwas an
  2. bei einem evtl. Wechsel (der sich meist nach 5 Jahren Versicherungszeit sowieso nicht mehr rentiert) bleibt mein eingezahltes Geld bei der Versicherung.
    ansonsten ist Deine Rechnung schon richtig. Über die Rendite kann man natürlich streiten. Doch höher als eine Kapital-LV oder ähnliches ist sie allemal (AG-Zuschuss)
    Grüße
    Raimund

Hallo wolfgang,

gerade weil du sagst, du hast nicht soviel Geld dich gegen jedes bisschen zu versichern:

Bedenke bei deiner SB Wahl, dass du den SB fast 2mal im Schrank liegen haben musst.
Zum einen Verdienstausfall und zum anderen kann sich deine Krankheit auch über den Jahreswechsel hinziehen.

Gruß
Marco

Hallo Raimund,

was hältst Du denn von den sog. Beitragsenentlastungstarifen?

Garantierte Rendite (Ist es nach VAG?) 3,5% , de facto im
Durchschnitt aller PKV’en >7,0% (Quelle: PKV-Verband), das
bedeutet eine effektive Rendite für einen Arbeitnehmer wegen
des Arbeitgeberzuschusses mehr als 14%, realistisch auf die
Dauer wohl > 10%.
Habe richtig gerechnet?

Hi,

hast du nicht. Der Zins wird nicht linear aus dem Endwert einer Zahlungsreihe ermittelt. Er dürfte bei 100% Arbeitgeberzuschuss und einer Laufzeit von 30 Jahren so um die 9-10% betragen.
Ansonsten das ist aber eine prima Sache. Ich habe auch einen solchen Zusatz abgeschlossen.
Wo sonst bekommt man eine (fast) sichere Nachsteuerrendite von 9-10% über 30 Jahre?

Max

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