Plötzliche starke Raufereien im Rudel!

Hallo!

Wir haben drei Hunde. Einen 11 Jahre alten Labrador(Fino), einen 3 Jahre alte Westie-Mischung(Oskar= und einen Schäferhundmischling(Benni) mit einem halben Jahr. Bis vor ca. 2 Monaten haben Fino und Oskar zusammengelebt bis wir den dritten Hund, Benni, zu uns genommen haben, weil er an die Haustür eines Freundes angehängt wurde und ausgesetzt wurde. Die drei haben sich super verstanden und es gab nie Probleme, nur hin und wieder, wenns ums Futter ging, weil Benni sehr abgemagert zu uns kam und total unterernährt war.
Naja, und vor 3 Tagen, fing es plötzlich an, dass Oskar und Benni auf einmal total gerauft haben. Es gab keinen ersichtlichen Grund, weshalb oder warum. Einer von unserer Familie hat sie dann nach ewiger Zeit wieder auseinander bekommen, weil sie auf keinen Befehl mehr gehört haben und total „irr“ waren.
Dann haben wir die beiden erstmal getrennt, haben zwei Wohnungen in unsrem Haus. Also kam der Benni runter und der Oskar hoch… Aber die sind auch schon total ausgeflippt, wenn sie sich nur durch ne Glastür gesehen haben. Am nächsten Tag haben wir sie dann im Garten zusammenlassen und sie haben sich nichts getan. Wir dachten erst, es passt wieder eini9germaßen, haben sie dann auch in die Wohung mit reingenommen, war auch kein Problem, nur dann haben wir gegessen und haben uns gedacht, es wäre besser, wenn sie nicht zusammen in einem Raum sind, weil der Raum ist eng und esd geht ums Essen und da ist die Gefahr dann schon größer, dass sie sich in die Haare kriegen. Also war der Benni in dem Raum und die zwei anderen, Oskar und Fino, haben wir derweilen draußen im Gang gelassen. Dann is jemand raus gegangen und hat die Tür versehentlich nicht richtig geschlossen, sodass der Oskar reinkam und sofort ging die Rauferei wieder los und diesmal noch heftiger wie beim ersten Mal. Hat wirklich ewig gedauert, bis man sie auseinanderbekommen hat und der Benni hat im Gegensatz zu Oskar einige tiefere Bisse. Jetzt wissen wir echt nicht, was wir machen sollen. Erst verstehen sie sich echt super und auf einmal sind sie total aggressiv aufeinander. WIr haben eher den Eindruck, als dass das eher vom Oskar ausgeht, diese Agressivität und dass der Benni total Angst jetzt hat… Wie gesagt, wenn man sie zusammenlässt gehen sie sofort aufeinander los. Wissen echt nicht, was wir jetzt machen sollen. Wollten den Benni nicht weggeben, weil er eh schon einmal ausgesetzt worden ist und jetzt wieder den Besitzer wechseln…wär wirklich traurig… Also vielen Dank fürs lesen, ich hoffe, ich hab die Situation so gut wie möglich beschreiben können, dass man sie versteht und ich hoffe, jemand hat einen guten Rat. Ist wirklich dringend.

Viele, liebe Grüße !

Auch wenn ich mir jetzt hier wieder eine Watschn abhole von den anderen.
Aber! Geh zu einem professionellen Hundetrainer,leider gibts keine Angabe wo du wohnst sonst könnt man dir ggfs. jemanden nennen.

Aber all die Tips die jetzt vermutlich kommen werden…

  • raufen lassen
  • mit Wasser dazwischen gehen
  • abgeben
    usw. usw.usw. werden euch nicht helfen.
    Nach über 10 Jahren Erfahrung rate ich dir wirklich, such dir jemanden der sich auskennt und euch hilft.

Fakt ist daß der Westi um eine Ressource kämpft, der Große in nem Alter ist wo er mal testet wie weit er gehen kann und so hart es klingt, es hört sich nicht danach an daß die Hunde vor euch großen Respekt haben. Ich leb seit zig Jahren mit drei Hunden und mehr zusammen und hatte nur einmal eine ernste Beißerei wobei hier eine Krankheit Ursache für das Austicken war. Und das obwohl die Hunde bei mir überall schlafen, auch im Bett! Wenn das Prinzip des Leittieres klar geregelt ist gibt´s seltenst Probleme.
Eine Kastration könnte (mit 100 Fragezeichen versehen) evtl. etwas bringen.
Aber nochmal: ohne das Problem zu kennen und zu erleben keine Chance eine Lösung zu finden.

Beispiele für gute Trainer:
Baden Württemberg: Roman Rossel Karlsruhe,
Stuttgart, J. Springorum
Bayern: Hie und da Animal Learn(Nicht immer das Optimum
sehr gut: Frau Führmann
Hessen: Perdita Lübbe
Sachsen: Thomas Baumann
Eifel-Raum: Hundefarm Eifel von G. Bloch
oder auch Gesellschaft für Hundeforschung= Trummlerstation

usw. usw. usw.

Gruß Steffen

Hallo,

der Grund dürfte sein, dass der Kleine nun geschlechtsreif wird. Vergessen wir einmal die Legende vom Welpenschutz. Das Rudel bestand bislang aus zwei Rüden und einem Welpen. Nun wird der Welpe geschlechtsreif. Da das Rudel zwingend auf eingeschränktem Raum leben muss, ist Stress vorprogrammiert. Die Ordnung im Rudel ist in Gefahr. Somit verteidigt Alpha seine Stellung. Wenn nötig auch prophylaktisch. Im Garten sind die Ausweichmöglichkeiten größer, deshalb Frieden.
Entweder machen die das ohne Eure Einmischung in irgendeiner Form unter sich selber aus oder Du musst Dich von einem Hund trennen, denn alle drei kastrieren wäre zum Einen keine Erfolgsgarantie, zum Anderen verändert es die Tiere, und ich möchte ja schließlich auch nicht Eunuch werden.
Bitte beachtet: Ihr seid in der Über-Alpha-Stellung (zumindest solltet Ihr das sein). Mischt Ihr euch ein setzt Ihr automatisch das Signal, dass Ihr auf einer bestimmten Seite steht. Bitte nicht machen.

Viel Erfolg,

Marcus

Guten Morgen!
vielen dank schonmal für die Hilfe.
Wir wohnen in Bayern :wink: … fragen heute aber erstmal bei einer Hundeschule nach, die mit unserem Tierarzt zusammenarbeitet. Vielleicht können die uns ja helfen.
An was erkennst du denn, dass die drei keinen Respekt vor mir haben sollen ?
Ich hatte bisher eigentlich nie das Gefühl, dass meine Hunde mich nicht respektieren. Zugegeben bin ich nicht der gestrenge Hundebesitzer, aber Fino und Oskar folgen eigentlich in jeder Situation. Bis eben vorgestern. Auch Benni hat in den 2 Monaten, in denen er jetzt bei uns ist, schon alle wichtigen (und unwichtigen :smile: )Kommandos gelernt. Alle drei lassen sich überall anfassen, auf den Rücken drehen, ich kann ohne Probleme Fütterschüsseln wegnehmen, hinstellen oder reinfassen.
Wir haben jetzt auch schon seit über 1o Jahren zwei Hunde, und auch da gab es niemals eine Beisserei.
Ich dachte immer, das sind Zeichen, dass die drei mich als ihr Oberhaupt akzeptieren und dass ich gar nich mal so schlecht bin, als Hundebesitzer :smiley: .
Auf jeden fall ist die Situation wie sie im Moment ist, nichts für die Hunde - haben sie jetzt auf die zwei Wohnungen verteilt und halten sie getrennt. Das geht aber auch nur noch so lange meine Mutter Urlaub hat.
Wie gesagt, wir hoffen auf die Hundeschule, da wir Benni einen erneuten Besitzerwechsel ersparen wollten, nachdem er bis jetzt schon soviel Pech in seinem Leben hatte.

Danke nochmal und nen lieben Gruss.

Servus nach Bayern,

Ich dachte immer, das sind Zeichen, dass die drei mich als ihr
Oberhaupt akzeptieren und dass ich gar nich mal so schlecht
bin, als Hundebesitzer :smiley: .

Folgendes,
wenn du in die Futterschüssel greifen kannst ist das für mich zwar schön und gut zeigt von Respekt deiner Hunde gegenüber dir aber im Rudel(ich rede vom Hunderudel) darf auch der Untergebene seine Portion verteidigen. Nur in Zeiten der Not wird ihm dieses dann trotzdem weggenommen. Vergl. Günther Bloch: Yukon Timberwolf und Co.

Auch läuft nicht immer der Oberste im Rudel vorne weg. Im Tiefschnee wurde beobachtet daß hier die Jungen die Spurarbeit übernehmen damit die Alten weniger Energie verschwenden denn die haben bewiesen daß sie sich reproduzieren können(Vergl. siehe oben und das Buch Hunde von Ray Coppinger)

Wenn du aber die Leitfigur im Rudel wärst(wobei ich dieses nicht so sehr mag da du nie ein vollwertiges Mitglied sein kannst, du bellst nicht, pflanzt dich nicht mit Hunden fort usw. also bitte nicht falsch verstehen) dann würde es reichen wenn du den Aggressor sauber runter machst und gut wäre es. Danach kommt es wenn überhaupt nur noch zu Scheinkämpfen nicht aber zu Verletzungen und diese liesen sich durch einfaches Meckern deinerseits leicht beheben(das muss schon reichen).
Ich ziehe immerwieder meinen Hut vor Werner Freund(Wolfsforscher im Saarland). Er sagt immer: Ich bin der beste Freund des Chefs nicht aber sein Leittier. Ich habe eine gesonderte Stellung die mir es erlaubt mich unter die Wölfe zu mischen ohne daß ich drauf gehe aber ich werde nie ein Leitwolf sein können.

Bei Hunderudeln die unnatürlich zusammengewürfelt werden sieht die Sache etwas anders aus. Hier muss ich als Halter eine Lenkungsrolle übernehmen um Ruhe zu haben. Dies aber anhand von Bett, Futter o.ä. fest zu machen ist mir zu einfach.
Aber zumindest haben deine Hunde Respekt vor dir. Dadurch wird es idR. recht einfach sein das ganze in den Griff zu bekommen.
Frag mal bei Frau Petra Führmann in Aschaffenburg nach. Denke da wird dir geholfen werden können wenn du bei dir nicht weiter kommst.

Ich denke aber daß ihr wenn der Trainer es blickt innerhalb weniger Tage es im Griff habt.
Alles alles gute

Gruß Steffen

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Hallo Corinna,

kurz etwas zu mir damit du nicht denkst das ich einfach nur so meinen
Kommentar zu dem Problem mit den Hunden abgebe;

Ich bin 41 Jahre alt und mit Tieren (Hunden, Katzen und Pferden) groß
geworden und hatte schon als Kind ein Gespür und einen sechsten Sinn
für den Umgang mit schwierigen Tieren. Später habe ich diese schöne
Gabe genutzt um sie auch beruflich zu nutzen. So habe ich einige
Jahre in einem Tierheim gearbeitet und mich dann auf die Therapie von
verhaltensauffälligen Tieren (Hunde und Pferde)speziallisiert und
mich damit Selbständig gemacht.

Nun zu deinem Problem mit den Hunden.
Es wurde hier schon Werner Freund zitiert, dessen Buch ich nur jedem
Hundehalter empfehlen kann um das natürliche Verhalten der Hunde zu
verstehen.
So wie ich dein Problem verstanden habe, stand der 11 Jahre alte
Fino, bevor ihr Benni bekommen habt, in der Rangordnung nicht über
Oskar. In der Regel ist es so, das das ältere und erfahrenere Tier
das Rudel solange anführt bis ein Rangniedrigeres Tier dessen
Position streitig macht und das Leittier ablöst.
Labrador-Hunde sind sehr ruhige und zurückhaltende Tiere, im
Gegenteil zu den kleineren Rassen wie die Westhighland Terrier die,
aufgrund ihrer geringen Größe, stets dazu neigen mehr darzustellen
als sie eigentlich sind. Ein großes Problem sind Hundehalter solcher
kleinen Rassen, die diese „Hackenbeisser“ bei Auseinandersetzungen
schnell auf den Arm nehmen. Die Folge ist dann, das diese Hunde
schnell daraus lernen, das wenn sie sich mit anderen Hunden anlegen
und diese dann darauf reagieren, von Herrchen oder Frauchen auf den
Arm genommen werden, sprich in Sicherheit sind.

Ich gehe einmal davon aus, das Fino zwar das Leittier war, aber den
kleinen Oskar „machen ließ“, hauptsache er hatte seine Ruhe.
Das aber nur mal am Rande.
Das die drei Rabauken sich anfangs noch gut verstanden haben zeigt
nur, das sie ein gesundes Sozialverhalten haben. Das Benni als ein
ausgehungertes Wesen zu Euch kam hat Euch dazu bewegt sich intensiv
um ihn zu kümmern. Das blieb natürlich den beiden anderen nicht
verborgen. Während Fino es absolut tolerierte, kam bei Oskar nach und
nach die Eifersucht durch, die schließlich ihren Höhepunkt erreichte
als er sich mit Benni anlegte. Aus der Sicht von Oskar durchaus
verständlich. Zuvor waren er und Fino die Lieblinge, aber seit
einigen Monaten ist ein dritter im Spiel der auch noch mehr beachtet
wird, bzw. wurde. Vermutlich wird es Euch nicht aufgefallen und nicht
bewußt sein das Ihr die beiden anderen „vernachlässigt“ habt. Tiere
haben ein sehr ausgeprägtes Gespür für so etwas, da bringt es auch
nicht wenn man die Tiere von einander trennt.
Ein weiteres Problem könnte tatsächlich die einsetzende
Geschlechtsreife von Benni sein, wobei ein Hund mit 8 Monaten noch
nicht die Reife hat um sich gegen ein Leittier durchzusetzen. Aber er
könnte es durchaus spielerisch versuchen.

Meine Tipp für Euch wäre folgende:

Greift nicht in das Austragen von Rangkämpfen unter den Hunden ein.
Einzige Ausnahme hier sollte nur sein, wenn es blutig zur Sache geht
und die Gesundheit oder das Leben eines der Tiere auf dem Spiel
steht. Allerdings wird dies bei einem gesunden Sozialverhalten aller
beteiligten Tiere nicht vorkommen.
Laßt die Tiere sich raufen und auch mal beißen. Sobald der Mensch in
dieses Verhalten eingreift hat es nur zur Folge, das keine klare
Rangordnung feststeht und diese bei jeder Gelegenheit durch Kämpfe
ausgetragen werden. Im Normalfall kann man sagen, das die Hunde ihre
„Probleme“ schon untereinander klären - solange der Mensch nicht
eingreift.

Wenn ihr in eine Situation kommt wo ihr die Hunde von einander
trennen müßt, weil sie sich gefährlich verletzen könnten, dann trennt
unbedingt jeden einzelnen Hund für sich. Auf keinen Fall nur einen
trennen und die anderen zwei (welche auch immer) zusammen lassen. Das
wirkt sich negativ auf das weitere Verhalten aus.

Es ist grundsätzlich unmöglich sich ein Bild von einem Tier zu machen
wenn man es nicht kennt, oder nicht kennengelernt hat.
In deinem Fall brauchst du einen guten Tierpsychologen der, so sollte
es jedenfall sein, sich ein Bild von den Problemen vor Ort - also von
dem Zuhause der Hunde - macht. Es bringt überhaupt nichts wenn ihr
mit den Hunden auf einem fremden Terrain bei einem „Therapeuten“ seid
um das Problem zu lösen. Um die Problematik zu erkennen und zu
verstehen, muß ein Tierpsycholgie auch das Umfeld des Zuhauses
kennen, wobei auch das Verhalten von Euch eine Rolle spielt.

Sich von einem Tier zu trennen ist immer ein schwerer Schritt. Man
muß sich allerdings im klaren darüber sein das, wenn es keine
Aussicht auf ein stressfreies Zusammenleben der drei Hunde gibt, es
nur die eine Lösung gibt - sich von Benni zu trennen. Aber diese
Möglichkeit sollte erst als letzte in Betracht gezogen werden !

Macht Euch einmal Gedanken, am besten Ihr macht Euch zusammen
Notizen, wer wie mit welchen Hund umgeht. Was er wem erlaubt und wem
nicht, wer auf die Couch oder ins Bett darf und wer nicht, wer als
erster das Futtern bekommt (das sollte das Leittier sein!).
Überlegt Euch weiterhin wieviel Zeit Ihr für welchen Hund aufwendet,
usw. usw.
Ihr werdet schnell feststellen das Benni vermutlich in den letzten
Monaten oder Wochen von Euch bevorzugt wurde. Benni ist der „Neue“ in
dem kleinen Rudel. Die „Alten“ brauchen nun von Euch verstärkte
Zuneigung, damit sie verstehen das Benni keine Sonderrechte hat.

Viele Grüsse

Nils