Hi!
Ja, es ist irre, was Placebos so bewirken können. Ich bin selbst immer wieder darüber erstaunt 
Man kann (!) z.B. in der Schmerztherapie statt Morphium ein Placebo geben - hat oft dieselbe Wirkung (natürlich nicht bei allen). Oder ein ebenfalls häufiges Beipiel: bei einem Asthma- oder COPD-Patienten beseitigt oft (nicht immer natürlich) ein Placebo die Luftnot. Ich erlebe das bei uns im Hause immer wieder - ist echt erstaunlich…
Es gibt aber „das“ Placebo nicht nur als Tablette. Einen Placebo-Effekt hat z.b. genauso oder _gerade_ ein ausführliches, mitfühlendes Gespräch, bei dem man dem Patienten viel Aufmerksamkeit widmet und ihm das Gefühl gibt, ernst genommen zu werden und ihn zu „betüddeln“ - ein Prinzip, auf welches Alternativmediziner überwiegend ihre „Erfolge“ stützen 
In der Behandlung spielen auch viele andere (v.a. psychische) Aspekte eine wichtige Rolle, die durchaus auch auf den Placebo-Effekt zurück geführt werden können. Beispiel: Bei einem Pat. soll die Medikamentendosis reduziert werden. Vorher hat er z.b. 40mg bekommen und soll nun 20mg haben. Die Tabl. gibt es jeweils in der 40mg und 20mg Dosis. Welche Tablette gibt man ihm?
Wer jetzt denkt, die 20mg-Tbl wäre richtig, liegt falsch - man gibt ihm eine halbe 40mg-Tbl. Warum? Weil die Tablette nun „kleiner“ ist und der Erfolg der Behandlung für den Patienten somit „sichtbar“! Dies führt zu einer positiven Verstärkung und zu mehr Motivation, an der Therapie weiter zu arbeiten.
Es gibt noch soooo viele Beispiele, aber die Ausführung wäre wohl zu lang 
Letztendlich geht es jedoch darum, daß wie du so schön sagst, „der Glaube Berge versetzen kann“. Oder anders gesagt, man bringt den Patienten dazu, seine eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
Und deren Wirkung ist wirklich erstaunlich.
Das sieht man besonders eindrucksvoll bei Krebspatienten. Oft ist es so, daß diejenigen, die ihre SElbstheilungskräfte aktivieren können - was man an einer positiven und lebensbejahenden Einstellung erkennen kann und die auch viel für die Erhaltung ihrer GEsundheit tun und regelrecht kämpfen -, die überleben zumindest länger oder werden gar ganz geheilt. Wer „aufgibt“ verstirbt meist trotz bester Therapie recht bald. Ist natürlich nicht immer so, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber kommt öfter vor, als man denkt.
Werden Placebos eigentlich auch ganz regulär vom Artzt
„verschrieben“?
So genau weiß ich es nicht, denke aber, daß im hausärztlichen Bereich seltener vorkommt als im Krankenhaus, weil einfach wenn das Mittel nicht wirkt, im KH ein Arzt schnell erreichbar ist und dann etwas „Richtiges“ gegeben werden kann.
Natürlich ohne das der Patient es weiss oder ist so etwas nur
in Studien erlaubt??
Erlaubt ist es schon. Aber wie gesagt, dürfte es im ambulanten Bereich meiner Meinung nach seltener geschehen und dann eher bei „harmloseren“ Sachen wie z.b Schlafmittel oder so. Bei Depressionen denke ich nicht, daß da die Placebogabe sinnvoll ist.
FLuoxetin ist kein Placebo, falls das deine Hintergrundfrage ist 
Und es ist auch korrekt, daß es erst nach einiger Zeit Wirkung zeigt.
Gruß,
Sharon