Hallo zusammen,
ich sorge mich um einen lieben Freund (67 Jahre alt). Er ist vor 14 Tagen am Hirn operiert worden (gutartige Geschwulst direkt unter der Schädeldecke). Alles gut verlaufen und nach zwei Tagen ITS wieder auf Normalstation verlegt worden. Des nachts dann trat plötzlich ein Gerinnsel auf und wurde erst nach Stunden entdeckt. Fazit: linker Fuß kann nicht mehr bewegt werden und der linke Arm ebenfalls nicht angehoben werden (trotz Gefühl in beiden Extremitäten). Auch kann er augenbl. nicht aufrecht sitzen (kippt immer wieder seitlich weg) und muß Pampers tragen. Der sprachliche Ausdruck und das Denken an sich funktionieren wie vorher. Uns wurde gesagt, er muß noch einige Zeit im KH verbleiben, wird danach eine Reha in Bielefeld erhalten. Nun sorge ich mich, wie gesagt, sehr um meinen Bekannten und frage, wird alles wieder wie früher oder bleiben die körperlichen Benachteiligungen weiter fortbestehen?
Gruß und jetzt schon herzlichen Dank für Antworten!
Saylem
die Blutung gehört zu einen der ganz vielen Komplikationen, die bei (solchen) Operation auftauchen können. Die Risiken sind bei allen Patienten unterschiedlich und treten mal mehr mal weniger auf.
Das dein Freund diese Blutung nach der Operation bekommen hat ist natürlich tragisch, keine Frage. Allerdings auch ein relativ oft beobachtetes Phänomen, worüber er im Vorfeld aufgeklärt wurde. Warum und wieso es geblutet hat, lässt sich hier in diesem Forum sicherlich nicht klären. Fakt ist, es hat geblutet und das Blut drückt auf Hirngewebe (wenn er die Ausfallerscheinungen auf der linken Köperhälfte hat, betraf es vermutlich die rechte Hirnhälfte). Da die Schädeldecke im Weg ist, kann das Blut nicht dorthin, sondern drückt nach unten.
Ob er vollständig genesen wird lässt sich schwer sagen und sollte meiner Meinung nach unter Einbeziehung der üblichen Dianostik und mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Ohne Befunde, den Patienten gesehen zu haben, ohne Anamnese, Vorerkrankungen kann man hier überhaupt nichts sagen.
Soweit ich weiß, ist ein Gerinsel doch eine Verstopfung, keine Blutung, oder? Würde auch die Symptome besser erklären…
Nun sorge ich mich, wie gesagt, sehr um
meinen Bekannten und frage, wird alles wieder wie früher oder
bleiben die körperlichen Benachteiligungen weiter
fortbestehen?
Tja, das ist wirklich von vielen Faktoren abhängig. Wieweit wurde das Gewebe geschädigt? Wie gut regeneriert sich sein Körper? Wie gut wurden die Probleme behoben? Die mögliche Folgen sind, extrem betrachtet, dass er wieder vollkommen gesund wird oder für immer in dem Augenblicklichen Zustand bleibt. Natürlich kann die heutige Medizin vieles retten und da er noch lebt und auch noch eine Hälfte des Körpers unter Kontrolle hat, ist aber eine, zumindest teilweise, Genesung nicht unwahrscheinlich. Schließlich erholen sich manche Leute auch zu 100% nach einem Schlaganfall!