Pleitewelle

hallo leute,
die konsolidierung geht auf dem frachtmarkt um. zuerst werden verschiedene airline verschwinden, den anfang machen sabena und swissair und das ende die lufthansa?
vielleicht, aber auch im nationalen lkw verkehr kommt langsam bewegung und vielleicht auch endlich mal höhere frachten? jetzt wird erstmal überall was draufgeschlagen (treibstoffzuschlag, ökozuschlag, versicherungszuschlag …). eure meinung ist gefragt, wie sieht es im jahr 2002 aus? um eines vorauszusagen, die grossen werden überleben. aber was mich interessiert wie sieht es bei den kleinen und mittleren aus? wird das polipol doch zum oligopol oder gar fast ein monopol?
danke und gruss
thomas

Hallo,

ich möchte nicht klingen wie unser derzeitige Bundeskanzler aber

das Aussterben der Grossen (wie derzeit Sabena, Swissair, LTU?, etc) ist mit Sicherheit nicht nur den rückläufigen Volumen anzurechnen. Bei der Konstellation von solchen Konzernen zieht halt ein Fehler oft grosse Kreise (siehe Swissair VS LTU)

Ich beschäftige mich viel mit Markanalysen und muss feststellen, dass kleine und mittlere Unternehmen solchen Ereignissen oft besser begegnen könne da diese nicht unmittelbar miteinander verknüpft sind.

Das zusehends kleine und mittlere Unternehmen in dieser Branche Konkurs anmelden müssen stimmt. Die Frage hier ist warum: Nach meiner Einschätzung hat es nichts damit zu tun, dass Ablader diese meiden und lieber mit den Grossen unserer Branche zusammenarbeiten im Gegenteil, bei Grossen gibt es grosse Probleme bei Kleinen kleine Probleme. Soll heissen für jeden Kunden gibt es den richtigen Partner.

Auch wenn das gesamt Wachstum in der Logistik – Branche vielleicht Rückläufig erscheinen mag so sind z.B. die steigenden Zahlen der einzelnen Häfen ein Indiz dafür, dass die Volumen sich anders verteilen und auf solche Veränderungen reagieren manche wohl etwas zu langsam.

Hab die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen und dieses ist auch nur meine Meinung aber schwarz sehen tue ich nicht. Kopf hoch es wird schon werden passt da eher zu mir.

Viele Grüße aus Hamburg
Siegmar

ne leute,
schwarzsehen ist jetzt bestimmt nicht angebracht, denn irgendwas ist immer zu transportieren. und wenn es ne komplette fabrik nach china ist. aber irgentwie müssen ja die fertigen waren auch wieder nach europa :smile:
es ist wirklich verrückt - bis vor einem halben jahr haben wir regelmässig anlagen und teile für eine halbleiterfabrik eingflogen und jetzt bauen wir sie ab um sie dann in malaysia wieder aufzubauen. tja die löhne sind dort halt billiger. aber ich schweif gerade ab vom thema.
die probleme der grossen airlines, reedereien und auch spediteuere sind hausgemacht. wettbewerb ist gut und soll auch erhalten bleiben. denn ohne einen funktionierenden wettbewerb gebe es keine neuen ideen und wir würden immernoch so arbeiten wie vor 20 jahren. aber einen ruinösen wettbewerb, wie er in den letzten jahren stattfand und immernoch stattfindet der bringt nicht viel gutes. klar werden die grossen überleben und auch viele kleine, welche sich spezialsiert haben. aber es werden viele, sehr viele kaputtgehen.
und wie sieht es jetzt aus? eine bestandsaufnahme:

  • die swissair hat sich mit der sabena, aom & co übernommen
  • klm sucht nach einen guten partner in der welt - seit jahren schon
  • united, us air, american schweres wasser - besonders seit heute (warum fällt auch ein airbus vom himmel??)
  • k & n hat seine lkw verkehre an gefco verkauft und seine reederei abgestossen
  • die luftfracht konzentriert sich auf die consolverkehre (wie bei vielen)
  • schenker ist wieder eine firma, eurocargo hat sich auf den sammelgut systemverkehr konzentriet und mach alles ander platt - aber verdient geld
  • panalpina - vor jahren wegen seiner charter verlacht und totgesagt, steht besser da als zuvor, allerdings hat die sr pleite doch ein kleine loch gerissen
  • viele mittlere spediteure haben sich zusammengetan bei systemverkehren (lkw, luft und auch see)
  • reedereien - weiss ich nicht wie es da aussieht vielleicht weiss einer von euch etwas

die grossen werden diese jetztige kriese überleben. bloss wer sind die grossen. klar wird es in 5 jahren noch eine stinnes (schenker) geben, aber als selbstständiges unternehmen? oder dcoh als anhängsel eines integrators? das gleiche gilt allerdings auch für k&n, panalpina & co. nur bei danzas ist alles klar. ein hoch auf den gelben wagen. das war doch schon ein schock als die post bei dhl und danzas einstieg.
also abwarten und wetten abschliessen wer in fünf jahren noch lebt.
cu thomas

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Hallo Thomas,

ich bin u.a. der Meinung, dass tatsächlich viele Probleme der Transportwirtschaft hausgemacht sind. Dies liegt und lag auch am vorausseilenden Gehorsam des Gewerbes, jede Ladungstonne sichern zu müssen. Überkapazitäten müssen beschäftigt werden. Das führt(e) zu volumen- und Prestigeorientiertem Denken. Große Verlader können Bedingungen durchsetzen, über die man teilweise nur den Kopf schütteln kann. So bekommen die, die am Markt sind, halt kleinere Stücken vom Kuchen (sprich niedrigere Margen), das die kleinen eher verhungern als die grossen liegt auf der Hand. Nur mit Umsatz ist noch kein Gewinn erwirtschaftet.

Grüße Daniel