. . . . schnipp . . .
Mein neuer Zahnarzt findet nun 8 (!) Plomben, die offenbar
kariös sind und die er wechseln möchte. Da dies bei einem
Wechsel nicht zum 1. Mal passiert, glaube ich inzwischen nicht
mehr an Zufall.
Servus Walkuerax,
Das kleine Wörtchen ‚offenbar‘ scheint mir der Schlüssel zu sein. Wie hat Dir der neue Zahnarzt diese Karies denn ‚offenbar‘ gemacht? Wenn es sein Wort ist, auf das Du Dich verlassen sollst, steht das Wort des Kollegen dagegen, der es - eben erst - genau nehmen sollte. Mit dem hast Du immerhin 9 Jahre positive Erfahrung hinter Dir. Da wird der ‚Neue‘ schon ein paar Beweismittel nachlegen müssen. Will er das nicht - Pech gehabt! Kann er das nicht, bleibt alles beim Alten.
Hat sonst noch jemand diesen Effekt bereits beobachtet? Was
könnte das sein? Nimmt ein neuer Zahnarzt es erst einmal
genauer, weil er seinem Vorgänger nicht traut? Oder war der
vorige Zahnarzt mit den Jahren nachlässiger geworden? Oder
andere Gründe?
Mit der Objektivierbarkeit von Karies unter Füllungen ist es so eine Sache 
Röntgenbilder können helfen, tun es aber nicht immer. Motto: wenn man im Röntgenbild etwas sieht, ist bestimmt auch etwas da, aber mögliche Spalten zwischen Zahn und Füllung können dabei ‚duchrutschen‘. Also muß die ‚Inspektion‘ helfen: Zahn trocknen (Luftbläser), ordentliche Beleuchtung, Lupenbrille, evtl. (vorsichtig) feine Sonde. Bei acht(??) Zähnen sollten da schon mindestens drei dabei sein, die man Dir auch zeigen kann, um Dein (rechtswirksames) Einverständnis zu gewinnen. Ansonsten gilt auch hier der Standard-Rat der medizischen Experten bei WWW: „zweite Meinung“! Das macht übrigens am besten mit Wissen des Neuen, nicht hinter seinem Rücken!
Warum? Der Neue erkennt, daß es es mit einer Patientin zu tun hat, die
- an ihren Zähnen und ihrem Wohlergehen überdurchschnittlich interessiert ist,
- der man mit der ‚Halbgott in Weiß‘-Nummer nicht kommen muß,
- die zu einer vertrauensvollen Partnerschaft bereit- und in der Lage ist (sonst hätte sie sich einfach wieder weggeschlichen)
Er wir ihr dann idealerweise seine Befunde in einer Form zur Verfügung stellen, die dem ‚Zweitmeiner‘ erlauben, sich damit auseinanderzusetzen, und seine Empfehlungen zu geben. Es schadet auch gar nichts, wenn man sich diesen zweiten vom ersten empfehlen läßt. Der weiß nämlich besser, wer am neuen Ort was taugt.
Du solltest Dich nur nicht wundern, wenn die Meinungen der Beiden nicht völlig übereinstimmen. Im Bereich der Diagnose und Therapieempfehlung ist 100%ige Objektivität leider nicht zu erwarten. Wir arbeiten aber daran 
Viel Glück!
Kai