Da das Paar :o) nicht verheiratet ist, müsste die Tochter
demnach nicht zwangsläufig mit in die PKV. Ich habe im Moment
das Gefühl, dass sie in der GKV sehr gut versorgt wird. Daher
tue ich mich etwas schwer bei der Vorstellung einer noch
besseren Leistung. Sie musste schon zweimal ins KH - beide
Male waren die Ärzte super, der Chef hat sich persönlich
gekümmert, für mich als Laien gab es nichts zu meckern. Daher
eben auch meine Frage, ob Kinder von der PKV profitieren. Was
meinst du denn damit, wenn du sagst, dass insbesondere die
profitieren?
Nun - im ambulanten Bereich und beim Zahnarzt und dem Kieferorthopäden. Im Prinzip ist es eine individuelle Entscheidung - PKV oder GKV+Zusatz. Mit den richtigen Zusatzversicherungen kommt man auch sehr weit. Ich überlasse das immer dem Mandanten unter Berücksichtigung aller Vor- und Nachteile!
Deine Erfahrung mit dem Chefarzt und Deiner Tochter sind richtig. Der Unterschied ist, dass der Kassenpatient den Chef einmal die Woche sieht und er nurt kurz Zeit hat, es sei Du bist ein spezieller Fall. Also kann man als Kassenpatient auch vom Chef operiert werden oder intensiv untersucht werden. Er hat ja die Verantwortung au der Station. Du entscheidest es aber nicht selbst, es fällt Dir ggf. zu! Im anderen Fall bestimmst Du - Du entscheidest wer, wann, was!
Denn wie schon weiter unten von Alexander (gute Besserung
übrigens an dieser Stelle ;o) geschrieben wird, frage ich mich
natürlich ebenfalls, ob die bessere Leistung gleich 100 Euro
und mehr im Monat wert ist und nicht durch günstigere
Zusatzversicherungen abgedeckt werden kann.
Die Prämien GKV PKV sind nicht vergleichbar, weil sie unterschiedlich entstehen.
Die GKV hat einen Bitragssatz, der auch zu Unterdeckungen führt, während die PKV individuelle risikogerechte Prämien hat, die dazu führen können, dass der Eine spart und der Andere draufzahlt!
Dann fällt noch das Stichwort „Sicherungsmechanismus“ zum
Schutz vor horrenden Beiträgen. Was habe ich denn darunter zu
verstehen?
Spontan käme mir da nur die Idee, parallel noch einen
Sparstrumpf zu füllen und den später anzuzapfen, wenn die
Beiträge zu hoch würden.
Richtig - musst Du aber auch als GKV Mitglied!!! Dort werden die Beitragssteigerungen höher sein, weil sich die Demographie rasant verschiebt! Alternativ wird der Leistungskatalog abgesenkt.
und evtl. unbezahlbaren Beiträge hat mich immer abgeschreckt.
Sieh Dir mal an, was in den letzten 20 Jahren aus den
Beiträgen und den Leistungen der GKV geworden ist. Da sind die
Prämiensteigerungen in der GKV nicht mehr ganz so drramatisch.
Hmm… ich weiß nicht. Ich habe immer noch das Bild eines
heulenden betagten Pärchens vor Augen, dass irgendwann mal in
die PKV gewechselt ist und später nicht mehr wusste, wie es
die Beiträge zahlen sollte. Diesen Beitrag habe ich zwar vor
ca. 15 Jahren gesehen, aber er ist mir so in Erinnerung
geblieben, dass zumindest für mich die PKV immer ein rotes
Tuch war.
Richtig - das ist 14 Jahre her! Die Ursache waren die Ausgangsvoraussetzungen dieser menschen. Sie sind in den 50 und 60er Jahren in die PKV gegangen und haben dann sehr spät in die neuen Produkte gewechselt, nachdem sich das Gesundheitswesen radikal verändert hat. Gleichzeitg explodierten in den 80er Jahren durch den medizinischen Fortschritt die Kosten und die Lebenserwartung. Für beides war früher nie Vorsorge getroffen.
Aus diesen Erfahrungen hat man gelern. Die Zuführungen zur Alterungsrückstellung sind heute wesentlich höher. Die Unterkalkulation (also Schadenfinanzierung aus Überschüssen) wurde untersagt! Die Überschussverwendung ist stark reguliert - 90% der Überzinsen müssen an die Kunden direkt zurück fließen. Die restlichen 10% und die Überschüsse aus dem Versicherungsbetrieb müssen dann zu mind. 80% an die Kunden ausgekehrt werden.
Eine zusätzliche Ansparung sollte erfolgen! Wer in die PKV wechselt ohne eine ausreichende BU-Absicherung und eine überdurchschnittliche Altersversorgung, der wird definitiv auf die Nase fallen! Bleibt er in der GKV nutzt er die Solidargemeinschaft aus!
Natürlich - die derzeitige Entwicklung ist erschreckend. Aber
solange man noch relativ gesund ist, bekommt man die
schlimmsten Änderungen wohl noch gar nicht mit.
Die Änderungen haben nichts mit Gesund oder Krank zu tun. Und erschreckend ist gar nichts!
Aber noch einmal zurück zu einer meiner Fragen: Gesetzt den
Fall, man wird im Alter wirklich so richtig krank, während ein
anderer Alter gesund und munter vor sich hin lebt. Und gesetzt
den Fall, beide sind zurselben Zeit in die PKV gewechselt,
haben die gleichen Verträge, haben vergleichbar hohe
Rücklagen, müssen sie auch die gleichen Beiträge zahlen?
Richtet sich der Beitrag also grundsätzlich nicht nach der
Erkrankung/Behandlung? Oder doch…?
NEIN! Die Erkrankung des Einzelnen hat nach Abschluss des Vertrages keine Auswirkung auf die individuelle Prämie!
Und zu guter Letzt: Ein Grund für mich, nicht in die PKV zu
wechseln, war immer der Kinderwunsch. Nun ist sie ja da, aber
ich weiß auch, dass ich bis zur Rente arbeiten gehen werde.
Eben weil ich das will. So gesehen kämen wir nie in die
Situation (sofern unser Leben „normal“ weiterläuft), dass ich
meine Versicherung nicht mehr selber zahlen könnte. Würde es
unter diesen Umständen auch einen Gedanken wert, mal den
Wechsel in die PKV zu überdenken?
Ja!
Thorulf Müller
[email protected]