Hallo, ich bin in meiner neuen Mietwohnung nicht wirklich glücklich, da sehr hellhörig. Der Bau stammt aus 1964, wurde immer modernisiert und schaut hübsch aus.
Aber man hört alles was im Haus bei den Nachbarn vorgeht, und ich bin schon vorsichtshalber in die oberste (2.)Etage gezogen um niemanden über mir zu haben. Konkret kann ich Gespräche meines Untermietrs ohne
Anstrengungen verfolgen. Dies unabhängig davon in welchem Raum ich mich befinde. Will sagen: Nachbar sitz im Wohnzimmer mit Besuch und quasselt und ich höre das Gespräch in Whz, Schlazi, Bad, überall.
Auch den Fernseher meiner Nachbarin höre ich im Sclafzimmer, obwohl 2 Räume dazwischen liegen. Manchmal habe ich den Eindruck Decken und Wände wären hohl.
Hierbei fällt mir ein, das während des Einzugs beim Bohren in den Außenwänden, diese zunächst sehr hart waren. Dann nach 2cm war der Bohrer durch- in einen Hohlraum, raus kam schwarzer Staub (Schlacke?).
Das Kellergeschoß ist nicht gemauert sondern aus Beton, die Obergeschosse verputzt.
Frage, habe ich hier vielleicht die absolute A-Karte gezogen und gibt es solche Plattenbauten tatsächlich auch im Westen (NRW).
Viele Grüße, Gerd
Hallo,
willkommen im Stahlbetonzeitalter
Der Spruch „Beton - Es kommt drauf an, was man draus macht“ stimmt schon
Mit 1964 hast Du aber wohl ein sehr frühes Modell dieser Gattung erwicht 
Spass bei Seite: Das hat nichts mit „Plattenbau“ zu tun (der qualitativ nicht mal schlechter sein muss), sondern schlichtweg mit Stahlbeton. Ich nehme an, die Wände sind aus (bestenfalls entsprechend mit Asche o.ä. verfüllten) Fertigteilen bzw. Hohlkammersteinen aus Beton.
Wenn man den in keiner Weise schalldämmend behandelt bzw. -entkoppelt, kommt genau das dabei heraus. Üblicherweise wurden zu der Zeit Installationsrohre direkt auf den Beton geschraubt und die Wärmedämmung (und damit auch Schallisolierung…) bestand aus Wandfarbe und Tapeten…
Wenn dann noch wie in modernen Wohnräumen üblich, relativ wenig Möbel oder Textiler Bodenbelag wie Teppich (bzw. alternativ der Supergau : Laminat ohne Trittschalldämmung) verbaut wird, endet es dann wie beschrieben: nahezu jede Geräuschquelle wird reflektiert.
Du kannst mal in die Bauakte sehen (wenn man Dich die einsehen lässt), ob das Gebäude wenigstens baujahrtypisch gebaut wurde. Allerdings wird das im Streitfall ohne Gutachter kaum „gut“ ausgehen.
Gruß vom
Schnabel
Danke für die Info Schnabel,
habe mir schon sowas gedacht. Bauakten gibt es angeblich nicht mehr, nunja- nützt auch nix. Und der Superobergau besteht hier in einer gutgemeinten Modernisierung bei der Fliesenböden verlegt wurden (natürlich ohne neuen Estrich resp. Trittschalldämmung), zudem wurden die eh schon leichten Wändchen zwecks neuer, vorgeschriebener Elektroinstallation ringsherum neu geschlitzt.
Solangsam mache ich mir Sorgen wie es wohl mit der Statik des Gebäudes bestellt ist, wenn noch mehr Wohneinheiten „modernisiert“ werden.
Weißt Du zufällig bis in welche Baujahre so ein Murks gebaut wurde?
Viele Grüße, Gerd
Hallo,
„baujahrtypisch lokalisieren“ lässt sich so ein Gebäude nicht. So baute man halt, wenns nix kosten sollte und man selbst nicht drin wohnen wollte.
Grundsätzlich würde ich derart „Betonmurks“ in etwa bis in die frühen 1980er einsortieren. Da hilft aber nur eine ausgiebige Innenbesichtigung oder - „noch besser“ - eine künstliche Lärmquelle in der Wohnung nebenan
.
Gruß vom
Schnabel