Hallo,
Grundsätzlich geht es um BWL, allerdings sind technische Einflüsse
möglich und wohl auch unumgägnlich.
PS: es handelt sich in meinem Fall um elektronische
Plattformen, wie zum Beispiel für Bordnetzsteuergeräte
Das sehe ich auch so!
Desweiteren soll in meinem Fall die Umsetzung von Kundenanforderungen
(OEMs) innerhalb eines Zulieferunternehmens durch das Konzept der
Plattform-Entwicklung beleuchtet werden, sprich die Vor- und
Nachteile die sich aus dieser Strategie ergeben, die
Vorgehensweise,beteiligte Funktionen und die Einbettung innerhalb des
Produktmanagements.
Was du also suchst sind Infos zum Bereich Embedded Systems im Electric/Electronics Bereich.
Es wäre sinnvoll, das auf eine Branche einzugrenzen - ich gehe jetzt mal von Automotive aus.
Man entwickelt ja Produkte idR für den Markt. Je nach Produkt gelten da dann eben andere Anforderungen.
Die Frage ist: hat der Kunde die Plattform, für die er vom Zulieferer dazukauft oder hat der Zulieferer eigene Plattformen, um seine OEMs günstiger/einfacher bedienen zu können?
Die Plattformidee basiert im Wesentlichen auf Reuse und Reduce (insbesondere die Variantenvielfalt).
Hat aber so seine Nachteile. Wenn ich in der Produktion sowohl Low-Class- als auch High-Class-Produkte habe, dann wird es schon schwierig.
Wenn ich LC in HC einbaue, dann ist das u.U. zu primitiv und wird vom Markt nicht akzeptiert. Umgekehrt wird es zu teuer.
Wenn ich noch Middle-Class anbiete, dann ist dann die Frage, was ich fokussiere: Preis oder den Hauch von Luxus?
Je flexibler ich das alles gestalten möchte, desto komplizierter wird es. Ich bin dann mit recht komplexen Programmierungen konfrontiert.
Dazu benötige (u.A.) ein sehr gutes Anforderungsmanagement, eine sehr gute Anforderungeentwicklung und ein sehr gutes Konfigurationsmanagement. Wenn man sich die Anzahl der Elektronik-Fehler in den Luxusklasse-Autos ansieht, die sehr häufig im Softwarebereich liegen, dann wird das da sehr deutlich.
Wenn ich immer die Maximallösung einbaue, dann bedeutet das häufig auch Gewicht: im Automobilbereich ein großes Problem (Verbrauch).
Wenn der Plattformgedanke dann in Standardarchitekturen im Markt umschwenkt, gibt es weitere Herausforderungen. Je mehr ich standardisiere desto austauschbarer werde ich - das gilt für Zulieferer und OEMs. Technologieführer könnten z.B. ihre Vormachtsstellung verlieren, da der Zulieferer die neu entwickelte Idee leicht der Konkurrenz anbieten kann (jetzt mal die vertragliche und patentrechtsmässige Situation ausgeklammert).
Ein weiteres Problem: Zeit - wer tolle Plattformen aufbauen will, muss sich dafür Zeit nehmen, sonst wird das „suboptimal“.
Wer alle 3-4 Jahre ein neues Auto auf den Markt wirft, sich permanent umorganisiert, permanent versucht, sich dabei dem Marktgeschmack anzupassen (also noch innnerhalb der besagten 3-4 Jahre), quartalsweise der Börse rapportiert (Investitionen kosten, kosten, kosten) und dabei noch den Headcount reduziert, hat das, was man als „Challenge“ umschreibt…
Hoffe es hilft dir ein bischen
Grüße
Michael