PKV oder GKV für selbständige junge Frau?!

Hallo,
habe wie wahrscheinlich viele andere auch, dass Problem das ich mich nicht zwischen der privaten und der gesetzlichen Versicherung entscheiden kann.

Kurz zur Situation:
Ich bin 23 Jahre alt (geb. 23.12.86) momentan nebenberuflich Selbstständig und werde diese Selbstständigkeit wahrscheinlich zum 01. Sept. 2010 in eine hauptberufliche Selstständigkeit umwandeln. Bei der hauptb. Selbstständigkeit handelt es sich um eine Vermittleragentur für ein bekanntes Mietwagenunternehmen. Desweiteren haben mein Freund und ich noch ein kl. Dienstleistungsunternehmen gegründet, welches momentan noch vom Arbeitsamt bezuschusst wird. Da mein Freund und ich nun demnächst Selbstständig sind, stellt sich die Frage ob privat oder gesetzlich?

Der Knackpunkt warum wir uns noch nicht entscheiden konnten ist der Aspekt Familiengründung, denn wir allerdings erst so in ca. 4 Jahren geplant haben…

Gibt es jemanden der bereits Erfahrung gemacht hat mit Schwangerschaft, Mutterschaftsgeld oder Entbindungspauschale in der PKV?!

Auch gerne würde ich Meinungen zu diesem Thema von Selständigen Frauen hören?!

Ist es wirklich so ein riesiger Vorteil im jungen Alter in die PKV zu gehen?!

Ist es wirklich so ein riesiger Vorteil im jungen Alter in die PKV zu gehen?!

Es kommt darauf an, daß Du definierst, was „Vorteil“ bedeutet:

Billiger ist die PKV durchschnittlich nicht (im Durchschnitt ca. 70% teurer als GKV; http://www.kerner.de/private-krankenversicherung-pkv…). Möglicherweise weicht dein Leben versicherungstechnisch vom Durchschnitt ab, so daß sich andere Zahlen ergeben.

Möchtest Du bessere Behandlung und schnellere Arzttermine, ist natürlich die PKV erste Wahl.

Erdbeerzunge (welche PKV- versichert ist)

Hallo,

Billiger ist die PKV durchschnittlich nicht (im Durchschnitt
ca. 70% teurer als GKV;
http://www.kerner.de/private-krankenversicherung-pkv…).

Die auf dieser Seite durchgeführte Berechnung ist doch wohl völlig Banane.
Um eine aussagefähige Berechnung zu haben, müsste man doch wohl das Durchschnittseinkommen der PKV Versicherten ermitteln, und dann die entsprechenden Werte der GKV vergleichen.

Wenn ich die Steuerlast aller Steuerzahler mit vermieteten Wohneigentum
mit dem Durchschnitt vergleiche, zahlen die WE sicher auch mehr.
Daraus ein Fazit zu ziehen welches besagt: Vermieter zahlen z.B.50% höhere Steuern als andere ist doch unsinnig.

Gruß
tycoon

Die auf dieser Seite durchgeführte Berechnung ist doch wohl völlig Banane.

Es gibt soundsoviel privat Vollversicherte, und dazugehörige jährliche Gesamt- Beitragseinnahmen. Das ergibt pro Versichertem und Monat ca. 300€.

Es gibt soundsoviel gesetzlich Versicherte, und dazugehörige jährliche Beitragseinnahmen. Das ergibt pro Versichertem ca. 170€ pro Monat.

Fakt ist: Im Durchschnitt zahlen PKV- Versicherte 70% mehr.

Welche der Grundrechenarten verstehst Du nicht?

Um eine aussagefähige Berechnung zu haben, müsste man doch wohl das Durchschnittseinkommen der PKV Versicherten ermitteln, und dann die entsprechenden Werte der GKV vergleichen.

Wayne interessiert das, ob PKV- Versicherte, wenn sie in der GKV wären, mehr oder weniger zahlen? Es geht um Dinge, die da sind, nicht um wenn und aber- Sachen.

Fakt ist: Die PKV ist im Durchschnitt pro Versichertem teurer als die GKV.

Für die Fragestellerin bedeutet das: Klar kann sie sich jetzt für 200€ pro Monat in der PKV versichern, im Gegensatz zu 300€ in der GKV. Sobald Nachwuchs kommt, zahlt sie mehr als in der GKV! Und daß schon in jungen Jahren!

Wie schon geschrieben: Ich bin in der PKV, weil ich gegenüber dem Arzt als Verhandlungspartner und nicht als Bittsteller auftreten möchte.

Hallo,

Ist es wirklich so ein riesiger Vorteil im jungen Alter in die PKV zu gehen?!

Es kommt darauf an, daß Du definierst, was „Vorteil“ bedeutet:

Billiger ist die PKV durchschnittlich nicht (im Durchschnitt
ca. 70% teurer als GKV;
http://www.kerner.de/private-krankenversicherung-pkv…).

Selten so einen unwirklichen Quatschvergleich gesehen!
Solch ein Vergleich ist nur dann seriös, wenn man die Beiträge der Leute vergleicht, die in der PKV sind aber in der GKV hätten sein können!!
Es ist doch sonnenklar, dass Arbeitslose, Geringverdiener, Sozialhilfeempfänger (noch dazu mit Kindern), usw., usw., diesen Vergleich nicht nur verfälschen sondern auch lächerlich machen!
Das ist Leuteverdummung! Oder können z.B. angestellte Geringverdiener in die PKV?

Möglicherweise weicht dein Leben versicherungstechnisch vom
Durchschnitt ab, so daß sich andere Zahlen ergeben.

Aha!?!!

In der Hoffnung, dass auch Erdbeerzunge nicht immer das letzte Wort hat, grüßt cooler

Hallo Jenny2312,
grundsätzlich ist es immer günstiger, wenn man so früh wie möglich in die PKV einsteigt, da dann länger Altersrückstellungen gebildet werden, die später den Beitrag in Grenzen halten. Allerdings muss man sich im Klaren darüber sein, dass jedes Kind später versichert werden muss, was dann natürlich teurer wird, als bei der beitragsfreien Mitversicherung in der GKV. Es gibt natürlich auch immer die Möglichkeit, den PKV-Tarif abzuspecken und damit die Beiträge zu senken. Über die bevorzugte Behandlung von Privatpatienten ist schon ausführlich in anderen Beiträgen geschrieben worden. Außerdem ist es auch ein offenes Geheimnis, dass die PKV wesentlich mehr Untersuchungen und Behandlungen übernimmt, die für GKV-Versicherte nur als IGeL-Leistungen gegen zusätzliche Zahlungen zur Verfügung stehen. Und der Zugang zu den Ärzten der Wahl ist oft nur für Privatpatienten möglich.

florestino

Hallo Jenny,
der Punkt mit der Familie ist auf jeden Fall wichtig.
Daneben können folgende Punkt wichtig werden:

  • niedrige Einnahmen aus der Selbständigkeit, Aufgabe der Selbständigkeit (auch bei Bezug von Arbeitslosengeld II keine Rückkehr in die GKV), nicht-berufstätiger Ehegatte wird ggf. nach der Hälfte des Einkommens des PKV-Ehegatten eingestuft, Beitragshöhe bzw. Beitragsfreiheit in der Elternzeit (z.B. 2 Kinder evtl. 2 x 3 Jahre), Beitragshöhe im Rentenalter
    Bei den Leistungen sollte man sich die Punkte Kur/Reha, Mutterschaftsgeld, Hebammenhilfe, Hilfsmittelkatalog, Psychotherapie ansehen.
    Vielleicht hilfreich:
    http://www.focus.de/finanzen/versicherungen/krankenv…

http://www.bundderversicherten.de/app/download/BdV_P…

Es ist auf jeden Fall ein ausführliches Gespräch mit einem gut informierten GKV-Mitarbeiter und einem gut informierten PKV-Mitarbeiter (bzw. Versicherungsmakler) sinnvoll. Teilweise bietet die GKV auch die Möglichkeit, einen ins Auge gefassten PKV-Tarif zu checken.
Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!
Gruß
RHW

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Hallo,

Fakt ist: Im Durchschnitt zahlen PKV- Versicherte 70% mehr.

Die verdienen ja auch mehr!!!

Welche der Grundrechenarten verstehst Du nicht?

Keine Sorge, ich habe da eher wenig Probleme. Da Problem ist, dass
es nicht immer nur auf die Grundrechenarten ankommt.

Wayne interessiert das, ob PKV- Versicherte, wenn sie in der
GKV wären, mehr oder weniger zahlen? Es geht um Dinge, die da
sind, nicht um wenn und aber- Sachen.

Das interessiert doch wohl Jeden, der sich mit dem Thema befasst. Was interessiert den der Durchschnitt?

Fakt ist: Die PKV ist im Durchschnitt pro Versichertem teurer
als die GKV.

Was ja auch bei besseren Leistungen wenig überrascht.(Da werden doch Äpfel mit Birnen verglichen!!!)
Noch schöner wäre der Vergleich natürlich, wenn Zuzahlungen und Beitragsrückerstattungen erfasst würden.

Für die Fragestellerin bedeutet das: Klar kann sie sich jetzt
für 200€ pro Monat in der PKV versichern, im Gegensatz zu 300€
in der GKV. Sobald Nachwuchs kommt, zahlt sie mehr als in der
GKV! Und daß schon in jungen Jahren!

Ohne das Einkommen der Fragestellerin zu kennen ist das eine erstaunliche Aussage.

Wie schon geschrieben: Ich bin in der PKV, weil ich gegenüber
dem Arzt als Verhandlungspartner und nicht als Bittsteller
auftreten möchte.

Deshalb hast du ja wohl einen Tarif gewählt, der mehr als die GKV leistet!? Das ist dann teurer als notwendig!(und damit eine Birne)
Das ist aber dein gutes Recht.

Gruß
tycoon

Fakt ist: Die PKV ist im Durchschnitt pro Versichertem teurer als die GKV.

Was ja auch bei besseren Leistungen wenig überrascht.(Da werden doch Äpfel mit Birnen verglichen!!!)

Es bestreitet niemand, daß die PKV- Leistungen im Durchschnitt besser sind, als in der GKV.

Noch schöner wäre der Vergleich natürlich, wenn Zuzahlungen
und Beitragsrückerstattungen erfasst würden.

Die Rückerstattungen sind schon mit im gesamten Beitragsaufkommen erfasst. Zuzahlungen natürlich nicht. Übrigens Selbstbehalte in der PKV auch nicht…

Ohne das Einkommen der Fragestellerin zu kennen ist das eine
erstaunliche Aussage.

Sie hat doch geschrieben, daß sie vom Arbeitslosen- Hilfsamt alimentiert wird („Desweiteren haben mein Freund und ich noch ein kl. Dienstleistungsunternehmen gegründet, welches momentan noch vom Arbeitsamt bezuschusst wird.“). Sehr wahrscheinlich verdient sie derzeit sehr wenig.

Wie schon geschrieben: Ich bin in der PKV, weil ich gegenüber dem Arzt als Verhandlungspartner und nicht als Bittsteller auftreten möchte.

Deshalb hast du ja wohl einen Tarif gewählt, der mehr als die
GKV leistet!? Das ist dann teurer als notwendig!

Mein Tarif ist ANDERS als GKV :wink:. Z.B. mit hohem Selbstbehalt.

Was mich nur stört, ist, wie die Hausierer ihre Kunden mit angeblicher Kosteneinsparung für die PKV ködern. Das ist (im Durchschnitt) eine Lüge.

Gruß
tycoon

Erdbeerzunge

Hallo,

Fakt ist: Die PKV ist im Durchschnitt pro Versichertem teurer als die GKV.

Was ja auch bei besseren Leistungen wenig überrascht.(Da werden doch Äpfel mit Birnen verglichen!!!)

Auch wenn du es noch 10 mal schreibst: Die Kerner-Statistik ist falsch!

Kerner berechnet bei der PKV Einnahmen/Versicherte =292 (Äpfel)
bei der GKV Ausgaben/Versicherte =190 (Birnen)

Quelle PKV-Verband für 2009

Einnahmen: 31,49 Mrd (incl. Zusatzversicherungen) (Äpfel)
Ausgaben: 21,12 Mrd (incl. Zusatzversicherungen) (Birnen)
Vollversicherte: 8,81 Mio (dazu noch 21,71 Mio Zusatzversicherungen)

Selbst wenn ich nur die Vollversicherten berücksichtige ergäbe sich
nach Kerner analog GKV: 21,12Mrd/8,81Mio = 199 (Einheiten mal weg)
(Birnen mit ähnlichen Birnen verglichen(Besserleistungen aussen vor))

Die PKV hat 144 Mrd. Alterungsrückstellungen!!!
Die GKV wird 2010 wohl mit über 15 Mrd. aus Steuergeldern bezuschusst.

Welches System wird in einer alternden Gesellschaft wohl besser funktionieren?(Kostensteigerung)

Die Rückerstattungen sind schon mit im gesamten
Beitragsaufkommen erfasst. Zuzahlungen natürlich nicht.
Übrigens Selbstbehalte in der PKV auch nicht…

Lt. PKV sind Beitragsrückerstattungen Leistungsausgaben und machen ca. 12% der Gesamtleistungen aus. Wenn du bessere Infos hast,o.k…

Ohne das Einkommen der Fragestellerin zu kennen ist das eine
erstaunliche Aussage.

Sie hat doch geschrieben, daß sie vom Arbeitslosen- Hilfsamt
alimentiert wird („Desweiteren haben mein Freund und ich noch
ein kl. Dienstleistungsunternehmen gegründet, welches momentan
noch vom Arbeitsamt bezuschusst wird.“). Sehr wahrscheinlich
verdient sie derzeit sehr wenig.

Hat sie nicht. Nur die 2. Firma wird bezuschusst. Wie das Einkommen in 4 Jahren ist (wenn Zuwachs geplant ist) kannst auch du beim besten Willen nicht wissen.

Was mich nur stört, ist, wie die Hausierer ihre Kunden mit
angeblicher Kosteneinsparung für die PKV ködern. Das ist (im
Durchschnitt) eine Lüge.

Hausierer lasse ich hier mal unkommentiert.

Kosteneinsparungen sind dennoch i.d.R. keine Lüge, sondern Fakt!

Gruß
tycoon

„Aufgabe der Selbständigkeit (auch bei Bezug von Arbeitslosengeld II keine Rückkehr in die GKV)“

Hmm also ich habe gelesen, dass man, wenn man arbeitslos wird und man noch unter 55 jahre alt ist automatisch wieder in der GKV ist, Hartz 4 Empfänger sofort und ohne wenn und aber und ALG 1 Empfänger haben bloß die Möglichkeit die PKV (Vollversicherung) in eine Anwartschaftzeit umzuwandeln…Und stimmt es nicht auch, dass wenn ich wieder in ein Angestelltenverhältnis übergehe und mein Einkommen nachweislich ein Jahr unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, ich auch zurück in die GKV kann?!
Also laut dem Text den ich gelesen habe (keine Ahnung mehr wo) sind von der Rückkehr in die GKV ausschließlich alle über 55 jährigen betroffen…

Ohne das Einkommen der Fragestellerin zu kennen ist das eine
erstaunliche Aussage.

Ich habe ein sicheres Einkommen von monatl. 1400€ netto! Um vielleicht dieser Diskusion noch mal ein paar Wege zu öffnen… :wink:

Kann denn vielleicht jmd. der schon länger in der PKV ist erläutern wie sich bisher die Beiträge entwickelt haben?!

Hallo Jenny,

die Beitragsentwicklung in der PKV ist von Anbieter zu Anbieter verschieden und sollte beim Angebot dabeisein, damit man einen Überblick über die letzten 10 Jahre hat…

Gruß
Gaby

Hallo,

Hmm also ich habe gelesen, dass man, wenn man arbeitslos wird
und man noch unter 55 jahre alt ist automatisch wieder in der
GKV ist, Hartz 4 Empfänger sofort und ohne wenn und aber

Es hat zum 01.01.2009 eine Rechtsänderung gegeben:
Wer vor dem Alg II-Bezug in der PKV war, bleibt in der PKV versichert.
Wer vor dem Alg II-Bezug in der GKV war, bleibt in der GKV versichert.
(vor dem 01.01.2009 wurde alle AlgII-Bezieher in der GKV pfichtversichert)
Quelle: § 5 Absatz 5a SGB V
http://bundesrecht.juris.de/sgb_5/__5.html

ALG 1 Empfänger haben bloß die Möglichkeit die PKV
(Vollversicherung) in eine Anwartschaftzeit umzuwandeln…

Ja, es ist korrekt, dass Alg I-Empfänger in der GKV versicherungspflichtig. Das Problem ist aber, dass bei Selbständigen meistens gar kein Anspruch auf Alg I besteht. Voraussetzung ist nämlich, dass man in den letzten 2 Jahren mindestenstens 1 Jahr Arbeitslosenversicherungsbeiträge gezahlt hat.
§§ 123 + 124 SGB III
Sinnvoll ist es auf jeden Fall, sich wegen der Einzelheiten bereits jetzt bei der Arbeitsagentur zu erkundigen.

stimmt es nicht auch, dass wenn ich wieder in ein
Angestelltenverhältnis übergehe und mein Einkommen
nachweislich ein Jahr unter der Beitragsbemessungsgrenze
liegt, ich auch zurück in die GKV kann?!

Ja, wenn man als AN über 400 Euro mtl. verdient, wird man wieder versicherungspflichtig und kommt zurück in die GKV.
Hierbei gibt es aber zwei Einschränkungen:

  • In der GKV bleiben kann ich nur, wenn die Beschäftigung länger als 12 Monate bestehen bleibt (Einzelheiten § Absatz 1 Nr. 1 SGB V)
    (Das gilt übrigens auch bei Alg I-Bezug). Im Übrigen spielt hier (!!!) die Beitragsbemessungsgrenze bzw. Versicherungspflichtgrenze seit 01.04.2007 keine Rolle mehr.
  • Die Versicherungspflicht tritt aber nicht ein, wenn die hauptberufliche Selbständigkeit weiterhin neben der Beschäftigung besteht. (§ 5 Absatz 5 SGB V)

Im Übrigen bin ich persönlich skeptisch, ob man planen kann, in einigen jahren (oder Jahrzehnten) eine AN-Tätigkeit aufzunehmen. Es hängt m.E. u.a. sehr stark von dem regionalen Arbeitsmarkt, dem erlernten Beruf und der eigenen Person ab. Wenn es so einfach wäre, hätten wir vermutlich nicht Miliionen Arbeitslose.

Also laut dem Text den ich gelesen habe (keine Ahnung mehr wo)
sind von der Rückkehr in die GKV ausschließlich alle über 55
jährigen betroffen…

Das Wort „ausschließlich“ ist hier nicht korrekt:
§ 6 Absatz 3a SGB V regelt, dass ab 55 Jahren keine Versicherungspflicht mehr eintritt (weder als AN noch als Alg I-Bezieher). Die ganz wenigen Ausnahmen sind im Paragraphen beschrieben.

Die Rückkehrmöglichkeiten in der GKV wurden in der Vergangenheit immer stärker eingeschränkt:

  • bis 1988 reichte ein Tag Versicherungspflicht,um in die GKV zurückzukehren
  • ab 1989 musste die Versicherungspflicht 6 Monate bestehen (später 12 Monate), um in der GKV bleiben zu können.
  • 1989 wurde die Regelung eingeführt, dass hauptberuflich Selbständige nicht versicherungspflichtig werden können.
  • in den 90 Jahren wurde die Regelung eingeführt, dass man als Rentner nur zurück in die GKV kann, wenn man in der 2.Hälfte des Berufslebens mindestens 90% GKV-versichert war (vorher reichten 50% im gesamten berufsleben). Seitdem steigen übrigens die Rentnerzahlen in der PKV und damit die Leistungsausgaben.
  • ca. um 2000 wurde die Altersgrenze von 55 Jahren eingeführt.
  • seit 01.01.2009 werden AlgII-Bezieher, die vorher in der PKV waren, nicht mehr versicherungspflichtig.

Ja, und jetzt kann man die Glaskugel nehmen und raten, welche Regelungen in 5, 10 oder 15 Jahren gelten werden.

Bei Gesetzesänderungen gibt es übrigens keinen Vertrauensschutz in dem Sinne, dass man darauf vertraut hat, wieder in die GKV zurückkehren zu können.

Aufgrund der vielen Änderungen sollte man Infos im Internet oder in Broschüren sehr vorsichtig sein. Sie veralten sehr schnell.

Wenn Versicherungsvertreter oder Makler sagen sollten, dass man auf jeden Fall zurück kann oder dass es immer einen Weg gebe, am besten schriftlich geben lassen. Und die Bürgschaft einer guten Bank (des Vertreters oder Maklers)über die höchstmögliche Differenz zwischen GKV- und PKV-Beiträgen für eine Familie bis zum Lebensende kann dann auch sehr beruhigend wirken.

Ich hoffe, die Länge der Antwort sprengt hier nicht den Rahmen des Forums.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei deiner Entscheidung!

Gruß
RHW