Plasmalampe ./. Ampère und Volt

Hallo,

ich habe mir vor ein paar Jahren mal eine Plasmalampe gekauft. Das Netzteil war damals dabei und das hat auch alles toll funktioniert, bis ich umgezogen bin, die Lampe erstmal nicht angeschlossen habe und über die Zeit, das Netzteil verschwunden ist.

Da auf der Lampe an sich nicht viele Infos zu finden sind (das einzige ist DC12V), hab ich mit einem befreundetem Techniker ein zufällig gefundenes Netzteil angeschlossen. Das Netzteil hat 12V und 1,5 Ampère.

Die Lampe funktioniert soweit. Allerdings werden die Stellen, die man an der Lampe berührt (dort wo die Blitze sich dann vereinen) relativ schnell warm/ heiß und wenn man die Lampe berührt (sodass sich die Blitze am Finger vereinen) und mit der gleichen Hand an einen Metallgegenstand kommt (in meinem Fall war es ein Keyboardständer), wird der Strom durch die Hand geleitet (beunruhigendes Kribbeln in der Hand).

Ich habe meinen Kumpel im Vorhinein darauf angesprochen, ob die Ampèrezahl nicht zu hoch sei. Er bejahte zwar, sagte aber, dass das grundsätzlich kein Problem sei, da die Lampe sich nähme, was sie benötige. Er war sich jedoch auch nicht ganz sicher, da er nicht genau wusste, wie das Prinzip der Plasmalampe funktioniert. Grundsätzlich könne nichts passieren, da die Lampe aus Plastik und/ oder Glas gemacht sei.

Daher meine Frage: Gehe ich ein Risiko ein, wenn ich die Lampe weiterhin mit diesem Netzteil betreibe? Und inwiefern spielt der Strom bei Plasmalampen eine Rolle; Nimmt die Lampe was da ist oder nimmt sie lediglich was sie braucht? Und warum wird Strom durch meine Hand geleitet, obwohl doch die Glaskugel keinen Strom durchlassen sollte…

Freue mich über jede Hilfe! :smile:

Liebe Grüße,
AzRahel

Moin, AzRahel,

da die Lampe sich nähme, was sie benötige.

genau so ist es. Wenn das Netzteil zu schwach ist, brennt es durch; ist es zu stark überdimensioniert, dann wird es nicht ausgenutzt, sonst passiert nichts.

Er war sich jedoch auch nicht ganz
sicher, da er nicht genau wusste, wie das Prinzip der
Plasmalampe funktioniert.

Das hat mit dem Funktionsprinzip nichts zu tun. Der Verbraucher entnimmt weniger Leistung als das Netzteil liefern könnte.

Daher meine Frage: Gehe ich ein Risiko ein, wenn ich die Lampe
weiterhin mit diesem Netzteil betreibe?

Nein.

warum wird Strom durch meine Hand geleitet, obwohl doch die Glaskugel
keinen Strom durchlassen sollte…

Das wird schon immer so gewesen sein. Es fließt auch so gut wie kein Strom, das ist einfach die Hochspannung, die da kribbelt. Leg die Hand auf die Bildröhre des Fernsehers und Du wirst merken, dass sich die Haare auf dem Unteram aufstellen. Stellen sich die Haare im Nacken auf, dann liegt es eher am Programm :smile:))

Gruß Ralf

Vielen Dank und * (owT)

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich habe meinen Kumpel im Vorhinein darauf angesprochen, ob
die Ampèrezahl nicht zu hoch sei. Er bejahte zwar, sagte aber,
dass das grundsätzlich kein Problem sei, da die Lampe sich
nähme, was sie benötige.

Man kann das sehr anschaulich mit einem Wasseranschluss beschreiben.

Dann entspricht die Spannung dem Druck auf der Leitung.
Bei zuviel Druck geht das Gerät kaputt, genauso bei zu hoher Spannung.
(Bei Wasser wirst Du nass, beim Elektrogerät mit zu hoher Spannung riecht es auf einmal nicht gut und Du bekommst evtl. Besuch von Indianern (Rauchzeichen) oder die netten Kollegen der Feuerwehr wecken Dich, sofern Du noch lebst).

Und Ampere?
Das ist die quasi die Durchflussmenge. Beim Wasser würde man in Liter/Sekunde rechnen, beim Strom könnte man in Elektronen/Sekunde rechnen, das ist aber unbequem und man hat das Ampere definiert.

Du siehst: Das Netzteil muss die korrekte Spannung liefern und mindestens soviel Strom liefern können, wie das angeschlossene Gerät benötigt.

Einige Netzteile sind aber leider sehr einfach gebaut. Diese liefern, wenn man sie nicht oder wenig belastet, eine deutlich höhere Spannung als angegeben. So kann ein 12V Netzteil bei 1,5A 12Volt liefern, bei 0,1A liegt die Spannung aber evtl. sogar bei 16V. Das ist unschön.
Gute Netzteile sind stabilisiert, d.h. ihre Ausgangsspannung liegt über den gesamten Belastungsbereich recht genau auf Höhe der angegebenen Nennspannung.
Bleibt noch die Effizienz.
Viele Steckernetzteile bestehen nur aus einem Trafo, Gleichrichter, Glättungskondensator und (evtl., s.o.) Stabilisierung.
Ein Netzteil, was 1,5A liefern kann, hat alle Bauteile für diese Belastung ausgelegt, also auch einen entsprechend großen Trafo.
Dieser verbraucht aber auch dann Energie (wird also warm), wenn er nicht oder kaum belastet wird.
Wenn die mögliche Belastbarkeit viel höher ist, als die tatsächlich bezogene Leistung, dann wird (verhältnismäßig) viel Energie verbraten.
Bessere Netzteile sind Schaltnetzteile (am geringen Gewicht zu erkennen), die arbeiten auch bei geringer Last recht effizient.

Lampe wird definitiv heißer als früher…
Hallo,

vielen Dank für Deine Erläuterung!

Ich hab’s grad eben nochmal angeschlossen und probiert.

Es war früher definitiv nicht so hart, die Lampe anzufassen. Ich kann mich erinnern, früher mal meine gesamte Hand auf die Lampe gelegt zu haben -dann gab es einen dicken Strahl in Richtung Hand und es wurde langsam warm.
Wenn ich jetzt einen einzigen Finger drauf lege, wird es sofort brutal heiß und mit drei Fingern entsteht bereits das „Kribbeln“ und ein lauter „Brummsound“ aus der Plasmalampe…

Könnte es sein, dass die Plasmalampe anders funktioniert, als normale „Verbraucher“? Weil bei der Plasmalampe ja scheinbar Hochspannung erzeugt wird.

Danke :smile:

Lieber Gruß,
AzRahel

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,
Deine Beschreibung läßt vermuten, dass Du ein unstabilisiertes Netzteil verwendest, das nur unzureichend belastet ist und deshalb eine zu hohe Spannung abgibt. Solche Netzteile sollten auf den Verbraucher abgestimmt sein. Nimm ein Stabilisiertes. Damit hast Du weniger Probleme und es besteht keine Gefahr der Überlastung der Lampe.
Der wesentliche Unterschied zu normalen Lampen besteht darin, dass „normale“ Lampen einen intern geschlossenen Stromkreis bilden, d.h., der Strom geht durch einen Anschluß in den Glaskolben rein und durch einen anderen wieder raus. Die Plasmakugel arbeitet mit hoher Frequenz und hoher Spannung. Deshalb muß kein Anschluß durch das Glas hindurch gelegt werden. Der Strom fließt kapazitiv durch das Glas hindurch. Ein Anschluß ist die Graphitschicht, die sich auf der Außenseite der inneren Glaskugel befindet. Die innere Kugel ist nur eine Einstülpung der äußeren Kugel. Die von außen zugängliche Graphitschicht befindet sich, von oben betrachtet, also auf der Innenseite der inneren Kugel. Auf diese Graphitschicht wird eine hochfrequente Hochspannung bezüglich Erdpotenzial gelegt. Durch die Kapazität der Glasschicht gelangt der Strom von der Graphitschicht ins Plasma und von dort über die äußere Glaskugel nach außen. Die Kapazität der Kugel gegen Erde reicht für einen kleinen Stromfluß aus, der die hübschen Entladungen erzeugt. Der Mensch hat wegen seine Größe eine viel höhere Kapazität zur Erde. Wenn er also in die Nähe der Kugel kommt, kann dort lokal ein höherer Strom fließen und die Entladungen verstärken sich dort entsprechend.

Jörg

1 „Gefällt mir“

Danke + * (owT)

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Dank an alle für die kompetente Hilfe (owT)
owT