Platinentest: Erschütterungen simulieren

Hi,
angenommen ich müsste eine (eine einzige!) Platine die in ein Auto eingebaut werden soll auf ihre Erschütterungstauglichkeit hin testen. In meiner Lehrfirma hatte wir dafür Rütteltische (um sicher auch nur angebrochene Ferritkerne zu erkennen), den habe ich aktuell aber nicht.

Frage: wie rege ich die Platine an? Haue ich mit dem Hammer auf das Gehäuse bis ich eine bestimmte Beschleunigung(*) erreicht habe? Reicht es hier praktisch gesehen aus die Beschleunigung der Platine zu messen oder ist das witzlos und eigentlich MUSS ich die Beschleunigung der Bauteile messen (was ich nicht könnte)?
Ich kann das Gehäuse auch sinusförmig bzw sinusartig (z.B. wobbeln) anregen, allerdings nur bis so 10-20Hz bei immerhin auch großen Hüben (~100mm). Ist das sinnvoll? Welche Beschleunigungen sollte ich überhaupt erreichen? 10-20-50g?

Wie kann ich die Erschütterungsfestigkeit erhöhen ohne die ganzen Bauteile in Kunstharz einzugießen wonach ich ja keine Veränderungen mehr vornehmen könnte.

Danke für Ideen :smile:
J~

(*)Messeinrichtung vorhanden

Hi,
angenommen ich müsste eine (eine einzige!) Platine die in ein
Auto eingebaut werden soll auf ihre Erschütterungstauglichkeit
hin testen. In meiner Lehrfirma hatte wir dafür Rütteltische
(um sicher auch nur angebrochene Ferritkerne zu erkennen), den
habe ich aktuell aber nicht.

Hallo,

man kann Erschütterungen nicht simulieren, man muss die Erschütterungen tatsächlich auf das Testobjekt einwirken lassen, und zwar so realistisch wie möglich: Eine Platine muss so montiert sein wie beim realen Einsatz, und für die Anregung des Rütteltisches gibt es Programme bzw. bei realen Fahrten aufgezeichnete Daten, z.B. deutsche Autobahn oder Rally Dakar. Im Gegensatz zu anderen Prüfungen lässt sich das auch nur in Realzeit durchführen, man kann die Prüfung nicht durch erhöhte Temperatur verkürzen.

Da das immer noch nicht real genug ist, schickt z.B. die Fa. Bosch Prüfobjekte tatsächlich mit LKWs auf Dauerfahrten. Das ist etwas, was du auch machen könntest: bau das Ding realistisch in ein Fahrzeug ein, heuere ein paar Studenten an und jage sie mit dem Fahrzeug ca. 200000 km (mindestens) durch Europa.

Gruss Reinhard

Hallo,

geht es um Vibration oder Mechanischen Schock?

Für elektronische Bauteile werden hierfür oft diese standardisierten Tests durchgeführt:

Droptest - Mechanischer Schock
http://www.jedec.org/download/search/22B111.pdf

Vibration
http://www.jedec.org/download/search/22b103b.pdf

Dafür gibt es auch Testlabore, die diese Tests anbieten.

Gerhard

Hallo,

Wie kann ich die Erschütterungsfestigkeit erhöhen ohne die
ganzen Bauteile in Kunstharz einzugießen wonach ich ja keine
Veränderungen mehr vornehmen könnte.

Zu unterscheiden ist Festigkeit gegen Stoß und Vibration.

Gegen Stoß sind vor allem Teile/BE empfindlich, die eine
gewisse Masse haben und mechanisch nicht ausreichend stabil
gefestigt sind.

Vibration ist besonders kritisch, wenn die Anregungsfrequenz
im Bereich der Resonanz von Baugruppen und BE liegt.

Gesonders gefährdet sind dann BE mit niedriger Resonanzfrequenz
-> schwere BE und BE mit instabiler Basis, insbesondere
solche mit nur 1 oder 2 Pins bzw. Singleline-BE .
-> Elkos, vertikal stehende BE (z.B. TO220 ) und bedrahte BE.
SMD-BE sind eher selten gefährdet.

Um das Abfallen der gefährdeten BE zu vermeiden müssen diese
am Schwingen gehindert werden. Sehr effektiv geht das, indem man
sie mit elastischen Kleber (z.B. Silikon) am Fußpunkt fixiert.
Elastische Kleber deshalb, weil diese die Schwingungen stark
absorbieren und damit die Resonanz quasi unwirksam machen.

Komplettes Vergießen ist also nicht nötig.

Gruß Uwi