Guten Tag allerseits.
Ich habe da ein Problem.
Seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach Plakaten des
Norddeutschen Lloyd aus den 20er und 30er Jahren. Im Moment ist im
Überseemuseum in Bremen eine Ausstellung dieser wunderbaren Stücke
(es DARF fotografiert werden) zu sehen, und ich habe mir außerdem
einen Katalog mit einer Auswahl dieser Plakate gekauft.
Da die meisten der Plakate aus Copyright-Gründen im Moment nicht
nachgedruckt werden können, scheint es unmöglich, sie kommerziell
nachzudrucken und zu vertreiben, also hilft nur eins: selber machen.
Aber wie?
Meine erste Frage: Die Vorlagen in dem Buch sind etwa zwischen A4 und
A5, der Druck ist flächig, eine Rasterung kann ich nicht erkennen.
Also vielleicht mit 2400 dpi einscannen und dann vergrößern?
Wie bekomme ich aus sowas A1 oder gar A0? Oder soll ich nochmal ins
Museum und die besagten Stücke fotografieren? Man darf keinen Blitz
verwenden, aber da die sowieso in Glasrahmen hängen, hätte sich das
von selbst verboten. Und wenn das Fotografieren die Lösung ist,
welche Anforderungen muss ich dann an die Kamera stellen? Ich habe
leider nur eine sehr günstige 3 Megapixel, damit wird das wohl nix,
oder?
Ich bin für jede Anregung sehr dankbar…
Viele Grüße,
Marinero
Vorsicht!
Du erwähnst richtig, dass derzeit wohl aus Copyright-Gründen keine Plakate von den Motiven hergestellt werden.
Und nun glaubst Du, dass Du die Dinger entweder abfotografierst oder einscannst, und dann darfst DU Plakate drucken?
Das Urheberrecht (Copyright) gilt für die Motive, nicht für die körperlichen Plakate! Versuch’ mal, großes Geld mit dem CocaCola-Schriftzug zu machen - Du hast es ja selber gedruckt! Du wirst Dich über die Klage von CocaCola nicht freuen …
Gruß, Dietmar
Moin, Dietmar!
Also, ich bin nicht mit dem Klammerbeutel gepudert, trotzdem danke
für den Hinweis! *g* Ich habe selber ein paar Jahre in Werbung
zugebracht, also bin ich mir schon im klaren darüber, was ein
Urheberrecht ist…
Vielleicht habe ich mich unglücklich ausgedrückt. Ich will diese
Plakate FÜR MICH SELBER, und um ganz genaus zu sein, für MEINEN Flur,
und ich habe es auf etwa 8 Motive abgesehen. Ich bin sogar bereit,
relativ viel Geld auf den Tisch zu legen, um EINZELSTÜCKE drucken zu
lassen, die ich mir dann aufhänge, von Serienproduktion kann also
keine Rede sein.
Komisch in diesem Zusammenhang finde ich, dass fotografieren im
Museum ausdrücklich erlaubt ist. Findest du das nicht auch komisch?
Aber es ist so, also warum soll ich das nicht nutzen?
Hast du denn neben deinen sicherlich berechtigten Einwänden auch eine
gute Idee für mich?
Gruß,
Marinero
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Also:
Zwei Möglichkeiten:
-
Scannen der Bilder im Katalog. Vorteil: Sie sind dann sicher rechtwinkelig, relativ farbtreu und scharf (wenn es ein ordentlicher Katalog ist). Nachteil: Das Moiré, d.h. der Rasterpunkt des Offset-Drucks wird sich mit der Scann-Auflösung irgendwie überschneiden. Folge: irgendein Karomuster. Man müsste beim Scannen die Descreen-Funktion einschalten - die macht den Scan etwas unscharf, damit sich die beiden Raster (Druck und Scanauflösung) nicht mehr scharf überschneiden. Nachher muss natürlich geschärft werden. Vielleicht ist der Katalog mit einem FM-Raster gedruckt (Frequenz-Modulation), dann hat er unregelmäßiges Korn mit etwa 10.000 dpi statt dem regelmäßigen Raster des normalen Offsetdrucks. Lupe nehmen (10x oder so) und gucken: Erkennst Du regelmäßige Rasterpunkte, dann ist es Offset.
-
Abfotografieren im Museum. Vorteil: Kein Offset-Raster. Nachteil: Ob die Dich das so machen lassen, dass es auch gut wird? Nämlich Raumlicht ausschalten (damit es keine Spiegelungen von Dir, Kamera usw. gibt), 2 Lampen mit Diffusorschirm im 45-Grad-Winkel links und rechts vor’s Bild. Möglichst mit Makro-Optik (50er) und Stativ genau den Ausschnitt ausrichten und fotografieren.
Bei beiden Möglichkeiten die Daten hochrechnen (interpolieren auf vielleicht 200dpi und die gewünschte Größe in cm) und bei einem geeigneten Großdrucker ausdrucken (Schilderfirmen oder spezialisierte Grafikfirmen mit z.B. Epson-Großdruckern mit 60cm Ausgabebreite).
Dass die Fotos zulassen, ist in der Tat ungewöhnlich. Das hat sich in den letzten Jahren sehr geändert und wird sehr regressiv gehandhabt. Auf Jazz-Festivals konnte ich vor 15 Jahren noch frei fotografieren. Jetzt filzen sie Dich am Eingang nach allem, was nach passablem Fotoapparat aussieht (Handys können sie aber nicht wegnehmen). Und Bill Gates wollte sich doch die Rechte an unheimlich vielen Gemälden sichern. D.h. jeder, der sich die Mona Lisa angucken will, muss Bill Gates eine Gebühr zahlen … Wie weit das ist, weiß ich nicht.
Ich hoffe, es war doch doch ein wenig Nützliches in meinen Ausführungen für Dich.
Gruß, Dietmar
Zwei Möglichkeiten:
- Scannen der Bilder im Katalog. …
Ich habe mit der Lupe mal drauf gesehen. Es ist defintiv offset, es
ist klar ein regelmäßiges Raster zu sehen. Frage ist jetzt nur, wie
hoch kann ich eine A3 vorlage skalieren, ohne dass es blöd aussieht?
Nochwas. Ich habe Photoshop. Was kann ich damit an meinen Scans beim
Vergößern machen?
- Abfotografieren im Museum. Vorteil: Kein Offset-Raster.
Nachteil: Ob die Dich das so machen lassen, dass es auch gut
wird?
Ich gehe davon aus, dass sie das nicht tun werden. Ein paar
Schnappschüsse aus der Hüfte, bei allen anderem bekommen die bestimmt
selber Ärger…
Bei beiden Möglichkeiten die Daten hochrechnen (interpolieren
auf vielleicht 200dpi und die gewünschte Größe in cm) und bei
einem geeigneten Großdrucker ausdrucken (Schilderfirmen oder
spezialisierte Grafikfirmen mit z.B. Epson-Großdruckern mit
60cm Ausgabebreite).
OK, ich entscheide mich also für den Scan. Mit wieviel dpi würdest du
den scan machen? So viel wie geht? oder so viel, wie es nicht scheiße
aussieht (Rasteruung wegen Offset)?
Ich hoffe, es war doch doch ein wenig Nützliches in meinen
Ausführungen für Dich.
Gruß, Dietmar
Absolut, erstmal vielen Dank. Ich habe nur diese Scannereinstellung
nicht verstanden. Das sich das Raster des Druckes nicht mit der
Rasterung des Scanners zu einem unschönen Muster überschneidne
sollen, das habe ich geschnallt, aber durch späteres scharfzeichnen
werden doch sozusagen Pixel dazu „gelogen“, die es gar nicht gibt,
oder? Und das sieht dann doch beim Hochskalieren dann richtig scheiße
aus, oder sehe ich das falsch?
Entschuldige meine blöden Fragen. Ich habe bisher nur mit digitaler
Bildbearbeitung für die Verwendung im Web gearbeitet, bei
Druckvorstufe muss ich passen, aber so richtig…
Gruß,
Marinero
Also 2:
Für das Labor sind 254 dpi eine gängige Auflösung. Für den Druck 300 dpi. Normalerweise reichen aber auch mal 200 dpi für den Ausdruck.
Das „Descreening“ oder „Entrastern“ muss der Scanner können, das hat nix mit Photoshop zu tun. Guck mal im Scan-Menü nach. Der Scanner macht dann leicht unscharf so versetzte zwei Scans.
Das Moiré entsteht, wenn zwei verschiedene Raster (z.B. Offset 70 Linien/cm und die Scanauflösung z.B. 600 dpi = dots per inch. Ein Inch hat 2,54 cm, also ist die Scanauflösung 600 dpi = 1524 Punkte per cm) sich in regelmäßigen Abständen annähern und überlappen.
Das Entrastern soll verhindern, dass sich zwei scharfe Raster treffen. Resultat: leichte Unschärfe des Scans.
Wenn Du von A5-Vorlagen auf A3 kommen willst, dann reichen 600 dpi, weil Du linear nur 2fach vergrößern musst, also bleiben 300 dpi.
Die Unscharfmaske macht bitteschön keine zusätzlichen Pixel (das ist die Funktion des Interpolierens, d.h. man macht z.B. aus einem Bild mit 20x30cm und 144 dpi über „Bildgröße“ und „neu berechnen“ ein Bild mit 20x30cm und 254 dpi …), sondern sie macht Hell-Dunkel-Kanten kontrastreicher - damit wirken sie schärfer. Es ist eine Pseudoschärfe, die aber sehr gut funktioniert. Mit Radius und Stärke spielen (und zwar im Menü irgendwo weiter rechts - Ansicht? - auf „Ausgabegröße“ klicken, die entspricht so in etwa dem, was nachher ausbelichtet wird) - da kannst Du von zart schärfen bis stark schärfen alles ausprobieren - hängt sehr vom Motiv ab - weiche, konturlose Motivteile ändern sich quasi nicht, dunkle dünne Äste vor hellem Himmel sehr stark.
Gruß, Dietmar
Hi, Dietmar!
Ich habe mir deine Antworten erstmal gesichert, vielen Dank.
Ich trau mich schon gar nicht zu fragen, aber wie stehen die Chancen,
von A5 auf A2 zu vergrößern?
Der Druck ist wirklich sehr gut. Kann man den enormen
Vergrößerungsfaktor mit einer erhöhten dpi-Zahl kompensieren, oder
ist das Unsinn?
Was passiert eigentlich genau in Photoshop beim Vergrößern, wenn ich
3 mal 200% vergrößere und gleichzeitig die Auflösung halbiere?
Ich weiß, dass ich mich gerade als absoluten Dummi oute, aber für Web
haben meine Kenntnisse immer ausgereicht, für Print hingegen nicht
ansatzweise…
Gruß,
Marinero
Seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach Plakaten des
Norddeutschen Lloyd aus den 20er und 30er Jahren.
bei http://www.allposters.de wirst du schon haben?
Hi, Dietmar!
Ich habe mir deine Antworten erstmal gesichert, vielen Dank.
Ich trau mich schon gar nicht zu fragen, aber wie stehen die
Chancen,
von A5 auf A2 zu vergrößern?
Das müsstest Du ausprobieren - es hängt auch viel vom möglichen Betrachtungsabstand ab, d.h. je größer ein Bild, desto mehr Betrachtungsabstand ist erwünscht/gefordert. Du kannst es ja im Photoshop mal probieren, dann aus dem A2 einen kleinen Ausschnitt auschneiden (mit dem Ausschnitt-Werkzeug links in der Werkzeugleiste) und auf Deinen A4-Drucker ausdrucken. Hänge es an die Wand und stelle Dich im gewünschten Abstand davor. Stört die Auflösung? Oder ist sie okay?
Der Druck ist wirklich sehr gut. Kann man den enormen
Vergrößerungsfaktor mit einer erhöhten dpi-Zahl kompensieren,
oder
ist das Unsinn?
Die dpi-Zahl zu erhöhen bringt den Vorteil, dass keine technisch bedingten Pixel stören. Bei A2 sollten 200 dpi reichen. Aber ein Mehr an Bildinformation, als im Original drinnen ist, kannst Du nicht rausholen.
Was passiert eigentlich genau in Photoshop beim Vergrößern,
wenn ich
3 mal 200% vergrößere und gleichzeitig die Auflösung halbiere?
Was meinst Du mit „3x200% vergrößern“? Beim Menüpunkt „Bildgröße“ kannst Du die vorhandenen Daten mit niedriger dpi-Zahl und großen Außenmaßen oder mit hoher (300 dpi für Offset ist wohl das Maximum bei Fotos) dpi-Zahl und kleineren Außenmaßen einstellen, ohne dass sich an der Datenmenge etwas ändert. Du kannst aber auch unten das Kästchen „neu berechnen“ oder so anwählen und dann jede beliebe Größe in cm und Auflösung in dpi einstellen und damit das Bild „vergrößerbarer“ - aber nur technisch machen und auch die Daten vermehren. Wenn der Scan oder die Vorlage nicht mehr Qualität hergeben für die Vergrößerung, dann hilft das auch nix. Der Druck in Deinem Katalog hat als Basis Bilder mit 300 dpi und der dort abgebildeten Größe. Ein Grafiker rechnet die Bilder auch auf die Verwendungsgröße runter, weil mehr Daten als notwendig das gesamte Dokument und das Handling mit der Druckerei erschweren. Ich habe mal ein Buch gemacht mit rund 90 (Schwarzweiß-) Bildern - die PDFs (in die dann die Bilder in 300 dpi eingebunden waren) waren mehrere 100 MB groß. In Farbe darf’s dann 4x so viel sein (C-M-Y-K).
Ich weiß, dass ich mich gerade als absoluten Dummi oute, aber
für Web
haben meine Kenntnisse immer ausgereicht, für Print hingegen
nicht
ansatzweise…
Gruß,
Marinero