PKV - welche empfehlenswert

Hi,

Nun denn ich bin Jobneuling und möchte mich Privat versichern (Bemessungsgrenze kein Thema).

Es geht mir auch nicht um die Beitragshöhe, die ist sowieso geringer als bei den gesetzlichen, sondern um Leistungen, Umgang mit den Versicherten (muss man betteln bis man ne leistung bekommt), Vorauszahlungen. Also die sachen die nicht im Vertrag stehen bzw. in keinem Internet vergleich aufgelistet sind.

Könnt ihr mir eure Erfahrungen mit PKV mitteilen bzw. mir eine Empfehlen.

Gruß.

Hi Halidun,

zum Thema Betteln: ich musste bisher noch nicht betteln :smile:

Es ist aber so, dass du natürlich nur die Sachen entschädigst bekommst, die du auch versichert hast.
Hast du z.B. nur bis zum Regelsatz der GOÄ ( Gebührenordnung für Ärzte) einen Tarif abgeschlossen, dann leistet dieser Tarif nur bis zu einem Faktor von 2,3 bei normalen Arztbehandlungen.
Rechnet der Arzt nun aber, wegen besonderer Schwierigkeiten, mit einem Faktor von 3,5 ab, dann zahlst du die Faktordifferenz von 1,2 aus der eigenen Tasche.

Gleiches ist z.B. bei Brillen… wenn du für Brillen z.B. nur eine Maximalleistung von 200 DM bekommst und eine Rechnung von 350 DM einreichst, brauchst dich nicht wundern, wenn du nur 200 ersetzt bekommst :smile:

Da du einen Vertrag hast, können sie sich auch nicht rausreden, dir eine Leistung zu verwehren. Sie sind an den Vertrag gebunden.

Ausnahmen hierbei sind natürlich Obliegenheiten, die du verletzt hast, die können zu einer Leistungsbefreiung führen. Als Beispiel ist hier das nicht Erwähnen einer risikoerheblichen Krankheit.

Ansonsten bekommst du vom Arzt eine Privatrechnung. Du hast nunmehr mehrere Möglichkeiten.

  1. Du kannst diese nun innerhalb von 14 Tagen bezahlen und dir im Laufe des Jahres dein Geld vom Versicherer zurückholen. Du musst also in Vorleistung gehen.

  2. Du sendest die Rechnung unverzüglich an den Versicherer, der hat gewöhnlich eine Bearbeitungszeit von 5-9 Tagen. Dieser überweist dir das Geld und anschließend überweist du dem Arzt das Geld. Alles passiert in 14 Tagen, du musst also keine Vorleistung erbringen.

  3. Du sammelst alle Rechnungen eines Jahres und summierst sie auf. Dies kann zur Folge haben, dass du eine Beitragsrückerstattung bekommst, in dem du die Rechnungen nicht an den Versicherer weiterleitest, weil deine Rückerstattung höher ist, als die Arztkosten.

Die Beitragsrückerstattung kann bei manchen Versicherer verwirkt werden, in dem man eine Erstattung von 5 DM bekommt und andere Versicherungen wiederum machen eine Günstigerrechnung.

Ich hoffe, die Fragen grob beantwortet zu haben, wenn nicht, frag einfach nochmal :smile:

Gruß
MArco

hallo halidun,
hinzufügern zu Marcos Zeilen:
suche Dir einen Makler (keinen Ausschlie0lichkeitsvertreter) und lasse Dir einen Vergleich berechnen. Gib ihm möglichst genaue Daten und Deine Wünsche. Das Ergebnis sollte eine Gesamtliste aller Versicherungen sein (Name, Tarifname, Beitrag) und mindestens 2 ausführliche Angebote mit genauer Leistungsbeschreibung.
Möglichst einen Tarif nehmen, der schon älter ist. Nur so kann man die Beitragsentwicklung erkennen. Doch muss das nicht unbedingt immer ein Kriterium sein.
Wenn der Makler die namen der Gesellschaften und der Tarife verschlüsselt, steh auf und gehe. Dem kannst Du nicht vertrauern. Ist auch verboten.
Eine kostenpflichtige Möglichkeit ist die des vereidigten Versicherungsberaters. Der verlangt allerdings Geld von Dir. Die Makler sind kostenlos.
Grüße
Raimund

Hi Marco und Raimund,

danke für die Tipps.

einen Beitrags/Leistungsvergleich habe ich schon im Internet gemacht. Evtl. werde ich auch einen Versicherungsmakler heranziehen.

Bei Autoversicherungen sind ja die Direktversicherer günstiger, jedoch auch problematisch wenn es zu einem Schadensfall kommt, da muss man die Abwicklung ja selber machen.
Mein Auto ist bei einer bekannten Vericherung bei einem Versicherungsvertreter versichert. Bei einem Unfall habe ich ihn einfach angerufen und er hat alles abgewickelt.

Frage: Ist bei einer PKV so ein Versicherungsvertreter nötig, oder sollte ich nur nach Preis/Leistung schauen.

Gruß Hali

Frage: Ist bei einer PKV so ein Versicherungsvertreter nötig,
oder sollte ich nur nach Preis/Leistung schauen.

Gruß Hali

Hallo Hali,
also nötig im Sinne „ohne Vertreter kannst Du nichts abschließen“ ist er nicht.

Dennoch ist gerade beim Thema KV eine Beratung sehr notwendig, es ist m.E. die beratungsintensivste Versicherungssparte im Privatbereich, da Du Dich normalerweise dauerhaft an diese Versicherung bindest.

Die Tarifvielfalt und -unterschiede sind schon gewaltig, so daß als „Neuling“ ein Preis- Leistungsvergleich generell schwierig ist. Bei Tarifen mit Selbstbeteiligungen, die dann in etwa so aussehen: „…80% vom Rechnungsbetrag bis DM 800,-- darüber 60%…“ sind schwierig zu erfassen.

Ich würde Dir raten, entweder zum Vertreter Deines Vertrauens zu gehen und nach einem intensiven Gespräch ein individuelles Angebot machen zu lassen (du wirst dabei auch merken, ob Dein Vertreter KV-wissen hat oder nicht, frag ihn mal ganz einfach nach der Beitragsbemessungsgrenze für 2001 - Du wirst überrascht sein, wieviel Vertreter die nicht wissen).

Auf der anderen Seite hat ein Makler, wie schon erwähnt, größere Auswahlmöglichkeiten, was aber nicht gleich automatisch zu einem besseren Angebot führt. Die gängigen Vergleichsprogramme kann man nämlich im Ausdruck so „manipulieren“, daß das Angebot am besten aussieht, welches der Makler gerade verkaufen möchte. D.h. nicht immer handeln alle Makler 100% im Sinne des Kunden, sondern denken auch an sich und ihr Einkommen.

Andreas

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Hallo Andreas,

gute Antwort :smile:

Dennoch möchte ich einige Ergänzungen bringen.

also nötig im Sinne „ohne Vertreter kannst Du nichts
abschließen“ ist er nicht.

Richtig… aber dann doch sehr empfehlenswert.

Die Tarifvielfalt und -unterschiede sind schon gewaltig, so
daß als „Neuling“ ein Preis- Leistungsvergleich generell
schwierig ist. Bei Tarifen mit Selbstbeteiligungen, die dann
in etwa so aussehen: „…80% vom Rechnungsbetrag bis DM 800,–
darüber 60%…“ sind schwierig zu erfassen.

Es wird noch viel feiner, wenn man Höchstsätze, Regelhöchstsätze und Leistungsbausteine vergleicht. So gibt es fallbezogene Selbstbehalte und jährliche Selbstbehalte oder beides kombiniert.
Ich habe früher bei einem Versicherer gearbeitet und alleine da wären 170 Tarifkombinationen möglich gewesen. Es gibt aber insgesamt etwa 50 Krankenversicherer… daher bietet sich eine Beratung hier wirklich an… weil vielfach wird einfach vom Kunden gesagt: das brauche ich nicht, jenes brauche ich nicht…
und eigentlich weiß man gar nicht, wie schnell diese Leistung nötig ist. (-> Regelhöchstsatz)

Zum Thema Makler noch: wer dabei erwischt wird, macht sich der Falschberatung möglicherweise strafbar…

Gruß
MArco

Hallo Halidun,

ich war viele Jahre bei der Süddeutschen Krankenversicherung (SDK) und hatte nie Probleme mit denen. Rechnungen wurden immer prompt erstattet und als ich ins Ausland ging, haben sie mich auch sofort rausgelassen. Ich war allerdings glücklicherweise nicht ernsthaft krank in der ganzen Zeit. Hätte ich nochmal die Entscheidung zu treffen, ich würde jederzeit wieder dort hingehen.

Viele Grüße
Petra