Plastik im Jahre 1940?

Hallo,
ich habe gestern von meiner Mutter den Werksausweis meines Großvaters bekommen. Der Ausweis wurde 1940 ausgestellt, mein Großvater ist 1947 gestorben. Interessanterweise ist der Ausweis in Plastik eingeschweißt, also laminiert. Fühlt sich relativ hart an, ich tippe auf PVC o.ä.

Aber das Einschweißen muss doch wohl weit später (also z.B. durch meine Oma veranlasst, um das Ding vor dem Verfall zu schützen) passiert sein. Oder gab es tatsächlich 1940 schon laminierte Ausweise?
Gruß
loderunner

Hallo,

also du fragst vielleicht Sachen!

Plastik gab es jedenfalls auch schon 1940. Hier kannst du dir so etwas ansehen:
http://www.bakelitmuseum.de/home/home1024.htm

Aber ob man darin Werksausweise einschweißen konnte bzw. es auch getan hat, ist die andere Frage. Ich weiß nicht, ob man das Zeug durchsichtig bekommen konnte.

Zelluloid gab es jedenfalls auch schon, klar, das brauchte man ja für Filme.

Aber ich fände es sehr erstaunlich, wenn sich damals wirklich ein Unternehmen entschlossen hätte, die Werksausweise zu laminieren. Frag doch mal beim Bakelitmuseum nach, was die meinen.

Schöne Grüße

Petra

Servus,

hier ein Überblick über die Entwicklung bedeutender Kunststoffe:

http://www.deutsches-kunststoff-museum.de/index.php?..

Bakelit ist nicht thermoplastisch und auch nicht für die Herstellung von Folien geeignet. Vielleicht erinnerst Du Dich an die kleinen braunen Aschenbecher, die es bei McDonalds gab, als dort noch geraucht werden durfte: Die waren aus Bakelit.

Für die Herstellung von PVC wurde ab 1940 ein effizientes industrielles Verfahren eingesetzt, aber nicht in Deutschland.

Eine sehr wichtige Entwicklung u.a. der IG Farben war der synthetische Kautschuk „Buna“ (Butadien-Natrium), auf dem die Wehrmacht rollte (1940: 70% des in D produzierten Kautschuks synthetisch, 1943 95%).

Thermoplastische Folien zur massenhaften Anwendung gabs 1940 in D nicht. Außerdem reichte 1940 nicht die Idee, irgendwas zu machen: Kriegswichtige Materialien durften nur für kriegswichtige Zwecke verwendet werden, auch als es noch an allen Fronten nach vorne ging.

Schöne Grüße

MM

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Danke, das dachte ich mir! (owt)
-nix-

Ergänzung
Hallo,
ich hatte heute Gelegenheit, in einem Labor mal das Kunststoffmaterial untersuchen zu lassen. Es ist Polyethylacrylate. Also sowas ähnliches wie Plexiglas, nur in weich. Google sagt, dass das Zeug bereits 1928 entdeckt wurde, aber erst 1958 erste Konsumartikel aus Plexiglas auf den Markt kamen, deshalb wird der Ausweis wohl auch erst später eingeschweißt worden sein.
Gruß und danke nochmal
loderunner

Hallo,

durchsichtiges Plastik gab es damals zwar schon…aber nicht als „Laminierfähiges“…
Hier als Abdeckung des Beschriftungsfeldes des Fernsprechers zu erkennen:
http://home.saxonia.net/kesselboth/Grafik/ob/ob33tis…
(Streckenfernsprecher der Deutschen Reichsbahn aus dem Jahre 1933)

Die gleiche Folie wurde auch bei einigen großen Konzernen für ihre Werksausweise verwendet.Dabei wurde allerdings der Papierne Werksausweis
zwischen zwei solcher Folien mit Blechnieten befestigt,die gleichzeitig als „Fälschungsschutz“ dienten.

Hallo,

durchsichtiges Plastik gab es damals zwar schon…aber nicht
als „Laminierfähiges“…

Danke, so war auch mein Kenntnisstand.

Hier als Abdeckung des Beschriftungsfeldes des Fernsprechers
zu erkennen:

Wäre halt interessant, woraus die Abdeckung bestand.

Die gleiche Folie

Welche?

wurde auch bei einigen großen Konzernen

Welchen?

für ihre Werksausweise verwendet.Dabei wurde allerdings der
Papierne Werksausweis
zwischen zwei solcher Folien mit Blechnieten befestigt,die
gleichzeitig als „Fälschungsschutz“ dienten.

Waren diese Folien eigentlich biegsam? Beim Fernsprecher mussten sie das ja nicht sein, beim Ausweis wäre das aber besser.

Gruß
loderunner

Hallo,

nein diese Folie war nur beschränkt biegsam…so in etwa zwischen 0 und 40 Grad…aber das war für Ausweise auch nicht erfoderlich…
Bei den großen Industriebetrieben waren das damals sowieso noch richtige
„Pappkartons“…dafür hatte der Werkschutz spezielle Schreibmaschinen,
wo diese Pappkärtchen beschriftet wurden…oft wurde dafür sogar das
Photo des betreffenden Mitarbeiters genommen…
(spezielle Plattenkamera).
In der Rüstungsindustrie und bei den großen Chemie-Konzernen war so etwas für die Sicherheitsbereiche vorhanden.

Bei den anderen großen Firmen dominierte noch das „Marken-System“…
bzw. das „Persönlich kennen“…

Hallo,

nein diese Folie war nur beschränkt biegsam…so in etwa
zwischen 0 und 40 Grad…aber das war für Ausweise auch
nicht erfoderlich…

Nochmal: der Begriff ‚Folie‘ nutzt leider gar nichts. Genau so ein Sammelbegriff wie ‚Blech‘. Das Material der Folie ist entscheidend.

Bei den großen Industriebetrieben waren das damals sowieso
noch richtige „Pappkartons“…dafür hatte der Werkschutz spezielle
Schreibmaschinen, wo diese Pappkärtchen beschriftet wurden…oft
wurde dafür sogar das
Photo des betreffenden Mitarbeiters genommen…
(spezielle Plattenkamera).

Quelle?

In der Rüstungsindustrie und bei den großen Chemie-Konzernen
war so etwas für die Sicherheitsbereiche vorhanden.

Quelle?

Bei den anderen großen Firmen dominierte noch das
„Marken-System“…
bzw. das „Persönlich kennen“…

Quelle?

Deine Informationen bringen so leider nicht weiter. Nichtmal einen Ausgangspunkt zum Weitersuchen.
Gruß
loderunner