Das habe ich mir auch schon gedacht. Gibt es eigentlich
bestimmte Kriterien, nach denen entschieden wird, ob es
juristisch ein Plagiat oder nur ein irgendwie ähnliches Lied
ist? Ich stelle mir die Entscheidung ziemlich schwierig vor.
bestimmte kriterien?
nun ja, der letzte fall, der mir einfällt, war vor einigen jahren der österreichische songcontest-skandal rund um manuel ortega. der refrain seines songs say a word klang für viele nach allright now von free. du kannst dir die beiden lieder ja runterladen kaufen und vergleichen…
dann wurde ein musikwissenschaftler als gutachter bestellt, und der hat nachgewiesen, daß die vordergründige ähnlichkeit auf die rhythmische parallele und einige wenige, wenngleich sehr prominente töne beschränkt ist. sprich: ja, klingt zwar sehr ähnlich, die analyse fördert aber einige sehr entscheidende unterschiede zutage…
umgekehrt hatte george harrison auch mal solche probleme, als sein lied my sweet lord als plagiat von he’s so fine einen langen gerichtsstreit entfacht hat…
es geht wohl im wesentlichen darum, wer die besseren anwälte hat und wer sich wieviel geld von solch einer klage verspricht. im fall vom george harrison ging es wohl um mehr, als bei manuel ortega…
Es gibt ja schließlich Komponisten (u.a. Bohlen), die sich
selbst plagiieren, aber behaupten, ein neues Lied komponiert
zu haben…
das wiederum ist sein gutes recht. und das hat schon der alte bach nicht anders gehandhabt (damals hieß das ganze noch parodieverfahren und hatte nichts satirisches an sich).
Das stimmt wohl. Aber die Häufung ist ja so penetrant, dass
man am liebsten die Glotze aus dem Fenster schmeißen würde,
weil man hofft, der verantwortliche Komponist geht gerade
unten spazieren.
das wiederum bedeutet nur, daß er seinen job gut macht. und der komponist ist in diesem fall (im gegensatz zu dieter bohlen) nicht derjenige, der die entscheidung trifft, bewußt so zu klingen, oder so klingt, weil er es anders nicht kann (was nun auf herrn bohlen zutrifft, möge jeder selbst entscheiden), sondern der, der die anweisungen eines anderen ausführt. reg dich also lieber bei den werbefuzzis auf.
Hast du ein Beispiel dafür?
kein konkretes, aber wenn du mir ein beliebiges lied sagst, bastel ich dir ein brauchbares beispiel zur illustration zusammen.
Ja, bei der Schweppes-Werbung war es ja so. Aber ob das
bedenklicher ist? Ich finde es im Gegenteil verständlich.
Bevor irgendwelche Deppen meine Idee verhuntzen, mach ich halt
selbst den Reibach.
bedenklich finde ich folgendes:
aussage A: nein, wir geben unser lied (nix mit idee, wir haben nur die rechte!) nicht für diese werbung her, weil wir uns mit dem produkt nicht identifizieren können/wollen (oder wir uns davon zu wenig kohle versprechen).
aussage B: ach, die haben in der werbung jetzt etwas ähnliches, und das kommt gut an. nun, dann wollen wir doch lieber unser lied dafür hergeben, damit wir doch ein bißchen am kuchen mitnaschen können, ohne dafür eine leistung zu erbringen.
Es gab doch mal nen Film mit denen, oder? Sicherlich
funktionieren die nach dem gleichen Schema, aber es handelt
sich weniger um Plagiate als um Satire. Ziemlich gute sogar.
ja sicher… die „künstlerische absicht“ macht aus plagiaten satire… darum geht es ja: die grenze ist nicht immer ganz eindeutig…