plötzlicher massiver Lochfrass -> Ausnahme ?

Hallo,

Gestern sind wir mitten in der Nacht durch mächtigen Lärm geweckt worden. Ursache war ein Wasserstrahl aus einem Gartenwasserrohr, zum Glück an der Aussenmauer. Dort muss spontan, ohne sich zuvor durch tropfen anzukündigen, eine Lochfrasstelle (verz Eisenrohr) durchgebrochen sein. Das Loch ist riesig, ca 2mm.
Wenn das im Keller passiert wäre… ohje…
Lochfrass an sich ist ja nichts ungewöhnliches. Hatte ich insbesondere an Fittings schon öfters. Nur schreitet die Zerstörung meist SEHR langsam voran. Erst Rost, dann etwas Nässe, usw… Es war immer reichlich Zeit einzugreifen.
Ist denn nun so ein massiver SPONTAN Lochfrass ohne Vorwarnung etwas AUSSGEWÖHNLICHES - oder kommt das öfters vor, d.h. muss ich jetzt Angst haben dass die nächste Überschwemmung schon vor der Tür steht ??
Danke ! Paul

Hallo,

eine Lochfrasstelle (verz Eisenrohr)

da denke ich gleich daran, daß das Eisenrohr evt. an ein davorliegendes Kupferrohr angeschlossen ist. Dann bildet sich eine Art Batterie, wodurch im Eisenrohr als unedleres Element Material abgetragen wird.
Lösung des Problems: anderes Material verwenden. Kupfer im Wasserstrom hinter Eisen ist okay, andersrum dagegen nicht (wegen des Ionentransports). Kunststoff ist natürlich immer geeignet.
Wenn die Leitung vom Profi gelegt wurde: oweia. Sicherheitshalber die übrigen Leitungen im Haus auch kontrollieren - wo man sie sehen kann.
Wenn es ein Laie gemacht hat: kann vorkommen, hat er halt nicht gewußt. Hoffentlich wurde die übrige Installation vom Profi gemacht. Vielleicht trotzdem kontrollieren, wo man kann.
Gruß
Axel

davorliegendes Kupferrohr angeschlossen ist. Dann bildet sich
eine Art Batterie, wodurch im Eisenrohr als unedleres Element
Material abgetragen wird.

Nein, solche Ursachen gibt es hier „natürlich“ nicht.
Das Wasser ist recht hart, ok, das ist alles.
Es ging mir mehr darum welche Erscheinungsformen Lochfrass generell nehmen kann.
Das Rohr ist etwa 15Jahre alt. Teile der Hausinstallation schon 40Jahre, alles unsichtbar in der Decke. Langsam TROPFEN wäre OK, aber ein STRAHL… :frowning:

Paul

Strahl
Hallo Paul,

Das Rohr ist etwa 15Jahre alt. Teile der Hausinstallation
schon 40Jahre, alles unsichtbar in der Decke. Langsam TROPFEN
wäre OK, aber ein STRAHL… :frowning:

a) wenn es langsam tropft, ist der Schaden nicht kleiner. Man merkt es eben später. Evt. ist der Schaden sogar größer, da die Feuchtigkeit genug Zeit hat, auch noch in entfernten Winkeln zu wirken.
b) größere Löcher sind imho bei freiliegenden Rohren wahrscheinlicher. Es fehlt der Gegendruck, die Unterstützung des Rohres durch das umliegende Mauerwerk. Der Druckunterschied zwischen innen und außen ist größer, es fließt mehr Wasser, das reißt Teile vom zunächst kleinen Lochrand mit und macht dieses größer.
c) wenn man eine Hausversicherung hat, ist der Schaden geringer (wenn Wasserschaden durch Leitungswasser mit versichert ist - mal in die Police schauen).
Gruß
Axel (mit größtenteils neuen Rohren, meist aus Kunststoff)

Hallo Paul

davorliegendes Kupferrohr angeschlossen ist. Dann bildet sich
eine Art Batterie, wodurch im Eisenrohr als unedleres Element

besser: elektrische Zelle, die wirkt aber nur am Übergang Kupfer - Eisen.

Material abgetragen wird.

Das war schon richtig bedacht mit dem Fluß. Zusätzlich kommt noch das Problem der lokalen Zellenbildung hinzu. Das bedeutet, dass mitgeschwemmte Salzteilchen an der relativ rauen Innenwand hängenbleiben und dort eine schnelle und tiefgehende Lochkorrosion hervorrufen. Im günstigsten und nicht ungewöhlichen Fall ist das die einzige Stelle im ganzen System.
Laß es mal draufankommen oder passiviere das System mit Phosphatierungsspülung.

Gruß Rochus