Platinen ätzen 2

Servus,

Unterätzungen werden repariert, indem man in die 2 offenen Enden je ein Loch bohrt, einen Draht biegt, dass er in die Löcher passt, ihn verlötet, dann überbrückt er die Lücke.

Du hast im Mäulchen zwar Wurzeln, aber gewiss keinen Wurzelstock, das ist der Rest, der im Boden bleibt, wenn ein Baum umgesägt wird.. Als ich noch der Waldbauernbub war, mussten wir die Dinger mühsamst mit der Kreuzhaue aus dem Boden holen. In der Drogerie Enzer gab es ENZIT zu kaufen, eigentlich gegen Unkraut gedacht, half aber, fein (vor allem aber vorsichtig) mit Zucker angemischt, auch den Stöcken aus dem Boden

Gruß
Ralf

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Wenn man das passende Gerät hat/bereit ist, es sich auch aus anderen Gründen anzuschaffen, ist eine kleine und inzwischen recht günstig zu bekommende Desktop CNC auch für die Herstellung von Platinen eine schöne Sache. D.h. Du fräst dann einfach aus einer vollflächigen Kupferbeschichtung die trennenden Bereich zwischen den Leiterbahnen raus, und kannst damit auch gleich die Löcher bohren lassen. Dabei fällt dann nur etwas Staub an, den man gut absaugen kann, und hat ansonsten keine schwierig zu entsorgenden Abfälle.

Aber ich würde ehrlich gesagt auch einen China-Fertiger bevorzugen, wenn man sich deren Preise und Qualität so ansieht.

BTW: Conrad ist für Privatkunden inzwischen tot.

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Hmm, und ich bin mir noch immer nicht sicher, welches Ätzmittel ich verwenden soll…

Hoffentlich scheitert’s nicht daran.

war nach gewissen Vorkommnissen nicht mehr so einfach verfügbar und wir mussten auf Kalisalpeter (Kaliumnitrat) umschwenken.

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Nimm Natriumpersulfat, das scheint am gebrächlichsten zu sein.

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KaliumNITRAT!? So langsam krieg ich ein Gefühl für Chemie…

Okay, Natriumpersulfat. Gegenargumente? Bedenken? Andere Vorschläge?

hi,

Was @drambeldier mit ‚zu gefährlich‘ genau meinte, hab ich noch nicht ergründet. Mir scheint das eins der üblichen Mittel.

Handhabung beim ätzen selbst: offenbar klar die Persulfate, mal egal welches.

Das Thema Lagerung und (regelmäßigere) Entsorgung fällt negativ auf.
Da ist Eisen-III-chlorid klar im Vorteil, vor allem bei unregelmäßigem und eher spontanem Einsatz der Brühe.

grüße
lipi

Leudde! Für Geplauder und Anekdoten aus eurer Jugend gibt es welches Brett?

Genau richtig! Also…?

VG
J~ [MOD]

Moin, Kudo.

Rel. einfach beantwortet.

Erst einmal sollst du dich entscheiden, Was für ein Material du verarbeiten wilst: normale Kupfekaschierung oder Fotobeschichte Platten. Bei normaler Kupferkaschierun zeichnest du deine Leiterbahnsn mit dem Lackctift (speziell für Ätzarbeiten) auf und ätzt die Platine in einem Bad von ca, 50-60%igem Eisenchlorid. Hat den Nachteil, die Platine sieht unprofessionell aus und du kanns keine Serien herstellen.

Bei fotobeschictetem Material wird es etwas komplizierter. Du musst eine Layoutvorlage entweder auf einer Glasplatte oder Kunststofffolie herstellen. Dazu kann man Abreibesymbole und Bahnen benutzen, die im Handel angeboten werden, Diese Vorlage legst du auf die Fotobesichtete Platte und belichtest mit UV-Licht. Anschließend entwickelst du in 20%iger Natronlauge.Dabei wird der bestrahlter Fotolack abgewaschen, der unbestrahlter bleibt haften. Ätzen anschließend wie vorher. Vorteil: siehr professionell aus, die Vorlagen können öffter benitzt werden.

Nachteil bei beiden Verfahren ist - das Hantieren mit Eisenchlorid ist eine Sauerei, alles wird gelb. Auch die Entsorgung der gebrauchten Cemikalien stellt ein Problem dar, Man kann zwar Eisenchlorid mit Natronlauge neutralisieren, aber es verbleibt doch jede Menge Schlammpes übrig.

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Hallo, @schorsch0506 !

Nagut, dann wird es sich wohl Eisenchlorid (Eisen(III)Chlorid?) + Lackstift werden! Danke für Deine ausführliche Beschreibung!

nabend,

hast du schon eigene Erfahrungen sammeln können?

grüße
lipi

Hallo!

ich bin was spät zu der Party.

Welche Ätzmittel man nimmt, das ist einem selbst überlassen. EisenIII-Chlorid ist eine Möglichkeit, Ammoniumpersulfat eine andere. Es gibt noch weitere und die Handhabung ist immer etwas anders, aber im grunde ist das das geringste Problem am Platinenätzen.

Wichtig ist, wie man das Layout auf die Platine überträgt, da hat @schorsch0506 ganz gut was zu geschrieben. Vielleicht noch der Hinweis: Man braucht „Positiv-Lack“, es gibt auch „Negativ-Lack“, bei dem die unbelichteten Stellen weggewaschen werden.

Meine Erfahrung:

Lackstift

ich habe Lackstifte von Edding genutzt, einen feinen und einen mit dicker Spitze. Es mag extra stifte für diesen Zweck geben.
Man muss es damit schaffen, per Hand die Leiterbahnen sauber und lückenlos direkt aufs Kupfer zu bringen. Die dicken Spitzen neigen zum Schäumen, was man anfangs kaum sieht, später aber Löcher in der Leiterbahn verursachen kann.
Nimmt man ein Lineal, muss man jeden Strich wirklich trocknen lassen, wenn man das Lineal anschließend da drüber legen will. Oder man hat die Möglichkeit, das Lineal über der Platine schweben zu lassen. Man kann nachträglich noch Farbtupfer aufbringen, oder mit einem Skapell wegkratzen.
Die Platine muss absolut blank und völlig fettfrei sein, damit der Lack gut haftet. Dazu gehört das Waschen mit Lösungsmittel und das Tragen von Handschuhen, denn Fingerabdrücke sind böse. Macht man hier Fehler, merkt man das erst beim Ätzen, weil sich der Lack erst dann löst.

Insgesamt ist das die schnellste, einfachste und billigste Methode, erfordert aber eben handwerkiches Geschick. Kniffelig wird es, wenn ICs oder andere Komponenten mit einem festen Beinchenabstand verwendet werden, das muss man genau hinbekommen. Und größere Projekte werden mühselig, und filigran ist das ganze nicht unbedingt.

UV-Belichtung

Man kann das layout da ebenfalls per Hand auf Transparentpapier oder besser noch Folie zeichnen, was etwas einfacher als auf Kupfer, dafür aber nicht mehr korrigierbar ist.
Es gibt Bögen mit Reibesymbolen, quasi Bildchen mit den Pads von Bauteilen die man drüberlegt, und durch kräftiges Rubbeln auf die Folie überträgt. Für Leiterbahnen gibt es sogar schmales Klebeband.
Man kann es auch hier mit einem Laserdrucker versuchen, allerdings wird der Toner auf Klarsichtfolien oder Transparentpapier ziemlich dünn und lichtdurchlässig. Es gibt zwar Tonerverdichter, das ist ein Spray das den Toner leicht anlöst, wodurch beim Verdunsten eine dunklere, dichtere Tonerschicht entsteht das funktioniert aber nicht mit jedem Toner und jedem Untergrund. Ach ja: Aus einem Drucker einen wirklich maßstabsgerechten Druck zu bekommen, ist ne Kunst. Ein Dokument wird meistens etwas kleiner gedruckt, weil der Drucker ja einen nicht bedruckbaren Rand hat. Und das selbst dann, wenn im Dokument nur in der Mitte des Blatts etwas ist. Im Acrobat Reader muss man beispielsweise 100% Skalierung einstellen.

Jetzt muss das Layout auf die mit Fotolack beschichtete Platine. Es braucht dazu am besten ein UV-Belichtungsgerät. Ein Bräunungsgerät für’s Gesicht geht auch, sogar Sonnenlicht ist möglich. Man muss aber experimentieren, wie viel Zeit es braucht, grade bei Sonnenlicht.

Tonertransfer

Bisher unerwähnt: Das Layout wird spiegelverkehrt mit einem Laserdrucker gedruckt, auf die Platine gelegt, und mit einem Bügeleisen aufgebügelt. Danach wird die Platine in Wasser eingeweicht, so dass das Papier weich wird und sich abrubbeln lässt.
Es gilt wie oben: Sauberkeit der Platine und Maßhaltigkeit des Drucks. Kleine Lücken lassen sich mit einem Lackstift korrigieren, ein Skapell ist ebenfalls nützlich.
Die Methode ist eigentlich besser als die Lackstiftmethode, weil man auch komplexere Layouts schnell auf die Platine bringt.
Aber: Man muss das richtige Papier finden, welches möglichst kurze Fasern hat und sich sehr gut in Wasser auflöst. Zu viel Druck und Hitze sorgt dafür, dass der Toner breit gedrückt wird, manches Papier saugt den Toner dann auch auf. Zu wenig, und das hält nicht.
Ein qualitativ gutes Ergebnis braucht meist mehere Anläufe


Weitere Themen:

Bohren

ich denke, man kann so 1,0 oder 0,8mm bohren, das Beste wäre eine (mini-)Tischbohrmaschine. mit dem Akkuschrauber bricht man den Bohrer immer ab. Das Kupfer neigt dazu, einen Grat zu bilden, daher am besten etwas drauf legen.

Computerlayout

ich hab jetzt mehrfach von Laserdruckern geschrieben, man braucht das Layout also zuerst auf dem PC.
Klar, das kann man sogar mit MS Paint machen, aber das ist doch mühselig. Es gibt extra Programme dafür. Früher war das EAGLE, aber das ist tot, ich nutze KiCAD. Es gibt aber weitere (privat) kostenlose, z.B. Target, womit ich keine Erfahrung habe.

Üblicherweise läuft das so, dass man am Computer einen Schaltplan entwirft, den einzelnen Symbolen die entsprechende Gehäuseform zuweist, und dann das Layout erstellt. Dabei hilft, dass der Computer vom Schaltplan weiß, welche Pins miteinander verbunden werden müssen, und das entsprechend anzeigt. Auch muss man sich kaum noch Gedanken machen, welches Beinchen des Transistors jetzt Kollektor, Emitter oder Basis ist.

Natürlich hat so ein Programm eine massive Lernkurve, aber ich behaupte, für das erste Layout braucht man weniger Zeit, als für die ersten Gehversuche bei den obigen Methoden zum Ätzen. Und wenn man sich einmal dran gewöhnt hat, dann will man das nicht mehr missen.

Doch nicht selber ätzen?

JLPCB ist ein grade bei Hobbyelektroikern beliebter chinesischer Platinenhersteller. Mit den absoluten Standardeinstellungen machen die einem 5 Stück 100x100mm² für 1,80€, zuzüglich 1,30 Versand (wenn man den billigsten 14-Tage-Versand wählt)

Dafür bekommt man:

  • Zweiseitige Platine (Das manuell hinzubekommen ist ne Herausforderung)
  • Vergoldete Pads
  • Grünen Lötstopplack
  • Weißen Beschriftungsdruck
  • minimaler Bohrdurchmesser 0,3mm
  • elektrischen Durchgangstest jeder einzelnen Leiterbahn
  • Grundsätzlich Industriequalität

für den Preis bekommt man bei uns nicht mal die Chemikalien.
Und wenn man einmal ein Layoutprogramm nutzt, dann kann man entweder dessen Dateien, oder gerber-Dateien, die es ebenfalls ausgeben kann, beim Platinenhersteller hochladen. Muss man einmal gemacht haben, dann ist es einfach.

Daher: Selber ätzen? Nee, war früher mal spannender, aber wenn man Industriequalität für 3€ bekommt, dann mach ich das nicht selbst.

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Beim Tonertransfer schwören viele Leute auf das Papier der Elektronikkataloge. Ich habs auch mit Backpapier mit gutem Ergebnis gemacht. Wenn man normales Papier nimmt, sollte man bedenken, dass es beim Fixieren im Drucker um ca. 1% schrumpft. Also entweder einmal weiß durch den Drucker durch laufen lassen (vorschrumpfen) und erst im 2. Durchlauf das Layout drucken. Oder man wartet, bis das Papier wieder seinen normalen Feuchtegehalt aus der Luft aufgenommen hat.
Für eine bessere Schwärzung kann man das Layout auch doppelt aufs Papier bringen, funktioniert bei vielen Druckern sehr gut. Bei alten Geräten muss man mit Versatz rechnen.

Wichtig: üben und probieren.

hi,

och, mach’s doch nicht kaputt.
Es ist doch gerade der Spass daran, es eben selbst zu machen und alles mal zu probieren und dabei zu lernen.

Aktuell: dem Drucker beibringen, dass er in Wirklichkeit ein Laser zum belichten der Platinen ist. So langsam glaub er mir das auch.

Bestellt wäre das alles 3 mal billiger, das ist kein Thema.
aber halt auch total langweilig…

Ich bin erstmal beeindruckt, was mit durchaus einfachen Mitteln machbar ist.
Der Gedanke drängt sich förmlich auf, ob SMD nicht eine erreichbare Alternative für viele der Bohrungen wäre.

grüße
lipi