Plasma spenden?

Hallo Leute,
meiner Tochter (19 Jahre) wurde der Vorschlag unterbreitet, Plasma zu spenden, weil sich daraus nur Vorteile (finanziell, gesundheitlich usw) ergeben sollen.
Nur Voteile kann ich mir aber nicht vorstellen, da sich ja jeder dann 65€ im Monat dazuverdienen würde.
Wer haftet eigentlich, wenn dabei nun doch was schiefgeht (Schlamperei oder dgl)?
Was ist, wenn man z. Bsp. nach der Spende einen Unfall hat und in den OP muss?

Danke im voraus und l.G.
Elaisa

Huhu Elaisa,

also ich hab morgen meine 10te Spende und berichte einfach mal, okay?
Als ich das erste Mal dort war, wurde ich nur untersucht. Sprich, der Doc hat Blut abgezapft und so ne generelle Untersuchung gemacht. Zusätzlich gab’s einen ziemlich umfangreichen Fragebogen, wo sie von Kinderkrankheiten über Urlaubsaufenthalte bis zu AIDS allerlei wissen wollten :wink: Ein paar Tage später waren die Ergebnisse da, und dann durfte ich los spenden. Auch vor der Spende wird man nochmal kurz untersucht - allerdings messen sie da nur den Blutdruck und Fieber und man muß per Fragebogen und Unterschrift glaubhaft versichern, daß man sich seit der letzten Untersuchung nicht mit irgendwelchen schrecklichen Krankheiten angesteckt hat.
Naja, und dann legt man sich gemütlich auf die Liege, und die nette Helferin eilt mit der großen Nadel (ist schon ein Riesentrumm - also die Nadel, nicht die Schwester *fg*) herbei und piekst einen. Dabei nimmt sie übrigens auch immer ein Röhrchen Blut „normal“ zur Untersuchung ab.
Zusätzlich hat man noch so ne Blut-Anstauungs-Manschette (wie beim Blutdruck-Messen) am Oberarm. Dann läuft ne gewisse Menge Blut aus einem raus und in ein nettes Maschinchen rein. Dort wird das Plasma rauszentrifugiert und der Rest in nem Behälter gesammelt. Diesen Rest kriegst Du dann - wenn der Behälter voll ist - wieder zurück in den Arm. Das Spielchen geht so etwa 8 bis 10 mal (ich verzähl mich jedes mal *ggg*).
Soweit so gut: Nur würde Dein Blut ja munter vor sich hin verklumpen, in dem Sammelbehälter, darum wird das mit irgendnem Anti-Gerinnungsmittel (fag mich nicht, was das genau ist) versetzt. Und wenn Du das alles überstanden hast, wird Dir noch ne Kochsalzlösung reingeschüttet (also auch durch die Vene), wegen dem Flüssigkeitsverlust. Dann kriegst noch nen dicken (Druck)Verband an den Ellbogen und die Melkerei ist fertig :smile:
Das ganze ist nach ner guten Stunde vorbei, danach kommt nur der große Moment des Zahltags und Du mußt noch ein bisserl aufpassen, sollst nicht ruhig stehen (wegen möglicher Kreislaufprobleme) und auch nicht Auto fahren. Aber heim gehen oder vor Ort noch ein bisserl liegen bleiben ist immer möglich.
Ach ja - bei der ganzen Veranstaltung fragen Dich die Mädels etwa 100mal ob Dir auch wirklich noch wohl ist und überhaupt. Außerdem lungert da immer ein Arzt rum, sollte es mal nötig sein.

Plasma zu spenden, weil sich daraus nur Vorteile (finanziell,
gesundheitlich usw) ergeben sollen.

Finanziell? Klar, ich glaub im Schnitt kommt man auf etwas über 20 Euro pro Spende (manchmal gibt’s Prämien oder Aktionen) und Du darfst so etwa einmal in der Woche spenden gehen.
Gesundheitlich? Hmm - schwer zu sagen. Mir geht’s seit ich Plasma spende nicht besser und nicht schlechter als vorher. Einzig hab ich seitdem keinen Herpes mehr gehabt. Keine Ahnung, ob das ein Zufall ist oder mit der Plasma-Spenderei zusammenhängt :wink: Ansonsten geben einem die Jungs bescheid, wenn mit den Blutwerten irgendwas nicht passen sollte.

Wer haftet eigentlich, wenn dabei nun doch was schiefgeht
(Schlamperei oder dgl)?
Was ist, wenn man z. Bsp. nach der Spende einen Unfall hat und
in den OP muss?

Da kann ich Dir leider nicht weiter helfen, aber der Doc vor Ort sollte Dir das beantworten können :smile:

Hoffe, daß Dir das ein bisserl weiter hilft, sonst mail nochmal Bescheid.

Liebe Grüße aus S

Petzi

PS: Wo in Ösiland wohnst Du denn?

kostenträger beim wegeunfall
Hallo Elaisa,

Was ist, wenn man z. Bsp. nach der Spende einen Unfall hat und
in den OP muss?

um es als wegeunfall nachzuweisen, muss eine direkte anbindung des weges an die spende eindeutig erkennbar sein. wie beim arbeitsunfall auch.

damit es als eigenplasma eingesetzt wird, muss die zuordnung beim einschleusen in die verarbeitungsfließstrecke primär unter dem vorzeichen eigenblut erfolgen, um eventuellen datenübereinstimmungen und sich daraus ergebenden verwechslungsrisiken mit fremdblut entgegenzuwirken. leider ist es so, dass du bei transfusion nur einen teil der fließstrecke zurückverfolgen kannst. daher testest du das blut auch am bett nochmals aus. das zeitfenster, das dir dabei im notfall, also beim unfall, zur verfügung steht, schließt die landesweite recherche nach eigenblut durch den narkoseführenden anästhesisten aus.

herzlich,

Kein Problem!
Hallo Elaisa,

ich weiß von vielen Studenten in Bremen, daß diese ihr monatliches Einkommen mit regelmäßigen Plasmaspenden aufbessern. Normalerweise „verdient“ man (hier in Bremen) damit ca. 160,- EUR im Monat. (Zwei Spenden á 20,- EUR pro Woche, á ca. 45 Minuten Zeitaufwand) „Profis“, also Leute, die an beiden Armen „gute“ Venen haben, gehen sogar bis zu 3 mal in der Woche. Es muß mindestens ein Tag zwischen zwei Spenden liegen! Weitere Vorteile: automatischer, regelmäßiger, kostenloser Gesundheits- bzw. Blutcheck (Drogenscreening, HIV, Hep., Zucker, Blutfette, Temperatur, Blutdruck, Puls usw.), eher positiv regenerationsfördernd, was die Erneuerung des körpereigenen Blutplasmas angeht; Nachteile: Zeitaufwand;

Gesundheitlich soll die Sache völlig unbedenklich, schmerzfrei und entspannend (Musik, lesen) sein, zumal alle großen Spendezentren dringend für Plasmaspenden werben. Weltweit wird viel mehr davon benötig, als vorhanden. Blutplasma hilft, Menschenleben zu retten! Der Flüssigkeitsverlußt (Nicht Blutverlußt, denn Blut wird nicht entnommen!) nach einer Spende kann (soll!) in allen Palsmazentren mit dort kostenlos zur Verfügung gestellten Getränken (z.B. Mineralwasser) ausgeglichen werden.

Die Studenten, mit denen ich sprach, gehen allerdings ausschließlich in kommerziellen Plasmazentren der Pharmaindustrie spenden, da nur dort Geld gezahlt wird. (Blut- und Blutplasma soll beim Roten Kreuz etwa entgeltlos gespendet werden. Kommt für Studies nicht in Frage.) Hier in Bremen ist dies z.B. die Firma Aventis. (http://www.aventis.de) Es versteht sich von selbst, daß in allen Blutplasmazentren Deutschlands ausnahmslos mit Einwegmaterial gearbeitet wird. Die Übertragungsmöglichkeit von HIV z.B. ist somit in einem deutschen Plasazentrum quasi ausgeschlossen.

Beste Grüße, Andreas

zwei Spenden pro WOche??? Wieviel wird denn da abgenommen? Spende hier in Hannover in der MHH, und da ist der Mindestabstand zwischen den SPenden drei WOchen.

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Hallo,

Infos findest du auch unter http://www.blutplasma.de/

unter „Häufige Fragen“

Gruß
Nelly

Hallo

Zwei Spenden die Woche hab ich auch noch nie gehoert. Hab in Kiel und Aachen ne zeitlang Plasma gespendet aber da hiess es jedesmal, dass mindestens eine Woche zwischen den Spenden liegen muss. Es wurde auch immer vorher nach den Werten geschaut, d.h. waren irgendwelche Eisenwerte oder so nicht in Ordnung konnte es auch passieren das man gar nicht spenden durfte.
Wie gesagt, ich hab das eine zeitlang gemacht und es ging immer alles gut. Der einzige Nachteil der mir einfaellt ist die Tatsache, dass ich beiden Ellenbeugen kleine Narben habe von den Einstichen. Solche Nadeln sind ja nicht grad klein…

Stefanie

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Habe mich erkundigt!
Hallo zusammen,

bei der Firma Aventis Bio-Services Plasma Center, An der Weide 27-29, 28195 Bremen, Tel.: 0421-173640, wird bei jeder Spende 0,75 Liter reines Blutplasma entnommen, also kein Blut. Vollautomatisch, und ausschließlich mit Einwegmaterialien. Also: Hinlegen, Arm hinhalten, 40 Minuten entspannen und lesen, 20 EUR einstecken, fertig.

Jeder Spender muß als solcher registriert sein. Vor jeder Spende erfolgt ein erneuter Bluttest. Jede Plasmaspende wird für eine längere Sperrfrist gelagert, darf in dieser Zeit nicht in Verkehr gebracht werden. Danach wird die Plasmaspende erneut getestet, bevor sie verwendet werden darf. Nach jeder zehnten Spende erfolgt eine gründliche ärztliche Untersuchung und Befragung (Drogen, Prostitution, Medikamente usw.) des Spenders vor Ort.

Zwei Spenden pro Woche sind der Normalfall. Allerdings ist dies dem jeweiligen Spender freigestellt. Man kann also auch nur einmal pro Woche kommen, oder nur einmal alle vierzehn Tage.

Mehr als zweimal in der Woche spenden ist - laut meinem Kenntnissstand - eher unüblich.

Auch nach nochmaliger Rücksprache mit einer Spenderin (Studentin) wurde mir bestätig, daß zweimalige Blutplasmaspenden pro Woche durchaus die Regel sind. Dies gilt für alle Spender, also nicht nur unter Studenten.

Aber: Nach Auskunft von Aventis, ist die maximale Spendenmenge (Blutplasma) pro Jahr begrenzt.

Hier ein Auszug von Aventis (Quelle: http://www.aventisbehring.de):
Die Plasmaspende ist für den Körper sehr viel besser verträglich/schonender als die Blutspende, weil die festen Bestandteile, die Blutkörperchen, sofort wieder zurückgeführt werden. Aus diesem Grund können Sie nach zwei Tagen schon wieder spenden. Insgesamt können Sie bis zu 39 Mal bzw. 25 Liter pro Jahr Blutplasma spenden.

Beste Grüße, Andreas